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Service-orientierte Architektur (SOA) als Bindeglied zwischen Geschäftsprozessmanagement und IT

Eine kritische Bestandsaufnahme

Service-orientierte Architektur (SOA) als Bindeglied zwischen Geschäftsprozessmanagement und IT
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Werner Seidel
  • Abgabedatum: Mai 2009
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: SMA Sales Manager Akademie Österreich
  • Bibliografie: ca. 22
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3435-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seidel, Werner Mai 2009: Service-orientierte Architektur (SOA) als Bindeglied zwischen Geschäftsprozessmanagement und IT, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: SOA, BPM, Business Process Management, IT, Service

MA-Thesis / Master von Werner Seidel

Einleitung:

Problemstellung der Arbeit:

Unternehmen die sich im Zeitalter der Globalisierung behaupten wollen bzw. müssen, stehen u.a. vor der Herausforderung Ideen möglichst schnell in wirtschaftliche Erfolge zu verwandeln. Grundvoraussetzung für die dafür notwendige Wandlungsfähigkeit, sind eine flexible Informationstechnologie sowie effiziente Geschäftsprozesse.

Im Wesentlichen handelt es sich um die folgenden konkreten Herausforderungen:

- Neue Märkte und Wachstum.

- Neue Geschäftsmodelle.

- Produktinnovationen.

- Flexibilisierung von Geschäftsprozessen.

- Optimierung von Prozesskosten.

- Merger & Akquistion bzw. die Post-Merger-Integration.

Auch das in den letzten Jahren immer wichtiger gewordene Thema ‚Compliance’, d.h. das transparente Einhalten von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Standards (z.b. Basel II, SOX, ISO 9000, ITIL), ist ein Grund warum für Unternehmen ein übergreifender IT-Ansatz immer notwendiger wird. Hier ist absehbar, dass als Konsequenz der aktuellen Krise der Finanzmärkte, gerade dieses Thema nochmals an Bedeutung gewinnen wird.

Das Konzept der serviceorientierten Architektur (Akronym ‚SOA’) verfolgt das Ziel, die Informationstechnologie im Unternehmen unmittelbar an den Unternehmens-zielen auszurichten, und einen wesentlichen Beitrag für ein erfolgreiches Geschäftsprozessmanagement (engl. Business Process Management – kurz BPM) zu leisten.

Ziele der Arbeit und grundlegende Thesen:

Diese Arbeit versucht die Themenkomplexe ‚Service orientierte Architektur’ und Geschäftsprozessmanagement gemeinsam zu betrachten. Aus dieser Betrachtung und der Erfahrung aus konkreten Umsetzungsprojekten werden Thesen abgeleitet, die durch Experteninterviews bewertet werden.

Die Thesen im Einzelnen:

- Das Konzept der SOA stiftet nicht per se Wert, sondern erst in ihrer Wirkung auf die Geschäftsprozesse.

- Aufgrund zunehmender Heterogenität der konkreten fachlichen Anforderungen gelingt es mit herkömmlichen IT-Anwendungen immer weniger, diese in der geforderten Qualität und Zeit abzudecken.

- SOA ist kein IT-Konzept sondern ein Management-Konzept, daher ist für eine erfolgreiche SOA-Einführung die aktive Unterstützung des Top-Management unabdingbar.

- SOA ist eine Voraussetzung für erfolgreiches Business-Process-Outsourcing.

- Die Umsetzung einer ‘Corporate Governance’ bzw. ‘Compliance’ im Unternehmen, wird durch das Konzept der SOA erleichtert.

- SOA ist kein Ansatz zur Verringerung der IT-Kosten.

- Eine SOA-Einführung hat auch eine Reorganisation der Aufbau- und Ablauforganisation im Unternehmen zur Folge.

- Umfassende SOA-Einführungen sind, im Hinblick auf die geweckten Erwartungen und Kosten, riskante Großprojekte.

