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Offshoring in deutschen Unternehmen

Erläutert an einem ausgewählten Beispiel

Diplomarbeit
Diplomarbeit von Jan Hartmann ; Abgabe September 2009; 95 Seiten, 3,1 MB ; Note 1,7; Sprache Deutsch
Fachhochschule Aschaffenburg Deutschland
Literatur- und Quellenangaben: ca. 65
Inhaltsangabe, Inhaltsverzeichnis und Textauszüge:

Einleitung Täglich berichten die Medien von Unternehmen, die die Entscheidung treffen, Standorte ins Ausland zu verlagern.

Der reine Export von Waren und Dienstleistungen reicht in vielen Branchen heute nicht mehr aus, um Kundenbedürfnissen und den Herausforderungen die die internationale Konkurrenz mit sich bringt, gerecht zu werden. Der immer größer werdende Wettbewerbsdruck in Deutschland zwingt daher derzeit viele Unternehmen ihren bisherigen organisatorischen Aufbau und strategische Verhaltensweisen neu zu überdenken. Durch die europäische Wirtschafts- und Währungsreform und die zunehmende Globalisierung ist ein offener Wettbewerb entstanden. Unternehmen müssen zur Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit die Vorteile von internationalen Standorten durch Investitionen ins Ausland nutzen. Nicht mehr nur Großunternehmen und Konzerne sind davon betroffen. Auch kleine und mittlere Unternehmen sehen sich mit dem Problem des Wettbewerbdrucks konfrontiert. Auch sie müssen Vertriebs- und Produktionsstandorte außerhalb ihrer vertrauten Heimatregion aufbauen.

Durch seine Exportabhängigkeit ist Deutschland eines der Länder, das mit am stärksten in das globale Wirtschaftsnetz eingebunden ist und den internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist.

Die Möglichkeiten, Kosten durch Auslandsverlagerung in so genannte Niedriglohnländer einzusparen oder neue Märkte zu erschließen, sehen daher viele Unternehmen als Chance, dem Wettbewerbsdruck stand zu halten und ihr Bestehen zu sichern.

