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Anorexia nervosa

Erscheinungsformen und Ursachen unter besonderer Berücksichtigung unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten

Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bettina Emetz
  • Abgabedatum: August 1996
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 7,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0650-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0650-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0650-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Emetz, Bettina August 1996: Anorexia nervosa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Behandlungsmöglichkeiten, Diagnose, Epidemilogie, Familienstruktur, Pathogenese

Diplomarbeit von Bettina Emetz

Einleitung:

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Frauen, die an Anorexia nervosa erkranken, stark zugenommen.

Seit dieser Zeit steigt auch die Zahl der Veröffentlichungen zum Thema Magersucht rapide an: Diese reichen von Zeitschriftenartikeln, Erfahrungsberichten über wissenschaftliche Untersuchungen bis hin zu populären Ratgebern. Obwohl einige wichtige Erkenntnisse getroffen wurden, bleiben viele Fragen bezüglich der Entstehung und Therapie von Magersucht offen.

Betrachtet man die vielen Untersuchungen, die sich mit der Anorexia nervosa beschäftigen, erscheint es erstaunlich, dass es bis heute noch keine einheitlichen Kriterien für „geheilte Magersuchtpatienten“ gibt. Es werden immer wieder unterschiedliche Kriterien aufgeführt. Diese reichen von der alleinigen Wiederherstellung des körperlichen Zustandes bis zu kognitiven Prozessen und darauf aufbauenden Alternativen für das anorektische Verhalten.

Aufgrund dieser Unstimmigkeiten ist es auch schwierig, eine kritische Bewertung der unterschiedlichen Therapieverfahren vorzunehmen, da jede Therapieform unterschiedliche Therapieziele anstrebt.

Daher wird versucht, in dieser Arbeit einen Überblick über das Krankheitsbild der Anorexia nervosa zu geben, ihre möglichen Ätiologiemodelle darzustellen, die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und diese abschließend kritisch zu bewerten.

Gang der Untersuchung:

Um die Gesamtproblematik der Anorexia nervosa zu verdeutlichen, beschäftigt sich der erste Teil der Arbeit mit den Grundlagen der Magersucht.

Hier wird versucht, einen geschichtlichen Überblick zu geben, die Symptomatik der Anorexia nervosa zu verdeutlichen, ihre Abgrenzung zu anderen Essstörungen aufzuzeigen und die soziokulturelle Verbreitung darzustellen.

Der darauf folgende Teil befasst sich mit der Familie und deren Auffälligkeiten. Da einzelne Aspekte der Familienauffälligkeiten auch als mögliche Gründe für die Entstehung der Krankheit in Betracht gezogen werden, kann es zu Überschneidugen mit dem vierten Kapitel, den Ätiologiemodellen, kommen.

Zu den Ätiologiemodellen ist zu sagen, dass die aufgeführten Kriterien nur Hypothesen darstellen, da noch keine Gesicherten Angaben bezüglich der Entstehungskriterien vorliegen. Aus diesem Grund gibt es auch noch kein allgemeingültiges Behandlungskonzept der Anorexia nervosa. Dementsprechend erhebt die Auswahl der in der Arbeit vorgestellten Therapiemöglichkeiten keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da ständig neue Behandlungsmöglichkeiten „entwickelt“ werden.

Die verschiedenen Therapieformen in ein allgemeingültiges Darstellungsschema zu bringen, erwies sich als unmöglich. Die Zuordnungen der einzelnen Therapien in verschiedene Kategorien soll daher als Orientierungshilfe verstanden werden. Besonderen Wert wird in dieser Arbeit auf die familientherapeutischen Konzepte gelegt, die im Gegensatz zu früher eine immer größere Verbreitung finden.

Neben den „klassischen Therapiemethoden“ gibt es eine ständig wachsende Zahl von neuen Behandlungsmethoden, die in der Regel auf einer Kombination bereits bestehender Verfahren basieren. Diese mehrdimensionalen Behandlungsansätze werden in Kap. 9 an zwei Beispielen näher erläutert.

Die abschließende Diskussion beschäftigt sich mit der Problematik, wie effektiv die einzelnen Therapiemöglichkeiten auf die Behandlung einer Anorexia nervosa wirken. Dazu ist zu sagen, dass sich die Bewertung aufgrund der fehlenden Definition für „geheilte Magersuchtpatienten“ als fast nicht durchführbar erwies und daher nur auf den wenigen gesicherten Fakten basiert. Die Schwierigkeit einer Beurteilung liegt desweiteren in den unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen der einzelnen Patienten.

Allgemein ist zu dieser Arbeit zu sagen, dass sie sich überwiegend auf weibliche Patienten bezieht, da der überwiegende Teil der Anorektiker weiblichen Geschlechts ist. Der Bezug auf männlichen Patienten wird in der Arbeit explizit hervorgehoben.

Während der Arbeit werden neben der Bezeichnung „magersüchtige Mädchen“ ausschließlich die Bezeichnungen „Patienten“ bzw. „Patient“ gewählt. Diese beziehen sich aber auch wieder nur auf weiblichen Patienten. Eine Ausnahme stellen die Vorstellungen der therapeutischen Methoden dar. Diese Einführungen beziehen sich auf Therapiemethoden, die allgemeine Anwendung finden und nicht ausschließlich zur Behandlung der Magersucht entwickelt wurden.

