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HIV/Aids in Südafrika

Wie Unternehmen davon betroffen sind und personalpolitisch darauf reagieren müssen

HIV/Aids in Südafrika
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Claus Arnhard
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6254-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6254-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6254-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Arnhard, Claus Oktober 2002: HIV/Aids in Südafrika, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: HR, Human Resources, Soziale Verantwortung, Kosten

Diplomarbeit von Claus Arnhard

Gang der Untersuchung:

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends stehen südafrikanische Unternehmen vor einer Katastrophe, die Ausmaße angenommen hat, wie sie seit der Pest im Mittelalter nicht mehr aufgetreten sind. Die Auswirkungen von HIV und AIDS werden in allen Bereichen von Südafrika zu spüren sein. Dem außenstehenden europäischen Betrachter wird ein möglichst umfassendes Bild der Situation in Südafrika dargelegt.

In der Einleitung wird kurz angeführt, welche Probleme durch HIV/AIDS in Südafrika entstehen werden. Ausführlich werden dagegen die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit erläutert. Anschließend wird detailliert ein Maßnahmenprogramm erklärt, das zwei verschiedene Ziele als Ausgangspunkt hat. Das eine Ziel ist ein sozialverträglicher Umgang mit HIV/AIDS in Hinsicht auf die infizierten Mitarbeiter. Das zweite soll den Schaden für das Unternehmen so gering wie möglich halten. In dem Kapitel „Soziale Verantwortung“ wird auf die Stellung der Unternehmen in der südafrikanischen Gesellschaft verwiesen. Es genügt jedoch nicht, nur die betriebswirtschaftliche Sicht zu betrachten, da HIV und AIDS auch die südafrikanische Volkswirtschaft betreffen. Zuletzt wird ein Ausblick in die Zukunft gegeben und anhand zweier Erfolgsbeispiele aufgezeigt, dass der Kampf gegen HIV/AIDS noch nicht verloren ist.

Da die Folgen der Krankheit erst seit etwa drei Jahrzehnten bekannt sind und noch nicht vollständig ausgewertet wurden, wurde bei der Recherche der Schwerpunkt auf möglichst aktuelle Daten gelegt. Bücher haben sich leider oft als veraltet erwiesen, da sich vor allem in dem Bereich der medizinischen Behandlung in den letzten zwei Jahren große Veränderungen ergaben und Zahlenangaben nicht mehr aktuell sind. Ferner hat sich bei der Lektüre herausgestellt, dass das HIV/AIDS-Problem zum Zeitpunkt der Publikation unterschätzt worden ist. Die meisten Publikationen wurden deshalb von Universitäten und Non Government Organisations (NGOs) wie den United Nations (UN) und der United States Agency for International Developement (USAID) veröffentlicht. Der Zugang erfolgte über die Universitätsbibliothek der University of Cape Town (UCT). Lokale Zeitungen, globale Konzerne, die besonders von AIDS betroffen sind sowie einige Informationsquellen aus dem Internet vervollständigten die Nachforschungen.

Inhaltsverzeichnis:

I. ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
II. TABELLENVERZEICHNIS V
III. ANHANGVERZEICHNIS V
IV. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
1. PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG 1
2. EINLEITUNG 3
2.1 HIV-ANSTECKUNG, HIV UND AIDS 3
2.2 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND VON HIV/AIDS 4
2.3 EINFLUSS DER KRANKHEIT IN SÜDAFRIKA 7
2.4 BEDROHUNG FÜR SÜDAFRIKA 9
3. BETRIEBLICHE AUSWIRKUNGEN VON HIV/AIDS 13
3.1 STEIGERUNG DER KOSTEN 14
3.1.1 VERLUST VON KNOW-HOW 15
3.1.2 KRANKENVERSICHERUNG 15
3.1.3 REKRUTIERUNGS-/EINARBEITUNGSKOSTEN 16
3.1.4 BEGRÄBNISKOSTEN 17
3.1.5 ABWESENHEIT 18
3.1.5.1 Begräbnis 18
3.1.5.2 Krankheit 20
3.2 SINKENDE MORAL 21
3.3 AKADEMIKERMANGEL 22
3.3.1 BERUFSTÄTIGE AKADEMIKER 23
3.3.2 ZUKÜNFTIGE AKADEMIKER 23
3.3.3 BRAIN DRAIN 24
3.4 NACHFRAGE SINKT 24
3.4.1 VERSCHIEBUNG DER ALTERSSTRUKTUR 25
3.4.2 GELDKNAPPHEIT FÜR GÜTERKAUF 25
3.4.3 PROFITEURE DER PANDEMIE 27
4. MASSNAHMENPROGRAMM 28
4.1 INVESTITION IN EIN HIV/AIDS-PROGRAMM 28
4.1.1 VERRINGERUNG DER NEUERKRANKUNGEN 30
4.1.1.1 HIV/AIDS-Aufklärung 31
4.1.1.2 HIV-Test 32
4.1.1.3 Individuelle Beratung 33
4.1.1.4 Verteilung von Kondomen 33
4.1.2 VERSORGUNG VON BEREITS ERKRANKTEN 34
4.1.2.1 Hintergrund 34
4.1.2.1.1 Soziale Gesichtspunkte 35
4.1.2.1.2 Kosten 36
4.1.2.2 Umsetzung 36
4.1.2.2.1 Finanzielle Absicherung der Mitarbeiter 37
4.1.2.2.2 Betriebliche Krankenstationen 37
4.1.2.2.3 Behandlung von erkrankten Mitarbeitern 38
4.2 KOSTENVERMEIDUNGSPROGRAMM 39
4.2.1 HIV-TEST VOR EINSTELLUNGEN 40
4.2.2 OUTSOURCING 41
4.2.3 REDUZIERUNG VON SOZIALLEISTUNGEN 42
4.2.4 WEITERE GRÜNDE 43
5. SOZIALE VERANTWORTUNG 44
5.1 RENTABILITÄT VOR SOZIALER VERANTWORTUNG 44
5.2 MORALISCHE BEDENKEN 45
5.3 UNTERSCHIED DES LEBENS DER MITARBEITER 46
5.4 EINBEZIEHUNG DER FAMILIEN UND KOMMUNEN 48
6. AUSWIRKUNGEN AUF DIE VOLKSWIRTSCHAFT 50
6.1 ARMUT 50
6.2 AUSWIRKUNGEN AUF KINDER 51
6.3 DIE INFRASTRUKTUR 52
6.4 RÜCKGANG DES WIRTSCHAFTSWACHSTUMS 54
6.4.1 SPARSUMME SINKT 54
6.4.2 INVESTITIONSBEREITSCHAFT SINKT 55
6.5 STEIGERUNG DER INFLATION 56
6.6 ARBEITSLOSIGKEIT 57
7. ERFOLGSBEISPIELE 58
7.1 DAS LESEDI-PROJEKT 58
7.2 ESKOM 59
8. AUSBLICK IN DIE ZUKUNFT 60
8.1 PREISSENKUNGEN VON MEDIKAMENTEN 60
8.2 EINSTELLUNG DER REGIERUNG ZU HIV/AIDS 62

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unternehmen enorm wichtig, um die Moral der Belegschaft aufrecht zu erhalten und einen reibungslosen Arbeitsablauf sicher zu stellen.71 Zwar kostet die Behandlung für einen infizierten Mitarbeiter etwa 40.000 Rand im Jahr, aber es gibt zwei Gründe, warum es einem Unternehmen wert sein sollte, seine Mitarbeiter zu schützen. 4.1.2.1.1. Soziale Gesichtspunkte Die Versorgung der Erkrankten und die Erhaltung der Arbeitskraft als Hauptziele dienen nicht nur dem Nutzen des Unternehmens, sondern auch in großem Maße dem Wohl des Arbeitnehmers und seiner Familie. Unternehmen berichten, dass Angestellte, die bereits schwer von AIDS gekennzeichnet sind, solange wie möglich arbeiten, oft sogar bis zum letztmöglichen Tag, da die eigene Arbeitsleistung als letztes Aufbäumen gegen den nahenden Tod gilt.72 Der Respekt vor ethischen Grundsätzen und menschlicher Würde gilt vor Erkrankten genauso wie vor Gesunden. Der Gleichheitsgrundsatz des Menschen ohne Beachtung von Rasse, Geschlecht, Alter, Religion, Einkommen und Bildung sollte bei der zur Verfügungstellung von medizinischer Hilfe im Vordergrund stehen.73 Scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Beruf aus, steht oft die ganze Familie vor dem finanziellen Ruin und die Krankheit ist noch schwerer zu bewältigen. Die Auswirkungen auf die Haushalte seien hier nicht näher erläutert, finden sie doch mehr Aufmerksamkeit im Kapitel „Auswirkungen auf die Volkswirtschaft“. [...]

