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Die Stieffamilie

Eigenart, Struktur und Problematik von zusammengesetzten Familien

Die Stieffamilie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gernot Mayer
  • Abgabedatum: Mai 1998
  • Umfang: 75 Seiten
  • Dateigröße: 4,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Coburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1475-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1475-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1475-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mayer, Gernot Mai 1998: Die Stieffamilie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Familie, Kinder, Scheidung, Stieffamilie

Diplomarbeit von Gernot Mayer

Einleitung:

Die sogenannte moderne Familie, die Familie der europäischen Neuzeit, in der die typische Rollenaufteilung vorherrscht, der Mann verdient das Geld die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder, ist historisch gesehen sehr jung und kann soziologisch gesehen nicht mehr als normale Familienform angesehen werden. An die Stelle der sogenannten modernen Familie ist eine große Anzahl von postmodernen Familienformen getreten. Die Stieffamilie ist nur eine von diesen vielen unterschiedlichen Familienformen und Lebensgemeinschaften. Schätzungsweise 10 % aller Kinder unter 18 Jahren wachsen in der Bundesrepublik Deutschland in Stieffamilien auf. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Eheberatung nimmt sogar an, daß 40 - 50 % der Kinder, die jetzt zur Welt kommen, nicht mehr in ihrer Ursprungsfamilie aufwachsen werden. Allein diese Tatsache verdient Beachtung.

Mein Interesse an der Thematik "Stieffamilie" hat eine Vorgeschichte. Zu Beginn meines Studiums der Sozialpädagogik bewegte mich die Frage nach dem Menschen und seinem Alltagsleben in unterschiedlichen Lebensphasen. Ich beschäftigte mich intensiv mit Ansätzen und Forschungsmethoden der Familientherapie. Dabei mußte ich erkennen, daß mein Interesse immer mehr dem Modell der Familie und damit dem herkömmlichen Bild der Kernfamilie, galt.

Durch privatliche Veränderungen wurde ich auf das Thema Stieffamilie aufmerksam. Ich lebe seit ca. 3 Jahren in einer Familie mit 2 Kindern. Dabei mußte ich feststellen, daß meine bisherigen Denk- und Handlungskonzepte der Familientherapie zu überprüfen sind.

Am Anfang der Arbeit hatte ich die Vorstellung, meine persönlichen Erfahrungen, die ich in den letzten 3 Jahren sammeln konnte, miteinfließen zu lassen. Je weiter ich mich jedoch in die Thematik einarbeitete, desto mehr mußte ich feststellen, daß meine Erfahrungen sehr individuell sind und eine Bewertung nicht ausschließen können. Deshalb habe ich versucht, diese Arbeit möglichst wertneutral zu gestalten. Daß mir dies nicht immer gelingt, ist gewiß nachzuvollziehen.

Mir ist aufgefallen, daß im deutschsprachigen Raum kaum neuere Literatur zu diesem Thema zu finden war, obwohl schätzungsweise ein Fünftel der Bevölkerung in diesem Raum in Stieffamilien lebt. Neuere Untersuchungen liegen hauptsächlich aus den USA vor, wobei es schwierig ist, diese Verhältnisse auf die BRD zu übertragen.

Die bisherige Vernachlässigung von Stieffamilien spiegelt sich mitunter auch in terminologischen Problemen wieder. Die übliche Grundform wird in dieser Arbeit als "Kernfamilie" bezeichnet. Es wäre auch möglich, sie terminologisch - von einer gewissen "Norm" ausgehend - als "Normalfamilie" zu bezeichnen. Vereinfachend spreche ich in der Regel vom "Stiefelternteil". Dieser Begriff kommt vor allem in der allgemeinen Darstellung der Stieffamilientypen zu tragen. Mir ist bewußt, daß es ist nicht belanglos ist, ob es sich um einen Stiefvater oder Stiefmutter handelt. Dies wird aber im Hauptteil dieser Arbeit ausdrücklich reflektiert.

