Die Geschichte des Dopings im Sport und der Kampf gegen Doping am Beispiel der Sportart Leichtathletik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ralf Junkes
- Abgabedatum: Dezember 2000
- Umfang: 166 Seiten
- Dateigröße: 895,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4802-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4802-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4802-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Junkes, Ralf Dezember 2000: Die Geschichte des Dopings im Sport und der Kampf gegen Doping am Beispiel der Sportart Leichtathletik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Anti-Doping-Kampf, Doping, Geschichte, Leichtathletik
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Diplomarbeit von Ralf Junkes
Einleitung:
Im Spätherbst des vergangenen Jahres erreichte eine sportliche Schreckensmeldung aus der Leichtathletik alle Anhänger des sauberen Sports. Dieter Baumann, der Vorzeige-Athlet und Saubermann des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) soll des Dopings bezichtigt werden.
Mittlerweile, ein Jahr später, nachdem A- und B- Probe positiv getestet wurden, besteht erst einmal kein Zweifel mehr an dieser Tatsache. Viele Experten und Anhänger des sauberen Sports waren ratlos und entsetzt, unter ihnen auch Helmut Digel, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und ein engster Freund von Dieter Baumann. Der Sport, der eigentlich eine Vorbildfunktion für die Jugend übernimmt, verliert durch den Doping-Fall Baumann ein großes Stück von seiner Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit.
„Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Helmut Digel, wackelt das Fundament des Sports wie bei einem Erdbeben.“ Aber warum überraschen uns Dopingmeldungen in den Medien überhaupt noch, wenn ein Sportler versucht, den Anschluss an die Weltspitze zu finden? Die vorliegende Diplomarbeit soll an die vergangene und noch bestehende Doping-Problematik erinnern und aufzeigen wie wirksam die Dopingbekämpfung wirklich ist.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel meiner Diplomarbeit wird ein umfassender allgemeiner Rückblick über die Geschichte des Dopings von der Antike bis zu den aktuellen Doping-Fällen im modernen Hochleistungssport gegeben. Wie entwickelte sich das Phänomen Doping im Sport? Welche Hintergründe müssen bei der Darstellung berücksichtigt werden? Wie gehen die Fachverbände mit der Doping-Problematik um?
Im dritten Kapitel der Arbeit wird auf die Entwicklung der ersten Definitionen und Bestimmungen der einzelnen Verbände zur Bekämpfung des Phänomens Doping eingegangen. Was beinhalteten die ersten Doping-Regeln?
Doping ist ein Begriff, der viele Assoziationen hervorruft. Die möglichen schweren gesundheitlichen Folgen für dopende Sportler sind über weite Bereiche schwer abzuschätzen. Wie sieht die Wirkungsweise dieser Medikamente aus? Welche Substanzen sind dabei besonders gefährlich für den Sportler? Tatsache ist, dass die Anzahl der Todesfälle im Sport auf eine stattliche Anzahl angewachsen ist. Auf Wirkstoffgruppen, Methoden und ihre Wirkungen bzw. Nebenwirkungen und Nachweisverfahren wird daher im vierten Kapitel dieser Arbeit näher eingegangen.
Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die Dopingbekämpfung. Welche Anstrengungen unternehmen die Fachverbände, um das Doping-Phänomen, hier speziell am Beispiel der Sportart Leichtathletik einzudämmen und einen möglichst fairen Ablauf von Leistungssport zu gewährleisten? Einen Überblick über die Maßnahmen einzelner Gruppen, Verbände und Kontrollsysteme zur Bekämpfung der Dopingsituation in der Leichtathletik, soll im fünften Kapitel der vorliegenden Arbeit gegeben werden.
