Marktforschungsgestützte Entwicklung von Marketingmaßnahmen für das Museum im Kulturspeicher Würzburg
Höhere Besucherzufriendenheit und -bindung durch die Methoden qualitativer Forschung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas Geiger
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 160 Seiten
- Dateigröße: 948,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3538-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3538-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3538-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Geiger, Thomas Mai 2004: Marktforschungsgestützte Entwicklung von Marketingmaßnahmen für das Museum im Kulturspeicher Würzburg, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kulturmarketing, Marktforschung, Kundenbindung, Kulturmanagement, Kulturbetrieb
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Diplomarbeit von Thomas Geiger
Einleitung:
„Die besten Ideen kommen mir, wenn ich mir vorstelle, ich bin mein eigener Kunde.“ (Charles Lazarus, *1923, amerik. Unternehmer).
Dieses Zitat stammt aus dem Munde eines erfolgreichen amerikanischen Unternehmers. Was er damit aussagen will, ist noch eindringlicher als der wohlbekannte Ausspruch: „Der Kunde ist König.“ Dieser mittlerweile häufig benutzte Satz ist heute eine Selbstverständlichkeit – aber in die Tat umgesetzt wird er oftmals nicht. Charles Lazarus gibt eine simple und dennoch sehr aussagekräftige Handlungsanweisung: Alles aus der Sicht des Kunden zu sehen! Dies ist der Schlüssel zu den besten Ideen, mit dem Ziel, erfolgreich ein Unternehmen zu führen - oder ein Museum. In dieser Arbeit betrachtet der Verfasser das Untersuchungsobjekt Museum im Kulturspeicher in Würzburg primär aus betriebswirtschaftlicher Sicht – als ein Unternehmen. Dies mag auf den ersten Blick ungewohnt sein. Es stellt sich die Frage, ob die Kombination aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, aus Gemälden, Skulpturen und Bilanzen verträglich ist.
In den letzten Jahren sind die Anforderungen an kulturelle Betriebe deutlich gestiegen. Besonders finanzielle Aspekte sind hierbei von Bedeutung. Vor 10 oder 20 Jahren war es nicht unbedingt notwendig, im Museum ein „Management“ zu haben. Es wäre früher sogar kaum denkbar gewesen, Management und Marketing – Begriffe aus der Betriebswirtschaftslehre – mit Kultur und Kunst in Verbindung zu setzen. Doch heute sind Marketing, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit etc. wichtige Instrumente zum Überleben kultureller Einrichtungen. Der Blick in die freie Wirtschaft ist ein hilfreiches Mittel für Kulturbetriebe.
Anhand dieser Diplomarbeit wird ersichtlich werden, dass und wie man mit Mitteln des Marketing der Kultur (in Form eines Museumsbetriebes) Nutzen bringen kann. Ausgangsgrundlage sind die Kunden, also die Besucher des Museums. Eine tiefgehende Analyse soll den anonymen Besucher durchleuchten. Deswegen wird Marktforschung betrieben. Aus dem unbekannten Wesen soll ein konkretes, strukturiertes Profil entstehen. Erforscht werden zuerst allgemeine personenbezogene Informationen – beispielsweise in Form soziographischer und demographischer Daten. Darüber hinaus ist die Höhe der Zufriedenheit eine bedeutsame zu untersuchende Größe. Diese Besucherzufriedenheit gibt Aufschluss über die Qualität des Museums im Kulturspeicher im Allgemeinen und einzelner Teilbereiche im Speziellen. Zusätzlich werden Lob, Kritik, Anregungen und Wünsche der Besucher aufgespürt. Auf Basis dieses Wissens werden dann konkrete Verbesserungsvorschläge und Maßnahmenempfehlungen entwickelt. Diese sollen für die Zukunft wichtige Inhalte der Marketing-Strategie des Museums darstellen.
Ausgangspunkt und Ziel dieses modernen Museums-Marketings ist der Besucher, der Kunde. Die Befragung orientiert sich an ihm, wertet seine Zufriedenheit aus und nimmt ihn und seine Ideen ernst. Werden die Maßnahmen in die Realität umgesetzt, so erfährt der Besucher dieses positive Feedback. Das Resultat ist eine höhere Besucherzufriedenheit und erfolgreiche Besucherbindung.
Im Folgenden soll kurz die Methodik dieser Diplomarbeit erläutert werden. Zuerst geht der Autor auf das Untersuchungsobjekt, das Museum im Kulturspeicher in Würzburg ein. Danach gilt einen globaler Blick der finanziellen Situation von Kultureinrichtungen in Deutschland im Jahre 2004. Die Wichtigkeit von betriebswirtschaftlichem Denken, insbesondere von Marketing und Marktforschung für einen Museumsbetrieb, wird nachfolgend dargestellt.
Im Anschluss an diese Grundlagen erfolgen die theoretischen Betrachtungen zu Marketing und Marktforschung. Schwerpunkt liegt in Kapitel 5 auf der qualitativen Marktforschungsmethode, da die tiefgehende Problemstellung dies erfordert.
