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Finanzierungsaspekte bei geschlossenen Immobilienfonds

Finanzierungsaspekte bei geschlossenen Immobilienfonds
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karl Sagmeister
  • Abgabedatum: Mai 1997
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 2,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0602-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0602-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0602-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sagmeister, Karl Mai 1997: Finanzierungsaspekte bei geschlossenen Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anteilsfinanzierung, Finanzierung, Fondsidee, Immobilien, Steuer- und Gesellschaftsrecht

Diplomarbeit von Karl Sagmeister

Einleitung:

Die Anlage in geschlossene Immobilienfonds gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine der Ursachen dafür ist die steigende Nachfrage nach sachwertgeschützten Kapitalanlagen aus Gründen der Zukunftssicherung. So belebt beispielsweise die Diskussion über die Unsicherheit der Renten das Streben nach einer langfristig sicheren Anlageform. Insbesondere jungen Leuten wird geraten, sich nicht nur auf staatliche Garantien zu verlassen, sondern bei der Vorsorge für das Alter auf eigene Initiative zu setzen. Ein über längere Zeit laufendes sowie im Wert wachsendes Anlagegut wird daher gesucht, um den Lebensabend ohne finanzielle Sorgen verbringen zu können. Diesem Verlangen kann nach Aussage verschiedener Wirtschaftspublikationen mit der Zeichnung eines Fondsanteils hervorragend begegnet werden. Zugleich wird jedoch an diesen Stellen dringend auf die Prüfung wichtiger Kriterien hingewiesen.

Nicht nur der Gedanke, das Vermögen an eine wertbeständige Immobilie zu koppeln, beschert den geschlossenen Immobilienfonds diesen enormen Aufwind. Vielfach ist in erster Linie der auferlegte Zwang, die Steuerbelastung zu senken, das Hauptmotiv für den Anleger. Der Zeitschrift Impulse zufolge bietet eine Fondsbeteiligung hierzu meist ideale Voraussetzungen. Speziell die vom 1. Januar 1991 bis 31. Dezember 1996 in den neuen Ländern vorhandene Möglichkeit der Sonderabschreibung von 50 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Jahr der Anschaffung oder Herstellung verursachte einen regelrechten Boom auf dem ostdeutschen Immobilienmarkt, weil nur dort diese Steuererleichterung gegeben war.

Obwohl der Kauf einer Direktimmobilie, darunter versteht man beispielsweise den unmittelbaren Erwerb einer Eigentumswohnung oder Ladeneinheit, prinzipiell die gleichen Chancen hinsichtlich Zukunftssicherung sowie steuerorientierter Anlage bietet, entschließen sich viele Investoren für den Fonds. Dies liegt daran, daß die Zeichnung eines Fondsanteils in der Regel zu Immobilien Zugang verschafft, den der einzelne Anleger für sich alleine nicht hätte.

Die Anlage in geschlossene Immobilienfonds ist also längst nicht mehr als exotisch zu betrachten bzw. gehört bereits zu den gängigen langfristigen Kapitalanlagen. Initiatoren erkennen diesen Markt und treten deshalb zunehmend darin auf. Die jeweiligen Projekte sind in der Regel größeren Umfangs und deshalb von Fondsgründung bis zur endgültigen Abwicklung mit extremen Kapitalbewegungen verbunden. Mit anderen Worten begleiten Finanzierungsaspekte den geschlossenen Immobilienfonds während seines ganzen Bestehens. Eine Tatsache, die für die Fondsgesellschaft, die finanzierenden Banken und die Fondszeichner von großer Bedeutung ist, denn sie treten gegenseitig als Partner auf und sind mit laufenden Finanzströmen verbunden.

