Zum Phänomen "feindlicher" Übernahmen
Analyse von Motiven, Verhaltensweisen und Betroffenheit der beteiligten Parteien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Lars Roland Jehn
- Abgabedatum: März 1996
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 4,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3384-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3384-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3384-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jehn, Lars Roland März 1996: Zum Phänomen "feindlicher" Übernahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Lars Roland Jehn
Einleitung:
In den Vereinigten Staaten sind feindliche Übernahmen im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland eine gängige Form des Erwerbs unternehmerischer Ressourcen. Dort entfällt zwar nur etwa 1% der gesamten Akquisitionstätigkeit auf feindliche Übernahmeversuche, doch ist deren Kapitaleinsatz im Vergleich zu den anderen Aktivitäten wesentlich höher. So entwickelten sich zum Beispiel 13 der 21 Transaktionen des Jahres 1987, deren Volumen eine Milliarde US Dollar überstieg, aus feindlichen Übernahmeangeboten. Das gilt auch für die bisher größte Unternehmensakquisition der Wirtschaftsgeschichte, den Leveraged Buyout der RJR Nabisco, Inc. durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. für 24,7 Milliarden US Dollar. Außerdem wurden viele „Fortune 500 Unternehmen“ Ziel feindlicher Übernahmen. Diese Form der Unternehmensakquisition ist aber auch deswegen so bedeutend, da eine große Anzahl freundlicher Unternehmenszusammenschlüsse, ebenso wie viele Entflechtungen von Unternehmenskonglomeraten, ohne die „Gefahr“ feindlicher Übernahmen nicht zustande gekommen waren.
Das stärkere Aufkommen feindlicher Übernahmeangebote in den USA zu Beginn der achtziger Jahre ist im Zusammenhang mit der breiten Streuung des Aktienbesitzes und der zunehmenden Bedeutung der eine volatile Anlagepolitik verfolgenden institutionellen Investoren zu sehen. Wichtiger dürfte jedoch das durch die Entwicklung neuartiger Finanzierungsinstrumente wie hochverzinsliche und ungesicherte Anleihen, sogenannten Junk Bonds, ermöglichte Auftreten von Übernahmespezialisten sein. Für sie stellte die Größe eines Unternehmens nunmehr ebensowenig ein Erwerbshindernis dar, wie für die von Kohlberg Kravis & Co. angeführten Leveraged Buyout Firmen.
In der Bundesrepublik dagegen haben feindliche Übernahmen bisher eher Ausnahmecharakter. Dies liegt unter anderem daran, dass weniger als 0,15 % der deutschen Unternehmen börsennotiert sind und dass in Bankkreisen bis Ende der achtziger Jahre die Ansicht vorherrschte, dass es sich bei feindlichen Übernahmen um „Irrwege des amerikanischen Kapitalismus“ handele.“ Faktisch wurden zwischen 1981 und Mitte 1988 lediglich 29 freiwillige Übernahmeangebote abgegeben, worunter sich kein feindliches befand.9 Erst 1988 ist der erste bedeutende Versuch einer feindlichen Übernahme durch die Gebrüder Flick zu verzeichnen, die über „Strohmänner“ versuchten, eine Mehrheitsbeteiligung bei der Feldmühle Nobel zu erwerben.'° Angesichts der Übernahmeauseinandersetzungen Pirelli/Conti, Krupp/Hoesch und Aachener und Münchener Beteiligungs-AG/Assurances Generales de France hat sich gezeigt, dass deutsche Kapitalgesellschaften gleichermaßen Ziel feindlicher Übernahmeversuche werden können.
