Kinder in Regenbogenfamilien
Wie entwickeln sich Kinder gleichgeschlechtlich l(i)ebender Menschen in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ulrike Mayrhofer
- Abgabedatum: Dezember 2008
- Umfang: 186 Seiten
- Dateigröße: 6,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
- Bibliografie: ca. 61
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3691-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mayrhofer, Ulrike Dezember 2008: Kinder in Regenbogenfamilien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Regenbogenfamilie, Geschlechtsidentität, Homosexualität, gleichgeschlechtlich, Kindesentwicklung
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Diplomarbeit von Ulrike Mayrhofer
Einleitung:
In den modernen Industriestaaten leben immer mehr Menschen in alternativen Familienformen. Die traditionelle Familie bestehend aus ‘Vater – Mutter – Kind’ verschwindet immer mehr. Einelternfamilien, Patchwork-Familien (Fortsetzungsfamilien), aber auch Regenbogenfamilien sind längst Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Dennoch sind gleichgeschlechtliche Familien auch heute noch sehr umstritten. Wenn es um Kinder geht, die bei ihren lesbischen oder schwulen Eltern aufwachsen, zeigen auch jene Menschen Bedenken, die von sich behaupten, offen und tolerant gegenüber Homosexuellen zu sein.
Die häufigsten Argumente die man hört sind, dass Kinder für ihre Entwicklung Mutter und Vater bräuchten und dass es den Kindern schaden würde, wenn die Eltern homosexuell sind; dass die Eltern und in der Folge auch die Kinder psychisch labil seien; Probleme in sozialen Beziehungen hätten und mit der Stigmatisierung und Diskriminierung nicht zurecht kämen; außerdem, dass die Kinder durch den Einfluss der Eltern selbst homosexuell würden und dass sie vermehrt Störungen der Geschlechtsidentität aufwiesen.
Wie sieht nun die Realität aus? Wie leben Regenbogenfamilien und wie wachsen die Kinder auf? Wie entwickeln sie sich im Vergleich zu Kindern aus traditionellen Familien? Gibt es tatsächlich Unterschiede in der Entwicklung der Geschlechtsidentität? Zugegeben, dies sind höchst interessante und auch naheliegende Fragen, wo doch das Leben von Homosexuellen scheinbar alles andere als unserer gesellschaftlichen ‘Norm’ entspricht.
Präzisierung und Eingrenzung der Fragestellung:
Für die Bearbeitung des Themas im Rahmen meiner Diplomarbeit stellen sich nun folgende Fragen: Wie entwickeln sich Kinder die in Regenbogenfamilien aufwachsen im Vergleich zu Kindern in traditionellen Familien? Welche Bedeutung hat die Familienkonstellation bzw. die sexuelle Orientierung der Eltern für die Entwicklung der Geschlechtsidentität dieser Kinder? Was bedeutet es beispielsweise für einen Jungen, ohne Vater/männliches Rollenvorbild bzw. für ein Mädchen, ohne Mutter/weibliches Rollenvorbild aufzuwachsen? Schadet es dem Kind in seiner Entwicklung oder besteht darin vielleicht sogar eine Chance, unvorbelastet in die eigene männliche bzw. weibliche Rolle hineinzuwachsen – in eine ‘neue’ männliche bzw. weibliche Rolle? Und schließlich - wie entwickeln sich Regenbogenkinder in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung?
Um aussagekräftige Daten zu erhalten, wurde eine Vergleichsstudie zwischen Regenbogenfamilien und traditionellen Familien durchgeführt. Dafür wurden zwei Fragebögen entwickelt, die einen direkten Vergleich zwischen den beiden Familienformen zuließen und die Beantwortung folgender zentraler Fragestellung ermöglichten:
Wie entwickeln sich Kinder in Regenbogenfamilien in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität im Vergleich zu Kindern in traditionellen Familien?
