Systemisches Customer Relationship Management in den neuen Medien
Innovative Kundenbindungsprogramme
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Fuhrmann
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 105 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6342-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6342-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6342-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fuhrmann, Oliver November 2002: Systemisches Customer Relationship Management in den neuen Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CRM, Systemtheorie, eCRM, Mass Customisation, Kundenbindung
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Diplomarbeit von Oliver Fuhrmann
Einleitung:
In Zeiten von gesättigten Märkten, der wirtschaftlichen Globalisierung und zunehmender Wettbewerbsintensität wird es für Unternehmen immer schwieriger sich über ihre Produkte auf dem Markt zu behaupten. Wie kann man den Kunden zufriedenstellen und somit langfristig an ein Unternehmen binden und welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt eine Kundenbindung für das Unternehmen? Dies sind Fragen die bis heute nicht an Aktualität verloren haben.
Die Entwicklung von Kundenbindungsstrategien gipfelt heute in der Unternehmensphilosophie des „Customer Relationship Management“ (CRM) und deren Internet-basierten Variante „Electronic Customer Relationship Management“ (eCRM). CRM und eCRM gehören zu den zurzeit meistdiskutierten Schlagworten der aktuellen Marketingpraxis.
Customer Relationship Management umfasst dabei die gesamte Interaktion eines Unternehmens mit bestehenden und zukünftigen Kunden während des gesamten Kaufentscheidungsprozesses und Besitzzyklus. Dabei herrschen noch signifikante Meinungsverschiedenheiten darüber, welcher Nutzen aus einer langfristigen Kundenbindung für die Unternehmen resultiert und wie diese zu realisieren ist. Eine streng ökonomisch ausgerichtete Perspektive auf eine dauerhafte Kunden-Lieferanten-Beziehung lässt viele Fragen bezüglich des Kunden als sozialem Wesen unbeantwortet.
Diese Arbeit analysiert Customer Relationship Management aus systemtheoretischer Sicht. Die Systemtheorie, als wohl zurzeit einzige Supertheorie, bietet sich als Plattform an, da sie es vermag, Systemphänomene unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen miteinander zu verbinden.
Anhand des systemischen Zugangs zu der Beziehung zwischen Kunde und Lieferant wird geklärt, welche Möglichkeiten und welche Probleme sich ergeben, einen Kunden durch CRM dauerhaft an ein Unternehmen zu binden. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien, wie das Internet, spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie eröffnen dem Unternehmen neue Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Kunden und versetzen das Unternehmen durch innovative Kundenbindungsprogramme in die Lage, mehr über den Kunden zu erfahren.
Gang der Untersuchung:
In der Arbeit wird zunächst kurz auf das breite Meinungsspektrum zu Kundenorientierung und Kundennähe eingegangen. Danach wird die Notwendigkeit einer umfassenden Sichtweise auf die Kunden-Lieferanten-Beziehung (KL- Beziehung) festgestellt und diese in einen systemtheoretisch-konstruktivistischen Zusammenhang eingeordnet. Dabei wird zwischen verschiedenen Welten des Systems unterschieden: Die Innenwelt, die fokale Außenwelt und die unverständliche Außenwelt. Die Betrachtung der Innenwelt des Systems befasst sich näher mit der Problematik der Boundary Role Persons hinsichtlich der Beziehung zwischen Kunde und Lieferant.
Die Systemelemente Kunde und Lieferant werden im dritten Kapitel unter den Faktoren Kundenzufriedenheit und Kundenbindung diskutiert. Es wird dabei auf die Einflüsse näher eingegangen, die die Kundenbindung maßgeblich beeinflussen. Anschließend wird untersucht, wie sich diese Einflüsse auf die Welten des Systems Kunden-Lieferanten-Beziehung auswirken.
Die in Kapitel drei festgestellten Einflussmöglichkeiten des Anbieters zur Erlangung und Aufrechterhaltung einer dauerhaften Kundenbeziehung werden im vierten Kapitel in ihrer Realisierung durch die Managementphilosophie Customer Relationship Management erörtert. Dabei werden die Gründe für die Entwicklung des CRM genannt, CRM wird definiert, und seine Ziele werden erläutert. Anschließend werden der Aufbau eines CRM-geführten Unternehmens und eine Lösung der Boundary-Role-Person-Problematik durch die systemtheoretische Dimension des CRM dargestellt.
Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit eCRM, der online-basierten Variante des CRM. Es werden weitere Möglichkeiten zur Kundenbindung durch die elektronische Variante des CRM genannt und anhand eines Vergleichs ihrer gemeinsamen Merkmale eine symbiotische Beziehung zwischen beiden festgestellt. Die anschließende systemtheoretische Betrachtung des eCRM beschäftigt sich mit der Lösung des Datenauthentizitätsproblems, welches im vierten Kapitel durch CRM festgestellt wurde.
Innovative Kundenbindungsprogramme, die durch eCRM erst ermöglicht werden, sind Gegenstand des sechsten Kapitels. Dabei wird der Fokus auf die beiden Kundenbindungsstrategien Mass Customization und die Etablierung einer virtuellen Community gelegt, da diese eine besonders hohe Intensität der Faktoren Individualisierung, Interaktion und Integration als Kundenbindungs-merkmale aufweisen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 1.1 | Aufbau der Arbeit | 6 |
| 2. | Die Kunden-Lieferanten-Beziehung aus systemtheoretischer Perspektive | 8 |
| 2.1 | Kundenorientierung und Kundennähe | 8 |
| 2.2 | Dauerhafte Kunden-Lieferanten-Beziehungen und deren Einordnung in die Systemtheorie | 11 |
| 2.2.1 | Die Komponenten des Systems KL-Beziehung | 14 |
| 2.2.2 | Die KL-Beziehung und ihre Fähigkeit zur Selbsterzeugung, Selbsterhaltung, Selbstveränderung und Selbstreferenzialität | 15 |
| 2.2.3 | Die Welten des Systems KL-Beziehung | 17 |
| 2.2.3.1 | Die Innenwelt | 17 |
| 2.2.3.2 | Die fokale Außenwelt | 20 |
| 2.2.3.3 | Die unverständliche Außenwelt | 21 |
| 2.3 | Der Nutzen einer systemisch-konstruktivistischen Betrachtung der KL-Beziehung | 22 |
| 3. | Kundenzufriedenheit und Kundenbindung | 23 |
| 3.1 | Der Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung | 23 |
| 3.1.1 | Produktinvolvement | 27 |
| 3.1.1.1 | Die Theorie der kognitiven Dissonanz | 27 |
| 3.1.1.2 | Die Lerntheorie | 28 |
| 3.1.1.3 | Die Risikotheorie | 29 |
| 3.1.1.4 | Zusammenfassung der Anwendbarkeit der Verhaltenstheorien auf das Produktinvolvement | 30 |
| 3.1.2 | Wettbewerbsumfeld | 30 |
| 3.1.3 | Produkteigenschaften | 31 |
| 3.1.4 | Eigenschaften des Käufers | 33 |
| 3.1.5 | Anbieteraktivitäten | 34 |
| 3.2 | Die systemtheoretische Dimension des Zusammenhangs zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung | 35 |
| 3.2.1 | Die Innenwelt | 37 |
| 3.2.2 | Die fokale Außenwelt | 37 |
| 3.2.3 | Die unverständliche Außenwelt | 38 |
| 3.2.4 | Fazit der systemtheoretischen Betrachtung | 38 |
| 4. | Customer Relationship Management (CRM) | 39 |
| 4.1 | Gründe für CRM | 39 |
| 4.1.1 | Die Marktsituation | 41 |
| 4.1.2 | Das Konsumentenverhalten | 42 |
| 4.1.3 | Die Kommunikationstechnologien | 43 |
| 4.2 | Definition des CRM | 44 |
| 4.3 | Ziele des CRM | 46 |
| 4.3.1 | Sicherheit | 47 |
| 4.3.2 | Wachstum | 48 |
| 4.3.3 | Rentabilität | 48 |
| 4.4 | Aufbau des CRM | 49 |
| 4.4.1 | Operatives CRM | 52 |
| 4.4.2 | Analytisches CRM | 55 |
| 4.4.3 | Kommunikatives CRM | 55 |
| 4.4.3.1 | Mobile Datenkommunikation | 56 |
| 4.4.3.2 | Internet | 57 |