Gang der Untersuchung Die nachfolgenden Ausführungen sollen deshalb Finanzierungsaspekte sowohl im Hinblick auf die Initiatoren und Fremdkapitalgeber als auch hinsichtlich der Zeichner von geschlossenen Immobilienfonds auf den Prüfstand stellen. Zur Orientierung werden zunächst Grundlagen zur Fondskonzeption und dem dazugehörigen Umfeld erläutert. In diesem Zusammenhang wird den rechtlichen Aspekten, insbesondere den steuer- und gesellschaftsrechtlichen Merkmalen, der angemessene Platz eingeräumt. Im Kapitel drei dieser Abhandlung gilt die Untersuchung den Finanzierungsgesichtspunkten bei geschlossenen Immobilienfonds, worin generelle Finanzierungsaspekte ihre Dokumentation finden. Im Anschluß daran wird der Schwerpunkt in Abschnitt vier auf die Fondsfinanzierung im Rahmen der Fremdkapitalaufnahme durch Banken gelegt. Darin ist die Kreditfinanzierung und ihre besonderen Einflüsse bestimmend. Darauf aufbauend befaßt sich die weitere Analyse der hier behandelten Thematik in Ziffer fünf mit der Finanzierung einzelner Fondsanteile aus Sicht der Anleger.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 6
Abkürzungsverzeichnis 7
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung 8
2. Grundlagen 10
2.1 Entwicklung und Grundidee der Fonds 10
2.2 Definition der Fondsvarianten 12
2.2.1 Der geschlossene Immobilienfonds 12
2.2.2 Leasingfonds 14
2.2.2.1 Der Immobilien-Leasingfonds 15
2.2.2.2 Der Kommunal-Leasingfonds 18
2.3 Rechtliche Konzeption 20
2.3.1 Rechtsgrundlagen 20
2.3.2 Rechtsformen 20
2.3.2.1 Bruchteilsgemeinschaft 20
2.3.2.2 Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) 21
2.3.2.3 Kommanditgesellschaft (KG) 22
2.4 Steuerliche Gesichtspunkte 26
2.4.1 Steuerorientierte Kapitalanlage 26
2.4.2 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 26
2.4.3 Werbungskosten 28
2.4.3.1 Gebäudeabschreibung 28
2.4.3.2 Fremdkapitalzinsen 29
2.4.4 Gewinnerzielungsabsicht 29
2.5 Abgrenzung zu anderen Fondsarten 30
2.5.1 Abgrenzung zu offenen Immobilienfonds 30
2.5.1.1 Fondsvolumen und Anteilsscheine 30
2.5.1.2 Kapitalbindung 31
2.5.1.3 Gesetzliche Reglementierung 32
2.5.1.4 Steuerliche Behandlung 32
2.5.2 Abgrenzung zu Mobilien-Leasingfonds 33
2.5.2.1 Leasinggegenstand 33
2.5.2.2 Vertragsbeziehungen 34
2.5.2.3 Steuerliche Behandlung 34
3. Finanzierungsgesichtspunkte bei geschlossenen Immobilienfonds 36
3.1 Der geschlossene Immobilienfonds als Finanzierungsalternative 36
3.2 Kapitalbedarf 37
3.2.1 Allgemeiner Kapitalbedarf bei einer Fondsfinanzierung 37
3.2.2 Kapitalbedarf für objektbezogene Kosten 38