Der rasante Fortschritt in der Telekommunikation trägt dazu bei, dass Unternehmen heute die Möglichkeit haben verschiedene Tätigkeiten oder Prozesse ins Ausland zu verlagern. So können beispielsweise Aufgaben im Ausland erbracht werden und digitalisiert in das Heimatland transferiert werden. Der Ausbau von Breitband Datenleitungen, die damit verbundene Ausbreitung des Internets und der Zugriff auf Datenbanken unabhängig vom jeweiligen Standort tragen zu einer Unabhängigkeit des Standorts bei. Auch die Verbesserung von Transportbedingungen und die Liberalisierung des Handels sind Indikatoren, die dazu führten, dass Unternehmen Tätigkeiten leichter ins Ausland verlagern können.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS X
TABELLENVERZEICHNIS XI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XII
FORMELVERZEICHNIS XIII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Einführung in die Thematik 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. SACHVERHALT INTERNATIONALER STANDORTVERLAGERUNGEN 3
2.1 Begriffserläuterungen 3
2.1.1 Europäische Union 3
2.1.2 Mittel- und Osteuropa 3
2.1.3 Offshoring 3
2.2 Ausländische Direktinvestitionen deutscher Unternehmen 5
3. MOTIVE FÜR DIE STANDORTVERLAGERUNG INS AUSLAND 9
3.1 Kosteneinsparmotive 10
3.1.1 Geringere Personalkosten 10
3.1.2 Niedrigere Standortkosten 12
3.1.3 Geringere Transportkosten 12
3.1.4 Steuervorteile 12
3.2 Absatzmotive 12
3.2.1 Absatzmärkte 13
3.2.2 Imagegewinn 15
3.2.3 Handelshemmnisse 15
3.2.4 Lokale Marktsättigung 16
3.3 Beschaffungsmotive 16
3.3.1 Zugang zu Rohstoffen 16
3.3.2 Fachkräftemangel in Deutschland 17
3.4 Sonstige Motive 17
3.4.1 Bürokratie in Deutschland 17
3.4.2 Wirtschaftsförderungen 18
4. INTERNATIONALE STANDORTWAHL 19
4.1 Markteintrittsstrategien 19
4.2 Verlagerung von Funktionsbereichen 23
4.2.1 Unterstützende Funktionen 23
4.2.2 Forschung und Entwicklung 23
4.2.3 Beschaffung 24
4.2.4 Produktion 25
4.2.5 Marketing und Vertrieb 25
4.3 Standortfaktoren 26
4.3.1 Quantitative Standortfaktoren 26
4.3.2 Qualitative Standortfaktoren 27
4.3.3 Standortfaktoren bei Offshoring-Entschlüssen 27
4.3.3.1 Politische Risiken 28
4.3.3.2 Korruption 29
4.3.3.3 Infrastruktur 29
4.3.3.4 Geografische Gegebenheiten 30
4.3.3.5 Kosten von Offshoring 31
4.3.3.6 Verfügbarkeit und Qualität von Arbeitskräften 33
4.3.3.7 Kulturelle Unterschiede 33
4.3.3.8 Mögliche Qualitätsverschlechterung 34
4.4 Der Offshoring-Prozess 35
4.4.1 Voraussetzung für Offshoring 35
4.4.2 Standortentscheidungsprozess 35
4.4.2.1 Diagnose 36
4.4.2.2 Informationsbedarfsanalyse 37
4.4.2.3 Alternativvorauswahl 38
4.4.2.4 Alternativbewertung 39
4.4.2.5 Entschluss 40
4.5 Methoden zur Standortentscheidungsfindung 40
4.5.1 Quantitative Bewertungsverfahren 41
4.5.2 Qualitative Bewertungsverfahren 42
5. STANDORTE FÜR AUSLANDSVERLAGERUNGEN 54
5.1 Vergleich wichtiger Offshoring-Regionen 55
5.2 Die wichtigsten Offshoring-Regionen 56
5.2.1 Mittel- und Osteuropa 56
5.2.2 China 60
5.2.3 Westeuropa 61
5.2.4 Indien 62
5.2.5 Nordamerika 63
6. OFFSHORING-VERHALTEN DEUTSCHER UNTERNEHMEN 64
6.1 Größe der verlagernden Unternehmen 65
6.2 Branche der verlagernden Unternehmen 66
6.3 Produkte der verlagernden Unternehmen 68
7. OFFSHORING AM BEISPIEL DER WIEDENMANN GMBH 70
7.1 Verlagerungsstandort Ungarn 70
7.1.1 Absatzmarkt 71
7.1.2 Lohnkosten und Verfügbarkeit von Arbeitskräften 71
7.1.3 Ausbildungsniveau 72
7.1.4 Infrastruktur 72
7.1.5 Inflation 73
7.1.6 Handelsbarrieren 74
7.1.7 Arbeitsbedingungen 74
7.1.8 Wirtschaftspolitik 74
7.1.9 Starker Wettbewerb 75
7.1.10 Investitionsförderung 75
7.1.11 Hilfe für ausländische Investoren 75
7.2 Das Unternehmen 76
7.2.1 Zielmärkte 76
7.2.2 Motiv für Offshoring-Entscheidung 77
7.2.3 Verlagerungsprozess 77
7.2.4 Länder- und Standortanalyse 77
7.2.5 Verlagerungshindernisse und nachträgliche Erkenntnisse 79
7.2.6 Erzielte Erfolge 80
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 81
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 83

Textprobe, Kapitel 3.2.1, Absatzmärkte Neben dem Kosteneinsparpotenzial werden Direktinvestitionen getätigt, um erschlossene Märkte langfristig zu sichern bzw. um neue Märkte zu erschließen und zu erweitern.

Ein Unternehmen, welches aufgrund mangelnder Marktnähe nicht auf dem Weg des Exports von Gütern, sondern durch Anwesenheit vor Ort expandieren will, muss sich die Frage stellen, welche Land bzw. Region hinsichtlich des Absatzpotenzials am attraktivsten ist.

Das Absatzpotenzial beschreibt dabei die erwartete Absatzmöglichkeit eines Unternehmens in einem bestimmten Land. Um Absatzmärkte zu erschließen, zu erweitern oder zu sichern, muss die Produktion in die geografische Nähe von internationalen Absatzmärkten angesiedelt werden.