Der Begriff der Geschlechtsidentität umfasst hier die von Wolfgang Mertens formulierten drei Komponenten der Geschlechtsidentität: die Kern-Geschlechtsidentität, die Geschlechtsrolle und die Geschlechtspartner-Orientierung.
Bezugnehmend auf die von Stacey und Biblarz sowie Eggen formulierte Vermutung, dass es tatsächlich einen Unterschied in der Entwicklung der Kinder zwischen den beiden Familienformen geben müsste, wurde eine entsprechende Forschungshypothese für den Bereich der Geschlechtstypizität formuliert. Zur Überprüfung dieser Forschungshypothese wurde die GTS+ (Geschlechtstypizitäts-Skala) eingesetzt - ein Messinstrument, das eine reliable Erfassung von ‘zwei zentralen Aspekten des geschlechtsrollenbezogenen Selbstkonzepts’ ermöglicht und damit eine konkrete Beantwortung der Fragestellung in Bezug auf die Geschlechtstypizität der Kinder zulässt.
Zusätzlich wurden die Kinder von mir gebeten, für meine Studie eine Zeichnung über ihre eigene ‘zukünftige Familie’ zu machen. So erhielt ich schließlich einen direkten Zugang zu ihrer eigenen Vorstellungswelt, was den empirischen Teil meiner Arbeit auch für mich abrundete.
Gang der Untersuchung:
Kapitel eins dient der Einführung in das Thema und gibt einen kurzen Überblick über die gesamte Diplomarbeit. In den Kapiteln zwei bis vier werden die theoretischen Grundlagen des Themas erörtert. Kapitel zwei behandelt die Entwicklung der Geschlechtsidentität im Detail. Zum einen geht es hier um die verschiedenen (Lebens-)Bereiche in denen das Geschlecht von Bedeutung ist und zum anderen um die entwicklungspsychologischen Theorien und Ansätze zur Entwicklung der Geschlechtsidentität. Kapitel drei behandelt schließlich den Bereich ‘Familie und andere Sozialisationsagenten’. Der Wandel der Familie in den letzten Jahrzehnten sowie der Einfluss von Peergroups und anderen Sozialisationsagenten auf die Entwicklung von Mädchen und Jungen werden hier dargestellt. Regenbogenfamilien werden schließlich in Kapitel vier ausführlich behandelt. Ausgehend von einem kurzen geschichtlichen Überblick zur Homosexualität werden die Besonderheiten und Alltäglichkeiten dieser Familienkonstellation näher besprochen; was sind Regenbogenfamilien, wie entstehen sie, worin unterscheiden sie sich von anderen Familienkonstellationen bzw. was haben sie mit ihnen gemeinsam, wie sieht das Familienleben aus und wie entwickeln sich die Kinder in dieser besonderen Familienkonstellation im Allgemeinen sowie bezüglich ihrer Geschlechtsidentität im Speziellen. Kapitel fünf gibt im Anschluss daran einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und in Kapitel sechs erfolgt die Darstellung der empirischen Umsetzung der Fragestellung. Kapitel sieben und acht dienen schließlich der Zusammenfassung der gesamten Arbeit, der Formulierung einer Schlussfolgerung sowie einem kurzen Ausblick in die Zukunft bezüglich der Forschung auf diesem Gebiet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Entwicklung der Geschlechtsidentität | 12 |
