Strategische Allianzen im Luftverkehr
Dargestellt am Beispiel der Star Alliance
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Linda Schölkmann
- Abgabedatum: Juni 2009
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Munich Business School Deutschland
- Bibliografie: ca. 43
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3386-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schölkmann, Linda Juni 2009: Strategische Allianzen im Luftverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strategische Allianz, Luftverkehr, Star Alliance, Unternehmensverbindung, Organisationsstruktur
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Diplomarbeit von Linda Schölkmann
Einleitung:
Unter dem Titel „Kartelluntersuchung gegen Lufthansa“ berichtet die Financial Times Deutschland am 20.04.2009 von Untersuchungen der EU-Kommission gegen mehrere Fluggesellschaften des Luftverkehrsbündnisses Star Alliance. „Die Kooperation sei bei Flugverbindungen zwischen Europa und Nordamerika intensiver als die sonst übliche, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Deshalb leiteten die Wettbewerbshüter eine Kartelluntersuchung ein.“ Ähnliche Verfahren seien bereits auch gegen mehrere Fluggesellschaften der anderen beiden großen Flugallianzen Oneworld und Skyteam eingeleitet worden. Falls den Gesellschaften eine Wettbewerbsbeschränkung durch kartellmäßige Absprachen nachgewiesen werden kann, drohen hohe Bußgelder, „im Extremfall bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes“.
Der Artikel belegt, welche Bedeutung strategische Allianzen im globalen Luftverkehrsmarkt innerhalb der letzten Jahre gewonnen haben. Auf der Basis bestehender Fachliteratur sowie unter Auswertung neuester (elektronischer) Publikationen und Presseartikeln soll die vorliegende Diplomarbeit hierzu systematisch die Hintergründe am Beispiel der strategischen Allianz „Star Alliance“ aufzeigen. Ausgehend von den Grundlagen des Luftverkehrsmarktes werden mögliche Kooperationsformen im Luftverkehr vorgestellt, speziell vertiefend die Unternehmensverbindung „Strategische Allianz“. Hierzu wird in Folge exemplarisch die Entwicklung der „Star Alliance“ vorgestellt, die sich als Marktführer unter den konkurrierenden Flugallianzen positioniert hat. In einer Schlussbetrachtung erfolgt neben einer Beurteilung und Bewertung der Star Alliance, die Einschätzung der weiteren Entwicklung in diesem Sektor.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Der Luftverkehrsmarkt | 7 |
| 2.1 | Die Entwicklung des Luftverkehrmarktes | 7 |
| 2.2 | Volkswirtschaftliche Bedeutung des Luftverkehrs | 10 |
| 2.3 | Die Veränderungen der rechtlich-politischen Rahmenbedingungen | 13 |
| 3. | Unternehmensverbindungen im Luftverkehr | 16 |
| 3.1 | Ziele und Motivation einer Unternehmensverbindung | 16 |
| 3.2 | Formen der Unternehmensverbindung im Luftverkehr | 18 |
| 3.2.1 | Alleingang | 20 |
| 3.2.2 | Akquisition und Fusion | 21 |
| 3.2.3 | Airlinespezifische Kooperationen | 23 |
| 3.2.4 | Strategische Allianzen | 26 |
| 4. | Strategische Allianzen im Luftverkehr | 27 |
| 4.1 | Ziele strategischer Airline-Allianzen | 27 |
| 4.1.1 | Absatzmarktgerichtete Ziele | 28 |
| 4.1.2 | Unternehmensgerichtete Ziele | 30 |
| 4.1.3 | Maßnahmen zur Zielerreichung | 32 |
| 4.2 | Arten strategischer Airline-Allianzen | 36 |
| 4.3 | Gründung und Ausbau strategischer Airline-Allianzen | 40 |
| 4.3.1 | Strategische Zieldefinition | 40 |
| 4.3.2 | Partnerevaluierung | 41 |
| 4.3.3 | Kooperationsvertrag | 44 |
| 4.3.4 | Integrationsvorbereitung | 45 |
| 4.3.5 | Inbetriebnahme | 47 |
| 4.4 | Organisationsstruktur strategischer Allianzen | 48 |
| 4.5 | Nutzenbetrachtung strategischer Allianzen | 50 |
| 4.5.1 | Vor- und Nachteile aus Sicht der beteiligten Unternehmen | 51 |
| 4.5.2 | Vor- und Nachteile aus Sicht der Kunden | 55 |
| 5. | Strategische Allianz - Star Alliance | 58 |
| 5.1 | Geschichte und Entwicklung | 58 |
| 5.2 | Zielsetzungen | 61 |
| 5.3 | Einordnung im Luftverkehrsmarkt | 64 |
| 5.4 | Aufbau und Organisation der Star Alliance GmbH | 69 |
| 5.5 | SWOT- Analyse der Star Alliance | 71 |
| 6. | Schlussbetrachtung | 74 |
| 6.1 | Beurteilung und Bewertung der Star Alliance | 74 |
| 6.2 | Bewertung und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung strategischer Allianzen | 75 |
| Quellen- und Literaturverzeichnis | 79 |
Textprobe:
Kapitel 4.3.2, Partnerevaluierung:
Die richtige Partnerwahl ist für den Erfolg einer strategischen Allianz entscheidend, da mit ihr der Grundstein für eine effektive Zusammenarbeit gelegt wird. Grundsätzlich sollten sich die potentiellen Allianzpartner verkehrsgeographisch gut ergänzen, d.h. die Hubs der Fluggesellschaften sollten mit den relevanten Verkehrsströmen harmonisieren. Im ersten Schritt können die potentiellen Kooperationspartner hinsichtlich folgender Eigenschaften überprüft werden:
Marktabdeckung: Welche Regionen werden durch den potentiellen Partner abgedeckt?
