Auswirkung der Umsetzung der EU-Richtlinie "Digitale Signatur" auf Geschäftsprozesse im Rechnungswesen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marko Pfeiffer
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 136 Seiten
- Dateigröße: 869,1 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Schmalkalden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4509-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4509-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4509-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pfeiffer, Marko August 2001: Auswirkung der Umsetzung der EU-Richtlinie "Digitale Signatur" auf Geschäftsprozesse im Rechnungswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Digitale Signatur, Digitale Unterschrift, elektronische Signatur, elektronische Unterschrift, Geschäftsprozesse
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Diplomarbeit von Marko Pfeiffer
Einleitung:
Im heutigen Geschäftsleben gewinnt der Bereich eBusiness immer mehr an Bedeutung. Nach einer Studie der KPMG und der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände sind heute mehr als 90% aller befragten Unternehmen Online. 1999 wurden weltweit Onlineumsätze in Höhe von 180 Mrd. Euro getätigt. Dies verlangt allerdings eine sichere Abwicklung aller Transaktionen. Die sichere Identifizierung des Geschäftspartners und die Integrität der abgeschlossenen Willenserklärung bzw. der übermittelten Daten müssen zweifelsfrei gewährleistet sein.
Es genügt allerdings nicht, dass ein Verfahren technisch sicher ist, es muss auch vom Gesetzgeber als sicher erachtet werden. Nur ein vom Gesetzgeber anerkanntes Verfahren bietet die im Geschäftsleben erforderliche Rechtssicherheit. Am 13.12.1999 wurde vom Europäischen Parlament die Richtlinie 1999/93/EG über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen verabschiedet. Sie soll deren Verwendung erleichtern und zu ihrer rechtlichen Anerkennung beitragen. Die geänderte nationale (Signaturgesetz) und internationale (EU Richtlinie 1999/93/EG) rechtliche Situation macht es notwendig, die vom Gesetz unterschiedenen elektronischen Signaturen klar zu definieren. Die so identifizierten Signaturen müssen auf ihre Rechtssicherheit geprüft werden, denn es können für den Außenverkehr (Kommunikation mit der Unternehmens- bzw. Konzernumwelt) nur Signaturen eingesetzt werden, bei denen Rechtssicherheit festgestellt wurde.
Als Einsatzgebiet elektronischer Signaturen bieten sich Schnittstellen an Prozess- oder Kompetenzgrenzen an. Für die Implementierung der Signaturen in Geschäftsprozesse eines Unternehmens ist es nötig, die davon betroffenen Geschäftsprozesse den neuen Anforderungen anzupassen.
Gerade im Bereich der Geschäftsprozessoptimierung existiert ein hohes Potential, Kosten zu reduzieren und Prozesslaufzeiten zu senken. Es soll eine klare Aussage getroffen werden, ob zum jetzigen Zeitpunkt bzw. in naher Zukunft der Einsatz elektronischer Signaturen in Geschäftsprozessen des Rechnungswesen wirtschaftlich sinnvoll ist, und welche Auswirkungen eine solche Umstellung hat. Diese Arbeit soll Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse darstellen.
Ziel ist es, eine Handlungsempfehlung für Unternehmen zu geben, welche die heutigen Möglichkeiten moderner Signaturverfahren zur Optimierung ihrer Geschäftsprozesse oder Erschließung neuer Geschäftsfelder, wie Onlinehandel, nutzen wollen. Die mit der Entscheidung verbundenen wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Risiken, aber auch Chancen werden identifiziert und bewertet. Dazu wird eine Analyse der technischen und rechtlichen Situation durchgeführt und die so festgestellten Fakten in einer Nutzwertanalyse ausgewertet und die vorteilhafteste Handlungsalternative festgestellt.
Gang der Untersuchung:
Die technische und rechtliche Ist-Situation wird in Kapitel 2 dargestellt. Da die EU Richtlinie 1999/93/EG in Deutschland keine unmittelbare Gesetzeskraft hat, muss die nationale Gesetzgebung mit in diese Untersuchung eingeschlossen werden.