Auch in dieser Arbeit werden die Bezeichnungen „Magersucht“ und „Pubertätsmagersucht“ synonym zur Anorexia nervosa verwendet.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
2. THEORETISCHER TEIL 6
2.1 Begriffsklärung 6
2.2 Geschichtlicher Hintergrund 8
2.3 Diagnose 10
2.3.1 Differentialdiagnose der Anorexia nervosa 13
2.3.2 Die Subgruppendiskussion innerhalb der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa 15
2.3.3 Exkurs Bulimia nervosa 17
2.4 Symptomatologie 20
2.4.1 Allgemeine Symptome 21
2.4.2 Klinische Symptome 23
2.5 Prognose 26
2.5.1 Einschätzungen der therapeutischen Effekte in bezug auf das spätere Essverhalten 26
2.5.2 Angaben zu den allgemeinen Heilungschancen 27
2.5.3 Todesrate bei Magersucht 27
2.6 Epidemiologische Aspekte 28
2.6.1 Häufigkeitsentwicklung 28
2.6.2 Soziokulturelle Verbreitung 29
2.6.3 Erkrankungsalter 29
2.6.4 Geschlechterverteilung 30
2.7 Abschließende Bemerkung 32
3. DIE FAMILIE 33
3.1 Familienstruktur 33
3.2 Familienkonstellation 34
3.3 Ernährungsverhalten 35
3.4 Familienmitglieder 36
3.4.1 Mütter 36
3.4.2 Väter 37
3.4.3 Geschwister 38
3.4.4 Das magersüchtige Mädchen 39
4. ZUR PATHOGENESE 42
4.1 Biologische Faktoren 43
4.1.1 Genetischer Zugang 43
4.1.2 Endokrinologischer Zugang 44
4.1.3 Neurologischer Zugang 46
4.1.4 Abschließende Bemerkung 46
4.2 Psychodynamischer Zugang 48
4.2.1 Gestörte Mutter-Kind-Beziehung 48
4.2.2 Sexuelle Ängste 49
4.2.3 Sexueller Mißbrauch 49
4.2.4 Gestörte Autonomieentwicklung 50
4.3 Gesellschaftliche Faktoren 51
4.3.1 Feministischer Zugang 52
4.3.2 Kritik an den feministischen Ansätzen 53
4.4 Familientheoretische Zugänge 54
4.4.1 Struktureller Ansatz von Minuchin 54
4.4.2 Der strategische Ansatz von Selvini-Palazzoli 55
4.4.3 Der familiendynamische Ansatz von Weber und Stierlin 57
4.4.4 Kritische Anmerkungen zu den familientheoretischen Ansätzen 59
4.5 Abschließende Bemerkung zur Pathogenese 59
5. BEHANDLUNG 61
5.1 Anmerkungen zum Forschungsstand 61
5.2 Behandlungsumfeld 62
5.2.1 Beginn der Behandlung 62
5.2.2 Das Problem der Therapiemotivaton 63
5.2.3 Alter der Patienten bei Therapiebeginn 64
5.2.4 Dauer der Behandlung 64
5.2.5 Therapeutische Möglichkeiten 65
6. INDIVIDUALTHERAPEUTISCHE ANSÄTZE 66
6.1 Die somatische Behandlung der Magersucht 66
6.2 Verhaltenstherapie 66
6.2.1 Verhaltenstherapeutische Verfahren zur Behandlung der Magersucht 67
6.2.1.1 Operante Verfahren 67
6.2.1.2 Systematische Desensibilisierung 69
6.2.1.3 Modellernen 69
6.2.1.4 Therapievertrag 70
6.2.1.5 Verhaltenstherapeutisch orientierte Familientherapie 70
6.3 Tiefenpsychologie 71
6.3.1 Psychoanalyse 71
6.3.2 Individualpsychologie 71
6.3.3 Analytische Psychotherapie 75
7. WEITERE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER MAGERSUCHT 77
7.1 Gestalttherapie 77
7.2 Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie 78
7.3 Gruppentherapie 79
7.4 Körperorientierte Verfahren 80
7.5 Feministische Therapieansätze 82
7.6 Selbsthilfegruppen 82
8. FAMILIENTHERAPEUTISCHE ANSÄTZE 84
8.1.1 Geschichte der Familientherapie 84
8.1.2 Familientherapie zur Behandlung der Magersucht 85
8.2 Strategische Familientherapie nach Selvini-Palazzoli 86
8.3 Familientherapie nach Satir 87
8.4 Strukturelle Familientherapie nach Minuchin 90
8.5 Familientherapeutische Modelle nach Weber & Stierlin 92
8.5.1 Heilung durch Begegnung 92
8.5.2 Heilung durch Systemveränderung 93
9. MEHRDIMENSIONALE BEHANDLUNGSPROGRAMME 95
9.1 Das therapeutische Konzept von Gerlinghoff & Backmund 95
9.1.1 Motivationsphase 95
9.1.2 Tagklinische Phase 96
9.1.2.1 Essensprogramm 97
9.1.2.2 Gesprächspsychotherapie 97
9.1.2.3 Körperwahrnehmungstherapie 98
9.1.2.4 Entspannungstraining 98
9.1.2.5 Gestalttherapie 98
9.1.3 Ambulante Phase 98
9.1.3.1 Familiengruppentherapie 99
9.1.3.2 Geschwistergruppe 99
9.2 Das integrative Therapiemodell nach Brinkmann u. a. 99
9.2.1 Das Vorgespräch 100
9.2.2 Medizinische Untersuchungen 100
9.2.3 Das Eß- und Gewichtsprogramm 100
9.2.4 Die Familientherapie 100
9.2.5 Körpertherapie 101
9.2.6 Gruppentherapie 101
10. ABSCHLIEßENDE DISKUSSION DER UNTERSCHIEDLICHEN THERAPEUTISCHEN VERFAHREN 102
11. LITERATURVERZEICHNIS 110

Arbeit zitieren:
Emetz, Bettina August 1996: Anorexia nervosa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Behandlungsmöglichkeiten, Diagnose, Epidemilogie, Familienstruktur, Pathogenese

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