Wettbewerbsanalyse der Linienfluggesellschaften und Low-Cost-Carrier in der europäischen Luftfahrt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Janak
- Abgabedatum: September 2002
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 589,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Worms Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7273-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7273-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7273-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Janak, Nicole September 2002: Wettbewerbsanalyse der Linienfluggesellschaften und Low-Cost-Carrier in der europäischen Luftfahrt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Luftverkehr, Wettbewerb, Airline, Wettberbsstrategien
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Diplomarbeit von Nicole Janak
Einleitung:
In den letzten Jahren hat der europäische Luftverkehrsmarkt signifikante Veränderungen erfahren, die hauptsächlich auf die Liberalisierung des Luftverkehrs zurückgeführt werden können. Seit 1993 besteht für die Luftfahrt in der EU ein Binnenmarkt. Die staatlichen nationalen Fluggesellschaften verloren ihre Monopolstellungen und es entstand ein weitgehend freier Markt, der durch einen zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet ist. Nicht nur die traditionellen Airlines stehen heute untereinander im Wettbewerb, vielmehr treten ständig neue Fluggesellschaften auf den Markt. Große Aufmerksamkeit ziehen dabei vor allem die sogenannten Low-Cost-Carrier auf sich, die mit völlig neuen Konzepten und extrem niedrigen Flugpreisen um Kunden werben und damit teilweise große Erfolge erzielen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die Geschäftssysteme der etablierten Airlines und der neuen Anbieter konkurrieren und welche Auswirkungen sich daraus ergeben. Die derzeitige Wettbewerbssituation und ihre mögliche Veränderung sowie die Strategien, die die einzelnen Fluggesellschaften verfolgen, um ihre Wettbewerbspositionen zu verteidigen oder auszubauen, sind dabei von besonderem Interesse und werden in der vorliegenden Arbeit eingehend analysiert.
Da die Liberalisierung des europäischen Luftverkehrsmarktes als wesentliche Voraussetzung für den Markteintritt der Low-Cost-Carrier gesehen werden kann, wird in dieser Arbeit zunächst auf die Entwicklung des Luftverkehrs in den letzten Jahrzehnten eingegangen. Um eine detaillierte Analyse des Wettbewerbs zwischen den Linienfluggesellschaften und den Low-Cost-Carriern vornehmen zu können, werden daran anschließend die Konzepte, Arbeitsweisen und finanziellen Erfolge beider Geschäftssysteme gegenübergestellt. Dies verschafft einen ersten Einblick in die jeweilige Schwerpunktbildung. Im Anschluß daran erfolgt eine detaillierte Untersuchung der aktuellen Wettbewerbssituation und -dynamik sowie der Wachstumsaussichten beider Unternehmenstypen. Daran schließt sich eine Darstellung der Verhaltensalternativen und der speziellen Wettbewerbsstrategien an, die ein Unternehmen einsetzen kann, um im Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. In diesem Zusammenhang werden die Strategien, die von den Linienfluggesellschaften und den Low-Cost-Carriern gegenwärtig verfolgt werden, analysiert sowie Handlungsempfehlungen für die Zukunft gegeben. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und einer Schlußbetrachtung ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Entwicklung des Luftverkehrs in den letzten Jahrzehnten | 3 |
| 2.1 | Deregulierung des US-Flugmarktes | 3 |
| 2.2 | Liberalisierung des Luftverkehrs in der EU | 5 |
| 2.3 | Veränderungen in der europäischen Luftfahrt durch die Liberalisierung | 8 |
| 2.3.1 | Strukturwandel des europäischen Flugverkehrsmarktes | 8 |
| 2.3.2 | Veränderungen der Wettbewerbssituation der Fluggesellschaften | 10 |
| 2.3.3 | Bedeutung der Marktöffnung für den Konsumenten | 13 |
| 2.4 | Situation der europäischen Fluggesellschaften | 16 |
| 3. | Vergleich der Geschäftsmodelle der Linienfluggesellschaften und der Low-Cost-Carrier | 18 |
| 3.1 | Definition Low-Cost-Carrier | 18 |
| 3.2 | Entstehungsgeschichte der etablierten Fluggesellschaften und der Low-Cost-Carrier | 19 |
| 3.3 | Unternehmenskonzepte beider Geschäftssysteme | 21 |
