Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Yvonne Röhl
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 137 Seiten
- Dateigröße: 845,0 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Neubrandenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6428-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6428-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6428-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Röhl, Yvonne November 2002: Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualitätsmanagement, Netzwerk Kinderbetreuung, Europäische Kommission, Bildungspolitik, Familiensoziologie
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Diplomarbeit von Yvonne Röhl
Problemstellung:
Im Rahmen der Diplomarbeit sollen Grundlagen vermittelt werden, die das Verständnis für Qualität in Kindertageseinrichtungen fördern. Die gegenwärtige Situation wird betrachtet aus europäischer Sicht und auch die bildungspolitischen Probleme werden geschildert. Ein Überblick über derzeit diskutierte Qualitätskonzepte ergänzt die gesamte Arbeit.
Dem 10. Kinder- und Jugendbericht kann man entnehmen, dass in keinem anderen Dienstleistungsbereich derart große Qualitätsunterschiede wahrgenommen werden, wie im Bereich der Kindertageseinrichtungen. Solche Qualitätsunterschiede liegen zum Beispiel in der pädagogischen Arbeit aufgrund der Vielfalt der praktizierten Konzepte, in der Qualifizierung der Fachkräfte und der Unterstützung durch Fachberatung und Fortbildung. Genauso kann man von Kommune zu Kommune Unterschiede hinsichtlich des quantitativen Platzangebotes feststellen, z. B. Ganztagsplätze mit Mittagessen oder Krippenplätze sowie Hortplätze.
Auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen, wie gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungen, wie auch der Kosten- und Konkurrenzdruck etablieren sich in den Kindertageseinrichtungen immer öfter Qualitätsmanagementsysteme. Die Bildungsdiskussion in Verbindung mit der Qualitätsdiskussion macht darauf aufmerksam, dass der Kindergarten bedeutungsvoll für die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft geworden ist. Eine Überprüfung der Institution Kindergarten ist also von großer Wichtigkeit, denn Fehlentwicklungen könnten fatale Folgen für die Kinder, Eltern, die Gesellschaft und die Profession der Erzieherinnen haben.
In der Praxis kann man davon ausgehen, dass die Qualitätsdiskussion die breite Ebene der Kitalandschaft noch nicht erfasst hat.
Die Diskussion um Qualität findet derzeit auf verschiedenen Ebenen statt, worauf ich in der folgenden Arbeit noch näher eingehen werde. Eine wichtige und noch unzureichend geklärte Ebene ist die politische Ebene, welche in meiner Arbeit verstärkt Beachtung findet.
Die Arbeit ermöglicht einen Überblick über Qualitätsdefinitionen, Qualitätsarten, Qualitätsstandards, Qualitätsdimensionen sowie über wesentliche Ansätze der Qualitätspolitik.
Sehr umfassend werden die rechtlichen, familiensoziologischen, finanzwirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen (auch im europäischen Kontext) erläutert.
Die derzeit im Kitabereich diskutierten Qualitätsmanagementverfahren bzw. Verfahren zur Qualitätsentwicklung werden dargestellt, analysiert und bewertet.
