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Bewertung und Finanzierung von Erneuerbaren Energieprojekten

Möglichkeiten und Herausforderungen

Bewertung und Finanzierung von Erneuerbaren Energieprojekten
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Alexander Wagner
  • Abgabedatum: August 2009
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 601,6 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 61
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3638-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wagner, Alexander August 2009: Bewertung und Finanzierung von Erneuerbaren Energieprojekten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Projektfinanzierung, Wind, Realoption, Leasing, DCF Methode

Bachelorarbeit von Alexander Wagner

Einleitung Seit einigen Jahren haben neue Erkenntnisse zu den Ursachen und Wirkungen des globalen Klimawandels zu einem politischen und gesellschaftlichen Umdenken im Bereich der Energieerzeugung und -effizienz geführt. Gewinner dieses Wandels sind vor allem regenerative Energieerzeugungssysteme, die statt fossiler Energieträger nachwachsende Rohstoffe und sich erneuernde Energiequellen zur Wärme- und Stromerzeugung nutzen. Da dieser Ausbau der erneuerbaren Energien den marktwirtschaftlichen Anforderungen in den jeweiligen Volkswirtschaften genügen muss, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Bewertung und Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten. Dabei soll zunächst auf die bisherige und prognostizierte Marktentwicklung der Erzeugungskapazitäten eingegangen sowie die politischen Unterstütz-ungsmechanismen skizziert werden, bevor traditionelle und moderne Ansätze zur Bewertung dargestellt werden. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten derartiger Projekte, wobei ein klarer Fokus auf die Projektfinanzierung gelegt wird, da diese Finanzierungsform bei kommerziellen Projekten am häufigsten eingesetzt wird. Zuletzt werden die zukünftig zu erwartenden Veränderungen diskutiert und die Auswirkungen der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise auf die weitere Entwicklung der erneuerbaren Energien thematisiert.

Aufgrund der Komplexität des Themas und der unterschiedlichen Fördermechanismen weltweit, muss zunächst eine geographische Eingrenzung vorgenommen werden. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf Volkswirtschaften, die zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien ein System der fixen Einspeisevergütung (Feed-In Tariff) verwenden, da die Art der Förderung einen ganz erheblichen Einfluss auf die Bewertung und Finanzierung der jeweiligen Projekte hat. Der geographische Fokus liegt insbesondere auf Deutschland und den in Deutschland herrschenden gesetzlichen Regelungen. Weitere Fördersysteme wie die Quotenregelung oder Steueranreize werden im Rahmen der Darstellung des deutschen Fördersystems kurz erläutert.

Desweiteren muss der Begriff der erneuerbaren Energien (im Folgenden werden erneuerbar und regenerativ synonym verwendet) zu anderen Energieerzeugungssystemen abgegrenzt werden. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist hierbei die Art der Ressource, die zur Energieerzeugung verwendet wird. Handelt es sich um erschöpfliche fossile Brennstoffe wie beispielsweise Kohle, Gas, Uran oder Erdöl, wird von konventionellen Energieträgern gesprochen. Werden hingegen nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Soja, Algen, Bioabfälle oder unerschöpfliche Ressourcen wie Wind, Sonne, Erdwärme und Wasser verwendet, so wird von erneuerbaren Energieträgern gesprochen. Die bekanntesten Formen sind Bio- und Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie die Geothermie, wobei diese weiter unterteilt werden können.

Im Falle der Bioenergie unterscheidet man zwischen sofort verbrannter Biomasse (z.B. Stroh, Holz) und später verbranntem, im Prozess der Gärung entstandenen, Biogas. Die Solarenergie unterteilt sich in die Photovoltaik, die durch Nutzung des photoelektrischen Effektes Sonnenenergie in Strom wandelt und die Solarthermie, die das Sonnenlicht zur Erhitzung flüssiger Substanzen verwendet, welche anschließend eine Turbine antreiben oder als Wärmeenergie genutzt werden. Bei der Windkraft erfolgt die Unterscheidung nach dem Standort der Anlagen in Onshore-Wind (auf dem Festland) und Offshore-Wind (im Meer). Die Wasserkraft wiederum nutzt laufende (Laufwasserkraftwerke) oder stehende (Pumpspeicherkraftwerke) Gewässer, die eine Turbine antreiben und dadurch Strom erzeugen. Neuere Technologien, die ebenfalls die Wasserkraft als Ressource verwenden, sind die Wellen- und Gezeitenenergie.

Aufgrund der Reife des Marktes und der Zahl der Marktakteure konzentriert sich die Analyse auf die drei Stromerzeugungssysteme Solarenergie, Windkraft und Bioenergie. Obwohl sowohl die traditionelle Wasserkraft (z.B. in Norwegen) als auch die Geothermie (z.B. in Island) ebenfalls ausgereifte Technologien sind, weisen sie einige spezielle Merkmale auf, die eine Analyse erschweren. So werden Wasserkraft- und Geothermieprojekte fast ausschließlich von Energieversorgern durchgeführt, welche die Finanzierung über den internen Cashflow realisieren. Finanzinvestoren oder Fondsmodelle spielen in diesem Bereich praktisch keine Rolle. Die Wellen- und Gezeitenenergie hingegen befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und kann daher keinen verwertbaren Track Record vorweisen.