In Kapitel 3 werden die Geschäftsprozesse des Rechnungswesen wie sie üblicherweise heute ablaufen dargestellt und untersucht, welche Prozess-änderungen für den Integration elektronischer Signaturen notwendig sind und welche Auswirkungen diese haben. Anhand eines Beispielprozesses wird dargestellt, an welchen Stellen die Geschäftsprozessänderungen in den Sub-prozessen durchgeführt werden müssen. Subprozesse wie Angebotsversand, Angebotsprüfung und Archivierung der Belege werden in Strukturplänen definiert und näher erläutert.
In der folgenden Nutzwertanalyse (Kapitel 4) werden die vom Gesetz unterschiedenen Signaturen dahingehend untersucht, ob deren Einsatz sinnvoll bzw. welche der untersuchten Alternativen für die Einsatz in Geschäftsprozesse des Rechnungswesen geeignet ist.
In Kapitel 5 werden die mit der Einführung von Signaturen verbundenen Risiken aufgezeigt und Rationalisierungspotentiale dargestellt.
In den Kapiteln 6 und 7 werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Anwendung der Digitaler Signatur gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 2 |
| 2. | Ist Analyse | 4 |
| 2.1 | Technische Situation | 4 |
| 2.1.1 | Grundlagen - Digitale Signatur und Signaturverfahren | 4 |
| 2.1.2 | Realisierung und Implementierung | 9 |
| 2.2 | Rechtliche Situation | 11 |
| 2.2.1 | EU Richtlinie | 11 |
| 2.2.2 | Novellierung des Signaturgesetz und der Signaturverordnung | 13 |
| 2.2.3 | Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) | 17 |
| 2.2.4 | Zivilprozessordnung (ZPO) | 17 |
| 2.2.5 | Zusammenfassung | 18 |
| 3. | Auswirkung der elektronischen Signatur auf Geschäftsprozesse | 20 |
| 3.1 | Merkmale von Geschäftsprozessen | 20 |
| 3.2 | Beschreibung des Mustergeschäftsprozesses | 23 |
| 3.3 | Implementierung der Digitalen Signatur | 24 |
| 3.3.1 | Der Subprozess „Angebotsversand“ | 26 |
| 3.3.2 | Der Subprozess „Angebotsprüfung“ | 27 |
| 3.3.3 | Der Subprozess „Archivierung“ | 28 |
| 3.3.4 | Weitere Anwendungsmöglichkeiten | 30 |
| 3.4 | Auswirkungen der Implementierung | 30 |
| 3.4.1 | Eigenhändige Unterschrift auf Papier | 31 |
| 3.4.2 | Qualifizierte elektronische Signaturen angemeldeter Zertifizierungsstellen | 33 |
| 3.4.3 | Qualifizierte elektronische Signaturen freiwillig akkreditierter Zertifizierungsstellen | 36 |
| 4. | Nutzwertanalyse | 37 |
| 4.1 | Einleitung | 37 |
| 4.2 | Beurteilungskriterien | 39 |
| 4.3 | Durchführung und Ergebnisse der Nutzwertanalyse | 43 |
| 5. | Chancen und Risiken | 51 |
| 5.1 | Rationalisierungspotentiale | 51 |
| 5.2 | Risiken | 53 |
| 5.2.1 | Organisatorische und wirtschaftliche Risiken | 53 |
| 5.2.2 | IT-Risiken und Sicherheit | 54 |
| 6. | Ergebnisse der Arbeit | 58 |
| 7. | Ausblicke | 61 |
| Literaturverzeichnis | VI | |
| Anhang | XII | |
| 7.1 | Richtlinie 1999/93/EG des Europäische Parlamentes und des Rates | XIII |
| 7.2 | Gesetz über Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen (Signaturgesetz - SigG) | XXVII |
| 7.3 | Arbeitspapier zur Vorbereitung einer Verordnung zur elektr. Signatur und zur Umstellung der Gebühren auf Euro | L |
| 7.4 | Gesetz zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer | |
| Vorschriften an den modernen Rechtsgeschäftsverkehr | LXVIII | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | LXX |