| 2.1 | Geschlechterdimensionen | 12 |
| 2.1.1 | Geschlecht | 12 |
| 2.1.2 | Geschlechtsidentität | 13 |
| 2.1.3 | Geschlechtsrollen | 14 |
| 2.1.4 | Geschlechtsstereotype | 14 |
| 2.1.5 | Geschlechtstypische Unterschiede | 16 |
| 2.2 | Verschiedene Theorien und Ansätze | 22 |
| 2.2.1 | Psychoanalytische Ansätze | 23 |
| 2.2.2 | Biologischer Ansatz | 38 |
| 2.2.3 | Sozialisationstheoretische Ansätze | 44 |
| 2.2.4 | Kognitive Ansätze | 50 |
| 2.3 | Entwicklung über die Lebensspanne | 55 |
| 2.4 | Resümee | 57 |
| 2.5 | Fazit | 57 |
| 3. | Familie und andere Sozialisationsagenten | 58 |
| 3.1 | Familien im Wandel/alternative Familienformen | 59 |
| 3.2 | Weitere Sozialisationsagenten | 64 |
| 4. | Regenbogenfamilien | 68 |
| 4.1 | Geschichtlicher Rückblick zur Homosexualität | 68 |
| 4.2 | Die ‘Regenbogenfamilie’ | 72 |
| 4.3 | Arten von Familienkonstellationen und deren Entstehung | 74 |
| 4.4 | Familienleben | 79 |
| 4.5 | Das fehlende Geschlecht | 85 |
| 4.6 | Der fehlende Dritte - Triangulierung | 86 |
| 4.7 | Soziales Umfeld | 87 |
| 4.8 | Coming-Out | 89 |
| 4.9 | Eltern-Kind-Beziehung | 91 |
| 4.10 | Psychologische Entwicklung der Kinder | 92 |
| 4.11 | Aus der Sicht der Kinder - Erlebnisberichte | 93 |
| 4.12 | Resümee | 100 |
| 5. | Aktueller Stand der Forschung | 105 |
| 5.1 | Studien im Detail | 105 |
| 5.2 | Forschungslücken | 116 |
| 5.3 | Resümee | 117 |
| 6. | Empirische Umsetzung der Fragestellung | 119 |
| 6.1 | Explikation der Fragestellung und Hypothesenformulierung | 119 |
| 6.2 | Design der Studie | 120 |
| 6.3 | Stichprobe | 120 |
| 6.4 | Methodik der Studie | 122 |
| 6.4.1 | Erhebungsmethoden | 122 |
| 6.4.2 | Datenaufbereitung | 124 |
| 6.4.3 | Auswertungsmethoden | 125 |
| 6.5 | Ergebnisse der Studie | 126 |
| 6.6 | Beantwortung der Fragestellung | 156 |
| 7. | Resümee | 163 |
| 8. | Fazit | 166 |
| Literaturverzeichnis | 169 | |
| Anhang | 173 |
Textprobe:
Kapiel 4.4, Familienleben in Regenbogenfamilien:
‘Regenbogenkinder haben ein weiteres Konzept von ‘Familie’ als andere Kinder’, schreiben Steffens & Tompson.
Das Familienleben gestaltet sich sehr unterschiedlich. Je nachdem ob das Paar zusammenlebt; nur eine/r der PartnerInnen Kinder hat oder beide; die Kinder im gemeinsamen Haushalt leben; Kontakt zum zweiten leiblichen Elternteil besteht; die Beziehung zwischen den leiblichen Eltern auch nach einer eventuellen Trennung harmonisch oder angespannt ist; die Versorgung der Kinder weiterhin in erster Linie von den leiblichen Eltern übernommen wird oder die Co-Eltern stärker daran beteiligt sind; das gleichgeschlechtliche Paar, sofern möglich, verheiratet oder ‘verpartnert’ ist; wie alt die Kinder bei der Trennung der Eltern bzw. beim Coming-Out des homosexuellen Elternteils waren; ob die Eltern überhaupt getrennt leben und ein Outing stattgefunden hat und wie die lesbische Mutter bzw. der schwule Vater zu ihrer/seiner Homosexualität steht.