Für Unternehmen besteht zunächst die Notwendigkeit Zukunftswerte des Absatzpotenzials mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit zu prognostizieren. Um die Zukunftswerte zu ermitteln, stehen dem Unternehmen eine Reihe von Kennzahlen zur Verfügung:

Einwohnerzahl Bevölkerungsdichte Bevölkerungswachstum Bevölkerungsstruktur (Alter, Geschlecht, Einkommen) Bruttosozialprodukt BSP/BIP-Wachstum BSP/BIP pro Kopf Kaufkraft Aus den oben genannten Rahmendaten lassen sich noch keine eindeutigen Rückschlüsse über ein Absatzpotenzial ziehen. Diese Daten sind daher mit geeigneten branchen-, unternehmens- oder produktspezifische Kennzahlen zu kombinieren. Um also zutreffendere Absatzprognosen erstellen zu können, braucht man zusätzlich statistische Unterlagen, für folgende Größen:

Marktpotenzial Marktvolumen Bedarfsträger Bedarfsintensität Periodizität des Bedarfs Verbrauchsgewohnheit Zielgruppenspezifische Kaufkraft Häufig ist nicht nur der Absatzmarkt im Land in das verlagert wird von Bedeutung, sondern auch attraktive Auslandsmärkte in der nahen Umgebung, die von diesem Standort aus optimal beliefert werden können. Hongkong oder Singapur sind beispielsweise solche strategisch nützliche Standorte, um den südasiatischen Raum versorgen zu können.

Wichtiger als die aktuelle Situation des Absatzpotenzials in einem Land ist für viele Unternehmen die Entwicklung des Potenzials in der Zukunft. Erwartete Zuwachsraten in einem Ländermarkt sind daher meist der Auslöser für eine entsprechende Verlagerung.

Ein Beispiel ist hier China. Das Land stellt mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern ein riesiges Potenzial an Konsumenten dar. Nach einer Studie des McKinsey Global Institute werden bis 2025 weitere 350 Millionen Einwohner hinzukommen, was der Gesamteinwohnerzahl der USA entspricht. Eine Milliarde Menschen werden 2030 in chinesischen Städten leben. 221 Städte werden mehr als eine Millionen Einwohner haben – Europa hat derzeit 35. Das zu erwartende Absatzpotenzial für die Zukunft ist daher enorm.

Neben dem Kennen des Absatzpotenzials in einem Land ist zur Beurteilung der Standortattraktivität zusätzlich noch das Kennen des Wettbewerbsverhältnisses wichtig. Das Wettbewerbsverhältnis kann fünf verschiedene Formen annehmen:

Die Konkurrenzdichte ist zu groß, bzw. die Konkurrenz zu stark. Eine Investition lohnt hier nicht.

Die Konkurrenz ist bereits vor Ort tätig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben muss das Unternehmen nachziehen.

Die Konkurrenz ist bereits vor Ort tätig, besitzt aber eine schwache Position. Durch eine Errichtung einer Produktionsstätte oder der Übernehme eines Unternehmens kann man Marktanteile erobern.

Die Konkurrenz ist noch nicht am Zielmarkt tätig. Durch die Errichtung eines Standortes kann man sich einen zeitlichen Vorsprung schaffen.

Die Konkurrenz ist bereits vor Ort tätig und wirkt anziehend auf neue Wettbewerber. Das Unternehmen vermutet einen Agglomerationseffekt, was bedeutet, dass das Vorhandensein von Konkurrenz das eigene Geschäft belebt.

Die Kombination aus Kennen des zukünftigen Absatzpotenzials und dem Wettbewerbsverhältnis vor Ort, sind fundamentale Kenntnisse zur Entscheidung einer Auslandsverlagerung.

Link zur Arbeit: http://www.diplom.de/katalog/arbeit/13600
Arbeit zitieren: Hartmann, Jan September 2009: Offshoring in deutschen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Bestellmöglichkeiten und Preise:

Bezugspreis eBook (PDF-Datei) per Download: EUR 38,00 inkl MwSt.
Bestellnummer: ISBN 978-3-8366-3600-1
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