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Die Entwicklung der Musikindustrie und die Rolle der Medien

Ein historischer Überblick und der Versuch einer aktuellen Bestandsaufnahme

Die Entwicklung der Musikindustrie und die Rolle der Medien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Unger
  • Abgabedatum: Oktober 2001
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität Hildesheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6033-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6033-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6033-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Unger, Christian Oktober 2001: Die Entwicklung der Musikindustrie und die Rolle der Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Urheberrecht, Internet, Musikkultur, Musikverwertung, Musikwirtschaft

Diplomarbeit von Christian Unger

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluß neuer Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie. Angefangen bei der Schallplatte (bzw. dem Zylinder), zeigt sie welche Konsequenzen sich durch neue technische Entwicklungen für die Verwertung und den Verkauf von Musik ergaben und ergeben. Über die gesamte Entwicklung im zwanzigsten Jahrhundert, Radio, Fernsehen, Kassette, CD zeigt sich die Wamdlungsfähigkeit der Musikindustrie und deren Randbereiche.

Der Zweite Teil der Arbeit geht auf die aktuelle Situation bei der Vermarktung von Musik ein. Es werden die Probleme der Musikindustrie gezeigt und mit den aktuellen Entwicklungen in Zusammenhang gebracht. Außerdem wird versuch parallelen in der Geschichte der Musikindustrie aufzuzeigen.

Zu guter Letzt gibt es eine Literaturliste zu weiterführender Literartur für eigehendere Recherchen.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 2
1. Rechtliche Voraussetzungen und Aufgaben der Musikindustrie 3
1.1 Das Verlagswesen 4
1.2 Die Entstehung des Urheberrechts und der Verwertungsgesellschaften 8
1.3 Funktion und Aufgaben der Musikindustrie 13
2. Der Einfluß neuer Medien auf die Entwicklung der Musikindustrie 16
2.1 Die Erfindung des Tonträgers und die Folgen 17
2.1.1 Die Schallplatte 19
2.1.2 Bandmedien 22
2.1.3 Die Compact Disc 24
2.1.4 Sonstige Tonträgermedien 28
2.2 Radio und Fernsehen 28
2.2.1 Das Radio 29
2.2.2 Das Fernsehen 32
2.3 Computer und interaktive Medien 36
2.4 Sonstige musikvermittelnde Medien 38
2.5 Von der analogen zur digitalen Technik 40
2.6 Entwicklung der Musikindustrie - eine Zusammenfassung 41
3. Versuch einer Bestandsaufnahme der Situation der aktuellen Musikindustrie 47
3.1 Heutige Musikkultur 48
3.1.1 Wirtschaftsfaktor Musikindustrie 50
3.1.2 Der Musikkonsument 53
3.2 Verwertung 57
3.3 Aktuelle Probleme der Musikindustrie 60
3.4 Die Position des Künstlers aus der Sicht des Wirtschaftenden 65
4. Ein Blick in die Zukunft 68
4.1 Das Internet als Vertriebsweg 69
4.2 Musik im Internet 71
4.3 Das Internet als Chance für den Künstler 74
5. Abschließende Bemerkung 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Wandel von der analogen zur digitalen Technik hat sich parallel zu der Entwicklung der Medien vollzogen und kann nicht ganz von diesen abgekoppelt werden. Dieser Wandel hat jedoch einige Auswirkungen, die, unabhängig von den verwendeten Medien, von Bedeutung sind. Darum halte ich es für angebracht, diese Auswirkungen noch einmal für sich genommen zu betrachten. Ein Effekt der Digitalisierung von Daten ist die Loslösung von einem bestimmten Medium. Während im analogen Stadium jegliche Information in jeweils spezieller Weise für den vorgesehenen Träger konvertiert werden muß, sind digitale Daten theoretisch zu fast allen Datenträgern kompatibel. Selbst die Schallplatte, die sich noch im akustisch-mechanischen Stadium befindet, ist theoretisch in der Lage, digitale Daten zu speichern. In der Praxis eignet sie sich nicht dafür, weil die Speicherkapazität, die an digitale Daten hohe Anforderungen stellt, sehr gering ist. Andersherum unterscheidet ein digitales Speicher- oder Übertragungsmedium nicht mehr zwischen der Art der Daten. Bilder, Filme, Schrift oder Klanginformationen können beliebig gemischt und auf jedes digitale Medium übertragen werden. So eignet sich eine CD genauso zum Speichern der Urlaubsbilder wie zum Speichern eines Buches (oder mehrerer, immerhin passen auf eine CD bis zu 270.000 Seiten). Dieser Effekt gibt den Entwicklern und Designern von Tonträgern die größtmögliche Freiheit bei der Entwicklung neuer Tonträger, was zu einer Vielzahl neuer Tonträgertechniken Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre geführt hat.53 Eine weitere Folge der Digitalisierung war das Aufkommen digitaler Musikinstrumente. Vor allem im Bereich der Synthesizer war die Umstellung auf digitale Technik ein Quantensprung. Während analoge Synthesizer entweder monophon waren, oder bei Mehrstimmigkeit durch Probleme der verwendeten analogen Bauteile klangliche Einschränkungen hatten, sind digitale Synthesizer in ihrer [...]

