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Nationalsozialismus und "junge Generation"

Von der Mythisierung der Jugend in der Weimarer Republik zu ihrer Disziplinierung im Dritten Reich

Nationalsozialismus und "junge Generation"
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Kerstin Boschütz
  • Abgabedatum: September 1996
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 4,3 MB
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0142-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0142-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0142-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Boschütz, Kerstin September 1996: Nationalsozialismus und "junge Generation", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Hitler-Jugend, Jugend, Jugend-Mythos, Nationalsozialismus, Weimarer Republik

Magisterarbeit von Kerstin Boschütz

Einleitung:

In den letzten Jahren der Weimarer Republik, als sich die politischen und ökonomischen Krisen zuspitzten, begann sich eine Entwicklung zu beschleunigen, welche schon im Kaiserreich eingesetzt hatte: Erwachsene, die selbst nicht mehr der jungen Generation angehörten und zum Teil der Republik von Beginn an negativ gegenübergestanden hatten, sahen in Jugend und Jungsein zunehmend Chiffren für den Aufbruch in eine neue und bessere Zeit. Das "Alte" wurde hingegen zum Synonym für diejenigen Elemente der Republik, welche für die Probleme verantwortlich gemacht wurden. Die Begriffe "jung" und "alt" verselbständigten sich hierbei und hatten mit dem biologischen Lebensalter nichts mehr gemein. "Jugend" wurde zum politischen Kampfbegriff, mittels dessen gleichzeitig die etablierten Parteien versuchten, ihre Position zu behaupten, und ihre Gegner gegen sie mobilmachten.

Gang der Untersuchung:

Diese Magisterarbeit behandelt, unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen, die Inanspruchnahme und lnstrumentalisierung dieser Mythisierung der Jugend durch die Nationalsozialisten.

Dabei wird zunächst untersucht, wie sich die Erfahrungen von Krieg, Revolution und Wirtschaftskrise auf die Jugend selbst auswirkten. Weiche Bedingungen in der Weimarer Republik führten dazu , daß der Jugend-Mythos eine derartige Aufwertung erfuhr und von welchen Gruppierungen wurde er getragen?

Der zweite Teil fragt nach den sich entwickelnden Vorstellungen von junger Generation bei den Nationalsozialisten. An welche Elemente des bestehenden Mythos knüpften sie in der Weimarer Zeit an, worin unterschieden sie sich von diesem. Welche Rolle spielten parallel existierende Mythen wie der Langemarck- bzw. der Führer-Mythos? Welche Bedingungen führten in der Weimarer Republik dazu, daß der Jugend-Mythos eine derartige Aufwertung erfuhr, und von welchen Gruppierungen wurde er getragen? Warum gelang es gerade dieser Organisation mittels ihres Begriffs von Jugend, große Teile der Gesellschaft und auch der Jugend selbst anzusprechen? Hierbei ist es auch von Bedeutung, welches Verhältnis die Nationalsozialisten zu ihrer eigenen Jugendorganisation, der Hitlerjugend, aufbauten und wie sie sich gegenüber konkurrierenden Jugendverbänden verhielten.

Anschließend geht es um mögliche Änderungen bezüglich des Verständnisses von "Jugend" nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Welche Ziele verfolgten die Nationalsozialisten in ihrer Jugendpolitik ab 1933? Versuchten sie, weiterhin die Mythisierung der Jugend zu forcieren oder nicht vielmehr Sonderrollen einzelner Gruppierungen in der Gesellschaft zurückzudrängen? Welche Funktion innerhalb des Staates kam nun der Hitlerjugend zu und inwiefern änderte sich das Verhältnis der Nationalsozialisten zu den zahlreichen anderen Jugendorganisationen?

Abgeschlossen werden soll die Arbeit mit einem Ausblick auf die Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Hier wird anhand eines konkreten Beispiels untersucht, wie der NS-Staat seine Jugend der Weltöffentlichkeit drei Jahre vor Kriegsbeginn repräsentierte. Welche Rolle spielte die Jugend im Rahmen der Olympiade und inwiefern war diese mit dem olympischen Jugend-Mythos "Ich rufe die Jugend der Welt" vergleichbar?

Der Ansatz dieser Arbeit zielt darauf ab, unter Einbeziehung des Langemarck- und des Hitler-Mythos die Entwicklung des Jugend-Mythos über die "Zeitenwende" von 1933 hinaus zu verfolgen, Kontinuitätslinien und Brüche aufzuheben und schließlich zu einem anderen unabhängigen Jugend-Mythos, der Olympischen Idee Coubertins in Beziehung zu setzen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
I. Die Mythisierung der Jugend in der Weimarer Republik 8
1. Jugendliche Realitäten 8
2. "Kampf um die Jugend" 15
II. Die mythische Inszenierung der Jugend durch die aufsteigende nationalsozialistische Bewegung 20
1. Die NSDAP als "junge Partei" 20
2. Nationalsozialistische Elemente des Jugend-Mythos 23
a) Die Sonderrolle der jungen Generation 23
b) Frontkämpfer und Führer - Vorbildfunktionen 28
3. Die Hitler-Jugend 34
4. Der Umgang mit der Jugendbewegung 38
III. Funktionswandel der Jugend im Dritten Reich - Ende eines Mythos 41
1. "Schluß mit junger Generation" 41
2. Die Hitler-Jugend auf dem Weg zur Staatsjugend 50
a) Der Totalitätsanspruch 50
b) Selbstführung der Jugend? 55
c) Die Funktion im NS-Staat 58
IV. Die Olympiade von 1936 - Olympisches Fest der Jugend? 63
V. Schlußwort 71
Literaturverzeichnis 75

Arbeit zitieren:
Boschütz, Kerstin September 1996: Nationalsozialismus und "junge Generation", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Hitler-Jugend, Jugend, Jugend-Mythos, Nationalsozialismus, Weimarer Republik

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