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Begriff und Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im internationalen Management

Begriff und Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im internationalen Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicole Sabel
  • Abgabedatum: Dezember 2007
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 515,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Koblenz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 110
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4084-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sabel, Nicole Dezember 2007: Begriff und Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im internationalen Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kultur, Management, Führung, Kommunikation, Marketing

Diplomarbeit von Nicole Sabel

Einleitung:

Der Abbau von Handelshemmnissen, sinkende Transportkosten und neue Informationstechnologien beschleunigen den globalen Handel. Der Umgang mit kulturellen Unterschieden im Arbeitsalltag stellt für Unternehmen längst nicht mehr einen Ausnahmefall dar, sondern ist vielmehr der Normalfall. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, zahlreiche Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern zu organisieren und zu integrieren oder die Zusammenarbeit mit strategischen Kooperationspartnern zu koordinieren. Der möglichen Vielfalt der internationalen Unternehmensbeziehungen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Im täglichen Geschäft treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander, die sich jeweils durch unterschiedliche Wertvorstellungen, Denk- und Handlungsweisen auszeichnen und unter-schiedliche Sprachen sprechen.

Es ist offensichtlich, dass die Rahmenbedingungen des internationalen Geschäfts leicht zu gravierenden Problemen führen können. Dennoch haben in der Vergangenheit schon viele Unternehmen den Fehler begangen, ausländische Märkte fast in der gleichen Art und Weise zu bearbeiten wie den Heimatmarkt. An dieser Nicht-Beachtung kultureller Gegebenheiten sind schon zahlreiche Versuche der Auslandsmarktbearbeitung gescheitert.

‘The new world market will not only be international, but intensly intercultural’.