Markmacht: Wie hoch ist der gegenwärtige Marktanteil des potentiellen Kooperationspartners?
Wettbewerbsposition: Wie wettbewerbsfähig ist der zukünftige Partner?
Verkehrsrechte: Welche Verkehrsrechte und Slots kann der potentielle Kooperationspartner in die Allianz einbringen?
Kostensynergien: Welche relativen Kostenvorteile lassen sich durch die Partnerschaft realisieren?
Dabei ist es sinnvoll einen Kriterienkatalog aufzustellen, der eine Gewichtung der Kriterien und eine entsprechende Evaluierung der potentiellen Allianzpartner ermöglicht. In Anlehnung an die Deutsche Lufthansa AG kann der Kriterienkatalog folgende Attribute enthalten: (siehe Abbildung 9: Kriterien und Gewichte der Evaluation potentieller Allianzpartner.) Die Erstellung eines solchen Anforderungsprofils erleichtert die Partnerentscheidung, indem Mindestkriterien sowie ideale Eigenschaften als Rahmen für die Suche nach einem geeigneten Kooperationspartner festgelegt werden.
Sind ein oder mehrere potentielle Allianzpartner gefunden, die dem Anforderungsprofil entsprechen, ist eine vertiefende Untersuchung im Rahmen des dreifachen Fit vorzunehmen. Während die Vorarbeiten bis zu diesem Punkt von der Fluggesellschaft intern vorangetrieben werden können, setzt die Überprüfung zum Fit voraus, dass direkter Kontakt mit dem, beziehungsweise den potentiellen Partnern aufgenommen wird. Sind die ausgewählten Unternehmen zu entsprechenden Gesprächen und Verhandlungen bereit, dann sind gemeinsam die folgenden Dimensionen der Übereinstimmung zu analysieren:
Fundamentaler Fit:
Es ist zu überprüfen, ob die die fundamentalen geschäftlichen Daten der betreffenden Unternehmen tatsächlich gegeben sind. Wird vorher auf Basis von Annahmen bewertet, so müssen sich nun die potentiellen Partner wechselseitig Einblick in die Eckdaten ihres Geschäftsmodells gewähren. Dies setzt ein hohes Maß an Vertraulichkeit, Ehrlichkeit und Transparenz voraus. Der fundamentale Fit ist gegeben, wenn die erstrebten Kooperationsziele auf Basis des fundamentalen Zahlenabgleichs tatsächlich am Markt realisierbar erscheinen. Die Bildung einer strategischen Allianz ist schließlich nur sinnvoll, wenn entsprechende Synergie- und Erfolgspotentiale vorhanden sind.
Strategischer Fit:
Der strategische Fit ist gegeben, wenn die potentiellen Allianzpartner kompatible strategische Ziele anstreben. Dies setzt harmonisierbare Unternehmensstrategien und Geschäftspläne sowie einen gemeinsamen adjustierten Planungshorizont voraus. Idealerweise sollte die strategische Allianz in die Unternehmensstrategie der Kooperationspartner integriert werden, um mögliche Zielkonflikte zu vermeiden und eine dauerhafte Win-Win-Situation für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Kultureller Fit:
Der kulturelle Fit ist vor allem bei internationalen strategischen Allianzen von großer Bedeutung. Unterschiedliche Kulturen implizieren verschiedene Werte- und Normenvorstellungen, die sich in Organisationsstrukturen, Führungsstilen und Arbeitsweisen niederschlagen. Dies führt nicht selten zu Konflikten und Missverständnissen, was die Zusammenarbeit der Unternehmen stark belasten kann. Insofern ist es wichtig, dass sich die potentiellen Partner frühzeitig mit möglichen Kulturunterschieden auseinandersetzen und diese im Rahmen der Kooperation akzeptieren oder sich auf Grund beträchtlicher Divergenzen gegen die Zusammenarbeit entscheiden. In den meisten Fällen sprechen sich die Kooperationspartner für den Erhalt und die Koexistenz der verschiedenen (Unternehmens-)Kulturen aus.
Ist die Partnersuche nach den obigen Kriterien erfolgreich abgeschlossen und konnten sich die potentiellen Partner auf die Bildung bzw. den Beitritt zu einer strategischen Airline-Allianz einigen, so können die erforderlichen Vorbereitungen zur Partnerintegration aufgenommen werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836633864
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Schölkmann, Linda Juni 2009: Strategische Allianzen im Luftverkehr, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Strategische Allianz, Luftverkehr, Star Alliance, Unternehmensverbindung, Organisationsstruktur