| 3.4 | Vergleich der Arbeitsweise der etablierten Linienfluggesellschaften und der Low-Cost-Carrier | 24 |
| 3.4.1 | Leistungsangebot | 24 |
| 3.4.1.1 | Flugplan | 24 |
| 3.4.1.2 | Flughäfen | 26 |
| 3.4.1.3 | Flugzeugflotte | 28 |
| 3.4.1.4 | Personal | 31 |
| 3.4.1.5 | Preise und Konditionen | 33 |
| 3.4.1.6 | Passagier- und Flugabfertigung | 36 |
| 3.4.1.7 | Zusatzleistungen | 38 |
| 3.4.2 | Marketing | 40 |
| 3.4.2.1 | Vertrieb | 40 |
| 3.4.2.2 | Werbung | 43 |
| 3.4.2.3 | Zielgruppen | 44 |
| 3.4.3 | Finanzielle Ergebnisse | 47 |
| 3.4.3.1 | Kostenstruktur | 47 |
| 3.4.3.2 | Kennzahlen | 51 |
| 3.5 | Zusammenfassung der wesentlichen Unterschiede zwischen Linienfluggesellschaften und Low-Cost-Carriern | 55 |
| 4. | Analyse der Wettbewerbssituation in der europäischen Luftfahrt | 56 |
| 4.1 | Wettbewerbsstruktur des europäischen Luftverkehrsmarktes | 56 |
| 4.1.1 | Marktstellung der konkurrierenden Fluggesellschaften | 56 |
| 4.1.2 | Grad der Rivalität der Linienfluggesellschaften und derLow-Cost-Carrier | 60 |
| 4.1.3 | Potentielle Eintrittsbarrieren für neue Anbieter | 63 |
| 4.1.4 | Erfolgsfaktoren der etablierten Airlines und der Low-Cost-Carrier | 65 |
| 4.2 | Aktuelle Wettbewerbsdynamik | 66 |
| 4.3 | Wachstums- und Entwicklungspotential beider Geschäftssysteme | 68 |
| 5. | Wettbewerbsstrategien der Fluggesellschaften in liberalisierten Märkten | 71 |
| 5.1 | Theoretische Grundlagen | 71 |
| 5.1.1 | Mögliche Verhaltensstrategien konkurrierender Fluggesellschaften | 71 |
| 5.1.2 | Wettbewerbsstrategien zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen | 75 |
| 5.1.2.1 | Alternative Wettbewerbsstrategien nach Porter | 78 |
| 5.1.2.1.1 | Umfassende Kostenführerschaft | 78 |
| 5.1.2.1.2 | Differenzierung | 80 |
| 5.1.2.1.3 | Konzentration auf Schwerpunkte | 83 |
| 5.1.2.1.4 | Kombinierte Strategien | 85 |
| 5.1.2.2 | Möglichkeiten des Aufbaus und der Absicherung von Wettbewerbsvorteilen | 86 |
| 5.2 | Vergleich der Strategien der Low-Cost-Carrier und der etablierten Linienfluggesellschaften | 89 |
| 5.2.1 | Strategien der Low-Cost-Carrier | 89 |
| 5.2.1.1 | Gegenwärtige Verhaltens- und Wettbewerbsstrategien | 89 |
| 5.2.1.2 | Zukünftige Strategien der Low-Cost-Carrier | 90 |
| 5.2.2 | Strategien der Linienfluggesellschaften | 92 |
| 5.2.2.1 | Gegenwärtige Verhaltens- und Wettbewerbsstrategien | 92 |
| 5.2.2.2 | Aktuelle Reaktionen der Linienfluggesellschaften auf die Konkurrenz durch die Low-Cost-Carrier | 95 |
| 5.2.2.3 | Handlungsempfehlungen für zukünftige Strategien | 97 |
| 6. | Ausblick auf die potentielle zukünftige Entwicklung im europäischen Luftverkehrsmarkt | 103 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 107 |
| Quellenverzeichnis | 110 |
Weiterhin geben auch qualitative Kriterien, wie Markentreue, Bekanntheitsgrad oder Image, Aufschluß über die Marktstellung eines Unternehmens.164 Hierzu kann festgestellt werden, daß den Linienfluggesellschaften häufig ein etwas konservatives Image anhaftet. Aufgrund ihres längeren Bestehens und der Tatsache, daß sie ehemals die einzigen Anbieter waren, verfügen sie jedoch über einen hohen Bekanntheitsgrad. Zudem sind die Kunden der etablierten Airlines treuer, was nicht zuletzt auch auf die Vielfliegerprogramme, aber auch auf die Sicherheit und den Service, der mit einer bestimmten Marke verbunden wird, zurückgeführt werden kann. Den Low-Cost-Carriern werden dagegen Attribute wie Innovationsfreudigkeit, Modernität und Risikobereitschaft zugerechnet. Da sie erst seit einigen Jahren oder Monaten auf dem Markt sind, sind sie bei den Kunden teilweise noch wenig bekannt. Zudem sind die Kunden der Low-CostCarrier wenig markentreu. Bei ihnen steht der Preis im Vordergrund der Kaufentscheidung. Bietet eine andere Fluggesellschaft die Reise zu einem niedrigeren Preis an, wird der Kunden dort buchen. Insgesamt kann konstatiert werden, daß die Linienfluggesellschaften zumindest aktuell über die dominierendere und festere Marktstellung verfügen, während die Low-Cost-Carrier zur Zeit eher noch als Nischenanbieter betrachtet werden. Allerdings können sie teilweise große finanzielle Erfolge und hohe Zuwachsraten aufweisen. Zudem versuchen sie zunehmend, ihre Marktanteile zu erhöhen und greifen häufig die Marktführer auf den jeweiligen Strecken an. [...]
