Auswirkungen des Wissensmanagements auf die betriebliche Bildungsarbeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Donnermeyer
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 761,5 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5516-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5516-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5516-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Donnermeyer, Stefan Juli 2001: Auswirkungen des Wissensmanagements auf die betriebliche Bildungsarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mikro- und Makroebene, Kompetenzprofil, Qualifikationsprofil, Mitarbeiter
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Diplomarbeit von Stefan Donnermeyer
Gang der Untersuchung:
Die Untersuchungen dieser Arbeit richten sich auf die betrieblichen Konsequenzen, die ein Wissensmanagement für ein Unternehmen impliziert. Als Unternehmen soll hier ein aus Menschen bestehendes organisatorisches Gebilde verstanden werden, das nach dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip handelt und auf eine nachhaltige Existenzsicherung im Wettbewerb ausgerichtet ist. Im Folgenden werden Betrieb, Organisation und Unternehmen synonym verwendet.
Es soll der Problemstellung nachgegangen werden, wie die Unternehmen die zunehmende Informationsfülle bewältigen und nutzen können. Dabei wird zunächst analysiert, welche Effekte des Wissensmanagements direkt das Unternehmen als institutionelles Gebilde und dessen Mitglieder betreffen. Hierbei stehen technologische, organisationale und kulturelle Aspekte im Vordergrund. Im Anschluss daran werden die Konsequenzen für die Mitarbeiter im Hinblick auf diese vielschichtigen Auswirkungen herausgestellt.
Im Kernpunkt wird untersucht, welche Auswirkungen die betriebliche Bildungsarbeit betreffen, die durch ein angewendetes Wissensmanagement hervorgerufen werden. Dabei soll analysiert werden, in welcher Weise die Bildungsarbeit agieren bzw. reagieren kann. Es wird die Gestaltung der situativen Bildungsarrangements ebenso betrachtet, wie die grundlegenden Einstellungen auf der Ebene des Bildungsmanagements. Es soll herausgestellt werden, in welcher Weise sich die Rollen der beteiligten Personen, also die der Lehrenden und Lernenden, vor dem Hintergrund des Wissensmanagements entwickeln und verändern.
Ausgehend vom oben genannten Untersuchungsschwerpunkt werden zunächst die Grundlagen des Wissensmanagements dargestellt. Es werden neben den fundamentalen Begriffsklärungen, die Ziele sowie die bildungsrelevanten Prozesse innerhalb des Wissensmanagements aufgezeigt.
Im darauf folgenden Kapitel werden die institutionellen Auswirkungen behandelt. Hierbei werden die drei Säulen des Wissensmanagements Technik, Organisation und Mensch angesprochen. Die Technologie wird in der Ausarbeitung von den wissensbasierten Aspekten beleuchtet. Aufgrund des wirtschaftspädagogischen Charakters dieser Arbeit stehen dabei keine technischen Details im Vordergrund, sondern vielmehr Lösungsprinzipien, die kurz aufgezeigt werden. Gleiches gilt für die Folgen in Bezug auf die Organisationsgestaltung. Hier werden einige Diskussionsbeiträge zum Format künftiger wissensbasierter Unternehmen dargestellt. Im Wesentlichen ist die Unternehmenskultur in diesem Abschnitt das zentrale Thema, da hier die betriebliche Bildungsarbeit einen Wirkungshebel findet und dort aktiv gestalten kann. Im Zuge der Bearbeitung werden hierbei die Aspekte der ‚Lernenden Organisation’, einem weiteren Schlüsselterminus in dieser Arbeit, aufgegriffen.