Deshalb sollen im folgenden „feindliche Übernahmen“ im Hinblick auf Motive, Verhaltensweisen und Betroffenheiten der beteiligten Parteien analysiert werden. Diese Untersuchung betrachtet dabei das Themengebiet ausgehend von den Altaktionären der Zielgesellschaft, dem Zielgesellschaftsmanagement und dem feindlichen Bieter als den kausalen und für den Verlauf eines solchen Phänomens entscheidenden Gruppen. Rechtliche Rahmenbedingungen finden dabei ebenso Beachtung wie sonstige externe Einflussfaktoren. Dazu soll zunächst der Begriff der „feindlichen Übernahme“ näher untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 1 | |
| Abbildungsverzeichnis | 3 | |
| Tabellenverzeichnis | 4 | |
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Begriff der feindlichen Übernahme | 7 |
| 3. | Motive der beteiligten Interessengruppen | 9 |
| 3.1 | Akquisiteure | 9 |
| 3.1.1 | Aspekte der langfristigen Verbindung zweier Unternehmungen | 9 |
| 3.1.1.1 | Generelle Überlegungen im Vorfeld der Akquisition | 9 |
| 3.1.1.2 | Erzielung von Synergieeffekten als Motiv langfristiger Unternehmensverbindungen | 11 |
| 3.1.1.3 | Umverteilung zu Lasten der Minderheitsaktionäre | 14 |
| 3.1.1.4 | Kritik/Probleme | 16 |
| 3.1.2 | Kurzfristig orientierte Gewinnabschöpfung | 22 |
| 3.1.3 | Beweggründe ineffizienter Übernahmen | 25 |
| 3.1.4 | Abschließende Betrachtung der Übernahmemotive | 27 |
| 3.2 | Aktionäre der Zielgesellschaft | 27 |
| 3.2.1 | Principal Agent Beziehungen und die Problematik der Agency Costs | 27 |
| 3.2.2 | Maximierung des Shareholder Value durch den Markt für Unternehmenskontrolle | 30 |
| 4. | Prozeß feindlicher Übernahmen unter Beachtung rechtlicher Restriktionen | 33 |
| 4.1 | Maßnahmen zur Erlangung der Kontrollmacht über das Zielunternehmen | 33 |
| 4.1.1 | Sukzessiver Aktienerwerb | 33 |
| 4.1.2 | Paketkäufe | 35 |
| 4.1.3 | Öffentliches Übernahmeangebot | 35 |
| 4.1.4 | Europäische Regelung | 36 |
| 4.2 | Finanzierungsformen im Rahmen des Übernahmeprozesses | 38 |
| 4.2.1 | Innen- versus Außenfinanzierung | 38 |
| 4.2.2 | Eigenkapitalfinanzierung | 39 |
| 4.2.3 | Mischformen der Finanzierung | 40 |
| 4.2.4 | Fremdkapitalfinanzierung | 42 |
| 4.2.4.1 | Anleihenemission | 42 |
| 4.2.4.2 | Schuldscheindarlehen | 43 |
| 4.2.4.3 | Sonderform der Finanzierung: Der Leveraged Buy-Out | 43 |
| 4.2.4.4 | Junk Bonds | 45 |
| 4.3 | Legitimität von Defensivmaßnahmen gegen unfreundliche Übernahmeversuche | 49 |
| 4.3.1 | Umgestaltung der Kapitalstruktur | 49 |
| 4.3.1.1 | Kapitalerhöhungen | 49 |
| 4.3.1.2 | Kapitalherabsetzung und Zwangseinziehung | 50 |
| 4.3.2 | Vinkulierte Namensaktien | 51 |
| 4.3.3 | Modifikation der Organisationsstruktur | 51 |
| 4.3.4 | Änderung der Stimmrechtsregelung | 53 |
| 4.3.5 | Maßnahmen des Vorstands | 55 |
| 4.3.5.1 | Generelle Zulässigkeit | 55 |
| 4.3.5.2 | Reduzierung der am Markt frei verfügbaren Stimmrechte | 56 |
| 4.3.5.2.1 | Ankauf eigener Aktien | 56 |
| 4.3.5.2.2 | Gegenseitige Beteiligungen und die Macht der Banken als Hindernisse feindlicher Übernahmen | 57 |
| 4.3.6 | Sonstige Abwehrmaßnahmen | 59 |
| 4.3.7 | Abschließende Betrachtung der Abwehrmaßnahmen | 60 |
| 5. | Resümee | 62 |
| Literaturverzeichnis | 65 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832433840
Arbeit zitieren:
Jehn, Lars Roland März 1996: Zum Phänomen "feindlicher" Übernahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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