Für den deutschen Markt sprechen Statistiken von einem durchschnittlichen Anteil der No-Frills-Airlines von weniger als 3%,159 für Großbritannien von etwa 20%.160 Daß der Marktanteil stark von der jeweiligen Strecke und dem dort vorhandenen Wettbewerb abhängig ist, zeigen die folgenden Zahlen: Auf der Strecke Berlin - London/Stansted erzielte Buzz im Jahr 2001 einen Marktanteil von rund 33%. Auf der Strecke Frankfurt/Main - London/Stansted konnte ein Marktanteil von 39% erreicht werden.161 Trotz dieser unterschiedlichen Angaben über die Marktanteile der Low-Cost-Carrier kann festgestellt werden, daß sie bisher noch eine untergeordnete Rolle in der europäischen Luftfahrt spielen. Neben der Angebotsstruktur und dem Marktanteil bestimmen jedoch noch weitere Determinanten die Marktstellung der Anbieter. Dazu zählt auch die Frage, welche Unternehmen erfolgreich und welche weniger erfolgreich agieren.162 Hier ist festzustellen, daß vor allem die Low-Cost-Carrier überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Weiterhin zählen zu den Kriterien die Markteintrittsbarrieren (siehe Kapitel 4.1.3), die den Marktzutritt für manche Anbieter erschweren und daher die Stellung der etablierten Airlines festigen. Ein weiteres Kriterium ist die Nachfragestruktur. Hier kann festgestellt werden, daß die Nachfrage der Linienfluggesellschaften durch die Geschäftsreisenden dominiert wird, durch die aufgrund der höheren Ausgabebereitschaft ein größerer Umsatz erzielt werden kann. Die Nachfrage der Low-Cost-Carrier besteht in erster Linie aus preissensiblen Reisenden, mit denen weniger Umsatz generiert werden kann.163 [...]
Mittelfeld umfaßt die Fluggesellschaften KLM, Alitalia, Iberia, Swissair und SAS. Die Airlines der dritten Gruppe sind um mindestens die Hälfte kleiner als das Mittelfeld.154 Die großen und einige der mittleren Anbieter verfügen über dominierende Marktstellungen, die sie durch Kooperationen und Beteiligungen weiter ausbauen. Die Situation der kleinen und mittleren Fluggesellschaften ist dagegen deutlich schwieriger, wie die kürzlichen Konkurse von Sabena und Swissair zeigen. Die Zahl der Low-Cost-Carrier ist in Europa noch relativ klein. Seit einigen Jahren treten jedoch vermehrt neue Anbieter auf den Markt. Auch der Marktanteil ist ein wichtiges Indiz für die Marktbeherrschung. Er gibt die Verteilung des Marktvolumens an, d.h. die Summe der realisierten Absatzund Umsatzzahlen.155 Die Angaben über die Marktanteile der Low-Cost-Carrier schwanken jedoch. Gemessen in Passagierzahlen werden für den europäischen Markt Anteile von 3%156 bis 10% angegeben.157 Die Association of European Airlines (AEA) gibt für den europäischen Gesamtmarkt für das Jahr 2000 die folgenden Marktanteile der verschiedenen Geschäftsmodelle an. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472733
Arbeit zitieren:
Janak, Nicole September 2002: Wettbewerbsanalyse der Linienfluggesellschaften und Low-Cost-Carrier in der europäischen Luftfahrt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Tourismus, Luftverkehr, Wettbewerb, Airline, Wettberbsstrategien