Unternehmen müssen sich der Frage stellen, wie trotz gravierender kultureller Differenzen eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Marktbearbeitung ermöglicht werden kann. Aufgrund der enormen Breite des Themengebietes ist es nicht möglich, eine abschließende Betrachtung über die Ansatzpunkte interkultureller Kompetenz in den Bereichen des internationalen Managements zu bieten. Die vorliegende Arbeit soll Aufschluss darüber geben, inwieweit interkulturelle Kompetenz als menschliche Fähigkeit und Qualifikation helfen kann, eine effektive, kulturübergreifende Geschäftstätigkeit sicherzustellen. In diesem Zusammenhang ist von besonderem Interesse, inwieweit kulturelle Unterschiede Einfluss auf die Personalführung, die Kommunikation und das Marketing haben und wie den daraus resultierenden Problemen am besten begegnet werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürungsverzeichnis VIII
Einführung 1
1. Kultur 2
1.1 Begriffsdefinition 2
1.2 Elemente von Kulturen 3
1.2.1 Symbole 3
1.2.2 Helden 3
1.2.3 Rituale 4
1.2.4 Wertehaltungen 4
1.3 Landeskultur 4
1.3.1 Kulturdimensionen nach Hofstede 5
1.3.1.1 Individualismus vs. Kollektivismus 5
1.3.1.2 Machtdistanz 5
1.3.1.3 Männlichkeit vs. Weiblichkeit 6
1.3.1.4 Unsicherheitsvermeidung 6
1.3.1.5 Langfristige vs. kurzfristige Orientierung 7
1.3.2 Kulturdimensionen nach Hall 7
1.3.2.1 Low-context vs. High-context 7
1.3.2.2 Beziehung zur Zeit 8
1.3.3 Kritische Anmerkungen 8
1.4 Unternehmenskultur 9
1.4.1 Merkmale von Unternehmenskulturen 11
1.4.2 Ebenen der Unternehmenskultur 12
1.4.3 Starke und schwache Unternehmenskulturen 12
1.4.4 Einflüsse starker Unternehmenskulturen 13
1.5 Subkulturen 14
2. Internationales Management und interkulturelle Kompetenz 16
2.1 Internationales Management 16
2.1.1 Form des Auslandsmarkteintritts 17
2.1.2 Zeitpunkt des Auslandsmarkteintritts 19
2.1.3 Strategische Orientierung 21
2.2 Interkulturelle Kompetenz 23
2.2.1 Begriffsbestimmung 24
2.2.2 Merkmale interkultureller Kompetenz 25
2.2.3 7-S-Modell 26
2.2.3.1 Harte Elemente des 7-S-Modells 27
2.2.3.2 Weiche Elemente des 7-S-Modells 27
2.2.4 Interkulturelle Generalisten und Spezialisten 28
2.2.5 Anwendungsbereiche interkultureller Kompetenz 28
2.2.5.1 Marktbezogene Tätigkeitsfelder 29
2.2.5.2 Organisationsbezogene Tätigkeitsfelder 30
2.3 Diversity Management 30
2.3.1 Vorteile durch Diversity Management 31
2.3.2 Maßnahmen des Diversity Management 31
2.4 Management von internationalen Mergers & Acquisitions 32
2.4.1 Kohäsions- vs. Kohärenzansatz 32
2.4.2 Vermeidung von Kulturkonfliktenin der Pre-Merger-Phase 33
2.4.3 Probleme der Kulturanpassung in der Post-Merger-Phase 35
2.4.4 Erfolgsfaktor Kommunikation 36
3. Interkulturelle Personalführung 38
3.1 Auslandseinsatz von Führungskräften 38
3.2 Besondere Herausforderungen an die Führungskraft 39
3.3 Kulturschock 40
3.4 Führungsstil 41
3.4.1 Kulturspezifische Führung 43
3.4.2 Einfluss der Religion auf den Führungsstil 44
3.4.2.1 Konfuzianismus 45
3.4.2.2 Buddhismus 46
3.4.2.3 Taoismus 47
3.4.2.4 Islam 47
3.5 Anforderungen an Auslandsmanager 49
3.5.1 Töpfer-Studie 49
3.5.2 Studie der deutschen Wirtschaft 50
3.5.3 Reaktionstypen 50
3.6 Beispiel: Führungsmissverständnis 51
3.7 Internationale Teams 53
3.8 Internationalisierung des Personalmanagements 55
4. Interkulturelle Kommunikation und Verhandlungen 57
4.1 Der Kommunikationsprozess 57
4.2 Verbale Kommunikation 58
4.2.1 Sprachbarrieren 58
4.2.2 Wahl der Gesprächsthemen 59
4.2.3 Auslandstelefongespräche 60
4.2.4 Paraverbale Kommunikation 61
4.3 Non-verbale Kommunikation 62
4.3.1 Zeitsprache 63
4.3.2 Körpersprache 64
4.3.3 Raumsprache 65
4.3.4 Vertragssprache 65
4.4 Interkulturelle Verhandlungen 66
4.4.1 Vor der Verhandlung 66
4.4.2 Verhandlungsverlauf 66
4.4.3 Beispiel: Inkompetenz im Verhandlungsgeschehen 67
5. Interkulturelle Marktforschung und Marketing 69
5.1 Interkulturelle Marktforschung 69
5.1.1 Interkulturelle Sekundärforschung 69
5.1.2 Interkulturelle Primärforschung 71
5.1.2.1 Äquivalenz in der interkulturellen Marktforschung 72
5.1.2.2 Besonderheiten der Vergleichbarkeit von Primärdaten 73
5.1.3 Zwischenfazit 74
5.2 Strategisches Interkulturelles Marketing 74
5.2.1 Marktsegmentierung 75
5.2.2 Globale Standardisierung vs. Adaption des Marketing Mix 77
5.3 Produktpolitik 78
5.3.1 Culture free vs. culture bound 78
5.3.2 Produktanpassung 79
5.3.2.1 Ästhetische Produkteigenschaften 79
5.3.2.2 Physische Produkteigenschaften 79
5.3.2.3 Funktionale Produkteigenschaften 80
5.4 Kommunikationspolitik 80
5.4.1 Marken 80
5.4.2 Slogans 81
5.4.3 Werbegestaltung 82
5.4.3.1 Rollenverteilung 82
5.4.3.2 Sitten und Religionen 83
5.4.3.3 Humor 83
5.4.3.4 Rechtliche Beschränkungen 83
5.5 Preispolitik 84
5.6 Distributionspolitik 85
5.7 Marketingorganisation 85
6. Interkulturelles Training 87
6.1 Begriffsabgrenzung und Ablauf 87
6.2 Nutzen interkultureller Trainings 88
6.2.1 Zielgruppen interkultureller Trainings 90
6.2.2 Zielsetzung interkultureller Trainings 90
6.2.3 Rahmenbedingungen interkulturellen Lernens 91
6.3 Methoden und Inhalte interkulturellen Trainings 92
6.3.1 Didaktisches vs. erfahrungsorientiertes Training 93
6.3.2 Vorbereitendes Training vs. begleitendes Training 94
6.3.3 Kulturgenerelles vs. kulturspezielles Training 95
6.3.4 Besonderheiten zur Vorbereitung von Auslandseinsätzen 96
6.3.4.1 Sprachkurse 96
6.3.4.2 Look-and-See-Trip 97
6.4 Grenzen 98
6.5 Praxisbeispiel: Interkulturelles Lernen bei Bosch 98
Fazit 102
Anhangverzeichnis 103
Anhang 104
Literaturverzeichnis 107