Im sechsten und letzten Kapitel der Arbeit soll eine Diskussion die abschließende Beurteilung des Dopingproblems vornehmen. Welche Gründe sind dafür verantwortlich, dass die Bekämpfung des Doping-Problems immer wieder scheitert? Ist das Dopingproblem überhaupt noch in den Griff zu bekommen? In den Medien ist das Thema Gen-Doping schon gegenwärtig. In Zukunft sollen im 100 m-Finale der Männer Leistungen nahe der Acht-Sekunden-Marke denkbar sein. Oder gipfelt die ganze Diskussion sogar darin, dass man Doping freigeben soll, um die Chancengleichheit zu wahren?
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffsbestimmung ‚Doping' | 4 |
| 3. | Doping im Sport | 6 |
| 3.1 | Doping von der Antike bis zum 18. Jahrhundert | 6 |
| 3.2 | Doping im 19. Jahrhundert | 9 |
| 3.3 | Doping im 20. Jahrhundert | 12 |
| 3.3.1 | Doping von 1900 - 1950 | 12 |
| 3.3.2 | Doping von 1950 - 1970 | 17 |
| 3.3.3 | Doping von 1970 - 1990 | 24 |
| 3.3.4 | Doping von 1990 - 2000 | 37 |
| 3.3.5 | Doping ab 2000 | 48 |
| 3.4 | Doping-Statistiken des IOC der Winter- und Sommerspiele 1968 – 1996 | 52 |
| 4. | Entwicklung der Doping-Definitionen | 55 |
| 5. | Verbotene Wirkstoffgruppen und Methoden | 63 |
| 5.1 | Verbotene Wirkstoffgruppen | 65 |
| 5.1.1 | Stimulantien | 65 |
| 5.1.2 | Narkotika (opioide Analgetika) | 68 |
| 5.1.3 | Anabole Wirkstoffe | 70 |
| 5.1.4 | Diuretika | 75 |
| 5.1.5 | Peptidhormone und Analoge | 76 |
| 5.2 | Verbotene Methoden | 79 |
| 5.2.1 | Blutdoping | 79 |
| 5.2.2 | Anwendung künstlicher Sauerstoffträger und Plasmaexpander | 81 |
| 5.2.3 | Pharmakologische, chemische und physikalische Manipulationen | 82 |
| 5.3 | Zugelassene Wirkstoffgruppen mit gewissen Einschränkungen | 83 |
| 5.3.1 | Alkohol | 83 |
| 5.3.2 | Cannabinoide | 84 |
| 5.3.3 | Lokalanästhetika | 85 |
| 5.3.4 | Cortikosteroide | 86 |
| 5.3.5 | Beta - Blocker | 86 |
| 6. | Anti-Doping-Kampf am Beispiel der Sportart Leichtathletik | 88 |
| 6.1 | Verhalten internationaler Sportverbände im Anti-Doping- Kampf | 90 |
| 6.2 | Verhalten des nationalen Verbandes DLV im Anti-Doping-Kampf | 101 |
| 6.3 | Problemlösungsstrategien | 108 |
| 6.3.1 | Pädagogisierung | 109 |
| 6.3.2 | Anreiznivellierung | 109 |
| 6.3.3 | Kontrollintensivierung | 110 |
| 6.3.4 | Selbstbeschränkungsabkommen | 111 |
| 7. | Diskussion | 112 |
| 8. | Ausblick | 118 |
| Anhang | ||
| Quellen- und Literaturverzeichnis | ||
| Tagespresse-Verzeichnis | ||
| Zeitschriften-Verzeichnis | ||
| Abbildungsverzeichnis | ||
| Tabellenverzeichnis | ||
| Internet-Recherchen | ||
| Literaturverzeichnis | ||
| Lebenslauf | ||
| Berufserfahrung |
1994 verabschiedeten das IOC, die meisten internationalen olympischen Sportverbände und die Nationalen Olympischen Komitees den medizinischen Kodex. Hiermit wurde die international einheitliche Bekämpfung und Bestrafung des Dopings im Sport beschlossen.224 Die Anti-Doping-Kommission (ADK) des Deutschen Sportbundes hat hingegen eine Positivliste herausgebracht. Für Athleten, Trainer und behandelnde Ärzte ist es oft schwierig herauszufinden, welches Medikament einen verbotenen Wirkstoff enthält oder nicht. Die Medikamente sind dort in verschiedene Gruppen eingeteilt. Das Gliederungsschema berücksichtigt dabei in erster Linie Leitsymptome bzw. Beschwerden. Die Medikamente sind