Analyse des Einflusses digitaler Signaturen auf Transaktionsprozesse im Business-to-Business-Sektor
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Michael Buttkus
- Abgabedatum: März 2000
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 681,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2596-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2596-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2596-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Buttkus, Michael März 2000: Analyse des Einflusses digitaler Signaturen auf Transaktionsprozesse im Business-to-Business-Sektor, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: digitale Signatur, eCommerce, Business-to-Business, Internet, mCommerce
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Diplomarbeit von Michael Buttkus
Einleitung:
Diese Arbeit beschreibt verschieden Methoden digitaler Signaturverfahren. Um digitale Signaturen als Äquivalent zu einer rechtsverbindlichen handschriftlichen Unterschrift zu etablieren, schreiben Deutsche und Europäische Gesetze und Richtlinien diverse Vefahren zur Verwendung von Hard- und Softwarekomponenten vor.
Dennoch existieren am Markt auch Signaturverfahren, die diesen Anforderungen nicht genügen und die dennoch bereits weit verbreitet angewandt werden, so daß Lockerungen und Vereinfachungen der restriktiven Vorschriften für Anbieter und Anwender digitaler Signaturen derzeit kontrovers diskutiert werden.
E-Commerce hat bekanntermaßen seine größten Potentiale im b2b Sektor. Ausgehend von einer allgemeinen Darstellung dieser Potentiale betrachtet diese Arbeit denkbare Einsatzmöglichkeiten digitaler Signaturverfahren. Hierbei zeigt sich immer wieder, daß zwar etliche Einsatzmöglichkeiten (intern und extern, Internet vs EDI, virtuelle Märkte,…) denkbar, jedoch am Markt kaum realisiert sind.
Diese mangelnde Marktdurchdringung hat unterschiedliche Ursachen. Viele potentielle Anwender sind offensichtlich skeptisch in der Anwendung neuer Technologien, zumal digitale Signaturverfahren technisch hochkomplex und kaum vermittelbar sind. Darüberhinaus ist einer Vielzahl potentieller Anwender dieses Verfahren mit seinen Rechtsfolgewirkungen noch nicht geläufig, da die wenigen staatlich genehmigten und überwachten Anbieter (Deutschland) ihr Produkt kaum vermarkten. Dies liegt zum einen sicherlich an der derzeit schwelenden Diskussion der Rechtsverbindlichkeit (EU: gegeben, Deutschland: richterliches Wohlwollen) digitaler Signaturen. Andererseits können diese Anbieter kaum Verkaufsargumente für ihre Verfahren liefern, da sich zwar Potentiale aufzeigen lassen (wie in meiner Arbeit wohl erstmals umfassend geschehen), diese aber aufgrund mangelnder empirischer Untersuchungen kaum quantifizierbar sind.
Diese Arbeit bildet also qualitative Potentiale der Verfahren ab und stellt somit eine Grundlage für die Quantifizierung von Einsatzmöglichkeiten dar.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen und Problemstellung: Digitale Signaturen | 3 |
| 2.1 | Das Verfahren der digitalen Signatur | 4 |
| 2.1.1 | Sicherheitsinfrastruktur | 6 |
| 2.1.2 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 8 |
| 2.2 | Theoretische Fundierung des Verfahrens der digitalen Signatur | 10 |
| 2.2.1 | Institutionen und Verhaltensannahmen der NeuenInstitutionenökonomik | 10 |
| 2.2.2 | Erklärungsbeitrag des Transaktionskostenansatzes und der Property Rights Theorie | 12 |
| 2.3 | Electronic Commerce als Anwendungsfeld digitaler Signaturen | 14 |
| 3. | Digitale Signaturen im Transaktionsprozeß von Business-to-Business- Märkten | 17 |
| 3.1 | Transaktionen in Business-to-Business- Märkten | 17 |
| 3.1.1 | Transaktionsprozesse bei autonom erstellten Leistungen | 20 |
| 3.1.2 | Transaktionsprozesse bei integrativ erstellten Leistungen | 23 |
| 3.2 | Chancen und Anwendungsmöglichkeiten für digitale Signaturen | 30 |
| 3.2.1 | Grundsätzliche Potentiale des electronic commerce | 30 |
| 3.2.2 | Anwendungschancen für digitale Signaturen | 37 |
| 3.3 | Veränderungen des Transaktionsprozesses im Business-to-Business-Sektor durch digitale Signaturen | 45 |
| 3.3.1 | Veränderungen im Transaktionsprozeß bei autonomerstellten Leistungen | 46 |
| 3.3.2 | Veränderungen im Transaktionsprozeß bei integrativer Leistungserstellung | 50 |
| 4. | Praktische Relevanz und Akzeptanz digitaler Signaturen | 56 |
| 4.1 | Verbreitung und alternative Verfahrensformen digitaler Signaturen | 57 |
| 4.1.1 | Verbreitung gesetzeskonformer digitaler Signaturen | 58 |
| 4.1.2 | Alternative Signaturverfahren | 60 |
| 4.2 | Akzeptanz digitaler Signaturen | 62 |
| 4.2.1 | Diffusionsprobleme digitaler Signaturen | 62 |
| 4.2.2 | Personale Widerstände gegen digitale Signaturen | 66 |
| 4.3 | Kosten und Nutzen der Anwendung digitaler Signaturen | 69 |
| 5. | Zusammenfassung | 70 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 75 |
rungsstellen vergebenen öffentlichen Schlüssel. Rechtlichen Unsicherheiten und Haftungsfragen der Zertifizierungsstellen bei der elektronischen Geschäftsabwicklung sind durch das deutsche Gesetz zur digitalen Signatur noch nicht gänzlich geklärt, jedoch kann der Verwender digitaler Signaturen auf eine Sicherheitsvermutung zurückgreifen.204 Die technisch gesicherte Integrität und Authentizität digital signierter Dokumente soll im Falle eines juristischen Verfahrens richterlich honoriert werden.205 Somit leisten digitale Signaturen einen wichtigen Beitrag zur Zerstreuung praktisch relevanter Sicherheitsbedenken im electronic commerce. Allerdings werden elektronisch übermittelte Nachrichten durch digitale Signaturen nicht automatisch verschlüsselt, so daß unberechtigte Dritte in offenen Daten- und Kommunikationsnetzen Zugriff auf das übermittelte Dokument erhalten könnten.206 Der rechtmäßige Empfänger der Nachricht kann eine mißbräuchliche Veränderungen durch die Kontrolle der Prüfsummen zwar feststellen, jedoch ist das Konzept digitaler Signaturen nicht geeignet, vor Verlust übermittelter Daten zu schützen. Eine Schutzfunktion vor Verlusten digitaler Daten bieten andere kryptographische Anwendungen oder Sicherheitsprotokolle zur Übermittlung sensibler Daten, die mit dem Verfahren der digitalen Signatur durchaus kompatibel sind. So bleibt der Sicherheitsbeitrag digitaler Signaturen erhalten, während die Privatsphäre in offenen Netzen geschützt wird.207 Der Theorie der Neuen Institutionenökonomik folgend resultieren Sicherheitsbedenken bei elektronisch abgewickelten Geschäften aus der Annahme, daß nutzenmaximierende Wirtschaftssubjekte technische Unvollkommenheiten der zwischenbetrieblichen Geschäftsabwicklung zu ihren Gunsten ausnutzen.208 Unabhängig davon, ob Mißbrauchsfälle ohne die Verwendung digitaler Signaturen empirisch häufig zu beobachten sind, schafft das digitale Signaturverfahren durch gesetzlich vorgegebene Rahmenbedingungen Vertrauen und fördert so die Verbreitung des electronic commerce. Das Internet, als das am schnellsten entstandene und gewachsene Massenkommunikationsmittel, ist in seiner No204 205 [...]
den Prozessen im electronic commerce Potentiale zur Vereinfachung, Substitution und Beschleunigung bestimmter Teilschritte, andererseits können digitale Signaturen auch helfen, diejenigen Transaktionen online abzuwickeln, die bisher durch hohe Anforderungen an Authentizität und Integrität der übermittelten Dokumente noch nicht elektronisch realisiert werden. Ein grundlegendes Problem im electronic commerce ist die Sicherheit übermittelter Daten. Sicherheitsbedenken sind nach Untersuchungen der KPMG- Unternehmensberatung eine weit verbreitetes Hemmnis des electronic commerce Einsatzes.200 Da Unternehmen zunehmend auch sensible und geschäftskritische Daten elektronisch austauschen wollen, um die aufgezeigten Potentiale des electronic commerce auszuschöpfen, wird die Frage der Datensicherheit in offenen Netzwerken zu einem kritischen Aspekt digitaler Geschäfte. Hier scheinen digitale Signaturen geeignet, eine höhere Datensicherheit zu gewährleisten und somit Vertrauen in online übertragene Dokumente zu erzeugen. Das deutsche Gesetz zur digitalen Signatur schafft durch ein hoheitlich verankertes Zertifizierungssystem und daran anknüpfende technische Bedingungen die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz digitaler Signaturen. So sichert das kryptographische Signaturverfahren die Integrität, d.h. die Unverfälschtheit übermittelter Daten, und die Authentizität, d.h. die eindeutige Zuordnung des Dokumententextes zum Unterzeichnenden, digital signierter Dokumente.201 Dies ist durch das gesetzlich vorgegebene Signatursystem des privaten und öffentlichen Schlüssels gewährleistet. Staatlich genehmigte Zertifizierungsstellen als Vertrauensinstanz vergeben und verwalten öffentliche Schlüssel in allgemein zugänglichen Verzeichnissen.202 Der Absender signiert eine Nachricht, indem daran eine verschlüsselte Kurzfassung des Dokumententextes angehängt wird. Diese kann mit Hilfe des geheimen privaten Schlüssels berechnet werden und bildet daraus eine Prüfsumme. Der Empfänger der Nachricht stellt durch weitere Informationen der Signatur den zugehörigen öffentlichen Schlüssel des Absenders fest und decodiert die Prüfsumme.203 Stimmen beide Ergebnisse überein, so ist das digitale Dokument unverfälscht übermittelt worden; die Identifizierung des Absenders geschieht durch den von Zertifizie200 201 [...]
3.2.2 Anwendungschancen für digitale Signaturen Das Verfahren der Digitalen Signatur ist für den Einsatz in Kommunikationsund Datennetzen konzipiert, findet aber insbesondere in offenen, d.h. allgemein zugänglichen Netzwerken Verwendung. Gerade internetbasierte, offene Systeme194 zur Transaktionsabwicklung gewinnen im Business-to-Business-Sektor zunehmend an Bedeutung.195 Zwar steht electronic commerce im Business-toConsumer-Bereich im Mittelpunkt aktueller Diskussionen, doch ist dies eher auf die enorm steigende Anzahl neuer, privater Internetnutzer zurückzuführen. Tatsächlich sind die Wachstumsraten und -potentiale für Business-to-BusinessGeschäfte wesentlich größer als Umsatzentwicklungen in Business-toConsumer-Märkten.196 Unternehmen im Business-to-Business-Sektor stellen hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit ihrer Systeme und Anwendungen. Dies gilt insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kompatibilität der electronic commerce- Technologien.197 Folglich hat electronic commerce im Business-to-Business-Sektor verschieden Ausprägungsformen, die den individuellen Anforderungen gerecht werden: dies reicht vom einfachen Datenaustausch über Electronic Data Interchange (EDI) bis hin zu elektronisch voll integrierten Ablaufprozessen beispielsweise bei Just-in-Time-Lieferungen.198 EDI stellt ein Konzept vornehmlich zur zwischenbetrieblichen Kommunikation strukturierter Daten und Informationen über geschlossene Netze dar.199 Dagegen sind digitale Signaturen insbesondere für den Einsatz in offenen Kommunikations- und Datennetzen geeignet; ihre Anwendung nutzt bereits bestehende technologische Infrastrukturen und trägt so der steigenden Bedeutung der elektronischen Geschäftsabwicklung im Business-to-Business-Sektor über öffentlich zugängliche Kommunikationswege Rechnung. Folglich existieren für das Verfahren der digitalen Signatur grundsätzlich zwei verschiedene Anwendungsdimensionen: zunächst ergeben sich bei bestehen194 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832425968
Arbeit zitieren:
Buttkus, Michael März 2000: Analyse des Einflusses digitaler Signaturen auf Transaktionsprozesse im Business-to-Business-Sektor, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
digitale Signatur, eCommerce, Business-to-Business, Internet, mCommerce