Es sind eine ganz Reihe an Faktoren, die hier eine Rolle spielen und somit eine Forschung, die allgemein gültige Aussagen für alle Arten von Regenbogenfamilien zulässt, nur schwer möglich machen.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Regenbogenfamilien in genauso vielen verschiedenen Facetten zu finden sind wie andere Familien auch. Hinsichtlich des täglichen Miteinanders gibt es ebenfalls wenige Unterschiede, die sexuelle Orientierung der Eltern spielt dabei kaum eine Rolle. Die Kinder müssen genauso wie andere Kinder auch mit Frühstück versorgt werden oder Hausaufgaben machen, sie haben genauso Pubertätsschwierigkeiten und es sind genauso Erziehungsfragen zu klären, sowie Zuständigkeiten aus zu verhandeln. Homosexuelle Eltern fühlen sich deshalb in erster Linie auch als Eltern und nicht als lesbisch oder schwul, schreiben Steffens & Thompson.
Rollenverteilung in gleichgeschlechtlichen Familien:
Wie Studien zeigen kommt bei gleichgeschlechtlichen Paaren eine ‘traditionelle Rollenverteilung’, bei der einer der beiden Partner arbeitet während der andere zu Hause bleibt und die Versorgung der Kinder und des Haushalts übernimmt, wesentlich seltener vor als in heterosexuellen Partnerschaften. Gleichgeschlechtliche Paare verteilen und organisieren Haushalt und Beruf in der Regel zeitlich und sachlich gleichberechtigter und flexibler und orientieren sich dabei an den Fähigkeiten und Vorlieben der beiden PartnerInnen.
In gleichgeschlechtlichen Partnerschaften können, so Rauchfleisch, ‘die Hierarchie und die Machtpositionen nicht am Geschlecht festgemacht werden’, folglich sind ‘geschlechtsrollentypische Macht- und Kompetenzverteilungen’, wie diese in traditionellen Familienformen auch heute noch häufig vorkommen, nicht zu finden. Regenbogenfamilien haben den Vorteil, dass es keine gesellschaftlichen Muster für sie gibt und sie so kreativer und demokratischer an Aufgabenstellungen und Probleme herangehen können. Diese Form der Familienorganisation bedeutet zwar eine gewisse Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine größere Zufriedenheit für alle Beteiligten.
Sawatzki schreibt dazu, ‘gerade darin liegt auch die Freiheit und Chance, eigene Vorstellungen einer Elternschaft auszuleben. (…) dass gerade das Fehlen festgeschriebener Mann- Frau- Rollen, kein Mutter- Vater- Kind Gefüge (…) ein großes Spektrum an kreativer Beziehungsgestaltung und Kindererziehung ermöglicht’. Gerade bei lesbischen Paaren, die sich gemeinsam den Kinderwunsch erfüllen, ist auch eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung rund um das Kind sehr oft zu beobachten.
Durch die Art und Weise, wie gleichgeschlechtliche Paare ihr gemeinsames Leben gestalten, erleben deren Kinder ein ‘offenes und vielfältiges Rollenangebot’, wodurch ein ‘selbstverständliches Erlernen demokratischer Umgangsformen’ unterstützt wird, wie Kämper betont. Mädchen und Jungen können sich so freier von Geschlechtsrollenstereotypen entwickeln und sich in ihrem Leben später selbst leichter eine gleichberechtigte Familienstruktur gestalten, die allen Beteiligten möglichst gerecht wird. Und tatsächlich bestätigen die Kinder das auch selbst. Ihnen gefällt dieses ‘offene soziale Familienkonzept’ sowie die ‘weibliche Unabhängigkeit und die gleichberechtigte Arbeitsteilung’, die ihnen in der Partnerschaft ihrer Eltern vorgelebt wird.
Dennoch ist auffallend, dass in rund einem Drittel der Beziehungen so wie in anderen Familien ‘nur ein Elternteil erwerbstätig ist’, so Eggen. Er verweist dazu auf die Studie von Berger, Reisbeck & Schwer aus dem Jahr 2000. Vor allem minderjährige Kinder werden in erster Linie häufiger vom biologischen Elternteil versorgt, während die Partnerin bzw. der Partner erwerbstätig ist. Der betreuende Elternteil übernimmt in vielen Fällen dann auch den Haushalt. Wie Sawatzki vermutet, dürfte der Grund für diese innerfamiliäre Regelung in der derzeitigen rechtlichen Situation liegen, die keine andere Möglichkeit bietet, wie dies von den interviewten Frauen auch bestätigt wird. Die Co-Mutter hat keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld und kann so auch nicht zu hause bleiben und die Kinderbetreuung übernehmen.