USA und in Großbritannien schon sehr viel früher solche Publikationen eine Rolle spielten. Ein Beispiel hierfür ist die in den USA verlegte Fachzeitschrift „Billboard“ , deren Bedeutung weit über den Markt des Landes hinaus reicht. In Deutschland ist „Der Musikmarkt“ das führende Fachblatt für Tonträger. Anhand der geringen Auflage von 10.000 Exemplaren kann man erkennen, daß er allenfalls in Fachkreisen von größerer Bedeutung ist. Anders ist dies bei den Publikumszeitschriften. Allein die „Bravo“ erreicht eine wöchentliche Auflage von fast 1,5 Mio. Exemplaren. Daneben gibt es Zeitschriften für Musiker (Keyboards, Gitarre & Bass, Soundcheck, Keys), für HiFi-Enthusiasten (Audio, Stereo, Stereoplay) und diverse Zeitschriften, die sich an die Hörer bestimmter Musikstile richten (Musikexpress/Sounds, Metal Hammer, Visions, Break Out, Zillo). Dazu kommen eine ganze Reihe kostenloser Fanzines, allen voran das „Intro“ mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren. Insgesamt gibt es mehrere hundert kostenloser Fanzines in Deutschland, die teilweise eine große regionale Bedeutung errungen haben.52 Wie aber vermittelt die Presse Musik? Genaugenommen tut sie das nur selten durch den Abdruck von Noten, was immerhin zumindest bei den Zeitschriften für Musiker üblich ist. Eine besondere Rolle spielt die Musikpresse im Bereich der Promotion für Musik. Neben Radio und Fernsehen übernimmt sie die Aufgabe, die Konsumenten über Trends, Neuerscheinungen und Konzertdaten zu informieren und zum Kauf bestimmter Produkte anzuregen. Besonders in den siebziger Jahren war dieser Effekt groß. In den achtziger Jahren hat die Bedeutung dieser Funktion abgenommen und büßt bis heute ein. Trotzdem sollte sie vor allem im Zusammenspiel mit anderen Promotionsmedien nicht vernachlässigt werden. Wichtig ist allerdings auch die Tatsache, daß die meisten Musikfachzeitschriften von der Musikindustrie abhängig sind. Ohne die Einnahmen aus den Werbeanzeigen der Musikindustrie könnten die meisten Zeitschriften nicht überleben. So ist es verständlich, daß die meisten Musikzeitschriften nicht allzu kritisch sind, um sich nicht den Ärger ihrer Anzeigenkunden zuzuziehen. Neben der Presse gibt es noch einige andere Medien, durch welche Musik vermittelt wird, die jedoch nicht direkt dafür konzipiert wurden. Dazu gehören Wecker, Autos und andere technische Geräte, die akustische Signale immer häufiger als Melodie ausgeben. Besonders hervorzuheben sind in diesem Bereich das Telefon und das Handy. Während beim Telefon oftmals in Firmen, aber auch in privaten Telefonanlagen, Musik als Warteschleife eingespielt werden kann, etablieren sich beim Handy Anbieter, bei denen man populäre Melodien (auch und vor allem urheberrechtlich geschütztes [...]

„Multimediamaschine“, der in der Lage war, theoretisch jedes andere elektronische Gerät im Haushalt zu ersetzen. Erst ab diesem Zeitpunkt dürfen wir vom Computer als einem Medium sprechen, das Dinge leistet, die mit anderen Medien vergleichbar sind, nämlich das Verarbeiten (Aufnehmen, Speichern und Reproduzieren) analoger, optischer und akustischer Informationen.50 Hier wurde nun auch der Computer zu einem wirklich ernsthaften Problem der Musikindustrie, denn kombiniert mit einem weltweiten Netzwerk wie dem Internet und entsprechender Software wurde die private Vervielfältigung und Weitergabe von Musik unkontrollierbar. Erwähnt sei hier als Beispiel für eine der bekanntesten Plattformen im Internet „Napster“, auf der sich Millionen von Nutzern treffen, um kostenlos Musikdateien mit urheberrechtlich geschütztem Material zu tauschen, ohne daß die Musikindustrie daran beteiligt wäre. Mit dem Einstieg des Bertelsmann Konzerns bei Napster zeichnet sich eine Entwicklung ab, die diese Problematik ändern könnte, doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. In einem späteren Kapitel werde ich näher auf dieses Problem eingehen. Doch auch auf der Produktionsseite sorgte der Computer für einige Veränderungen. Zum einen verbessert und verbilligt er die Möglichkeiten, professionell Musik zu produzieren. Zum anderen ermöglicht er es aber auch dem privaten Anwender, qualitativ hochwertige Musik51 selbst zu produzieren. Als Hilfsmittel und Werkzeug vereinfacht er auch das Komponieren und Arrangieren von Musik, so daß es konsequenterweise zu einem unüberschaubaren Mehrangebot an Musik kommt. Denn man sollte nicht vergessen, daß die meisten Künstler, die Musik machen, dies mit dem Gedanken daran tun, ihre Musik einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Auch diese Chance wird durch den Computer und das Internet geschaffen. Diese Möglichkeit führte Anfang der neunziger Jahre zu einem Boom an elektronischer Musik, der bis heute anhält. Dies hat vor allem auch Auswirkungen auf die Interpreten, die zumindest im Tonstudio teilweise durch Computer ersetzt werden können. Auf der Bühne hingegen sind sie immer noch der wichtigste Bestandteil. [...]

Arbeit zitieren:
Unger, Christian Oktober 2001: Die Entwicklung der Musikindustrie und die Rolle der Medien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Urheberrecht, Internet, Musikkultur, Musikverwertung, Musikwirtschaft

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