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Einleitung:
Seit dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich und dem Ausscheiden in der Vorrunde bei der Europameisterschaft 2000 in den Niederlande und Belgien ist die Diskussion über die Ursachen dafür bislang nicht zur Ruhe gekommen. Als Grund für das schlechte Abschneiden der Nationalmannschaft in den letzten Jahren kamen sowohl Journalisten als auch Sportfunktionäre einhellig zu dem Schluss, dass der deutsche Fußball nicht genügend Talente hervorbringt bzw. die vorhandenen Talente nicht genügend Spielpraxis bekommen.
Die Konsequenzen dieser sportlichen Entwicklung sind, dass vielerorts – sowohl in den Vereinen als auch beim Deutschen Fußball-Bund – über Konzepte der Talentförderung, d.h. der Ausbildung von Nachwuchsspielern nachgedacht wird. Franz Beckenbauer betont, dass der Übergang aus der Jugend in den aktiven Bereich die schwierigste Phase. Diese Problematik wird in den nachfolgenden Ausführungen aus unterschiedlichem Blickwinkel aufgegriffen. Im Vordergrund der Studie steht die Ausbildung von talentierten Nachwuchsspielern und die Rekrutierung von Spielern für den professionellen Fußball unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Sportspiels Fußball aus sportwissenschaftlicher Sicht und der Besonderheiten des Marktes Berufsfußball aus ökonomischer Sicht.
Gang der Untersuchung:
Im zweiten Kapitel wird das seit Jahrzehnten erfolgreiche Ausbildungssystem von Ajax Amsterdam vorgestellt. Dieses System wird von den Verantwortlichen vieler Vereine als Vorbild genannt und versucht zu kopieren. Bei Ajax Amsterdam sind die Ausbildungsinhalte genau auf die Anforderungen der eigenen Profimannschaft, d.h. auf den späteren Arbeitsmarkt abgestimmt. Die Jugendlichen werden spezifisch auf bestimmte Positionen in dem taktischen Spielsystem der Profis ausgebildet, um ihnen den Einstieg in den Profifußball zu erleichtern.
Im dritten Kapitel werden die Leistungsfaktoren im Fußball aus sportwissenschaftlicher Sicht dargestellt, wobei das Hauptaugenmerk der Taktik und dem praktizierten Spielsystem einer Mannschaft gilt. Diesen Faktoren wird deshalb besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie das Zusammenspiel der Teammitglieder, von dem letztlich der Mannschaftserfolg abhängig ist, bestimmen. Da sich jede Mannschaft diesbezüglich unterscheidet, muss eine zielgerichtete Ausbildung diese Aspekte berücksichtigen. Anschließend werden die Inhalte und Bedeutungen des taktischen Spielsystems in einen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Kontext übertragen. Danach wird die Struktur des Wirtschaftszweiges bezahlter Fußball herausgearbeitet, und zwar insbesondere die Probleme, die sich aus der Eigenart der Produktion ergeben.
Sowohl aus sportwissenschaftlicher als auch aus ökonomischer Sicht beschreibt die Ausbildung einen langwierigen, zielgerichteten Prozess, dessen Inhalte von einem Ausbilder bzw. Trainer bestimmt werden. Ist die Ausbildung in einem Verein zielgerichtet auf die Anforderungen der Profimannschaft abgestimmt, kommt es zu Problemen, wenn der Trainer der Profimannschaft wechselt und damit eine Änderung des taktischen Spielsystems verbunden ist. Diese Situation wird in Kapitel 5 bedacht. Dort wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss ein Trainer- aber auch ein Spielerwechsel auf den sportlichen Erfolg einer Mannschaft hat.
Die Studie schließt mit einer empirischen Untersuchung in Form einer standardisierten Expertenbefragung ab. Deren Ziel ist es herauszufinden, wie die Ausbildung von Nachwuchsspielern gestaltet sein muss, damit möglichst viele das Berufsziel Berufsfußballspieler erreichen. Die Analyse besteht aus zwei Teilen: der Befragung sowohl der Trainer als auch der Jugendkoordinatoren aller Vereine der 1. und 2. Bundesliga sowie ausgewählter Vereine der Regionalliga. Durch die Befragung der Trainer soll herausgefunden werden, welche Anforderungen der Arbeitsmarkt Berufsfußball an die Spieler stellt. In einem zweiten Schritt wird verglichen, inwieweit die Ausbildung von talentierten Nachwuchsspielern auf die Ansprüche des zukünftigen Arbeitsmarktes abgestimmt ist. Neben dieser Charakterisierung des Arbeitsmarktes Berufsfußball werden noch interessante Einzelbefunde erhoben, die sich aus den nachfolgenden Ausführungen ableiten.
Inhaltsverzeichnis:
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