Eine Zusammenfassung und die Schlussfolgerung hinsichtlich der Probleme und Perspektiven in der Praxis stellt das Ende der Arbeit dar.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungen | IV | |
| Abbildungen | V | |
| Tabellen | V | |
| Definitionen | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Qualitätsmanagement in der Theorie | 4 |
| 2.1 | Qualität | 4 |
| 2.2 | Qualitätsarten | 5 |
| 2.2.1 | Prozessqualität | 6 |
| 2.2.2 | Strukturqualität | 7 |
| 2.2.3 | Ergebnisqualität | 7 |
| 2.3 | Qualitätsdimensionen | 9 |
| 2.3.1 | Nach Herbert Vogt | 9 |
| 2.3.2 | Nach Bobzien/Stark/Straus | 10 |
| 2.3.3 | Nach KGSt | 12 |
| 2.3.4 | Nach Erath/Amberger | 13 |
| 2.4 | Qualitätsebenen | 13 |
| 2.5 | Interessengruppen | 15 |
| 2.6 | Qualitätsstandards | 16 |
| 2.7 | Phasen und Ablauf der Entwicklung von Qualitätsmanagement | 18 |
| 3. | Rahmenbedingungen | 24 |
| 3.1 | Gesetzliche Grundlagen | 24 |
| 3.2 | Gesellschaftliche Veränderung | 26 |
| 3.2.1 | Wandel der Familien | 26 |
| 3.2.2 | Finanzlage der Kommunen | 32 |
| 3.3 | Die politischen Rahmenbedingungen im Vergleich zu den Zielen der Europäischen Kommission | 36 |
| 3.3.1 | Ziele in Bezug auf den politischen Rahmen | 37 |
| 3.3.2 | Finanzielle Ziele in Verbindung mit dem politischen Rahmen | 41 |
| 3.3.3 | Ziele hinsichtlich Umfang und Arten von Einrichtungen | 42 |
| 3.3.4 | Bildungsziele | 46 |
| 3.3.5 | Ziele bezüglich des Personalschlüssels | 54 |
| 3.3.6 | Ziele für Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung des Personals | 56 |
| 3.3.7 | Ziele hinsichtlich Umgebung und Gesundheit | 59 |
| 3.3.8 | Ziele in Bezug auf Eltern und Gemeinwesen | 61 |
| 3.3.9 | Ziele hinsichtlich der Ausführung | 62 |
| 4. | Qualitätsmanagementkonzepte | 64 |
| 4.1 | Kronberger Kreis | 64 |
| 4.2 | Kindergarten-Einschätzskala | 66 |
| 4.3 | DIN EN ISO 9000 ff. | 72 |
| 4.4 | Total Quality Management (TQM) | 79 |
| 4.5 | IQUE Integrierte Qualitäts- und Personalentwicklung | 86 |
| 4.7 | Benchmarking | 105 |
| 5. | Schlusswort | 107 |
| 5.1 | Zusammenfassung | 107 |
| 5.2 | Perspektiven | 109 |
| Anhang | 111 | |
| Quellenverzeichnis | 127 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 132 |
Bei Anwendung des Konzeptes des „Kronberger Kreis“ soll Qualitätsentwicklung auf Grundlage von einem durch intrinsische Motivation, Freiwilligkeit und Eigeninitiative geführten Dialog erzielt werden. Die Gruppe des Kronberger Kreises ist aus dem Hessischen Projekt Ring „Orte für Kinder“ hervorgegangen.74 Mittels teilweiser Unterstützung und Beratung wird der Prozess in den Kindertageseinrichtungen fachlich begleitet. Von Vertretern des Kronberger Kreises werden den Einrichtungen Indikatoren angeboten, mit deren Hilfe die Selbstreflexion und Weiterentwicklung eigenständig unter ständiger Beteiligung der Erzieher/innen und der Leitung initiiert wird. Zeitweise sollen auch die Öffentlichkeit, die Eltern, sonstige Mitarbeiter und der Träger mit einbezogen werden. Durch den gemeinsamen Dialog mit allen wird betont, dass die Entwicklung von Qualität ein gemeinsames Vorhaben ist. Alle beobachten alle, und somit wird die Praxis in allen Aspekten untersucht und erforscht. Evaluation wird zur Selbstevaluation und Veränderungen können schon während des Entwicklungsprozesses angesprochen und vorgenommen werden. Das System des Kronberger Kreis basiert auf dem Situationsansatz und der deutschen Reformgeschichte im Kindergarten und Tagesstättenbereich. Es handelt sich nicht um ein festgelegtes, instrumentelles Verfahren und die Erziehung wird auch nicht als eine Technik verstanden. Der Kronberger Kreis versteht die Erziehung eher als eine Erfindung, als eine beabsichtigte oder unabsichtliche, planvolle bzw. zufällige Gestaltung, als Routine, als ein Experiment oder als einen Rückgriff auf Erfahrungen und Innovationen. Die Richtigkeit der Erziehung lässt sich nach diesem Verständnis nur über Reflexion und Dialog herausfinden und entscheiden. Die Praxis soll nach diesem Ansatz von allen Beteiligten durch Nach- [...]