3.2.2.1 Kosten für Grundstück und Gebäude 38
3.2.2.2 Grunderwerbsteuer 38
3.2.2.3 Notar- und Grundbuchkosten 39
3.2.2.4 Maklergebühren 39
3.2.3 Kapitalbedarf für "weiche" Kosten 39
3.2.4 Zeitlicher Ablauf des Kapitalbedarfs 40
3.2.4.1 Finanzielles Gleichgewicht 40
3.2.4.2 Kapitalbedarfsplanung 42
3.3 Finanzierung 46
3.3.1 Grundüberlegung 46
3.3.2 Abgrenzungskriterien 47
3.3.2.1 Innen- und Außenfinanzierung 47
3.3.2.2 Eigen- und Fremdfinanzierung 48
3.3.3 Eigenkapitalfonds und gemischt finanzierte Fonds 50
3.3.3.1 Eigenkapitalfonds 50
3.3.3.2 Gemischt finanzierte Fonds 51
3.3.3.3 Der Leverage-Effekt 53
3.3.3.3.1 Auf Fondsbasis 53
3.3.3.3.2 Auf Anlegerbasis 57
3.3.4 Finanzierung im Zeitablauf 58
3.3.4.1 Finanzplanung und Kapitalflußrechnung 58
3.3.4.2 Tilgungsplan 60
3.3.5 Fremdfinanzierung 62
3.3.5.1 Formen der Fremdfinanzierung 62
3.3.5.1.1 Kurz- und mittelfristige Kredite 64
3.3.5.1.2 Langfristige Kredite 64
3.3.5.1.2.1 Kreditinstitute als Kapitalgeber 64
3.3.5.1.2.2 Spezialinstitute als Kapitalgeber 65
3.3.5.1.3 Internationale Kredite 66
3.3.5.2 Konditionen des Fremdkapitals 66
4. Fondsfinanzierung im Rahmen der Fremdkapitalaufnahme durch Banken 68
4.1 Prüfung der Kreditwürdigkeit 68
4.1.1 Persönliche Kreditwürdigkeit 68
4.1.2 Materielle Kreditwürdigkeit 70
4.1.2.1 Grundlagen zur materiellen Kreditwürdigkeitsprüfung 70
4.1.2.2 Bonitätsprüfung der Initiatoren eines geschlossenen Immobilienfonds 73
4.1.2.2.1 Initiatoren mit häufigen Fondsgründungen 73
4.1.2.2.2 Initiatoren bei erstmaliger Fondsgründung 75
4.1.2.3 Prüfung des Fondskonzepts 76
4.1.2.3.1 Bedeutung der Prüfung des Fondskonzepts 76
4.1.2.3.2 Prüfkriterien 77
4.1.2.3.2.1 Rechtliche Ausgestaltung 77
4.1.2.3.2.2 Angaben zum Fondsobjekt 77
4.1.2.3.2.3 Vermietungsaspekte 80
4.1.2.3.2.4 Konzeptionelle Zusammenhänge 82
4.2 Kreditsicherung 84
4.2.1 Arten 84
4.2.2 Bürgschaft 85
4.2.3 Pfandrecht an Rechten 87
4.2.4 Sicherungsabtretung 88
4.2.5 Grundpfandrechte 90
4.2.5.1 Begriff 90
4.2.5.2 Grundschuldbesicherung bei Fremdfinanzierung eines geschlossenen Immobilienfonds 91
4.2.5.3 Beleihungswertermittlung 92
4.2.5.3.1 Wertermittlungsverfahren 92
4.2.5.3.2 Ertragswertverfahren 92
4.2.5.3.3 Sachwertverfahren 95
4.2.5.3.4 Verkehrswertverfahren 97
5. Finanzierung einzelner Fondsanteile aus Sicht der Anleger 98
5.1 Finanzierungsgestaltung 98
5.2 Renditegesichtspunkte in Verbindung mit der Finanzierungsgestaltung 99
5.3 Beleihungswert von Fondsanteilen 103
6. Geschlossene Immobilienfonds in Abhängigkeit der Steuergesetzgebung 107
Anhang 112
Literaturverzeichnis 129

