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Direktinvestionen in Lettland

Möglichkeiten und Probleme bei der Gründung eines Unternehmens

Direktinvestionen in Lettland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Steffen Schade
  • Abgabedatum: Mai 2000
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5916-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5916-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5916-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schade, Steffen Mai 2000: Direktinvestionen in Lettland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Außenwirtschaft, Betriebswirtschaft, Osteuropa, Auslandinvestionen, Risikomanagement

Diplomarbeit von Steffen Schade

Einleitung:

Lettland – Riga? Ach so Russland! Ah ja - Baltikum - das Land in der Mitte?

Der erste Kontakt mit Lettland läuft immer wieder in dieser oder einer ähnlichen Form ab. Das Interesse am Baltikum kann in der westlichen Öffentlichkeit und auch in der Wirtschaft als sehr gering bezeichnet werden. Die direkten Nachbarstaaten der Europäischen Union wie Polen, Tschechien und Ungarn genießen bei Meinungsbildern einen höheren Stellenwert.

Ist dieses Desinteresse am Baltikum und somit auch an Lettland gerechtfertigt? Mit einer Einwohnerzahl von ca. 2,4 Millionen und etwa der Größe Bayerns, erscheint das Land im europäischen Vergleich eher unbedeutend. Die Größe ist in diesem Fall jedoch kein Argument. Als Teil der zerfallenden Sowjetunion hatte das Land die Funktion eines Bindegliedes zwischen zwei Wirtschaftssystemen. Auf der einen Seite die wirtschaftliche Einbindung in die sowjetische Planwirtschaft und auf der anderen eine historische und kulturelle Verbundenheit zu den westeuropäischen Ländern, insbesondere Deutschland.

Viele deutsche und andere westliche Unternehmen bringen immer wieder ein Interesse am wiedererstandenen Standort Lettland zum Ausdruck, schrecken jedoch vor dem Unbekannten mit all den möglichen Folgen zurück.

Sind diese Zweifel aufgrund einer 50-jährigen russischen Besetzung berechtigt?

Die folgende Arbeit entstand während eines 8-monatigen Aufenthaltes in Riga und somit unter Bedingungen, wie sie auch ein potentieller Investor vorfinden würde.

Das Ziel besteht vor allem darin, die Risiken und Unwägbarkeiten aber auch die Möglichkeiten, die der Standort Lettland bietet, zu analysieren und zu dokumentieren.