Textprobe:

Kapitel 4.3.1, Zeitsprache:

Wie Hall bereits bei der Entwicklung seiner Kulturdimensionen festgestellt hat, haben verschiedene Kulturen eine unterschiedliche Einstellung zur Zeit. Innerhalb internationaler Geschäftsbeziehungen kann besonders die Auffassung zur Pünktlichkeit zu Missverständnissen und Beleidigungen führen.

In den meisten westlichen Gesellschaften wird eine Verspätung als eine Unhöflichkeit verstanden. Doch auch hier sind Unterschiede zu betrachten, je nachdem, ob es sich um mono- oder polychronistische Kulturen handelt. Während es beispielsweise in Frankreich, einer eher polychronistischen Kultur, durchaus üblich ist, dass Verhandlungspartner eine halbe Stunde später zum Meeting erscheinen, ist dies in den USA, einer eher monochronistischen Kultur, nicht gerne gesehen. Ein Franzose, der verspätet zu einem Meeting erscheint, wird sich nur selten dafür entschuldigen, dass durch seine Verspätung alle anderen, die pünktlich anwesend waren, warten mussten. Für ein Mitglied einer monochronistischen Kultur ist dieses Verhalten ärgerlich und beeinflusst so von vorne herein die Stimmung zwischen den Verhandlungspartnern. Denn oftmals hat die Verspätung für das Mitglied der monochronistischen Kultur noch weitergehende Folgen. Da sein Tagesablauf in der Regel exakt geplant ist, führt eine solche Verspätung nicht selten dazu, dass weitere Termine nicht eingehalten werden können.

Verspätungen sind auch in vielen arabischen und asiatischen Kulturen Teil der Geschäftskultur. Der größte Fehler, den ein Geschäftsmann im Zusammentreffen mit diesen Kulturen begehen kann, ist Ungeduld. Solche Situationen bringen eine große nervliche Anspannung mit sich und kosten ein enormes Maß an Selbstbeherrschung. Um ein korrektes Verhalten in solchen Lagen zu ermöglichen, muss der Umgang mit Verspätungen unbedingt Teil des interkulturellen Trainings sein.

Das nachfolgende Beispiel soll die Problematik verdeutlichen.

‘Wird z. B. in Saudi-Arabien ein Geschäftstermin um 10.00 Uhr vereinbart, dann kann es passieren, dass die eigentlichen Verhandlungen erst gegen den späten Nachmittag oder mit dem Abendessen beginnen. Vor allem das Procedere zwischen diesen Zeiten stellt für viele Manager eine Herausforderung dar, der sie in vielen Fällen nicht gewachsen sind. Nach der offiziellen Begrüßungszeremonie wird dem Gast zunächst Kaffee oder Tee gereicht. Parallel dazu werden vom Gastgeber Telefongespräche geführt, Akten unterzeichnet und Freunde empfangen. Und dies alles wird mit einem freundlichen Lächeln in Anwesenheit des Gastes durchgeführt. Gemäß dem Motto: ‘Die Geduld ist von Allah, die Eile vom Satan’, werden die Pausenintervalle vom saudischen Gastgeber immer wieder genutzt, um weitere nichtalkoholische Getränke anbieten zu lassen. Bei Gelegenheit erkundigt man sich nach dem Wohlbefinden des Gastes oder fragt nach dessen ersten Eindrücken vom Gastland. Dann kann es passieren – und in der Fastenzeit ist dies eher der Normalfall – dass kurz nach 11.00 Uhr darauf verwiesen wird, dass man nun beten müsse und es wohl am besten wäre, die Kontakte am Abend fortzusetzen. Nur der interkulturell versierte Manager wird dies als natürliche Ausdrucksform seines arabischen Counterparts einschätzen und sein Verhalten danach ausrichten’.