In dieser Arbeit wurden die sozio-kulturellen Unterschiede in Südafrika zwischen der weißen und schwarzen Bevölkerung bereits angesprochen, ohne näher erklärt worden zu sein. Bei dem Thema Kondom wird dieser Unterschied deutlich. Ohne auf die Ablehnung von Kondomen aus religiösen oder anderen Gründen einzugehen, sei angemerkt, dass in einer Studie in der Provinz Gauteng festgestellt wurde, dass schwarze Jugendliche Kondome vor allem deswegen ablehnen, weil sie aus weißem Latex hergestellt sind.70 Die Betonung liegt hierbei auf der Farbe. Weiß ist die Hautfarbe der Bevölkerung, die die schwarzen Afrikaner während der Apartheid lange Zeit unterdrückt hat. Dieses Beispiel verdeutlicht nur zu gut, mit welchen Problemen Südafrika acht Jahre nach den ersten demokratischen Wahlen zu kämpfen hat. Diesen Problemen stehen auch die Unterenehmen hilflos gegenüber. 4.1.2. Versorgung von bereits Erkrankten Zu viele Menschen sind in Südafrika bereits an HIV erkrankt oder durch AIDS gestorben, als dass noch Zeit verschwendet werden kann und darf. Für die verstorbenen Südafrikaner kommt die Implementierung eines HIV/AIDSAufklärungsprogramms jedoch schon zu spät. Damit aber den Infizierten und den Erkrankten, bei denen AIDS bereits ausgebrochen ist, noch geholfen werden kann, sollte die finanzielle Versorgung und die medizinische Betreuung im Vordergrund stehen. 4.1.2.1.Hintergrund Nach wie vor gibt es Unternehmen, die der Meinung sind, dass die gesundheitlichen Probleme der Arbeitnehmer keine Angelegenheit der Firma sind. Damit legen sie jedoch eine veraltete Einstellung an den Tag, die eher an die industrielle Revolution in England erinnert als an das moderne Südafrika des 21. Jahrhunderts. Die Gesundheit der Belegschaft ist für jedes [...]

4.1.1.3. Individuelle Beratung Unternehmen können ihren Angestellten kostenlose und freiwillige Beratung anbieten. Dieser Service für besorgte Mitarbeiter und ihre Familien sollte Bestandteil eines jeden HIV/AIDS-Programms sein. Die Beratung ist nicht nur für das physische und psychische Wohlergehen wichtig, sondern sie erhöht auch die Wahrscheinlichkeit eines kontinuierlichen Gesinnungswandels, der hilft, die Übertragung des HI-Virus einzudämmen.67 Es empfiehlt sich, Berater mit einem medizinischen Hintergrund auszuwählen. Strengste Vertraulichkeit muss gewährleistet werden, um den Erfolg einer HIV/AIDS-Beratung zu garantieren. 4.1.1.4. Verteilung von Kondomen Die vermutlich gebräuchlichste Maßnahme, die gegen die Verbreitung von HIV/AIDS ergriffen wird, ist die Verteilung von Kondomen.68 Dies stellt nur einen minimalen Aufwand für das Unternehmen dar. Kosten und organisatorischer Aufwand bleiben gering, da Präservative kostenlos von Hilfsorganisationen oder vom Gesundheitsministerium bezogen werden können. Die Verteilung erfolgt an Orten, die für jeden leicht und anonym zugänglich sind wie Toiletten oder Duschen. Die Distribution stieg von sechs Millionen Kondome im Jahre 1994 auf 198 Millionen fünf Jahre später.69 Aber auch außerhalb der Unternehmen werden Kondome vermehrt kostenlos angeboten. In Schulen, Universitäten, Grenzübergängen zu Nachbarländern, Bars und Clubs; überall stehen Behälter, aus denen sie entnommen werden können. [...]

Arbeit zitieren:
Arnhard, Claus Oktober 2002: HIV/Aids in Südafrika, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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