63 Instrument, nein auch die Fachkräfte haben mehr Überblick über die Kosten und eventuell Ideen, wo man einsparen könnte ebenso wie einen Anreiz zum sparen. Eine andere unverzichtbare Forderung ist die regelmäßige Bewertung der bestehenden Curricula, der Qualität der bestehenden Erziehungsziele und der pädagogischen Arbeit. Aber auch die Entwicklung des einzelnen Kindes muss bewertet werden, was in Zusammenarbeit mit den Eltern geschehen kann. Als geeignet erscheint hier das Evaluationsverfahren, ob nun Selbst- und Teamevaluation oder Fremdevaluation, wobei die Ansichten der Eltern und des Gemeinwesens ein zentraler Bestandteil der Bewertung sein sollten. In einem Jahresbericht oder mit anderen Mitteln sollten die Einrichtungen öffentlich darlegen, wie sie ihre Ziele erreichen und wie sie ihr Budget verwenden. Deutschland In Deutschland wird Transparenz seit der Verwaltungsreform im Zuge der neuen Steuerung überall gefordert. Für Kindertageseinrichtungen schreiben es zumindest die Landesausführungsgesetze noch nicht vor, aber die Einrichtungen, welche mit der Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems beschäftigt sind oder dieses bereits eingeführt haben, sollten Transparenz als ein Qualitätsmerkmal betrachten und dementsprechend handeln. Mit der Evaluation steht es genauso. Sie ist in keinem Ausführungsgesetz vorgeschrieben, aber alle modernen Einrichtungen, die an der Qualitätsverbesserung interessiert sind, sollten die Evaluation als ein Instrument der Kontrolle und Weiterentwicklung sehen und es nutzen. Im Rahmen von Weiterbildungsangeboten wird den Fachkräften Evaluationsverfahren kennen zu lernen und selbst durchzuführen. [...]
62 gementsystemen in Kindertageseinrichtungen gehören das Aufdecken von Ressourcen und deren vorteilhafte Nutzung zu den standardisierten Aufgaben der Einrichtung. Unter ihnen wird auch die Kooperation mit der Gemeinde zu finden sein. Aus der Praxis kann ich sagen, dass viele Einrichtungen bereits um die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bemüht sind. Man findet die Kleinen in Begleitung ihrer Gruppenerzieherin häufig als Sängergruppen auf traditionellen festen, auch machen sie Besichtigungstouren. Was fehlt ist die Öffnung der Kindertageseinrichtung für die Gemeinde. Die Nutzung der Räumlichkeiten am Abend oder an Wochenenden für andere Zwecke, z. B. Kindergeburtstage, Seniorentreffen, Spielnachmittage mit den unterschiedlichen Generationen oder Lesungen u. s. w. Nur selten genug, dürfen die Außenspielflächen von anderen Kindern der Gemeinde genutzt werden, wie beispielsweise von älteren. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist in allen Ländern vorgeschrieben, was sich auch im KJHG wieder findet. Auch wird ihnen das Mitspracherecht in allen ihre Kinder betreffenden Angelegenheiten zugestanden. Was ich aber vermisse, ist hier die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit, solange es pädagogische Prozesse nicht behindert. In Deutschland macht es den Anschein, dass Eltern nur herangeholt werden, wenn es darum geht, zu renovieren, den Spielplatz neu zu gestalten. Also, wenn es um körperliche Ertüchtigung geht. In Modellprojekten wurde der Versuch unternommen, die Eltern auch während der Betreuungszeit einzubeziehen. Es kann noch weiter geführt werden, den Eltern kann die Einrichtung als Treffpunkt mit einer Kaffeeecke dienen, wo man sich austauschen und gegenseitig beraten kann. Man nennt dieses dann Netzwerk für Kinder oder Haus der Familie. Ich denke, so wird die Zukunft der Kinderbetreuung aussehen, wenn sich die Einrichtungen um eine Profilierung bemühen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464288
Arbeit zitieren:
Röhl, Yvonne November 2002: Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Qualitätsmanagement, Netzwerk Kinderbetreuung, Europäische Kommission, Bildungspolitik, Familiensoziologie