Da eine Direktinvestition im Ausland auch Auswirkungen auf das Unternehmen im Inland hat, soll mit diesen Faktoren begonnen werden. Sollte es sich für ein Unternehmen als positiv herausstellen zu expandieren, so sollen im weiteren die dafür möglichen Formen beschrieben werden. Die spezifischen Bedingungen die Unternehmen dazu bewegen könnten, sich für Lettland als Investitionsstandort zu entscheiden, sowie die wirtschaftliche Entwicklung sollen einen Schwerpunkt der Arbeit darstellen. Für die ersten Schritte in Lettland sollen die gegebenen Möglichkeiten und Probleme bei der Gründung eines Unternehmens sowie der verschiedenen Gesellschaftsformen untersucht und die einzelnen Schritte dargestellt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht, von in Lettland tätigen Investoren sowie deren Mitarbeiterstab bilden den Abschluss der Untersuchungen über den Investitionsstandort Lettland.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 7
2. ALLGEMEINE ASPEKTE EINER AUSLÄNDISCHEN DIREKTINVESTITION 8
2.1 DIE INVESTITION IM DEUTSCHEN GESETZ 8
2.2 DIE INVESTITION IM LETTISCHEN GESETZ 8
2.3 WESHALB IM AUSLAND INVESTIEREN? 9
2.3.1 Motive für Investitionen in Lettland 10
2.4 VERÄNDERUNGEN DER KONKURRENZFÄHIGKEIT AUF DEM HEIMATMARKT 12
2.4.1 Economies of Scale und Scope 12
2.4.2 Management und Marketing 12
2.4.3 Technologie 13
2.4.4 Finanzielle Stärke 13
2.4.5 Produktvielfalt 13
2.4.6 Heimischer Wettbewerb 13
2.4.7 Unvollkommene Produkt-, und Faktormärkte 15
2.4.8 Investitionen als Absicherung für das Unternehmen 15
2.4.9 Follow the Leader 16
2.4.10 Economies of Scale horizontal und vertikal 16
2.4.11 Wachstum um zu überleben 17
2.4.12 Forschung und Entwicklung 17
2.4.13 Die Internationalisierung 17
2.4.14 Bedeutung der Informationen für das Unternehmen 18
2.5 DER PROZESS DER INTERNATIONALISIERUNG 19
2.6 BEURTEILUNG DES ZU ERSCHLIEßENDEN MARKTES 20
3. ALLGEMEINE ERSCHEINUNGSFORMEN DER INTERNATIONALEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 26
3.1.1 Der Export 27
3.1.2 Lizenzvergabe 27
3.1.3 Tochtergesellschaften 29
3.1.4 Repräsentanz 30
3.1.5 Joint Venture 30
3.1.6 Übernahme einer ausländischen Gesellschaft 32
3.1.7 Veredlung 33
4. LETTLAND ALS INVESTITIONSSTANDORT 34
4.1 INFORMATIONSGEWINNUNG 34
4.2 RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE DIREKTINVESTITION IN LETTLAND 36
4.2.1 Politische Einflussfaktoren 36
4.2.2 Korruption in Lettland 41
4.2.3 Außenwirtschaft und Zölle 42
4.2.4 Infrastruktur 45
4.3 SOZIALE FAKTOREN 48
4.3.1 Kulturelles Umfeld in Lettland 48
4.3.2 Mentalität 49
4.3.3 Einkommen, Gesundheitswesen und soziale Absicherung in Lettland 51
4.3.4 Menschenrechte und Minderheitenschutz 52
4.3.5 Volksgruppenverteilung 52
4.3.6 Immobilienmarkt 54
4.4 STEUERSYSTEM 55
4.4.1 Doppelbesteuerungsabkommen 56
4.4.2 Unternehmenssteuer – Körperschaftssteuer 56
4.4.3 Persönliche Einkommenssteuer 57
4.4.4 Umsatzsteuer 58
4.4.5 Sozialsteuer 58
4.4.6 Vermögenssteuern 58
4.4.7 Buchhaltung und Jahresabschluss 59
4.5 SONDERWIRTSCHAFTSZONEN 59
4.6 INVESTITIONSUNTERSTÜTZUNGEN 60
4.6.1 Investitionsunterstützungen von lettischer Seite 60
4.6.2 Investitionsunterstützungen von deutscher Seite 61
5. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IN LETTLAND 63
5.1 LETTLANDS WANDEL IN DER INTERNATIONALEN WIRTSCHAFT 63
5.2 ENTWICKLUNG DER DIREKTINVESTITIONEN 65
5.3 STAATSHAUSHALT 67
5.4 FINANZSEKTOR 68
5.5 ARBEITSMARKT 71
5.6 INFLATION, EINKOMMEN 71
5.7 BEDEUTUNG DER DIREKTINVESTITIONEN FÜR DIE LETTISCHE WIRTSCHAFT 73
5.8 BRANCHEN UND SEKTORBETRACHTUNGEN 74
5.8.1 Dienstleistungen 74
5.8.1.1 Transportwesen 74
5.8.1.2 Telekommunikation 74
5.8.1.3 Informationstechnologien 77
5.8.1.4 Handel 79
5.8.1.5 Tourismus 80
5.8.2 Industrie 83
5.8.2.1 Holzindustrie 83
5.8.2.2 Textilindustrie 87
5.8.2.3 Elektro-, Maschinenbau 88
6. GRÜNDUNG EINES UNTERNEHMENS IN LETTLAND 89
6.1 GEWERBEFREIHEIT 89
6.2 EINSCHRÄNKUNGEN IN DER GEWERBEFREIHEIT 89
6.3 REGELUNGEN VON WEITEREN PROBLEMKREISEN 90
6.3.1 Eigentumserwerb an Grundstücken 90
6.3.2 Die Registrierung von Unternehmergesellschaften und Unternehmen 91
6.4 BEURTEILUNG DER GEGEBENHEITEN 93
6.5 ERWARTUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT 94
7. GRÜNDUNG VERSCHIEDENER GESELLSCHAFTSFORMEN IN LETTLAND 95
7.1 GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG – GMBH 95
7.1.1 Dokumente zur Unternehmensgründung 95
7.1.2 Der Registrierungsantrag 96
7.2 VERTRETUNGEN UND NIEDERLASSUNGEN 97
7.2.1 Vertretung 97
7.2.1.1 Dokumente zur Unternehmensgründung 98
7.2.2 Niederlassungen 98
7.2.2.1 Dokumente zur Unternehmensgründung 99
7.3 AKTIENGESELLSCHAFT 99
7.3.1 Dokumente zur Unternehmensgründung 100
7.3.2 Stammkapital 100
8. PERSONALWESEN 102
8.1 BESCHÄFTIGUNG EINHEIMISCHEN PERSONALS 102
8.2 AUFENTHALTSBESTIMMUNGEN FÜR DIE REPUBLIK LETTLAND 102
8.2.1 Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis 102
8.2.2 Arbeits-, und Aufenthaltserlaubnis für Unternehmer 103
8.2.3 Analyse der gegenwärtigen Situation für Investoren in Lettland 104
8.2.4 Arbeitserlaubnis für ausländische Mitarbeiter in Lettland 106
8.3 BEURTEILUNG DER GEGEBENHEITEN 107
9. ZUSAMMENFASSUNG 109
10. ANHANG I
ANHANG 1: VERÄNDERUNG DER BEVÖLKERUNGSVERTEILUNG IN DEN JAHREN 1935 BIS 1999 IN LETTLAND I
ANHANG 2: VERÄNDERUNG DER BEVÖLKERUNGSVERTEILUNG IN DEN JAHREN 1935 UND 1998 IN RIGA II
ANHANG 3: ÜBERSICHT ÜBER DIE BEREICHE IN DENEN LIZENZEN BENÖTIGT WERDEN II
ANHANG 4: DOKUMENTE ZUM ERHALT EINER AUFENTHALTSERLAUBNIS FÜR UNTERNEHMER IV
ANHANG 5: DOKUMENTE ZUM ERHALT EINER ARBEITSERLAUBNIS FÜR UNTERNEHMER V
ANHANG 6: PREISÜBERSICHT IM GRUNDSTÜCKS/IMMOBILIENBEREICH VI
ANHANG 7: RISIKOBEWERTUNG EINER INVESTITION VI
11. QUELLENVERZEICHNIS XIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es wurden zum Ende des Jahres 1996 die zwei Sonderwirtschaftszonen98 (SWZ) Liepaja99 und Rezekne100 sowie die beiden Freihäfen101 Riga102 und Ventspils103 eingerichtet. Die Hauptgründe zum Einrichten dieser Zonen bestanden in der Verbesserung der örtlichen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklung. Besondere Bedeutung kam dabei der Verbesserung der internationalen Anbindung Lettlands in den Bereichen See-, und Lufttransport (Rezekne) zu. Die beiden SWZ weisen eine besonders für den Transport geeignete geographische Lage, eine teilweise entwickelte Stadt sowie ein lokales Umfeld auf. Besondere Investitionsanreize sind die bestehenden großzügigen Steuerbefreiungen. Vor allem die Sonderwirtschaftszone in Rezekne konnte die gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Durch den Wegfall des russischen Marktes konnte sich der vormalige industriell ausgerichtete Umschlagplatz für den Gütertransport in die östlichen Nachbarstaaten noch nicht entwickeln. Zum 01.07.1999 wurden in der SWZ Rezekne 6 Unternehmen mit einer Gesamtinvestition von 1,495 Mill. Lat (2,5 Mill. US$) registriert. Zum gleichen Zeitpunkt waren es in Liepaja 18 Unternehmen mit einer Investitionssumme von 11,096 Mill. Lat (18,5 Mill. US$). [...]

