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Sozialarbeit und Demenz

Konzeptionelle Rahmenüberlegungen zur Schaffung eines Pflegezentrums für Demenzkranke

Sozialarbeit und Demenz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mandy Beyer
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 76 Seiten
  • Dateigröße: 596,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Breitenbrunn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5625-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5625-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5625-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beyer, Mandy März 2002: Sozialarbeit und Demenz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Alzheimer Krankheit, Validation, Basale Stimulation, Umgang mit Demenzkranken, Epidemiologie

Diplomarbeit von Mandy Beyer

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit beschreibt Aspekte, in Zusammenhang mit der Konzeptionsentwicklung für eine solches Pflegezentrum betrachtet werden müssen. Die Betrachtung beginnt bei grundlegenden allgemeinen Punkten zum Thema Demenz und endet bei der spezifischen Betrachtung des institutionellen Lebensraumes. Weiterhin werden verschiedene Therapieformen beschrieben, die in der angestrebten Einrichtung angeboten werden könnten.

Die Arbeit soll als Hilfsmittel für Mitarbeiter einer solchen Einrichtung fungieren. Sie soll ihnen grundlegende Aspekte vermitteln, die für ihre Arbeit und für einen optimalen Umgang mit Demenzkranken wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 4
Einleitung 6
1. Diagnose: Demenz 7
1.1 Begriffsklärung: Demenz 7
1.2 Verschiedene Formen von Demenz 8
1.3 Entstehung einer Demenz 10
1.4 Der Verlauf 11
1.4.1 Das Anfangsstadium 11
1.4.2 Die mittlere Phase 12
1.4.3 Das dritte Stadium 13
1.5 Vorstellung von Testverfahren zur Einordnung einer Demenz 13
1.5.1 Der Mehrfachwahl-Wortschatztest (MWT-B) 14
1.5.2 Die Mini- Mental-State-Examination (MMSE) 14
1.5.3 Der Uhrentest 15
2. Die Epidemiologie der Demenz 17
2.1 Prävalenz 19
2.2 Inzidenz 19
2.3 Geschlechtsunterschiede 19
2.4 Demographische Entwicklung 20
3. Der Alltag von Demenzkranken 22
3.1 Einblick in das tägliche Leben eines Demenzkranken 22
3.2 Spezifische Verhaltensweisen von Demenzkranken 25
3.2.1 Aggressivität 26
3.2.2 Angst 27
3.2.3 Antriebslosigkeit 29
3.2.4 Probleme mit der Verständigung 29
3.2.5 Bewegungsdrang 30
3.3 Grundregeln für die Betreuung von Demenzkranken 30
3.3.1 Die Tatsachen akzeptieren 31
3.3.2 Auf Unerwartetes einstellen 31
3.3.3 Gewohnheiten erhalten 32
3.3.4 Kommunikation 32
3.4 Finanzielle Hilfen für den Betreuungsalltag 33
3.4.1 Finanzielle Leistungen, die unabhängig vom Einkommen sind 34
3.4.2 Finanzielle Hilfen, die nur bei niedrigem Einkommen gewährt werden 36
4. Sozialpädagogische Handlungsfelder und therapeutische Betreuungsmöglichkeiten bei der Arbeit mit Demenzkranken 37
4.1 Lerntheoretische Handlungsansätze 37
4.1.1 Das Realitäts- Orientierungstraining (ROT) 37
4.1.2 Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) 41
4.1.3 Die Erinnerungstherapie 42
4.2 Der verstehende Umgang zum dementiell Erkrankten 43
4.2.1 Validation 43
4.2.2 Biographiearbeit 46
4.2.3 Angehörigenarbeit 48
4.2.4 Begleitende Angebote in der Betreuung Demenzkranker 50
5. Strukturelle Anforderungen an den institutionellen Wohn- und Lebensraum von Demenzkranken-Milieugestaltung 53
5.1 Betreuungsmodelle 53
5.2 Anforderungen an das architektonische Milieu 55
5.3 Entwurfsprinzipien für die Gestaltung der Umgebung für Verwirrte 57

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.3 Grundregeln für die Betreuung von Demenzkranken Die mit Abstand wichtigste Grundregel für eine Pflege und Betreuung von Demenzkranken ist die Schaffung einer freundlichen und liebevollen Atmosphäre. Denn obwohl es zu starken Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und zu geistigen und körperlichen Ausfällen kommen kann, ist es für die Betroffenen wichtig, in einer geregelten Umgebung zu leben, da die meisten Kranken noch sehr lange und auch ohne Worte spüren, ob sie von ihrer Umgebung noch angenommen oder zunehmend abgelehnt werden. Sie haben nach wie vor Bedürfnisse und Erwartungen, auch wenn sie sich nicht mehr richtig ausdrücken können. Besonders groß ist bei Demenzkranken das Bedürfnis nach Sicherheit und Zuneigung. [...]

3.2.5 Bewegungsdrang Mangelnde Sinnesreizungen können Ursache sein für die permanente motorische Unruhe von Demenzkranken. Sie können nicht ruhig sitzen bleiben und laufen fast bis zur Erschöpfung. Zunächst sollte geklärt werden, ob medizinische Ursachen für den Bewegungsdrang vorliegen. Erst danach, wenn solche Ursachen ausgeschlossen wurden, kann man den Versuch unternehmen, den Bewegungsdrang zu reduzieren und in produktive Bahnen zu lenken. Die betroffenen Dementen könnten beispielsweise ihr Bewegungsbedürfnis beim Spazierengehen oder mit Angeboten wie Sitztanz oder Gymnastik ausreagieren. Gefahrenreduzierte Rundwanderwege, die auch im Zusammenhang mit dem Pflegezentrum noch an Bedeutung gewinnen, und Parkanlagen ermöglichen auch ein Gehen ohne Begleitung. Um der mangelnden Sinnesreizung entgegenzuwirken, sollte Material zur Beschäftigung und zur Sinnesstimulation (siehe auch Basale Stimulation) angeboten werden. Das Einbinden in einfache Haushaltstätigkeiten (z.B. Tisch abräumen, Wäsche falten) stellt eine gute Beschäftigungsmöglichkeit dar, auch wenn der demenzkranke Mensch nicht mehr wirklich helfen kann. [...]

3.2.4 Probleme mit der Verständigung Eines der häufigsten Symptome einer Demenz ist die Störung der Sprache. Betroffen sind sowohl das sprachliche Ausdrucksvermögen als auch das Sprachverständnis. Im Frühstadium der Erkrankung kann sich der Betroffene nicht mehr so genau ausdrücken, findet bestimmte Wörter nicht, die Sprache wird ungenauer und umständlicher. Viele Betroffene empfinden diese Sprachschwierigkeiten als peinlich und sprechen insgesamt viel weiniger, vor allem zu fremden Personen. Meist ist es möglich zu erraten, trotz der eingeschränkten Sprache, was der demente Mensch einem sagen will. Es sollte aber dennoch vermieden werden, für den Erkrankten „einzuspringen“, also für ihn zu sprechen, da dies für ihn sehr kränkend ist. Im mittleren Krankheitsstadium findet eine noch deutlichere Veränderung der Sprache statt. Wortdrehungen, falscher Satzbau und unvollständige Sätze machen die Sprache des Erkrankten unverständlich und den vermehrten Einsatz von Körpersprache notwendig. Es kann hilfreich sein, durch allgemeine Redewendungen vermutete Inhalte aufzugreifen und zu bestätigen. Im fortschreitenden Krankheitsstadium können sich die sprachlichen Äußerungen eines Menschen mit Demenz auf wenige Wörter beschränken, die er häufig wiederholt. Das bedeutet aber keinesfalls, dass er nichts mehr versteht. Er teilt sich jetzt verstärkt auf der nonverbalen Ebene mit, also mit Gesten, über seinen Gesichtsausdruck oder ähnliches. Um zu prüfen, ob man die Gesten richtig gedeutet hat sollte man immer aussprechen, was man glaubt verstanden zu haben. Im Endstadium kann die Sprache ihre verbindende Kraft völlig verlieren, aber selbst dann bleiben die Betroffenen für Gefühlsäußerungen empfänglich. Zusammenfassend kann man sagen, dass es wichtig ist, die Einschränkungen der verbalen Kommunikation mit Mitteln der nonverbalen Kommunikation auszugleichen. Die nonverbalen Kommunikationsmittel werden mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer wichtiger. [...]

Arbeit zitieren:
Beyer, Mandy März 2002: Sozialarbeit und Demenz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Alzheimer Krankheit, Validation, Basale Stimulation, Umgang mit Demenzkranken, Epidemiologie

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