Ausländische Subunternehmer als Chance für deutsche Bauunternehmen?
Deutsche Bauunternehmen im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heinrich Pontiggia
- Abgabedatum: April 1998
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 84,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Biberach an der Riss Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1716-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1716-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1716-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pontiggia, Heinrich April 1998: Ausländische Subunternehmer als Chance für deutsche Bauunternehmen?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mindestlohn, Arbeitskosten, Entsendegesetz
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Diplomarbeit von Heinrich Pontiggia
Einleitung:
Die zunehmende Integration der Märkte korrespondiert mit einer zunehmend konträren Diskussion um Vor- und Nachteile einer globalisierten Arbeitswelt. Während exportorientierte Unternehmen den Wandel und die dadurch entstehenden Chancen begrüßen, fühlen sich immer mehr national orientierte Unternehmen durch ausländische Anbieter bedroht.
Die veränderten Rahmenbedingungen stellen insbesondere die Bauunternehmen vor neue Herausforderungen. Die Dynamik weitwirtschaftlicher und weltpolitischer Entwicklungen, wie z.B. der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa, das Entstehen einheitlicher Wirtschaftsblöcke, wie z.B. des EU-Binnenmarktes und die zunehmende inländische Präsenz ausländischer Konkurrenten haben nun zu einem intensivierten Wettbewerb geführt, der in Zeiten einer Strukturkrise und ohnehin schwachen Baukonjunktur Insolvenzhöchststände zur Folge hat.
Gerade kleinere und mittelständische Bauunternehmen, die häufig in begrenzten regionalen Märkten auftreten, bekommen die ausländische Konkurrenz deutlich zu spüren.
Die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte hat in der Baubranche eine lange Tradition. Während aber in früheren Jahren ausländische Arbeitnehmer bei deutschen Bauunternehmen fest angestellt wurden und somit den gleichen gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen wie deutsche Arbeitnehmer unterlagen, entfaltete sich in jüngster Zeit unter den vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten ausländischer Arbeitskräfte vor allem die Form des Subunternehmers, der auf Grundlage eines Werkvertrages für den deutschen Unternehmer tätig wird und weitestgehend, sofern die Tätigkeit von vornherein zeitlich begrenzt ist, den sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Bestimmungen seines Heimatlandes unterliegt.
Dieser Weg findet zunehmend Verbreitung, zumal im Sinne des Lean Production hierdurch eine erhebliche Kostenreduzierung erreicht werden kann. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: ,,Beim Rohbau für die Oberfinanzdirektion in Magdeburg erhielt ein Unternehmen den Zuschlag, das 85 portugiesische Billigkräfte einsetzte -Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz: zwei Millionen Mark.
Besonders in der Baubranche führte diese Entwicklung zu heftigen Diskussionen bis hin zu gesetzlichen Maßnahmen (Entsendegesetz), da immer mehr ausländische Arbeitnehmer aufgrund der niedrigeren Lohnkosten auf deutschen Baustellen eingesetzt wurden, parallel dazu aber immer mehr deutsche Bauarbeiter arbeitslos geworden sind.
Die Anzahl ausländischer Werkvertragsarbeitnehmer wird momentan auf ca. 170.000 geschätzt. Die Zahl der als arbeitslos gemeldeten deutschen Bauarbeitnehmer beläuft sich derzeit auf 368.000.
Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie den nationalen und internationalen Wettbewerb ergeben sich hierdurch auch Konsequenzen auf das Steuer und Sozialversicherungssystem sowie auf die Beschäftigungsstrukturen der Unternehmen selbst.