- Eine SOA-Einführung bringt für die Fachabteilungen mehr Gestaltungsmöglichkeiten in Hinblick auf die in den IT-Anwendungen abgebildeten Geschäftsprozesse, allerdings haben diese dadurch auch eine größere Ergebnisverantwortung zu tragen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
1.1 Problemstellung der Arbeit 5
1.2 Ziele der Arbeit und grundlegende Thesen 7
1.3 Forschungsansatz 8
1.3.1 Erkenntnistheoretisches Paradigma: Radikaler Konstruktivismus 8
1.3.2 Forschungsmethodologisches Paradigma: qualitative Sozialforschung 10
2. Service orientierte Architektur (SOA) 11
2.1 Annährung durch Analogien 12
2.1.1 Analogie ‚Buchdruck' 12
2.1.2 Analogie ‚Legobausteine' 13
2.2 Definition 14
2.3 Assoziationen zu SOA 15
2.4 Grundlagen einer SOA 16
2.4.1 Basiskomponenten 17
2.4.2 Services 18
2.5 Instrumente und Methoden 26
2.5.1. 4 Phasenmodell zur SOA-Einführung 26
2.5.2 SOA-Rollen 30
2.5.3 SOA-Governance 32
2.5.4 Standardisierung 35
3. Geschäftsprozessmanagement 37
3.1 Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements 38
3.1.1 Makro-Prozessmanagement 39
3.1.2 Mikro-Prozessmanagement 40
3.1.3 Orientierungen im Prozessmanagement 41
3.2 Definition und Schlüsselbegriffe 42
3.3 Instrumente und Methoden 45
3.3.1. 4 Schritte Methode zur Prozessdefinition 45
3.3.2 Business Reengineering (BR) 51
3.3.3 Business Process Outsourcing (BPO) 52
4. Thesenentwicklung 55
4.1 Die Thesen aus Sicht des Autors 56
4.2 Bearbeitung der Thesen auf Basis von Experteninterviews 60
SOA-Konzept der SMC 60
SOA-Konzept der IBM 62
5. Zusammenfassung 66
5.1 Erfolgskriterien für eine SOA-Einführung 68
5.2 Gründe für das Scheitern von SOA-Projekten 69
6. Verzeichnisse 71
6.1 Literaturverszeichnis 71
6.2 Tabellenverzeichnis 74
6.3 Abbildungsverzeichnis 74
6.4 Abkürzungsverzeichnis 75
7. Anhang 76

Textprobe:

Kapitel 2.5, Instrumente und Methoden:

In den vorangegangen Kapiteln wurde ersichtlich, dass das Konzept der Service orientierten Architektur die Bereiche Prozessmanagement, IT und Organisation innerhalb eine Unternehmens tangiert. Zusätzlich wird die Einführung (im Rahmen eines Programms oder Projekts) einer (Enterprise-) SOA in einem Unternehmen häufig von externen Beratungs- und IT-Unternehmen begleitet.

Aus diesen Gründen ist ein strukturiertes und methodisches Vorgehen bei der Einführung aber auch im Betrieb bzw. bei der Weiterentwicklung unabdingbar.

4-Phasenmodell zur SOA-Einführung:

Die Einteilung in Phasen hat das Ziel, die SOA-Einführung planbar und nachvollziehbar zu machen.

Phase 1: Diagnose/Zielsetzung:

Hier geht es darum, eine konkrete Zielsetzung mit den daraus resultierenden Aktivitäten für die SOA-Einführung festzulegen. Im Einzelnen geht es dabei um die folgenden Punkte:

- Definition des fachlichen und technischen Scopes.

- Priorisierung der fachlichen und technischen Anforderungen.

- Untersuchung der SOA-Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmensprozesse und IT-Systeme.

- Identifikation von Architekturansätzen entlang der unterschiedlichen Ebenen (Prozesse, Services, Applikationen, Infrastruktur) eines Enterprise Architecture Frameworks.

- Identifizierung von SOA-Pilotprojekten.

Nach Abschluss dieser Phase liegen typischerweise zwei Ergebnistypen vor:

- Eine priorisierte Liste fachlicher und technischer Handlungsfelder.

- Ein Vorgehen zur inhaltlichen Ausgestaltung der IT-Transformation.

