Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems
Unter der Berücksichtigung des Akzeptanzproblems
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Dirk Balthasar
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 705,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Konstanz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7443-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7443-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7443-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Balthasar, Dirk August 2003: Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitstelematik, Telematik im Gesundheitswesen, Elektronisches Rezept, Elektronische Patientenakte, Elektronische Gesundheitskarte
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MA-Thesis / Master von Dirk Balthasar
Einleitung:
Gesundheitstelematik kann helfen, Informations- und Kommunikationsdefiziten im deutschen Gesundheitswesen entgegenzuwirken und gleichzeitig Kosten zu senken und die medizinische Versorgung zu verbessern. Die Nutzung telematischer Anwendungen kann den Beteiligten die Kontrolle über ihre Daten sichern und die Stellung der Akteure im Gesundheitssystem wesentlich beeinflussen. Wesentliche Interessenunterschiede zwischen den Akteuren und fehlende rechtliche und ökonomische Voraussetzungen haben die Einigung auf konkrete Lösungen bzw. Standards bisher verhindert. So ist die Akzeptanz für eine umfangreiche Nutzung telematischer Anwendungen noch nicht bei allen Beteiligten gegeben. Hiermit sind insbesondere die Versicherten gemeint, aber auch auf ärztlicher Seite bestehen viele Vorbehalte. Es wird aufgezeigt, wie die Akzeptanz erhöht werden kann, um das Potenzial der Telematik für das Gesundheitssystem zu erschließen.
Abstract:
Health telematics could help, to lower costs and at the same time to prevent medical information and communication deficits. For the persons concerned the use of telematic applications could ensure control over their data and could considerably influence the position of the actors in the health system. Important differences of opinion and conflicting interests as well as missing legal and economic conditions prevented up to now concrete solutions and/or new standards. So there is no general acceptance for an extensive use of telematic applications. That is in particular true for the insured persons, but physyicians, too, tend to be reluctant. The paper shows how acceptance could be increased in order to use the chances that telematics offer for the health system.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung und Begriffsbestimmung | 1 |
| 2. | Gesundheitstelematik in Deutschland | 3 |
| 2.1 | Datenfluss im Gesundheitssystem | 3 |
| 2.2 | Ziele in der Gesundheitstelematik | 4 |
| 2.2.1 | Qualitätsverbesserung in der Behandlung | 4 |
| 2.2.2 | Kosteneinsparungen | 5 |
| 2.2.3 | Informationsgewinnung für die Planungsoptimierung und als Forschungsgrundlage | 6 |
| 2.3 | Akteure im Gesundheitswesen und ihre Interessen an telematischen Anwendungen | 6 |
| 2.3.1 | Politik | 6 |
| 2.3.2 | Leistungserbringer | 7 |
| 2.3.3 | Kostenträger | 7 |
| 2.3.4 | Rolle der Versicherten und Patienten | 7 |
| 2.3.5 | Interessenvertretung der Akteure und ihre Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung der telematischen Anwendungen | 10 |
| 2.4 | Entwicklung und Stand der Telematik in Deutschland | 15 |
| 3. | Rechtliche Rahmenbedingungen | 17 |
| 3.1 | Ärztliche Schweigepflicht und Dokumentationspflicht | 17 |