Die Anwendung in der Praxis durch die Besucheranalyse folgt im nächsten Kapitel. Themen sind die Konzeption der Fragebögen, der Befragungsvorgang und die Auswertung der Ergebnisse. Hieraus resultieren dann die konkreten Marketing-Empfehlungen im 7. Kapitel. Schließlich erfolgt noch ein Blick auf das Marketing-Controlling und ein resümierendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis_ | VII | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Untersuchungsobjekt Museum im Kulturspeicher | 4 |
| 2.2 | Finanzielle Situation öffentlicher Kulturbetriebe | 5 |
| 2.3 | Anwendung von Marketing und Marktforschung | 8 |
| 3. | Marketing | 10 |
| 3.1 | Definition | 10 |
| 3.2 | Bedürfnis, Wunsch und Nachfrage | 10 |
| 3.3 | Die vier Marketing-Instrumente | 11 |
| 4. | Marktforschung | 14 |
| 4.1 | Vorbemerkung | 14 |
| 4.2 | Definition | 14 |
| 4.3 | Datenerhebung | 15 |
| 4.4 | Methoden der Primärdatenerhebung | 15 |
| 4.4.1 | Befragung | 16 |
| 4.4.2 | Beobachtung | 18 |
| 4.4.3 | Experiment | 18 |
| 4.5 | Auswahlverfahren | 19 |
| 4.5.1 | Zufallsauswahl | 19 |
| 4.5.2 | Bewusste Auswahl | 20 |
| 4.6 | Messfehler | 21 |
| 4.7 | Gütekriterien | 22 |
| 4.8 | Schlussbemerkung | 23 |
| 5. | Qualitative Marktforschung | 24 |
| 5.1 | Definition | 24 |
| 5.1.1 | Vergleich qualitative und quantitative Methodik | 24 |
| 5.1.2 | Zentrale qualitative Merkmale | 27 |
| 5.2 | Aufgabenfelder und Einsatzmöglichkeiten | 28 |
| 5.2.1 | Strukturierung des Untersuchungsfeldes | 28 |
| 5.2.2 | Qualitative Prognose | 29 |
| 5.2.3 | Ideengenerierung | 29 |
| 5.2.4 | Grobauswahl von Alternativen | 30 |
| 5.2.5 | Ursachenforschung | 30 |
| 5.3 | Der qualitative Forschungsprozess | 31 |
| 5.4 | Methoden der qualitativen Marktforschung | 34 |
| 5.4.1 | Qualitatives Interview | 34 |
| 5.4.1.1 | Exploratives Interview | 36 |
| 5.4.1.2 | Tiefeninterview | 37 |
| 5.4.1.3 | Fokussiertes Interview | 38 |
| 5.4.1.4 | Qualitative Inhaltsanalyse | 38 |
| 5.4.2 | Indirekte Befragung | 40 |
| 5.4.2.1 | Projektive Verfahren | 41 |
| 5.4.2.2 | Assoziative Verfahren | 42 |
| 5.4.3 | Gruppendiskussion | 42 |
| 5.4.4 | Qualitative Beobachtung | 43 |
| 5.5 | Gütekriterien qualitativer Marktforschung | 44 |
| 5.5.1 | Umfassendheit | 44 |
| 5.5.2 | Transparenz und Nachvollziehbarkeit | 45 |
| 5.5.3 | Validität | 46 |
| 5.5.4 | Inhaltliche Repräsentanz | 46 |
| 5.6 | Entwicklungsgeschichte qualitativer Methoden | 47 |
| 5.7 | Verhältnis qualitativer zu quantitativer Forschung | 49 |
| 6. | Besucheranalyse Museum im Kulturspeicher | 50 |
| 6.1 | Bestimmung der Forschungsmethoden | 50 |
| 6.2 | Quantitative Besucherbefragung | 51 |
| 6.2.1 | Konzeption | 51 |
| 6.2.2 | Soziodemographische Daten der Besucher | 52 |
| 6.2.3 | Geographische Merkmale der Besucher | 55 |
| 6.2.4 | Besucherverhalten | 56 |
| 6.2.5 | Zufriedenheit mit der Preisgestaltung | 59 |
| 6.3 | Qualitative Besucherbefragung | 60 |
| 6.3.1 | Definitionsphase | 60 |
| 6.3.2 | Designphase | 61 |
| 6.3.3 | Erhebungsphase | 63 |
| 6.3.4 | Auswertungsphase (Qualitative Inhaltsanalyse) | 64 |
| 6.3.4.1 | Zusammenfassung und Strukturierung der Ergebnisse | 64 |
| 6.3.4.2 | Produktpolitik des Kulturspeichers | 65 |
| 6.3.4.2.1 | Kernnutzen | 66 |
| 6.3.4.2.2 | Zusatznutzen | 67 |
| 6.3.4.2.3 | Verpackung | 71 |
| 6.3.4.2.4 | Produkt- und Programmplanung | 71 |
| 6.3.4.2.5 | Veranstaltungen und Events | 72 |
| 6.3.4.3 | Kommunikationspolitik des Kulturspeichers | 73 |
| 6.3.4.3.1 | Werbung | 73 |
| 6.3.4.3.2 | Öffentlichkeitsarbeit/PR | 75 |
| 6.3.4.3.3 | Direktmarketing | 76 |
| 6.3.4.3.4 | Verkaufsförderung | 77 |
| 6.3.4.4 | Preispolitik des Kulturspeichers | 77 |
| 6.3.4.5 | Distributionspolitik des Kulturspeichers | 78 |
| 6.3.5 | Kommunikationsphase | 79 |