Körpersprache:

Das richtige Entschlüsseln von Signalen, die mit der Körpersprache übermittelt werden, ist genau wie das richtige Entschlüsseln verbaler Mitteilungen ein Muss für eine erfolgreiche internationale Geschäftsbeziehung. Ebenso wichtig wie die richtige Interpretation ist der korrekte Einsatz von körpersprachlichen Signalen, um so Beleidigungen und Missverständnisse zu vermeiden.

Gesten haben in verschiedenen Kulturen zum Teil sehr gegenläufige Bedeutungen. Wenn jemand mit Daumen und Zeigefinger ein ‘O’ formt, ist diese Geste für Amerikaner mit einem ‘OK’ verbunden, in Japan steht sie für Geld und in Tunesien bedeutet sie: ‘ich töte dich’. Während der nach oben gerichtete Daumen im Westen für Anerkennung steht, wird dieses Zeichen in Ghana als vulgär empfunden und stellt im Iran eine Beleidigung dar. Mit einem Schulterklopfen wird in den USA Sympathie und Ermunterung ausgedrückt, in Thailand wird es als Tadel aufgefasst.

In Thailand und auf der arabischen Halbinsel ist es ferner von großer Bedeutung, bei persönlichen Gesprächen auf die Fußhaltung zu achten. Es ist dort verpönt, die Schuhsohlen auf den Geschäftspartner zu richten.

Riesige Verständigungsprobleme kann auch ein Nicken oder Kopfschütteln auslösen. So bedeutet ein Kopfschütteln in den USA und zahlreichen anderen Ländern ‘nein’, während es in Bulgarien, Saudi-Arabien und Malaysia für ‘ja’ steht. Umgekehrt bedeutet ein Kopfnicken in Bulgarien im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ‘nein’.

Raumsprache:

Die ‘Raumsprache’ befasst sich zum einen mit den verschiedenen Einstellungen zum optimalen Körperabstand, zum anderen aber auch mit der Lage, Form, Größe und Funktion von Büros.

Der Körperabstand beträgt bei US-Bürgern und den meisten Nordeuropäern etwa eine Armlänge. Dagegen streben Südamerikaner und Araber enge Kontakte, nach Möglichkeit sogar Körperberührung an. Sofern es beim Aufeinandertreffen von Geschäftspartnern aus verschiedenen Kulturen nicht gelingt, eine für beide Seiten annehmbare Basis zu finden, kann es schnell dazu kommen, dass sich der eine Part bedrängt und der andere ausgestoßen fühlt.

Bei der Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland sollte zunächst geprüft werden, ob im jeweiligen Gastland gewisse Besonderheiten bezüglich der Standort- und Raumwahl zu beachten sind.

Beispielsweise stehen dem Topmanagement in den meisten amerikanischen und europäischen Unternehmen räumlich große Büros zur Verfügung, die häufig im obersten Stock gelegen sind. In Japan dagegen wird diesem Ansatz die Arbeit in Großraumbüros vorgezogen, um möglichst schnell Informationen austauschen zu können.

In der arabischen Welt, insbesondere in Saudi-Arabien, ist es nicht erlaubt, dass Frauen und Männer in einem Büro arbeiten. Ferner werden hier die Bürotüren üblicherweise offen gehalten, was signalisiert, dass jeder zu jeder Zeit eintreten kann.

Gebäude dürfen in China erst nach der Befragung eines Astrologen errichtet werden, der die Lage des Erddrachen bestimmen muss.

Vertragssprache:

Die Vertragssprache bezieht sich auf den Abschluss von Geschäftsverhandlungen. Dabei kommt diesem Teil der non-verbalen Kommunikation eine besondere Bedeutung zu: das bis zum Abschluss der Gespräche praktizierte richtige interkulturelle Verhalten kann durch ein unkorrektes Verhalten beim Vertragsabschluss mit einem Schlag in Frage gestellt werden.

Beim Abschluss von Gesprächen bestehen Amerikaner in der Regel darauf, dass alle Detailfragen zu Papier gebracht werden, während im Mittleren Osten verbale Übereinkünfte als genauso bindend wie schriftliche Fixierungen betrachtet werden. In China wird Verträgen keine so große Bedeutung beigemessen wie in westlichen Ländern. Chinesen sehen Verträge eher als Richtlinien.

Arbeit zitieren:
Sabel, Nicole Dezember 2007: Begriff und Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im internationalen Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kultur, Management, Führung, Kommunikation, Marketing

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