Phase 2: Fachliche Modellierung:

Hierbei handelt es sich um eines der Kernelemente einer SOA, nämlich der Modellierung der Serviceschicht. Diese besteht aus Domänen wie beispielsweise Produkte oder Kunden, welche noch weiter in Fachklassen (z.b. Reklamation) unterteilt werden können, und den daraus abgeleiteten Services (z.b. Reklamationsbearbeitung).

Eines der Ergebnisse der Modellierung ist eine fachlich fokusierte IT-Landkarte, die aufzeigt, welche Domänen, Fachklassen und Services im Unternehmen bzw. im betrachteten Unternehmensbereich existieren und in welchem Verhältnis sie über Liefer- und Leistungsbeziehungen agieren.

Folgende Aktivitäten werden in dieser Phase durchgeführt:

- Definition eines ersten Domänenmodells anhand der zentralen Liefer- und Leistungsbeziehungen (iterativ) und grobgranular.

- Zuordnung der wichtigsten Fachklassen zu den Domänen und Identifikation erster Servicekandidaten (ist auch Basis für ein erstes Serviceportfolio).

- Detailmodellierung der relevanten Domänen aufgrund der erfolgten Priorisierung.

- Modellierung der relevanten Fachklassen und Services.

Mögliche Ergebnistypen dieser Phase sind:

- Erster Entwurf einer Domänenarchitektur (high level design).

- Erster Entwurf eines Serviceportfolios.

- Detailierte Modellierung der priorisierten Domänen und Services.

Phase 3: Aufsetzen von IT-Prozessen und IT-Infrastruktur:

Neben der Modellierung müssen zusätzlich die notwendigen Anpassungen an den IT-Prozessen wie beispielsweise das Anforderungsmanagement erfolgen. Ebenso müssen neue Rollen wie beispielsweise Serviceportfoliomanager (siehe auch Kapitel ‚SOA-Rollen’) etabliert werden. Auch die Planung und Implementierung der SOA-Infrastruktur (z.b. Enterprise Service Bus) wird in dieser Phase durchgeführt.

Es sollten folgende Aktivitäten durchgeführt werden:

- Identifikation des konkreten Anpassungsbedarfs an die bestehenden IT-Prozesse.

- Definition der Zielprozesse inklusive eines Einführungskonzepts.

- Entwicklung einer Service Roadmap (wann werden welche Services zur Verfügung stehen) als Basis für das zukünftige Service Portfolio Management.

- Entwicklung und Bereitstellung einer SOA-Infrastrukturlösung.

Mögliche Ergebnistypen dieser Phase sind:

- Angepasste IT-Prozesse inklusive Einführungskonzept.

- Fachliche und technische Service Roadmap.

- Technische SOA-Infrastruktur.

Phase 4: Entwicklung und Nutzung von Services:

In dieser Phase wird sich zeigen, ob die Vorarbeiten den erhofften realisieren können. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass die vierte Phase das Unternehmen für die nächsten Jahre begleiten wird. Umso wichtiger ist es, regelmäßig zu prüfen, ob die Zielsetzung und Umsetzung der SOA eventuell nachjustiert werden muss.

Ein weiterer wesentlicher Bereich in dieser Phase ist die Anpassung der Organisationsstrukturen innerhalb der IT-Organisation, da diese oft noch sehr genau an die ehemaligen Insellösungen angepasst sind, aber mit SOA nur sehr schwer unter einen Hut zu bringen sind.

Die Aktivitäten dieser Phase lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Durchgängige Unterstützung von SOA-Pilotprojekten von der Konzeption bis zur Implementierung.

- Bereitstellung von Guidelines und Trainingsangeboten.

- Kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Prozesse und Modelle.

- Durchführung einer organisatorischen Auswirkungsanalyse und Entwicklung einer neuen IT-Organisation im Unternehmen.

Mögliche Ergebnistypen dieser Phase sind:

- Implementierte Services.

- Weiterentwicklung der Serviceschicht und des Serviceportfolios.

- Weiterentwicklung der IT-Prozesse und Governance-Mechanismen.

- Umsetzung der neuen IT-Organisation.

Arbeit zitieren:
Seidel, Werner Mai 2009: Service-orientierte Architektur (SOA) als Bindeglied zwischen Geschäftsprozessmanagement und IT, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
SOA, BPM, Business Process Management, IT, Service

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