Automatisiert erstellter Textauszug:

weit die Bank von einwandfreier Bonität wäre, dürfte der Forfaiteur nicht unbedingt auf eine Unterlegung der Mietforderung durch die Ausstellung eines Wechsels bestehen. 3.3.5.1.2 Langfristige Kredite 3.3.5.1.2.1 Kreditinstitute als Kapitalgeber Die Fondsinitiatoren müssen ihr Fondskonzept auf eine sichere Basis stellen. Das heißt, sie haben die Mittelherkunft bei vorgesehener Fremdfinanzierung durch langfristige Darlehen zu sichern. Diese Darlehen werden von Kreditinstituten gegen Bestellung einer Hypothek oder Grundschuld an einem Grundstück oder Erbbaurecht ausgereicht und als Hypothekarkredite bezeichnet.142 In der Praxis wird jedoch kaum mehr eine Hypothek bestellt, sondern überwiegend eine Grundschuld, weil sie aufgrund der fehlenden Akzessorietät weitaus flexibler einsetzbar ist. Das heißt, zur Aufnahme eines langfristigen Kredites wird die Fondsimmobilie mit einem Grundpfandrecht belastet. Die grundsätzliche Verpflichtung der Fondsinitiatoren, eine sichere Grundlage über langfristige Darlehen zu schaffen, macht diese über Banken erhältliche Finanzierungsform zur wichtigsten Finanzierungsart. 3.3.5.1.2.2 Spezialinstitute als Kapitalgeber Unter die langfristige, meist über Grundpfandrechte abgesicherte Finanzierungsmöglichkeit fällt auch die Aufnahme öffentlicher Mittel. Deshalb spielen für die Fondsgesellschaft auch Spezialinstitute, welche die öffentlichen Mittel ausgeben, eine Rolle, da sich verschiedene Vorteile ergeben können.143 Der Nutzen öffentlicher Mittel ergibt sich durch Zinsverbilligung, Zuschüsse und evtl. sonstige Vergünstigungen. Dazu legen die Spezialinstitute gezielt bestimmte Programme auf. Bei Erfüllung festgelegter Voraussetzungen kann man über die eigene Bank diese Gelder beantragen. Insbesondere gibt es in den neuen Ländern noch zahlreiche Förderprogramme, wodurch diese Regionen nach Wegfall der Sonderabschreibung nach § 4 Fördergebietsgesetz (FördG) weiterhin einen gewissen Anreiz für Investoren bieten. So erhalten beispielsweise Vermieter von günstigen Wohnungen im Land Sachsen je m² Wohnfläche ein Darlehen bis zu DM 1.950 mit einer 12jährigen Zinsverbilligung.144 Die Fondsgesellschaft wird sich anhand einer Wirtschaftlichkeitsrechnung damit auseinanderzusetzen haben, ob sie [...]

3.3.5.1.1 Kurz- und mittelfristige Kredite Im Bereich der kurz- und mittelfristigen Kredite hat für einen geschlossenen Immobilienfonds nur der Kontokorrentkredit aus den dargestellten Kreditformen eine Bedeutung, da er zur Bezahlung laufender Kosten dient, die sowohl im Rahmen der Fondsgründung als auch später im Zuge der Fondsverwaltung anfallen. Nicht Factoring138, sondern Forfaitierung139 führt Biewald als mögliche Finanzierungsart auf, die von Fondsgesellschaften über Spezialkreditinstitute in Anspruch genommen wird.140 Jene Art der Mittelbeschaffung dürfte jedoch nur für wenige Fonds mit grenzüberschreitenden Zahlungsströmen in Frage kommen. Diese Aussage basiert auf der Erklärung des Begriffs, wonach Forfaitierung als der vollständige Verkauf einer Exportforderung über Wechseldiskontierung beschrieben wird.141 Denkbar wäre es beispielsweise dann, wenn die Fondsimmobilie an eine ausländische Bank vermietet würde. So- [...]

liegt man ohnehin den Marktgesetzen. Es kann lediglich auf die Häufigkeit der Zinszahlung Einfluß genommen werden. Die jedoch zu beeinflussende Tilgung des Fremdkapitals ist so zu gestalten, daß die beabsichtigten Ausschüttungen aufgrund der Mieteinnahmen geleistet werden können. Außerdem hat die Rückzahlung der Fremdmittel im Hinblick auf das verbleibende Darlehen über die Zinsaufwendungen Einfluß auf das Jahresergebnis und damit auf die Besteuerung des Ertrages. Bei steuerorientierten Fonds, also Immobilienfonds mit deutlichem Fremdfinanzierungsanteil, läßt sich feststellen, daß diese die Tilgungsraten zu Beginn sehr niedrig halten.134 Aufgrund dessen wird die Liquidität zur Ausschüttung an die Anleger nicht zusätzlich belastet, da bereits die Zinsaufwendungen zu einem Liquiditätsverlust beitragen. [...]

Arbeit zitieren:
Sagmeister, Karl Mai 1997: Finanzierungsaspekte bei geschlossenen Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anteilsfinanzierung, Finanzierung, Fondsidee, Immobilien, Steuer- und Gesellschaftsrecht

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