Natürliche Personen, die ihren steuerrelevanten Wohnsitz in Lettland haben, müssen ihr Welteinkommen in Lettland versteuern93, befindet sich der Wohnsitz außerhalb von Lettland so ist nur das in Lettland erzielte Einkommen zu besteuern. Der Steuertarif ist proportional und beträgt 25 %. Die Jahressteuerehrklärung muss bis spätestens 1. April des folgenden Jahres beim Finanzamt eingereicht werden. Natürliche Personen, die ihren steuerrelevanten Wohnsitz in Lettland haben, erhalten einen Steuerfreibetrag in Höhe von monatlich 21 Ls sowie für jeden Familienangehörigen in Höhe von 10,5 Ls. Folgende Einkommensarten unterliegen nicht der Besteuerung • • • • • • • Einkommen aus persönlichem Verkauf Lotteriegewinne, die nicht die vorhergehenden Ausgaben überschreiten bis max. 500 Ls Dividenden, die ein lettisches Unternehmen aus den zuvor versteuerten Gewinnen zahlt Einkommen aus Einlagen bei einer lettischen Bank Auszahlungen von Versicherungen (keine Unfall-, Lebens-, Krankenversicherung wenn die Beiträge vom Arbeitgeber gezahlt wurden) Transferzahlungen des Staates Einkommen aus dem Besitz von staatlichen Wertpapieren [...]