Aus den Veränderungen in der Betriebs- und Arbeitsorganisation leiten sich die Auswirkungen bezüglich der künftig relevanten Fähigkeiten und Kenntnisse der Mitarbeiter ab. Das geforderte Kompetenz- und Qualifikationsprofil der Mitarbeiter stellt eine wichtige Determinante für die betriebliche Bildungsarbeit dar. Hier besteht die Schnittstelle zum Schwerpunkt dieser Ausarbeitung. Es werden zunächst einige Grundlagen der betrieblichen Bildungsarbeit behandelt. Im Anschluss daran werden anhand eines didaktischen Modells die Auswirkungen auf die Mikroebene, welche die Gestaltung der konkreten Lehr- und Lernsituationen repräsentiert, sowie die Auswirkungen auf die Makroebene, welche das gesamte Bildungsmanagement umfasst, untersucht.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnen Erkenntnisse und einem Ausblick auf zu erwartende Entwicklungen ab.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 7 | |
| 1. | EINLEITUNG | 8 |
| 1.1 | Hintergrund der Thematik | 8 |
| 1.2 | Untersuchungsschwerpunkt der Arbeit | 10 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 10 |
| 2. | GRUNDLAGEN DES WISSENSMANAGEMENTS | 13 |
| 2.1 | Begriffe des Wissensmanagements | 13 |
| 2.1.1 | Daten - Informationen | 13 |
| 2.1.2 | Individuelles Wissen - Organisationales Wissen | 13 |
| 2.1.3 | Individuelles Lernen - Organisationales Lernen | 15 |
| 2.1.4 | Wissensmanagement | 16 |
| 2.2 | Zielsetzungen des Wissensmanagements | 17 |
| 2.3 | Bildungsrelevante Prozesse | 18 |
| 2.3.1 | Wissen identifizieren | 18 |
| 2.3.2 | Wissen erwerben | 20 |
| 2.3.3 | Wissen entwickeln | 20 |
| 2.3.4 | Wissen verteilen | 21 |
| 2.3.5 | Wissen nutzen | 22 |
| 2.3.6 | Wissen bewahren | 23 |
| 3. | AUSWIRKUNGEN AUF DIE BETRIEBS- UND ARBEITSORGANISATION | 25 |
| 3.1 | Technologische Auswirkungen | 25 |
| 3.1.1 | Wissensbasierte Anforderungen | 26 |
| 3.1.2 | Applikationen | 26 |
| 3.2 | Organisationale Auswirkungen | 28 |
| 3.2.1 | Wissensbasierte Anforderungen | 29 |
| 3.2.2 | Organisationsgestaltung | 29 |
| 3.3 | Kulturelle Auswirkungen | 31 |
| 3.3.1 | Grundlagen der Unternehmenskultur | 32 |
| 3.3.2 | Paradigma der Lernenden Organisation | 33 |
| 4. | IMPLIKATIONEN FÜR DAS KOMPETENZ- UND QUALIFIKATIONSPROFIL DER MITARBEITER | 38 |
| 4.1 | Kompetenzen und Qualifikationen im Wandel | 38 |
| 4.2 | Berufliche Handlungskompetenz | 39 |
| 4.2.1 | Fachkompetenz | 40 |
| 4.2.2 | Methodenkompetenz | 41 |
| 4.2.3 | Sozialkompetenz | 42 |
| 4.2.4 | Individualkompetenz | 43 |
| 4.3 | Qualifikationsanforderungen im Spiegel des Wissensmanagement | 44 |
| 4.3.1 | Wissen identifizieren | 44 |
| 4.3.2 | Wissen erwerben | 45 |
| 4.3.3 | Wissen entwickeln | 45 |
| 4.3.4 | Wissen verteilen | 46 |
| 4.3.5 | Wissen nutzen | 47 |
| 4.3.6 | Wissen bewahren | 48 |
| 5. | AUSWIRKUNGEN AUF DIE BETRIEBLICHE BILDUNGSARBEIT | 49 |
| 5.1 | Grundlagen der betrieblichen Bildungsarbeit | 49 |
| 5.1.1 | Die Rolle des Mitarbeiters im Betrieb | 49 |
| 5.1.2 | Abgrenzung der betrieblichen Bildungsarbeit | 50 |
| 5.1.3 | Funktionen und Ziele | 52 |
| 5.1.4 | Rahmenbedingungen | 54 |
| 5.2 | Auswirkungen auf die Mikroebene der betrieblichen Bildungsarbeit | 57 |
| 5.2.1 | Didaktisches Modell | 57 |
| 5.2.2 | Anthropogene und situationsbezogene Voraussetzungen | 59 |
| 5.2.3 | Intentionalität | 61 |
| 5.2.4 | Thematik | 62 |
| 5.2.5 | Methodik | 64 |
| 5.2.6 | Medien | 68 |
| 5.3 | Auswirkungen auf die Makroebene der betrieblichen Bildungsarbeit | 71 |
| 5.3.1 | Entscheidungsparameter des Bildungsmanagements | 71 |
| 5.3.2 | Organisationale Auswirkungen | 73 |
| 5.3.3 | Technologische Auswirkungen | 76 |
| 5.3.4 | Curriculare Auswirkungen | 78 |
| 5.3.5 | Auswirkungen auf die Rollen der Beteiligten | 78 |
| 6. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 82 |
| 6.1 | Zusammenfassung | 82 |
| 6.2 | Ausblick | 84 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 86 | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | 94 |
Bedingt durch die Veränderungsprozesse in der Organisation unterliegen auch die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen einem Wandel. Dabei sind es weniger völlig neue Anforderungen seitens des Wissensmanagements, denen sich der Mitarbeiter zu stellen hat, sondern vielmehr Verlagerungen zwischen den bestehenden Elementen, die sich unterschiedlich gewichten. Durch die gesellschaftlichen Megatrends im Allgemeinen und durch die eingangs beschriebenen Rahmenbedingungen rund um die Ressource Wissen im Besonderen, geht der Trend fort von materialen Kenntnissen hin zu formalen Fähigkeiten, die einerseits einen intra- und interpersonalen Bezug und andererseits einen fachübergreifenden und zeitlich konsistenten Charakter aufweisen. Die Entwicklung lässt sich auch als Trend vom ‚Know-how’ zum ‚Knowhow to know’ beschreiben.71 In der wissenschaftlichen Literatur werden diesbezüglich die Termini Handlungskompetenz bzw. Schlüsselqualifikationen genutzt, die jene Kenntnisse und Fähigkeiten umfassen, die der Mensch zur Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit benötigt. Kompetenzen und Qualifikationen werden dabei häufig synonym benutzt. Es soll hier allerdings eine Abgrenzung aufgezeigt werden, um im Weiteren die Implikationen differenziert betrachten zu können. [...]
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Wissensmanagement auf die Betriebs- und Arbeitsorganisation einen erheblichen Einfluss ausübt. Die vorhandene Technologie unterstützt die einzelnen Prozesse im Wissensmanagement sowie die intra- und interorganisationale Kommunikation. Auf organisationaler Ebene verlangt das Wissensmanagement eine weitgehende Autonomie der einzelnen Bereiche. Die Arbeit erfolgt in kooperativen Netzwerken, die weitgehend selbstorganisiert agieren. Wissensgemeinschaften bilden sich emergierend mit unscharfen Rändern. Hierarchien sind flacher gestaltet um suboptimale Kommunikationsbarrieren zu vermeiden. Umrandet wird die Determination des Wissensmanagements durch eine Unternehmenskultur, die sich an dem Paradigma der Lernenden Organisation orientiert. Die Mitarbeiter betrachten das Lernen selbst als einen zentralen Gegenstand des Arbeitens und die Entwicklung der Organisation als einen permanenten selbstreflexiven Veränderungsprozess. Durch die Umsetzung der gewonnenen Kenntnisse in die täglichen Arbeitsabläufe wird versucht, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern. [...]
Auch in einer Lernenden Organisation können Kräfte vorhanden sein, die einer optimalen Handlungsabfolge entgegenwirken. Die Protagonisten sind die Menschen mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Die Neue Institutionenökonomie betrachtet das Verhalten aus Sicht der ökonomischen Akteure. Es wird unterstellt, dass Mitarbeiter nach einer Maximierung ihres Nutzens streben. Im Umgang mit der wichtigen Ressource Wissen entsteht ein nicht unerhebliches Machtpotential für die Wissensträger. Es eröffnen sich diskretionäre Handlungsspielräume, die die Gefahr bergen, dass die Mitarbeiter insbesondere bei der Weitergabe des Wissens zu Gunsten ihrer Nutzenmaximierung eine Schädigung anderer Individuen bzw. der Institution billigend in Kauf nehmen.68 Dies kann zum Beispiel durch Zurückhaltung eigener Kenntnisse, durch bewusst falsche Weitergabe von Wissen und durch sogenanntes ‚Trittbrettfahren’ erfolgen, bei dem der Einzelne innerhalb einer Gruppe seine Leistungen vermindert und seinen Nutzen auf die Leistungen der übrigen Organisationsmitglieder gründet.69 Auch hier spielt die kulturelle Verankerung des bereits erwähnten Knowledge Sharing eine wichtige Rolle beim Entgegenwirken solcher negativen Strömungen. Darüber hinaus wird im Rahmen des Human Resource Management durch die Gestaltung von Anreiz- bzw. Sanktionsmechanismen der generelle Wille zur Wissensteilung verstärkt. In einer Lernenden Organisation muss ferner das Problem der Karrieregestaltung der Mitarbeiter, die sich traditionell über einen hierarchischen Aufstieg operationalisiert, gelöst werden. Da aufgrund des Trends zu flacheren Hierarchien die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Weise eingeengt werden, wird in der Lernenden Organisation die Karriere nicht in Form eines ‚Kaminaufstiegs’ gesehen. Vielmehr dient zur Anreizgestaltung und zur Befriedigung des Entwicklungsbedürfnisses eine Kompetenzerweiterung der einzelnen Mitarbeiter.70 Eine größere Verantwortung sowie eine Expansion des Tätigkeitsbereiches in weitere Geschäftsbereiche des Unternehmens dienen somit als Substitut für den klassischen hierarchischen Aufstieg. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832455163
Arbeit zitieren:
Donnermeyer, Stefan Juli 2001: Auswirkungen des Wissensmanagements auf die betriebliche Bildungsarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mikro- und Makroebene, Kompetenzprofil, Qualifikationsprofil, Mitarbeiter




