Bachelor + Master Publishing
765 Bachelorarbeiten, 508 Masterarbeiten, 10.071 Diplomarbeiten

Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems

Unter der Berücksichtigung des Akzeptanzproblems

Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems
Über dieses Buch

MA-Thesis / Master von Dirk Balthasar

Einleitung:

Gesundheitstelematik kann helfen, Informations- und Kommunikationsdefiziten im deutschen Gesundheitswesen entgegenzuwirken und gleichzeitig Kosten zu senken und die medizinische Versorgung zu verbessern. Die Nutzung telematischer Anwendungen kann den Beteiligten die Kontrolle über ihre Daten sichern und die Stellung der Akteure im Gesundheitssystem wesentlich beeinflussen. Wesentliche Interessenunterschiede zwischen den Akteuren und fehlende rechtliche und ökonomische Voraussetzungen haben die Einigung auf konkrete Lösungen bzw. Standards bisher verhindert. So ist die Akzeptanz für eine umfangreiche Nutzung telematischer Anwendungen noch nicht bei allen Beteiligten gegeben. Hiermit sind insbesondere die Versicherten gemeint, aber auch auf ärztlicher Seite bestehen viele Vorbehalte. Es wird aufgezeigt, wie die Akzeptanz erhöht werden kann, um das Potenzial der Telematik für das Gesundheitssystem zu erschließen.

Abstract:

Health telematics could help, to lower costs and at the same time to prevent medical information and communication deficits. For the persons concerned the use of telematic applications could ensure control over their data and could considerably influence the position of the actors in the health system. Important differences of opinion and conflicting interests as well as missing legal and economic conditions prevented up to now concrete solutions and/or new standards. So there is no general acceptance for an extensive use of telematic applications. That is in particular true for the insured persons, but physyicians, too, tend to be reluctant. The paper shows how acceptance could be increased in order to use the chances that telematics offer for the health system.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Begriffsbestimmung 1
2. Gesundheitstelematik in Deutschland 3
2.1 Datenfluss im Gesundheitssystem 3
2.2 Ziele in der Gesundheitstelematik 4
2.2.1 Qualitätsverbesserung in der Behandlung 4
2.2.2 Kosteneinsparungen 5
2.2.3 Informationsgewinnung für die Planungsoptimierung und als Forschungsgrundlage 6
2.3 Akteure im Gesundheitswesen und ihre Interessen an telematischen Anwendungen 6
2.3.1 Politik 6
2.3.2 Leistungserbringer 7
2.3.3 Kostenträger 7
2.3.4 Rolle der Versicherten und Patienten 7
2.3.5 Interessenvertretung der Akteure und ihre Einflussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung der telematischen Anwendungen 10
2.4 Entwicklung und Stand der Telematik in Deutschland 15
3. Rechtliche Rahmenbedingungen 17
3.1 Ärztliche Schweigepflicht und Dokumentationspflicht 17
3.2 Datenschutz 18
4. Datensicherheit und Datenstandards 20
4.1 Sicherheitsinfrastruktur / Kryptographie 20
4.1.1 Verschlüsselung 21
4.1.2 Elektronische Signatur 23
4.1.3 Public-Key-Infrastruktur und Trusted Third Parties 25
4.1.4 Health Professional Card (HPC) 26
4.2 Anonymisierung und Pseudonymisierung 28
4.3 Kommunikationsschnittstellen und Datenformate im Gesundheitswesen und ihre Verwendbarkeit für telematische Anwendungen 29
4.3.1 xDT Datenträger-Austausch-Formate 30
4.3.2 VCS - Standard für Arztpraxissoftware 31
4.3.3 HL7 und andere im stationären Sektor verbreitete Formate 32
4.3.4 XML-basierte Formate 33
5. Telematische Anwendungen und ihre Ausgestaltungsmöglichkeiten 34
5.1 Elektronisches Rezept 34
5.2 Elektronischer Arztbrief 43
5.3 Elektronische Patientenakte (EPA) 46
5.3.1 Ausgangslage und Ziele der EPA-Einführung 47
5.3.2 Praxisdokumentation / Elektronische Krankenakte 49
5.3.3 Einrichtungsübergreifende Virtuelle elektronische Patientenakte (vEPA) 50
5.3.4 Elektronische Gesundheitsakte 51
5.3.5 Datenhaltung und Datenschutzkonzept 52
5.3.6 Standards und benutzergerechte Darstellung 54
5.4 Elektronische Patientenkarte 56
5.4.1 Vorläufer: Krankenversichertenkarte (KVK) 57
5.4.2 Inhalte der elektronischen Patientenkarte 58
5.4.3 Speicherkarte vs. Zugriffskarte 60
5.4.4 Zugriffsrechte und -autorisierung 61
5.4.5 Rolle der Karte bei freiwilliger Nutzung 64
5.4.6 Modellprojekte 66
5.5 Arzneimittel-Risikocheck 68
6. Nutzung von personenbezogenen Daten im Rahmen von neuen Versorgungsformen am Beispiel von Disease-Management-Programmen 71
7. Handlungsbedarf für Akzeptanz und Erfolg telematischer Anwendungen 76
7.1 Ökonomische Barrieren 76
7.1.1 Investitions- und Betriebskosten 76
7.1.2 Vergütung telematischer Leistungen 76
7.1.3 Investitionssicherheit für die Wirtschaft 78
7.2 Rechtlicher Handlungsbedarf 78
7.3 Schulungsbedarf und berufliche Qualifikation 80
7.4 Mitwirkung von Versicherten (-Vertretern) bei der Ausgestaltung der Gesundheitstelematik 81
8. Ausblick 82
8.1 Europäische und internationale Entwicklungen 82
8.2 Handlungsrahmen im Hinblick auf die anstehende Gesundheitsreform 84
9. Zusammenfassung 88
10. Anhang 90
11. Literaturverzeichnis 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten verschaffen. Die gemeinsame Autorisierung macht den Datenzugriff sicherer: Da weder Arzt noch Patient ohne Autorisierung durch den anderen auf die Daten zugreifen könnten, wird ein unberechtigter Zugriff schwieriger bzw. unwahrscheinlich. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zur EPA wurde ein Datenschutzkonzept entwickelt, dass auch vom Bundesbeauftragten für Datenschutz akzeptiert wird (Thielscher / Schroeders 2002, S. 16f und Thielscher 2003, S. 24): • • Freiwillige Teilnahme und modulare Entscheidung darüber, wer auf die Daten zugreifen darf Technische Sicherheitsmaßnahmen: o Ausschließlich Speicherung pseudonymisierter Daten. Die zentral in einer Gesundheitsbank gespeicherten Gesundheitsdatensätze sind von Personendaten (Name, Adresse, etc.) entkoppelt. o Verschlüsselte Übermittlung der pseudonymisierten Daten o Datenanforderung erfolgt über eine geheime, nicht aus der Schlüsselkarte des Patienten auslesbaren Patientennummer und einer auf der Karte befindlichen Kodierungssoftware. Nach Einlesen der Karte des Arztes und der Patientenkarte wird ein Zugriffscode zur Datenanforderung erstellt. Die Patientennummer verlässt dadurch nie die Patientenkarte. o Die Datenspeicherung erfolgt über einen Upload-Code. Der Code kann innerhalb von drei Monaten zum Upload pseudonymisierter Daten verwendet werden. Die Zuordnung des Upload-Codes und des Behandlungsdatensatzes soll mittels eines Batchverfahrens/Stapelverarbeitung über einen physikalisch vom Netz getrennt verwendeten Zuordnungsserver erfolgen. • • Beschlagnahmeverbot für Daten und Schutz der Behandlerdaten Der Patient kann vorab eines von drei Verfahren für Notfälle wählen: Ein Call-Center darf auf alle Daten zugreifen, nur auf einen definierten Datensatz oder auf keine Daten. Der Patient muss über erfolgte Datenzugriffe schriftlich informiert werden. • Für die wissenschaftliche Auswertung werden nur nicht repersonalisierbare Daten weitergegeben. [...]