Außerdem gehe ich grundsätzlich von der Annahme aus, daß das Stiefkind nicht adoptiert ist. Es bleibt offen, ob der leibliche Elternteil und der Stiefelternteil miteinander verheiratet sind, da ich von der grundsätzlichen Annahme ausgehe, daß auch bei nichtverheirateten Paaren typische Familienkonstellationen und Probleme auftreten wie bei verheiratetem Stiefelternteil und leiblichen Elternteil auftreten. Falls von einer Verheiratung ausgegangen wird, ist dies gesondert aufgeführt.

Um die Thematik einzugrenzen habe ich mich entschlossen, mich auf wesentliche Aspekte der Stieffamilie zu beschränken. Insbesondere haben ich meinen Schwerpunkt auf Stiefväter und Stiefmütter gelegt. Auf die Situation der Stiefkinder wird in dieser Arbeit nur sehr begrenzt eingegangen. Ein eigenständiges Kapitel habe ich dieser Personengruppe nicht gewidmet.

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort 1
2. Abgrenzung der Stieffamilie zu anderen Familienformen 3
2.1 Definition der Stieffamilie 3
2.2 Abgrenzung zur "Normalfamilie" 3
2.3 Definition Familie 4
2.4 Systematik verschiedener Familienformen 5
2.4.1 Die Kernfamilie 5
2.4.2 Die erweiterte Familie 6
3. Statistische Erhebungen über Stieffamilien 6
3.1 Wachsende Zahl von Stieffamilien 6
3.2 Kindschaftsverhältnisse in Deutschland 7
3.3 Methodische Anlage der Analyse 7
3.4 Ergebnisse der Analyse 10
4. Rechtliche Aspekte der Stieffamilien 12
4.1 Unterhalt 13
4.2 Sorgerecht 14
4.3 Namensgebung des Kindes 15
4.4 Reformbedürftigkeit des geltenden Rechts 15
5. Geschichtliche und sprachwissenschaftliche Aspekte der Stieffamilie 17
5.1 Sprachliche Betrachtung "Stief" 17
5.2 Stieffamilie im historischen Rückblick 18
6. Strukturmerkmale von Stieffamilien 21
6.1 Typologie von Stieffamilien 22
6.1.1 Stiefmutterfamilien 22
Exkurs: Das Bild der bösen Stiefmutter 24
6.1.2 Stiefvaterfamilien 26
6.1.3 Zusammengesetzte Familien 29
6.1.4 Stieffamilien mit gemeinsamen Kindern 31
7. Personen und Rollen in der Stieffamilie 34
7.1 Stiefvaterrolle 34
7.1.1 Die Rolle des Stiefvaters 34
7.1.2 Das Selbstbild des Stiefvaters 34
7.2 Typologie von Stiefvätern 35
7.2.1 Der "bessere Vater", 35
7.2.2 Der "Freund - Stiefvater, 39
7.2.3 Der "ambivalente Stiefvater 40
7.3 Die Stiefmutterrolle 42
Exkurs: Die soziologische Rollentheorie in bezug auf die Stiefmutterrolle 44
7.4. Typologie von Stiefmüttern 46
7.4.1 Die Supermutter 46
7.4.2 Die Stiefmutter Freundin 47
7.4.3 Die Frau des Vaters 47
7.4.4 Die Zweitmutter 48
7.5 Der Mythos der Mutterliebe 48
7.5.1 Anspruch auf sofortige Liebe zum Kind 49
7.5.2 Anspruch des sofortigen Ausgleichs der früheren Belastungen 50
8. Beziehung zum außerhalb lebenden Elternteil 51
8.1 Der außenstehende Elternteil 51
8.2 Ungelöste Konflikte zwischen den getrennten Eltern 53
8.3 Loyalitätskonflikte der Kinder beziehungsweise Stiefkinder 54
9. Ausgewählte Einzelaspekte 55
9.1 Rollenunsicherheit durch die Gesellschaft 55
9.2 Tabuisierung des Stieffamilie-Seins 56
9.3 Keine Zeit, eine Familie zu werden 58
10. Die Chance der Stieffamilie 59
11. Zusammenfassende Betrachtung 60
12. Literaturverzeichnis 64

Arbeit zitieren:
Mayer, Gernot Mai 1998: Die Stieffamilie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Familie, Kinder, Scheidung, Stieffamilie

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