| 3.2 | Datenschutz | 18 |
| 4. | Datensicherheit und Datenstandards | 20 |
| 4.1 | Sicherheitsinfrastruktur / Kryptographie | 20 |
| 4.1.1 | Verschlüsselung | 21 |
| 4.1.2 | Elektronische Signatur | 23 |
| 4.1.3 | Public-Key-Infrastruktur und Trusted Third Parties | 25 |
| 4.1.4 | Health Professional Card (HPC) | 26 |
| 4.2 | Anonymisierung und Pseudonymisierung | 28 |
| 4.3 | Kommunikationsschnittstellen und Datenformate im Gesundheitswesen und ihre Verwendbarkeit für telematische Anwendungen | 29 |
| 4.3.1 | xDT Datenträger-Austausch-Formate | 30 |
| 4.3.2 | VCS - Standard für Arztpraxissoftware | 31 |
| 4.3.3 | HL7 und andere im stationären Sektor verbreitete Formate | 32 |
| 4.3.4 | XML-basierte Formate | 33 |
| 5. | Telematische Anwendungen und ihre Ausgestaltungsmöglichkeiten | 34 |
| 5.1 | Elektronisches Rezept | 34 |
| 5.2 | Elektronischer Arztbrief | 43 |
| 5.3 | Elektronische Patientenakte (EPA) | 46 |
| 5.3.1 | Ausgangslage und Ziele der EPA-Einführung | 47 |
| 5.3.2 | Praxisdokumentation / Elektronische Krankenakte | 49 |
| 5.3.3 | Einrichtungsübergreifende Virtuelle elektronische Patientenakte (vEPA) | 50 |
| 5.3.4 | Elektronische Gesundheitsakte | 51 |
| 5.3.5 | Datenhaltung und Datenschutzkonzept | 52 |
| 5.3.6 | Standards und benutzergerechte Darstellung | 54 |
| 5.4 | Elektronische Patientenkarte | 56 |
| 5.4.1 | Vorläufer: Krankenversichertenkarte (KVK) | 57 |
| 5.4.2 | Inhalte der elektronischen Patientenkarte | 58 |
| 5.4.3 | Speicherkarte vs. Zugriffskarte | 60 |
| 5.4.4 | Zugriffsrechte und -autorisierung | 61 |
| 5.4.5 | Rolle der Karte bei freiwilliger Nutzung | 64 |
| 5.4.6 | Modellprojekte | 66 |
| 5.5 | Arzneimittel-Risikocheck | 68 |
| 6. | Nutzung von personenbezogenen Daten im Rahmen von neuen Versorgungsformen am Beispiel von Disease-Management-Programmen | 71 |
| 7. | Handlungsbedarf für Akzeptanz und Erfolg telematischer Anwendungen | 76 |
| 7.1 | Ökonomische Barrieren | 76 |
| 7.1.1 | Investitions- und Betriebskosten | 76 |
| 7.1.2 | Vergütung telematischer Leistungen | 76 |
| 7.1.3 | Investitionssicherheit für die Wirtschaft | 78 |
| 7.2 | Rechtlicher Handlungsbedarf | 78 |
| 7.3 | Schulungsbedarf und berufliche Qualifikation | 80 |
| 7.4 | Mitwirkung von Versicherten (-Vertretern) bei der Ausgestaltung der Gesundheitstelematik | 81 |
| 8. | Ausblick | 82 |
| 8.1 | Europäische und internationale Entwicklungen | 82 |
| 8.2 | Handlungsrahmen im Hinblick auf die anstehende Gesundheitsreform | 84 |
| 9. | Zusammenfassung | 88 |
| 10. | Anhang | 90 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 93 |
Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten verschaffen. Die gemeinsame Autorisierung macht den Datenzugriff sicherer: Da weder Arzt noch Patient ohne Autorisierung durch den anderen auf die Daten zugreifen könnten, wird ein unberechtigter Zugriff schwieriger bzw. unwahrscheinlich. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zur EPA wurde ein Datenschutzkonzept entwickelt, dass auch vom Bundesbeauftragten für Datenschutz akzeptiert wird (Thielscher / Schroeders 2002, S. 16f und Thielscher 2003, S. 24): • • Freiwillige Teilnahme und modulare Entscheidung darüber, wer auf die Daten zugreifen darf Technische Sicherheitsmaßnahmen: o Ausschließlich Speicherung pseudonymisierter Daten. Die zentral in einer Gesundheitsbank gespeicherten Gesundheitsdatensätze sind von Personendaten (Name, Adresse, etc.) entkoppelt. o Verschlüsselte Übermittlung der pseudonymisierten Daten o