Bei der Praxisdokumentation bzw. der elektronischen Krankenakte handelt es sich um EDV-gestützte Krankenakten58 innerhalb von Institutionen (z.B. innerhalb einer Arztpraxis, innerhalb eines Krankenhauses bzw. als Bestandteil eines Krankenhausinformationssystems). Die Akten enthalten die medizinischen und auch administrativen Informationen über die Patienten. Der Arzt entscheidet, welche Informationen gespeichert werden, da es sich um die gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Dokumentation handelt. Die Patienten haben keine Datenhoheit, sondern nur ein Auskunftsrecht. Der primäre Zweck der herkömmlichen Patientendokumentationen (papiergebunden oder ganz oder in Teilen elektronisch verwaltet) ist nicht der patientengelenkte Informationsaustausch zwischen Leistungserbringern (und dem Patienten selber), sondern die – gesetzlich vorgeschriebene – Dokumentation als Grundlage für die Behandlung des eigenen Patienten.59 Die arztgeführte Patientendokumentation ist – sofern sie nur auf einem EDVSystem verfügbar ist - auch keine Telematikanwendung i.e.S., da der Telekommunikationsbezug bzw. –schwerpunkt fehlt. [...]

Diese Einteilung der unter dem Oberbegriff „Elektronische Patientenakte“ subsumierten Aktenarten spiegelt in der aufgezeigten Reihenfolge gleichzeitig eine Entwicklung von der lokal innerhalb einer Einrichtung verfügbaren Patientenakte über organisationsübergreifende Lösungen bis hin zu patientenorientierten Ansätzen wieder. Bevor ich die einzelnen Formen der elektronischen Patientenakte genauer vorstelle, gehe ich – in Ergänzung zu den allgemeinen Zielformulierungen am Anfang der Arbeit - auf die konkreten Ziele ein, die mit der Einführung elektronischer Speicherung patientenbezogener Daten verfolgt werden. Einige Ziele lassen sich nur oder besser im Rahmen einrichtungsübergreifender Lösungen realisieren. In meiner Arbeit werde ich deshalb den Schwerpunkt auf die vEPA und die Online-Gesundheitsakten legen, da hier durch die einrichtungsübergreifende Verfügbarkeit von Daten die höchsten Qualitäts- und Rationalisierungseffekte erzielt werden können. [...]

Arbeit zitieren:
Balthasar, Dirk August 2003: Integration von Versicherten-Daten in telematische Strukturen des Gesundheitssystems, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gesundheitstelematik, Telematik im Gesundheitswesen, Elektronisches Rezept, Elektronische Patientenakte, Elektronische Gesundheitskarte

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren