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Interkulturelles Marketing

Kultur als zentrale Determinante des internationalen Marketing-Mix

Interkulturelles Marketing
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Doris Lindner

Problemstellung:

„Was die Wirtschaft angeht, so ist sie verflochten.“1 Dieser Ausspruch von Kurt Tucholsky ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Schlagwörter wie „Globalisierung“, „global village“ und „global marketing“ begegnen uns immer häufiger. In der Tat waren die letzten Jahrzehnte durch eine ausgesprochene Dynamik der Außenhandelsverflechtung sowie durch Veränderungen in der Weltpolitik geprägt. Da auf nationalen Märkten nur noch ein geringer Wachstum zu erwarten war, fokussierten die Unternehmen verschiedenster Branchen die Weltmärkte. Durch politische Veränderungen im ehemaligen Ostblock und auch durch die Schaffung von Wirtschaftsräumen und Freihandelszonen (z.B. europäischer Binnenmarkt) wurde die Basis für den Welthandel geschaffen. Die Verbraucherbedürfnisse, das Konsumentenverhalten und der Lifestyle haben sich durch die neuen Informations- und Kommunikationsmittel (z.B. Internet) angenähert und führten zu einer starken Homogenität der Produkte und Dienstleistungen auf den Weltmärkten. Die sog. „Einheitskonsumenten“ wurden mit globalen Marketingstrategien umworben. Auf Besonderheiten lokaler Märkte wurde nur widerwillig eingegangen, um so nicht Wettbewerbsvorteile zu verlieren. Doch der aus der „going international“-Tendenz resultierende Konkurrenzdruck zwang „...die Beteiligten zu einem stärkeren Bewusstsein um die Relevanz kultureller Einflüsse ...“. Global Player erkannten, dass viele verschiedene kulturelle Faktoren den Konsumenten beeinflussen und dass er diese in seiner Kaufentscheidung widerspiegelt. Durch diese Entwicklung hat das interkulturelle Marketing (IM) eine sehr entscheidende Rolle im zukünftigen Welthandel übernommen, denn die Welt ist nicht das globale Dorf, zu dem sie oft gemacht wird. Sie ist vielmehr ein Mosaik vieler Kulturen. Die Grundphilosophie des IM beinhaltet die Berücksichtigung der nationalen Unterschiede, aber genauso die Nutzung nationaler Gemeinsamkeiten. Das internationale Marketing bedingt somit das IM, da durch diese Art der Marktbearbeitung in fremde Kulturen eingedrungen wird.

Inhaltsverzeichnis:

ORIENTIERUNG
1. Problemstellung 1
2. Vorgehensweise und Zielsetzung 2
I. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. Globalisierung 5
1.1 Die Bedeutung der Internationalisierung 6
1.2 Internationale Marktbearbeitungsstrategien 9
2. Internationales Marketing 11
2.1 Die Individualität des internationalen Marketings 12
2.2 Globales Marketing - der einzig richtige Weg? 14
3. Der Begriff „Kultur“ 16
3.1 Kultur ist erlernbar 17
3.2 Kultur ist dynamisch 19
II. GLOBALES MARKETING
1. Der internationale Marketing-Mix 21
2. Standardisierungspotenziale und -problematik der Marketinginstrumente 22
2.1 Die internationale Produktpolitik 23
2.2 Die internationale Preispolitik 26
2.3 Die internationale Distributionspolitik 27
2.4 Die internationale Kommunikationspolitik 28
3. Rahmenbedingungen des internationalen Marketings 31
III. KULTUR
1. Kulturelle Erklärungsansätze 34
1.1 Das 5-Dimensionen-Modell von Hofstede 34
1.2 Kulturansatz nach Hall 39
2. Kulturelle Grundlagen 43
2.1 Kommunikation 44
2.1.1 Sprache 45
2.1.2 Nonverbaler Informationsaustausch 47
2.2 Weltanschauungen 48
2.2.1 Religion 48
2.2.2 Normen und Wertvorstellungen 52
2.2.3 Partikularismus versus Universalismus 53
2.3 Länderspezifische Kriterien 54
2.3.1 Demographische und gesellschaftliche Struktur 54
2.3.2 Subkulturen 55
2.3.3 Wissensstand und Bildungsniveau 57
2.3.4 Klimatische Bedingungen 58
2.4 Psychokulturelle Determinanten 59
2.4.1 Bedeutung von Farben, Zeichen und Symbolen 59
2.4.2 Ästhetische Wahrnehmung 61
2.4.3 Gewohnheiten 62
IV. INTERKULTURELLES MARKETING
1. Kultur und Marketing 63
1.1 Der Einfluss von Kulturen auf das Marketing 64
1.2 Der Einfluss des Marketings auf die Kulturen 65
2. Der Marketing-Mix aus kultureller Perspektive 67
2.1 Die interkulturelle Produktpolitik 69
2.1.1 Produktstandardisierung oder -differenzierung? 69
2.1.1.1 Culture-free und Culture-bound Produkte 71
2.1.1.2 Produkteigenschaften 73
2.1.2 Die Markenpolitik 77
2.1.2.1 Namensgebung 78
2.1.2.2 Markenstrategien 80
2.1.3 Die Attribute der Verpackung 83
2.1.3.1 Verpackungsdesign 84
2.1.3.2 Das Verkaufsargument „Made in...“ 85
2.2 Die interkulturelle Preispolitik 86
2.3 Die interkulturelle Distributionspolitik 88
2.4 Die interkulturelle Kommunikationspolitik 89
2.4.1 Globale Werbung: ja oder nein? 90
2.4.2 Die Elemente der Werbegestaltung 92
2.4.2.1 Inhaltliche Gestaltung 93
2.4.2.2 Formalgestaltung 98
2.4.3 Rechtliche Beschränkungen 101
2.4.4 Die Mediaselektion 103
2.4.4.1 Zielgruppenbestimmung 104
2.4.4.2 Medienlandschaft und -nutzungsverhalten 105
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 109
Anhang
Literaturverzeichnis
Erklärung

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Relevanz der Religionen für die westlichen Länder hat mit den Jahren nachgelassen, doch ein Großteil der Menschheit wird noch stark von ihr beeinflusst. Nachfolgend werden die fünf Wichtigsten kurz charakterisiert. Buddhismus !" Das religiöse Oberhaupt des Buddhismus ist der Dalai Lama. Der Buddhismus wendet sich an alle Menschen, um ihnen einen Weg aus Leid und Unvollkommenheit zu zeigen. Viele, aber nicht alle Buddhisten, glauben außerdem an die Lehre der Wiedergeburt. Mit dem Erreichen des Nirwana endet der Leidensweg des Menschen in einem Zustand der Glückseeligkeit. Die Erleuchtung soll durch Meditation, ethisches Verhalten und tiefe Einsicht erreicht werden. Dabei stellt die Lehre des Buddha den Menschen immer in seine eigene Verantwortung. Seine Lehre zeichnet sich außerdem durch Toleranz, Dialogbereitschaft, Dogmenfreiheit und Gewaltlosigkeit aus.1 Der Buddhismus ist mehr als nur eine Religion, er prägt die Art der Lebensweise. Er hat somit auch Auswirkungen auf den Konsum, da Besitztum auf dem Weg ins Nirwana als Hindernis angesehen wird.2 Der Buddhismus ist hauptsächlich in Asien verbreitet, doch in jüngster Zeit erfreut er sich einem regen Zustrom aus dem westlichen Kulturkreis. Weltweit hat der Buddhismus etwa 354 Millionen Anhänger, davon etwa 1,2 Mio. in Europa.3 Christentum !" Das Christentum ist heute mit 1,94 Mrd. Anhängern die größte Weltreligion. Heute leben schon über 50% der Christen in der Dritten Welt.4 In den Industrieländern verlieren die christlichen Großkirchen immer mehr an Bedeutung. Dadurch ist dort der Einfluss des christlichen Glaubens auf das Verhalten sehr gering. Dieser Religion wird, im Gegensatz zu den anderen, eine besonders wirtschaftliche Aktivität nachgesagt. Die Christen glauben, dass Gott ihr Leben entscheidend bestimmt und lenkt. Das Christentum glaubt an die Existenz des Jenseits und an ein Leben nach dem Tod. Als Belohnung für ein christliches Leben winkt den Gläubigen nach dem Tod ein Leben im Paradies. Das Erlangen dieses [...]

Die Sprache stellt eine der größten Barrieren für internationale Marketing-Entscheidungen dar.2 Problematisch ist die Sprachenvielfalt, da es teilweise sogar in einem einzelnen Land wie z.B. in der Schweiz, Belgien und Kanada mehrere offizielle Sprachen gibt. Aber auch in Ländern mit gleicher Sprache werden bestimmte Begriffe unterschiedlich aufgefasst oder aber es werden für denselben Sachverhalt unterschiedliche Begriffe verwendet. So fand z.B. Hofstede heraus, dass die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich größer sind als die Unterschiede zwischen Deutschland und Großbritannien.3 Ebenso sind z.B. die flämischen Belgier in ihren kulturellen Werten näher an den wallonischen Belgiern als an den Niederländern. Nicht umsonst gilt das geflügelte Wort, dass Großbritannien und Amerika durch eine gleiche Sprache getrennt sind. So heißt „Staubsaugen“ in Großbritannien „to hoover“ und in den USA „to vacuum“. [...]

Die Kommunikation ermöglicht das Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft. Die Voraussetzung für eine Kommunikation ist, dass ein Sender, eine Botschaft, ein Botschaftsträger und ein Empfänger vorhanden sind. Der Sender definiert ein Kommunikationsziel und setzt dies in eine sendbare Botschaft um. Die Gestaltung kann in Form von Bildern und/oder Sprache bzw. Ton geschehen. Über einen geeigneten Träger vermittelt er sie an einen Empfänger, der die Botschaft verarbeitet und reagiert. „Von interkultureller Interaktion und Kommunikation sprechen wir, wenn die Begegnungspartner verschiedenen Kulturen angehören und wenn sich die Partner der Tatsache bewusst sind, dass der jeweils andere „anders“ ist, wenn man sich also wechselseitig „fremd“ erlebt.“2 Das Besondere an dieser Kommunikation ist sicherlich die notwendige Auseinandersetzung mit der anderen Kultur, mit dem Anderssein und dem fremden Kontext des Kommunikationspartners. [...]

Arbeit zitieren:
Lindner, Doris April 2002: Interkulturelles Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Globalisierung, Standardisierung oder Differenzierung, Globales Marketing, kulturelle Erklärungsansätze, Internationales Marketing

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