jeweils alphabetisch in Gruppen aufgeteilt.225 Eine aktuelle Betrachtung der gültigen Dopingdefinition soll am Beispiel der Sportart Leichtathletik aufgezeigt werden. Ausgangsituation ist die Autonomie der nationalen und internationalen Fachverbände gegenüber dem IOC. Infolge der Eigenständigkeit der IAAF in Sachen Dopingfragen unterscheiden sich auch die Dopinglisten, Dopingbestimmungen und Strafregelungen voneinander. Dieser Sachverhalt führte des öfteren zu Problemen in der Handhabung einer einheitlichen Doping-Problematik. Doping-Sperren, die auf nationaler Ebene erhoben oder auch aufgehoben wurden, sind vom internationalen Fachverband oft gegenteilig behandelt worden, wie der Fall Baumann jüngst beweist. Der Athlet Baumann wurde durch die nationale Gerichtsbarkeit, dem Sportgericht des DLV am 13. Juli 2000 erst vom Dopingvorwurf freigesprochen und später vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bis zum 21. Januar 2001 wegen Dopings gesperrt.226 Helmut Digel beschreibt das Problem wie folgt: [...]
praxisorientierte Definition. Sie geht in ihrer Fassung von 1977 über die Formulierung des Europarates hinaus. Der Grund liegt darin, dass sie im 2. Absatz die allgemeine Definition des 1. Absatzes durch Aufzählung der für alle Sportarten verbotenen Wirkstoffgruppen, Phenyethylaminderivate, Narkotika, Analeptika und anabole Hormone, ergänzt. HOLLMANN und HETTINGER berichten, dass heute gegenüber den klassischen Dopingsubstanzen biochemische und physikalische Methode zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Wettkampf existieren, deren Einstufung als Dopingmaßnahme umstritten ist. Sie nennen drei Hauptgründe, die für die Nichtaufnahme in Dopinglisten verantwortlich sein können: „1. Die ungenügende Kontrollmöglichkeit. Ein Gesetz, dessen Einhaltung praktisch nicht überwacht werden kann, ist durchweg ohne Wirkung. 2. Die Notwendigkeit einer chemischen Substitution verlorengegangener Körpersubstanzen, die unter der gegebenen Trainingsbelastung bei normaler Ernährung nicht [...]
Leistungssteigerung während des Wettkampfes ist als Doping zu bezeichnen“.213 Der Ausdruck ‚eines jeden Medikamentes’ hatte zur Folge, dass auch sämtliche Einnahmen von Vitaminen verboten waren. Die ersten Antidopingregeln richteten sich gegen die Anwendung von Stimulantien und Narkotika im Wettkampf. Im Laufe der Jahre wurde dieses Verbot auf weitere Substanzklassen erweitert.214 Erst 1962 fasst das IOC in Moskau einen Beschluss gegen das Doping.215 Die Doping-Kommission des Europarates für außerschulische Erziehung hat Doping im Jahre 1963 folgendermaßen definiert: „Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in abnormer Form und physiologischer Substanzen in abnormer Form oder auf abnormalen Wege an gesunde Personen mit dem Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung für den Wettkampf. Außerdem müssen verschiedene physiologische Maßnahmen zur Leistungssteigerung des Sportlers als Doping angesehen werden.“216 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448028
Arbeit zitieren:
Junkes, Ralf Dezember 2000: Die Geschichte des Dopings im Sport und der Kampf gegen Doping am Beispiel der Sportart Leichtathletik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Anti-Doping-Kampf, Doping, Geschichte, Leichtathletik