| 4.5 | Die systemtheoretische Dimension des CRM | 58 |
| 5. | Electronic Customer Relationship Management (eCRM) | 65 |
| 5.1 | Definition des eCRM | 66 |
| 5.2 | Potenziale des CRM für die neuen Medien | 68 |
| 5.2.1 | Individualisierung durch CRM | 68 |
| 5.2.2 | Interaktion zwischen Unternehmen und Kunde durch CRM | 69 |
| 5.2.3 | Integration des Kunden durch CRM | 69 |
| 5.3 | Die Symbiose von CRM und eCRM | 70 |
| 5.3.1 | Individualisierung durch eCRM | 70 |
| 5.3.2 | Interaktion durch eCRM | 74 |
| 5.3.3 | Integration durch eCRM | 76 |
| 5.4 | Die systemtheoretische Dimension des eCRM | 78 |
| 5.4.1 | Lösung des Datenauthentizitätsproblems durch eCRM | 78 |
| 6. | Innovative Kundenbindungsprogramme durch eCRM | 80 |
| 6.1 | Mass Customization | 80 |
| 6.1.1 | Information als Basis von Mass Customization | 82 |
| 6.1.2 | Fallbeispiel: Immobilienscout24 | 83 |
| 6.1.2.1 | Die Präsentation des Unternehmens | 84 |
| 6.1.2.2 | Die Konfiguration der gewünschten Wohnung | 86 |
| 6.1.2.3 | Die Kommunikation zwischen Kunde und Anbieter | 89 |
| 6.1.2.4 | Der Dialog mit dem Kunden in der Nachkaufphase | 89 |
| 6.2 | Virtuelle Gemeinschaften | 90 |
| 6.2.1 | Begriff und Abgrenzung | 91 |
| 6.2.1.1 | Spezifische Interessenschwerpunkte | 92 |
| 6.2.1.2 | Integration von Inhalt und Kommunikation | 92 |
| 6.2.1.3 | Die Verwendung von durch die Mitglieder bereitgestellten Informationen | 92 |
| 6.2.1.4 | Der Zugang zu konkurrierenden Anbietern | 93 |
| 6.2.1.5 | Die kommerzielle Orientierung | 93 |
| 6.2.2 | Kundenbindung durch virtuelle Gemeinschaften | 94 |
| 7. | Fazit | 97 |
| Literaturverzeichnis | 99 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 107 |
4.4.2 Analytisches CRM Die Aufgabe des analytischen CRM, unternehmensphilosophisch auch als „Customer Database Management“ (CDBM) bezeichnet, ist es, alle Kundenkontakte und Kundenreaktionen aufzuzeichnen und sie in das Customer Data Warehouse zu überführen. Darunter versteht man ein Kundendatenbanksystem, in dem „alle zur Gestaltung der Geschäftsprozesse des Unternehmens […] erforderlichen Daten unter einer einheitlichen, zentralen Schnittstelle aus den operativen Informationssystemen […] und aus unternehmensexternen Quellen (z.B. Marktforschungsinstitute […]) zusammengeführt werden“ (Wilde 2001: 6). Diese Überführung geschieht durch Instrumente wie dem Online Analytical Processing (OLAP)54 und dem Data Mining55. Somit kann CRM auch als lernendes System verstanden werden, „in dem Kundenreaktionen systematisch genutzt werden, um die Abstimmung von Kundenkommunikation, Produkten und Dienstleistungen auf fein differenzierte Kundenbedürfnisse kontinuierlich zu verbessern“ (Hippner/Wilde 2002: 15). Beispiele für analytisches CRM sind die Klassifizierung von Kunden anhand des Response auf Marketingaktionen, die Bewertung von Kunden aufgrund der Kaufhistorie und die Steuerung der Internetpräsenz auf der Basis von Nutzungsdaten. Das analytische CRM nimmt durch die BRP-Funktionen im systemtheoretischen Zusammenhang einen wichtigen Stellenwert ein. Diese Thematik wird in Kapitel 4.5 besprochen. [...]
Aus der informationstechnischen Sichtweise des CRM ergeben sich drei zentrale Aufgabenbereiche, die in engen Austauschbeziehungen zueinander stehen. Diese sind abgeleitet aus folgenden Aufgabenstellungen: 1. Die Synchronisation und operative Unterstützung der zentralen Customer Touch Points47: Marketing, Vertrieb und Service. 2. Die Zusammenführung aller Kommunikationskanäle zwischen Kunde und Unternehmen. 3. Die für die oben genannten Punkte erforderliche Zusammenführung und Auswertung aller Kundeninformationen. Zieht man hier eine Parallele zu den im dritten Kapitel beschriebenen Faktoren der Kundenbindung, ergibt sich eine Einflussnahme des CRM auf die Anbieteraktivitäten und die Produkteigenschaften. Letztere zeigt sich insbesondere im Dienstleistungsgewerbe, wo der Kunde durch Beschwerde oder Anregung die Chance hat, sein Produkt zu individualisieren bzw. auszutauschen. Die Auswertung der Kundeninformationen im Zusammenhang mit Informationen über die Mitbewerber kann auch zu einer für das Unternehmen positiven Veränderung des Wettbewerbsumfeldes führen. Weiterhin kann durch die Zusammenführung aller Kommunikationskanäle das Produktinvolvement beim Kunden gestärkt werden und ihn so zu einer Art „inneren Verbundenheit“ mit dem Unternehmen führen. Man darf dabei jedoch nicht vergessen, dass sich all diese strategischen Zielsetzungen auf die zwei oben genannten Einflussfaktoren – Anbieteraktivitäten und Produkteigenschaften – konzentrieren. Die Anbieteraktivitäten haben sich dabei vom klassischen Marketing-Mix entfernt und sind zu einem individual-kommunikativen Element zwischen Kunde und Unternehmen geworden. Auch deshalb sollte das Unternehmen dem Kunden mit einem einheitlichen Gesicht begegnen. Die Kapitel 4.4.1ff. analysieren das operative, analytische und kommunikative CRM als zentrale Aufgabenbereiche eines CRM-Systems. Dabei wird im Besonderen auf das operative und kommunikative CRM eingegangen, da diese [...]
4.4 Aufbau des CRM CRM lässt sich sowohl hinsichtlich seiner unternehmensphilosophischen als auch hinsichtlich seiner informationstechnischen Dimension betrachten. Weil diese Sichtweisen in engem Zusammenhang miteinander stehen, ergäbe sich ein Ungleichgewicht der Komponenten des CRM, betrachtete man sie nur eindimensional. Das folgende Kapitel versucht beiden Seiten, der unternehmensphilosophischen wie der informationstechnischen, gerecht zu werden, indem es diese Dimensionen miteinander verbindet. Es sei jedoch vorausgeschickt, dass es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, CRM als integriertes Informationssystem detailliert zu beschreiben. Es umfasst eine hoch komplexe Materie und eine Vielzahl EDV-technischer Lösungen, die für diese Arbeit zusammengefasst werden. Zur genauen Erörterung der einzelnen technischen Funktionen und Abläufe sei hier auf Hippner/Wilde 2002 und Hippner/Küsters/Meyer/Wilde 2001 verwiesen. Die Ausgangssituation vieler Unternehmen stellt sich oft als eine Ansammlung von „Insellösungen“ der Bereiche Marketing, Vertrieb und Service dar. Die isolierte, unabhängig von den anderen Abteilungen vom jeweiligen Unternehmensbereich vorgenommene Datenverarbeitung verhindert eine umfassende - 49 - [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463427
Arbeit zitieren:
Fuhrmann, Oliver November 2002: Systemisches Customer Relationship Management in den neuen Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
CRM, Systemtheorie, eCRM, Mass Customisation, Kundenbindung