(psychologisch und rational begründbar) wird immer wieder die mangelnde Sicherheit aufgeführt.98 Dieses Argument ist jedoch bei der Nutzung Digitaler Signaturen nicht mehr haltbar. Nachdem die rechtliche Gleichstellung zwischen Digitaler Signatur und eigenhändiger Unterschrift mit der BGB-Änderung vollzogen wurde, ist auch dieses Hemmnis aus dem Weg geräumt. Das einzige real exsistierende Problem, welches die großflächige Nutzung Digitaler Signaturen noch behindern kann, sind fehlende Soft- und Hardwarestandards für Signaturkomponenten. Wenn Softwarelösungen zur Verfügung stehen, die die Zertifikate aller Anbieter verarbeiten können und gängige Kartenlesegeräte unterstützen, steht der Nutzung Digitaler Signaturen nichts mehr im Weg. Die im Rahmen der Implementierung durchgeführte Prozessneumodellierung bietet die Möglichkeit weitere Prozessbedingte Rationalisierungspotentiale aufzudecken. Nach Umsetzung der neuen Prozessketten und deren Einbettung in die Systemlandschaft des Unternehmens, kann mit der kontinuierlichen Nutzung digitaler Signaturen begonnen werden. Geschäftsprozesse werden dadurch zwar etwas komplexer aber, bei [...]
Weiterhin sollte es nicht möglich sein, zwei Dokumente mit gleichem HASHWert zu finden. Ältere Verfahren wie MD4 erzeugen einen 128-bit HASH-Wert mit einer extrem schnellen Funktion (236 Mbit/s94). Dies führt aber auch dazu, dass mit MD4-bearbeitete Daten schnell wieder entschlüsselt werden können.95 Neuere Verfahren wie das heute meistgenutzte MD5 sind zwar etwas langsamer (174 Mbit/s96) aber bedeutend sicherer. Bisher konnten keine erfolgreichen Angriffe gegen MD5 durchgeführt werden. Verschiedene Analysen konnten allerdings mögliche Schwachstellen bei reiner Perl Implementierung (Programmiersprache) nachweisen.97 Fazit: Absolute Sicherheit kann weder die eigenhändige Unterschrift noch eine Digitale Signatur bieten. Digitale Signaturen können bei der Nutzung geeigneter Schlüssellängen allerdings eine etwas höhere Sicherheit als eigenhändige Unterschriften bieten. Diese Sicherheit hängt unmittelbar mit der [...]
selungsverfahren mit mindestens 128 Bit bei symmetrischen bzw. 2048 Bit bei asymmetrischen Verfahren können als sicher beurteilt werden. Die in den USA existieren Ausfuhrverbote für Softwareprodukte mit Schlüssellängen über 512 Bit beschränken die Softwareauswahl auf alle nichtamerikanischen Produkte. In einem Versuch wurde ein solcher 512 Bit Schlüssel (RSA 155 – Verfahren) vom „Centrum voor Wiskunde en Informatica“ in Amsterdam „geknackt“93. Es wurden ein Cray 900-16 und 300 PCs/Workstations im Wert von mehreren Millionen Dollar benötigt. Benötigt wurde insgesamt eine theoretische Rechenzeit von 35 Jahren, welche auf alle Rechner verteilt war. Die Tatsächliche Rechenzeit lag bei etwa 7 Monaten. Ein weiterer Schwachpunkt kann die Verwendung nicht mehr zeitgemäßer Einweg-HASH-Verfahren sein. Solche Verfahren sollen keinerlei Rückschlüsse auf das Ausgangsdokument ermöglichen - daher die Bezeichnung 'Einweg'. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832445096
Arbeit zitieren:
Pfeiffer, Marko August 2001: Auswirkung der Umsetzung der EU-Richtlinie "Digitale Signatur" auf Geschäftsprozesse im Rechnungswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Digitale Signatur, Digitale Unterschrift, elektronische Signatur, elektronische Unterschrift, Geschäftsprozesse