| 7. | Marketing-Maßnahmenempfehlungen | 81 |
| 7.1 | Variation der Ausstellungen | 81 |
| 7.2 | Veranstaltungen und Events | 83 |
| 7.3 | Interaktion/Multimedia | 85 |
| 7.4 | Hintergrundinformationen zu den Künstlern | 86 |
| 7.5 | Direktmarketing | 87 |
| 7.6 | Erreichbarkeit | 88 |
| 7.7 | Öffnungszeiten | 88 |
| 7.8 | Medienauswahl | 89 |
| 7.9 | Weitere Empfehlungen | 89 |
| 7.9.1 | Internet | 89 |
| 7.9.2 | PR/Pressearbeit | 90 |
| 7.9.3 | Museumsshop | 91 |
| 7.9.4 | Preisanpassung | 92 |
| 8. | Marketing-Controlling | 93 |
| 9. | Fazit | 95 |
| Literaturverzeichnis | VIII | |
| Anhangsverzeichnis | XI | |
| Erklärung | LXIII |
Fast die Hälfte der Befragten gab bei der Frage nach dem Wohnort an, aus der Stadt oder dem Landkreis Würzburg zu sein. Es ist nicht überraschend, dass die größte Besuchergruppe aus der näheren Umgebung stammt zumal ein Teil des Museums, die Werke der Städtischen Galerie, einen starken Heimatbezug haben. Bemerkenswert ist, dass aus der näheren Umgebung, den Landkreisen Main-Spessart, Kitzingen und Main-Tauber, mit zusammen nur 8% Anteil ein sehr kleiner Personenkreis den Weg in den Kulturspeicher findet. Aus der Region Schweinfurt und weiter nördlich, der Rhön, kommen zusammen 10%, aus dem restlichen Bayern weitere 20% der Besucher. Dies sind deutlich mehr als aus den umliegenden Landkreisen. Dass das Museum erfreulicherweise viele Kunstinteressierte und Touristen aus größeren Entfernungen anlockt, verdeutlicht auch der Anteil von 12% Besuchern aus dem restlichen Bundesgebiet. Der Kulturspeicher hat eine klare Bedeutung in der bayerischen und deutschen Museumslandschaft über das [...]
Die Aufteilung der Besucher nach Altersgruppen zeigt diese Grafik. Deutlich ist ein Überhang der Älteren zu sehen. Personen mit einem Alter ab 60 Jahren machen fast ein Drittel der Besucher aus (30%), die ab 50-Jährigen insgesamt über die Hälfte. Am wenigsten vertreten sind Jugendliche bis 19 Jahren. Dies liegt zum einen allgemein an den Interessensgebieten der Jüngeren, welche weniger im kulturellen Bereich zu finden sind. Zum anderen muss aber angemerkt werden, dass viele Schulklassen den Kulturspeicher besuchen. Diese sind bei der Befragung nicht berücksichtigt. Gesteigert werden sollte auf jeden Fall der Anteil von jüngeren Museumsbesuchern. Geht man mehr in die Details, so fällt auf, dass erfreulicherweise doch relativ viele Besucher zwischen 20 und 29 Jahre alt sind. [...]
Um aktuelle, abgesicherte Informationen zu erhalten, bedarf es Primärdaten, das heißt Daten, Fakten und Informationen aus erster Hand, direkt von den Besuchern selbst.184 Sie liefern Hinweise zur Besucherstruktur, dem Besucherverhalten, der Einstellung und den Interessen der Besucher. Zur Besucheranalyse wird eine Kombination von quantitativer und qualitativer Forschung angewandt, wobei der Schwerpunkt auf der qualitativen Methode liegt. Grundlegende Informationen, quantifizierbare und eindeutig messbare Daten über die Besucher werden zuerst erforscht. Vorher festgelegte Merkmalsausprägungen, wie beispielsweise Alter und Herkunft der Befragten, sind „harte“ Informationen, die sich leicht mathematisch-statistisch auswerten lassen. Es handelt sich um eine deskriptive (beschreibende) Vorgehensweise; bestehende Sachverhalte werden gemessen und erfasst. Hierfür ist – wie in den Kapiteln 5.1.1. und 5.7. dargestellt – die quantitative Forschungsmethode anzuwenden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832435387
Arbeit zitieren:
Geiger, Thomas Mai 2004: Marktforschungsgestützte Entwicklung von Marketingmaßnahmen für das Museum im Kulturspeicher Würzburg, Hamburg: Diplomica Verlag
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Kulturmarketing, Marktforschung, Kundenbindung, Kulturmanagement, Kulturbetrieb