Nachfolgend sollen nun die Marktentwicklung dargestellt und die Fördermechanismen erläutert werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Bedeutung der erneuerbaren Energien 1
2. Marktentwicklung und Fördermechanismen 3
2.1 Marktentwicklung 3
2.2 Fördermechanismen 4
3. Bewertung von erneuerbaren Energieprojekten 7
3.1 Statische Bewertungsverfahren 7
3.2 Dynamische Bewertungsverfahren 8
3.2.1 Discounted Cashflow-Methode 11
3.3 Die DCF-Methode als Instrument zur Bewertung erneuerbarer Energieprojekte 16
3.3.1 Kritik der DCF-Methode 20
3.4 Anwendung der Realoptionstheorie auf erneuerbareEnergieprojekte 22
4. Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten 26
4.1 Weltweite Entwicklung des Finanzierungsmarktes 27
4.2 Finanzierungsformen 28
4.3 Leasing 29
4.4 Fonds-Modell 30
4.5 Projektfinanzierung 31
4.5.1 Idee der Projektfinanzierung 31
4.5.2 Phasen und Projektbeteiligte 33
4.5.3 Projektfinanzierung aus Sicht der Eigen- und Fremdkapitalgeber 34
4.5.4 Finanzierungsstruktur im Allgemeinen 36
4.5.5 Finanzierungsusancen der erneuerbaren Energiebranche 38
4.5.6 Sensitivitätsanalyse, DSCR und weitere Financial Covenants 40
4.5.7 Risikomanagement 44
4.5.8 Nachteile der Projektfinanzierung 48
4.6 Ausblick auf den Finanzierungsmarkt 50
5. Zusammenfassung der Ergebnisse 52
6. Literaturverzeichnis 55

Textprobe:

Kapitel 4.5.3, Projektfinanzierung aus Sicht der Eigen- und Fremdkapitalgeber Die Eigenkapitalgeber tragen bei der Projektfinanzierung wie auch bei anderen Finanzierungsformen aufgrund des strukturellen Nachrangs des Eigenkapitals das größte Risiko. Sie haben daher ein natürliches Interesse am Erfolg des Projektes. Dennoch haben sie als Projektinitiatoren auch ein Interesse das Projekt als risikoarm und rentabel darzustellen, um möglichst viel Fremdkapital akquirieren zu können. Zudem erwarten Eigenkapitalgeber aufgrund der höheren Risiken eine angemessene Rendite in Form von Gewinnausschüttungen, welche die Liquidität der Projektgesellschaft belasten. Als Eigenkapitalgeber treten unter anderen Projektentwicklungsgesellschaften, Landwirte, Finanz-, Privatinvestoren oder strategische Investoren wie Staatsfonds oder Großkonzerne auf. Dabei spielen nationale Grenzen kaum mehr eine Rolle, wie der deutsche Markt zeigt. Hier engagieren sich viele ausländische Investoren in großem Stil mit Investitionskapital.

Die Fremdkapitalgeber hingegen haben ein hohes Interesse an einer stabilen Zins- und Schuldendienstfähigkeit der Projektgesellschaft. Da diese Auszahlungen vor den Gewinnausschüttungen stattfinden, wirkt sich ihr Anspruch direkt auf die Rendite der Eigenkapitalgeber aus.

Sie bringen zwischen siebzig und achtzig Prozent der Finanzierung auf und bestimmen daher maßgeblich die Finanzierungskonditionen. Aufgrund der Cashflow-Orientierung verlangen sie bei Planabweichungen weitreichende Kontroll- und Eingriffsrechte. So können sie zum Beispiel die Gewinnausschüttung an die Eigenkapitalgeber begrenzen, wenn die Stromerträge niedriger als erwartet ausfallen. Desweiteren kalkulieren sie die Zins- und Schuldendienstfähigkeit häufig unter der Annahme eines Worst Case- Szenarios. Das Ergebnis können beispielsweise pauschale Risikoabschläge auf erwartete Winderträge in Höhe von zehn bis fünfzehn Prozent sein. Allerdings müssen auch Fremdkapitalgeber darauf bedacht sein, dass die Eigenkapitalgeber eine angemessene Rendite erhalten, da diese sonst versuchen ihr eingesetztes Kapital abzuziehen oder erhöhte Risiken in Kauf nehmen, um die Rendite zu steigern, was letztendlich auch das Fremdkapital gefährden würde.

Die mit Abstand wichtigsten Fremdkapitalgeber bei erneuerbaren Energieprojekten sind Banken. Aufgrund des politisch gewollten Ausbaus der erneuerbaren Energien spielen Förderbanken in einigen Ländern eine große Rolle für die Finanzierbarkeit derartiger Projekte. Diese stellen entweder direkt oder über Refinanzierungskredite zinsgünstige Darlehen zur Verfügung, die häufig Voraussetzung für den Einstieg privater Banken sind. In Deutschland nimmt diese Rolle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau ein, die über ihre Umweltprogramme den Ausbau der erneuerbaren Energien sowohl direkt als auch indirekt fördert.

Im Folgenden soll dargestellt werden wie die Finanzierungsstruktur im Rahmen einer Projektfinanzierung ausgestaltet sein kann, bevor auf die spezifischen Finanzierungsusancen der erneuerbaren Energiebranche eingegangen wird.

Arbeit zitieren:
Wagner, Alexander August 2009: Bewertung und Finanzierung von Erneuerbaren Energieprojekten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Projektfinanzierung, Wind, Realoption, Leasing, DCF Methode

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