Das lettische Körperschaftssteuergesetz92 trat am 1. April 1995 in Kraft und besagt, dass das gesamte Welteinkommen (Welteinkommensprinzip) von in Lettland registrierten juristische Personen zur Besteuerung herangezogen wird. Juristische Personen, die keinen Firmensitz oder ständige Vertretung in Lettland unterhalten, müssen ihr in Lettland erzieltes Einkommen versteuern. Der Körperschaftssteuersatz ist proportional und beträgt 25 %. Bei Unternehmen die ein fixes Bilanzvermögen von bis zu 70.000 Ls, einen Nettoumsatz von bis zu 200.000 Ls, sowie nicht mehr als 25 Mitarbeiter aufweisen beträgt er nur 20 %. Ein Kalenderjahr entspricht einem Steuerjahr. Die Abrechnungsperiode beträgt in der Regel 12 Monate, darf aber nie mehr als 18 Monate betragen. Die Steuerlast wird momentan noch vom Unternehmen selbst berechnet und an das zuständige Finanzamt überwiesen. In den nächsten Jahren soll eine Umstellung erfolgen, so dass ähnlich wie in Deutschland die zu zahlende Steuer vom Finanzamt berechnet wird. Viele Unternehmen nutzen das momentane Verfahren und entrichten keine Steuern. Am 15. jedes Monats müssen alle juristischen Personen Steuervorauszahlungen leisten. Diese monatlichen Zahlungen entsprechen (inflationsbereinigt) einem Zwölftel der Jahressteuerzahlungen der vorangegangenen zwei Jahre. Jedes Debitsaldo bei der Steuerzahlung muss innerhalb von 15 Tagen nach Abgabe der Steuererklärung ausgeglichen werden. Aufgrund dieser Regelung kamen vor allem Unternehmen, die von der russischen Wirtschaftskrise getroffen wurden, in schwere finanzielle Engpässe. Juristische Personen mit Sitz in Lettland und solche, die ihren Sitz im Ausland haben, aber per ständiger Vertretung in Lettland agieren, müssen auf Kapitalgewinne aus Wertpapieren und Anteilen, die länger als 12 Monate gehalten werden, ebenfalls Körperschaftssteuern zahlen. Es bestehen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten auf Anlagevermögen. Die Abschreibungsraten auf technische Ausrüstungsgegenstände, Maschinen, Büroausstattung und Möbel [...]

Arbeit zitieren:
Schade, Steffen Mai 2000: Direktinvestionen in Lettland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Außenwirtschaft, Betriebswirtschaft, Osteuropa, Auslandinvestionen, Risikomanagement

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