Datenanforderung erfolgt über eine geheime, nicht aus der Schlüsselkarte des Patienten auslesbaren Patientennummer und einer auf der Karte befindlichen Kodierungssoftware. Nach Einlesen der Karte des Arztes und der Patientenkarte wird ein Zugriffscode zur Datenanforderung erstellt. Die Patientennummer verlässt dadurch nie die Patientenkarte. o Die Datenspeicherung erfolgt über einen Upload-Code. Der Code kann innerhalb von drei Monaten zum Upload pseudonymisierter Daten verwendet werden. Die Zuordnung des Upload-Codes und des Behandlungsdatensatzes soll mittels eines Batchverfahrens/Stapelverarbeitung über einen physikalisch vom Netz getrennt verwendeten Zuordnungsserver erfolgen. • • Beschlagnahmeverbot für Daten und Schutz der Behandlerdaten Der Patient kann vorab eines von drei Verfahren für Notfälle wählen: Ein Call-Center darf auf alle Daten zugreifen, nur auf einen definierten Datensatz oder auf keine Daten. Der Patient muss über erfolgte Datenzugriffe schriftlich informiert werden. • Für die wissenschaftliche Auswertung werden nur nicht repersonalisierbare Daten weitergegeben. [...]
Bei der Praxisdokumentation bzw. der elektronischen Krankenakte handelt es sich um EDV-gestützte Krankenakten58 innerhalb von Institutionen (z.B. innerhalb einer Arztpraxis, innerhalb eines Krankenhauses bzw. als Bestandteil eines Krankenhausinformationssystems). Die Akten enthalten die medizinischen und auch administrativen Informationen über die Patienten. Der Arzt entscheidet, welche Informationen gespeichert werden, da es sich um die gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Dokumentation handelt. Die Patienten haben keine Datenhoheit, sondern nur ein Auskunftsrecht. Der primäre Zweck der herkömmlichen Patientendokumentationen (papiergebunden oder ganz oder in Teilen elektronisch verwaltet) ist nicht der patientengelenkte Informationsaustausch zwischen Leistungserbringern (und dem Patienten selber), sondern die – gesetzlich vorgeschriebene – Dokumentation als Grundlage für die Behandlung des eigenen Patienten.59 Die arztgeführte Patientendokumentation ist – sofern sie nur auf einem EDVSystem verfügbar ist - auch keine Telematikanwendung i.e.S., da der Telekommunikationsbezug bzw. –schwerpunkt fehlt. [...]
Diese Einteilung der unter dem Oberbegriff „Elektronische Patientenakte“ subsumierten Aktenarten spiegelt in der aufgezeigten Reihenfolge gleichzeitig eine Entwicklung von der lokal innerhalb einer Einrichtung verfügbaren Patientenakte über organisationsübergreifende Lösungen bis hin zu patientenorientierten Ansätzen wieder. Bevor ich die einzelnen Formen der elektronischen Patientenakte genauer vorstelle, gehe ich – in Ergänzung zu den allgemeinen Zielformulierungen am Anfang der Arbeit - auf die konkreten Ziele ein, die mit der Einführung elektronischer Speicherung patientenbezogener Daten verfolgt werden. Einige Ziele lassen sich nur oder besser im Rahmen einrichtungsübergreifender Lösungen realisieren. In meiner Arbeit werde ich deshalb den Schwerpunkt auf die vEPA und die Online-Gesundheitsakten legen, da hier durch die einrichtungsübergreifende Verfügbarkeit von Daten die höchsten Qualitäts- und Rationalisierungseffekte erzielt werden können. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474430
Arbeit zitieren:
Balthasar, Dirk August 2003: Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitstelematik, Telematik im Gesundheitswesen, Elektronisches Rezept, Elektronische Patientenakte, Elektronische Gesundheitskarte