Als mein Sohn geboren wurde, waren meine Partnerin und ich mit der gleichen Situation konfrontiert. Trotzdem teilten wir uns die Kinderbetreuung und den Haushalt so gut es ging. Ich kann mir vorstellen, dass wir uns die Karenzzeit geteilt oder eine andere Regelung für die Betreuung unseres Sohnes getroffen hätten, wäre dies von den Rahmenbedingungen und damit vor allem von den gesetzlichen Bedingungen her möglich gewesen. Nach unserer Trennung stand für uns außer Frage, dass meine Partnerin auch weiterhin die Betreuung übernehmen würde. So haben wir klare Vereinbarungen getroffen. Mein Sohn verbringt jedes zweite Wochenende und unter der Woche zwei Nachmittage bei seiner ‘Co-Mama’.
Wie auch immer sich die Rollenverteilung letztendlich gestaltet, ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass hier verschiedene Faktoren wirksam werden, die gleichgeschlechtlichen Paaren vielfach keine freie Wahl in der Gestaltung ihrer Familienstruktur und Rollenverteilung lassen, weil sie nicht im eigenen Einflussbereich liegen.
Einerseits haben Frauen und Männer nach wie vor ein unterschiedlich hohes Einkommen und andererseits sind es die massive rechtliche Benachteiligung und die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die hier ebenfalls Einfluss nehmen. So leben viele homosexuelle Paare nicht im gemeinsamen Haushalt, was zur Folge hat, dass die Verantwortung für die Kinder und deren Erziehung in diesem Fall ‘teilweise’ oder ‘kaum bis gar nicht’ geteilt wird, so Sawatzki.
Lebt das Paar im gemeinsamen Haushalt, verteilen sich die Aufgaben gleichmäßiger zwischen beiden PartnerInnen. Bei der Kinderbetreuung übernimmt aber auch in diesem Fall oft ‘die biologische Mutter mehr Verantwortung’, dafür gehen weniger als 40 % von ihnen einer 40 Stunden Tätigkeit nach.
Sasse schreibt dazu, dass aus finanziellen Gründen zwar häufig beide Frauen berufstätig sind, dies aber meist auch als besonders wichtig empfinden. Lesbische Frauen wollen sich nicht an traditionellen Rollen ‘anhängen’, sondern eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit. Die leiblichen Mütter unter ihnen wollen ihre Partnerinnen oft nicht mit den Kosten für ihre Kinder belasten, auch dann nicht, wenn sich die Co-Mutter intensiv um die Kinder kümmert. Finanziell sehen sie sich oft als Alleinversorgerinnen und wollen das auch so. Ich würde meinen, dass sich diese Beschreibung stärker auf Kinder bezieht, die aus ehemaligen heterosexuellen Beziehungen stammen. Grundsätzlich aber denke ich, dass es sich auch hierbei vorrangig um ein rechtliches Problem handelt, das dringend zur Klärung ansteht.
Ich selbst bin beispielsweise finanziell ebenfalls zu 100% für meinen Sohn verantwortlich. Von meiner ehemaligen Partnerin bekomme ich keine diesbezügliche Unterstützung. Gäbe es eine gesetzliche Regelung, hätte mein Sohn einen Anspruch auf Unterhalt, was meine finanzielle Situation möglicherweise erleichtern würde.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836636919
Arbeit zitieren:
Mayrhofer, Ulrike Dezember 2008: Kinder in Regenbogenfamilien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Regenbogenfamilie, Geschlechtsidentität, Homosexualität, gleichgeschlechtlich, Kindesentwicklung