Neben den komparativen Kostenvorteilen sind allerdings auch die mit der Beschäftigung ausländischer Subunternehmer verbundenen Risiken zu beachten:
Aufgrund der Sprachschwierigkeiten, der Qualifikationsmängel und der mittlerweile hohen administrativen Anforderungen, die mit der Beschäftigung ausländischer Subunternehmer einhergehen können, werden gerade auch von Seiten der Bauunternehmen vermehrt Stimmen laut, die die Beschäftigung von ausländischen Subunternehmen als ,notwendiges Übel' bezeichnen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Unter diesen Gesichtspunkten gilt es mehr denn je, sich strategisch auf die momentanen Entwicklungen einzustellen, um sich langfristig Erfolgspotentiale sichern zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Vorwort | 1 |
| 2. | Einleitung | 3 |
| 2.1 | Veränderung der Ost-West-Lage | |
| 2.2 | Europäischer Binnenmarkt | |
| 2.3 | Globalisierung/lnternationalisierung | |
| 3. | Determinanten der Beschäftigung ausländischer Subunternehmer | 9 |
| 3.1 | Die Entwicklung der Lohn- und Lohnnebenkosten | |
| 3.1.1 | Darstellung der Lohn- und Lohnnebenkosten | |
| 3.1.2 | Internationaler Lohnkostenvergleich | |
| 3.2 | Trend zur Generalunternehmerschaft | |
| 3.2.1 | Entwicklung der Fremd- und Nachunternehmerleistungen | |
| 3.3 | Sicherung eines Wettbewerbsvorsprungs | |
| 4. | Rahmenbedingungen des Nachunternehmereinsatzes | 20 |
| 4.1 | Entsendegesetz | |
| 4.2 | Einschränkung der Ostkontingente | |
| 4.3 | Administrative Anforderungen | |
| 5. | Erfahrungsberichte von Bauunternehmen | 25 |
| 5.1 | Erfahrungen eines Baukonzerns | 25 |
| 5.1.1 | Bonitätsrisiken | |
| 5.1.2 | Kommunikationsschwierigkeiten | |
| 5.1.2.1 | Sprachliche Kommunikationsschwierigkeiten | |
| 5.1.2.2 | Mentale Kommunikationsschwierigkeiten | |
| 5.1.3 | Gefahr der Arbeitnehmerüberlassung | |
| 5.1.4 | Arbeitsqualität | |
| 5.1.5 | Problem des Handlings deutscher Maschinen und Geräte | |
| 5.1.6 | Unterkünfte und Verpflegung | |
| 5.1.7 | Einhaltung administrativer Vorschriften | |
| 5.1.8 | Moralabbau beim eigenen Personal | |
| 5.1.9 | Fazit | |
| 5.2 | Erfahrungen eines großen mittelständischen Bauunternehmens | 38 |
| 5.2.1 | Philosophischer Ansatz | |
| 5.2.2 | Auswahlverfahren | |
| 5.2.3 | Organisatorische Besonderheiten | |
| 5.2.4 | Absicherungsmöglichkeiten | |
| 5.2.5 | Strategische Ausrichtung | |
| 5.3 | Erfahrungen eines mittelständischen Bauunternehmens des Tiefbaus | 43 |
| 5.3.1 | Vorgehensweise der Zollbehörde | |
| 5.3.2 | Mentalitätsproblem | |
| 5.3.3 | Rechtsfreie Räume | |
| 5.3.4 | Strategische Ausrichtung | |
| 5.4 | Erfahrungen eines kleineren mittel ständischen Bauunternehmens | 47 |
| 5.4.1 | Mentale Einstellung | |
| 5.4.2 | Strategische Ausrichtung | |
| 6. | Steuerliche Risiken bei der Beschäftigung ausländischer Subunternehmer | 50 |
| 6.1 | Risiken aus der Umsatzsteuer | |
| 6.2 | Risiken aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer | |
| 6.2.1 | Haftung für die Steuerschulden des ausländischen Subunternehmers | |
| 7. | Auswertung des Fragebogens | 54 |
| 7.1 | Der Einsatz ausländischer Subunternehmer | 55 |
| 7.2 | Organisatorische Ausrichtung | 64 |
| 7.3 | Chancen + Risiken | 71 |
| 7.4 | Nein-Antworten | 78 |
| 7.5 | Zusammenfassung | 80 |
| 8. | Strategien | 82 |
| 8.1 | Ausrichtung der eigenen Organisation | |
| 8.1.1 | Beschaffung | |
| 8.1.2 | Vertragsabschluß | |
| 8.1.3 | Vertragsdurchführung | |
| 8.2 | Markterschließung im Ausland | |
| 8.3 | Zusammenfassung | |
| 9. | Literaturverzeichnis | |
| 10. | Quellenverzeichnis | |
| 11. | Anhang |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832417161
Arbeit zitieren:
Pontiggia, Heinrich April 1998: Ausländische Subunternehmer als Chance für deutsche Bauunternehmen?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mindestlohn, Arbeitskosten, Entsendegesetz




