Potenziale von Web 2.0-Anwendungen für die Ausführung von Geschäftsprozessen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Frank Maria Schommers
- Abgabedatum: Januar 2009
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- Bibliografie: ca. 87
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3151-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schommers, Frank Maria Januar 2009: Potenziale von Web 2.0-Anwendungen für die Ausführung von Geschäftsprozessen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Web 2.0, Geschäftsprozessmanagement, SOA, Wiki, Weblogs
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Diplomarbeit von Frank Maria Schommers
Einleitung:
Das Potenzial neuer Telekommunikationstechnologien für das Geschäftsprozessmanagement wird bei weitem nicht ausgeschöpft, da Kommunikationsdienste bisher nicht in die betriebswirtschaftlichen Anwendungen integriert sind. Der globale Wettbewerb erfordert heute von Unternehmen eine umfassende Optimierung der Geschäftsprozesse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es wird immer wichtiger, dass sämtliche Geschäftspartner miteinander vernetzt werden und mit Hilfe vollständig aufeinander abgestimmter Prozesse kooperieren. Die Herausforderung der Unternehmen besteht in der Verfügbarkeit der richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Im Focus stehen die Kooperation von Mitarbeitern und Unternehmen, der effektive Einsatz von Wissen und die Möglichkeit Geschäftsprozesse einfach zu skalieren und an neue Gegebenheiten anzupassen. Die Verantwortlichen in den Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Telekommunikationstechnologien an die sich schnell ändernden Geschäftsprozesse auszurichten und diese optimal zu unterstützen.
Seit Jahren erfreuen sich Anwendungen, die sich hinter dem „Buzzword“ Web 2.0 verbergen bei privaten Nutzergruppen immer größerer Beliebtheit. Die Nutzer haben im Zuge schnellerer Zugangsgeschwindigkeiten und bezahlbaren Tarifen begonnen, das Internet in veränderter Weise wahrzunehmen und zu nutzen. Sie verwenden zahlreiche Web 2.0-Anwendungen, um gezielter den eigenen Informationsbedarf zu decken, sich mit Hilfe von Social Software zu vernetzen, Dateien bereitzustellen bzw. auszutauschen und flexibler miteinander zu kommunizieren. Gleichzeitig vermissen Unternehmen immer noch eine adäquate Charakterisierung der Potenziale von Web 2.0-Anwendungen auf die unternehmerische Wertschöpfung.
Das Ziel der Diplomarbeit ist es, die Potenziale von Web 2.0-Anwendungen für die Ausführung von Geschäftsprozessen darzustellen. Dazu werden zunächst die Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements (GPM) und die Grundlagen von Web 2.0 getrennt voneinander betrachtet um ein solides theoretisches Fundament für die weiteren Ausführungen zu schaffen. Im Anschluss daran findet eine kritische Analyse der Potenziale der einzelnen Anwendungen statt und es wird aufgezeigt, welche Herausforderungen für einen effizienten Einsatz erfüllt sein müssen.
Gang der Untersuchung:
Die Diplomarbeit ist in fünf Kapitel gegliedert. Kapitel eins dient der Heranführung an das Thema. Hier wird auf Basis der Ausgangsituation die Problemstellung abgeleitet, die Ziele definiert und der inhaltliche Aufbau vorgestellt.
Das zweite Kapitel widmet sich den relevanten Grundlagen des GPMs. Hier wird auf die Bedeutung der prozessorientierten Sicht in der Organisationsgestaltung eingegangen, die Bedeutung von Geschäftsprozessen und des GPMs behandelt, die Phase der Prozessausführung in ein kontinuierliches auf Nachhaltigkeit ausgelegtes GPM eingegliedert, die im Zusammenhang mit Web 2.0 relevanten Managementkonzepte, die in das GPM zu integrieren sind dargestellt und auf Informationssysteme eingegangen.
Im dritten Kapitel werden zunächst die grundlegenden Begriffe Web 2.0, Social Software und Enterprise 2.0 erläutert. Anschließend werden die Prinzipien und Funktionen der Basistechnologien, der Social Software- Applikationen und der Enterprise Mashups vorgestellt.
Das vierte Kapitel greift den Begriff Enterprise 2.0 nochmals auf und zeigt, welche Ziele damit verbunden sind. Danach werden die Potenziale der im dritten Kapitel beschriebenen Anwendungen für die Ausführung der Geschäftsprozesse kritisch analysiert. Anschließend werden die Herausforderungen für Unternehmen aufgezeigt, die mit dem Einsatz von Web 2.0-Anwendungen einhergehen.
Das fünfte Kapitel fasst schließlich die wesentlichen Ergebnisse im Hinblick auf die formulierte Zielsetzung zusammen. Abschließend erfolgt ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung der Diplomarbeit | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Diplomarbeit | 1 |
| 1.3 | Aufbau der Diplomarbeit | 2 |
| 2. | Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements | 3 |
| 2.1 | Von der funktionsorientierten- zur prozessorientierten Sicht der Organisationsstruktur | 3 |
| 2.1.1 | Funktionsorientierte Sicht der Organisationsstruktur | 3 |
| 2.1.2 | Prozessorientierte Sicht der Organisationsstruktur | 4 |
| 2.2 | Der Prozessbegriff | 6 |
| 2.3 | Typologie von Geschäftsprozessen | 8 |
| 2.3.1 | Kernprozesse und Supportprozesse | 8 |
| 2.3.2 | Weitere Klassifizierungsmöglichkeiten | 10 |
| 2.4 | Geschäftsprozessmanagement | 12 |
| 2.4.1 | Definition | 12 |
| 2.4.2 | Bezugspunkte des Geschäftsprozessmanagements | 12 |
| 2.4.3 | Der Geschäftsprozessmanagement-Zyklus | 13 |
| 2.5 | Business Process Reengineering | 16 |
| 2.6 | Kontinuierliches Prozessmanagement | 17 |
| 2.6.1 | Abgrenzung zum Business Process Reengineering | 17 |
| 2.6.2 | Vorgehensmodell | 18 |
| 2.6.3 | Phasen des Kontinuierlichen Prozessmanagements | 20 |
| 2.7 | Auswahl integrierbarer Managementkonzepte und -methoden | 22 |
| 2.7.1 | Change Management | 22 |
| 2.7.2 | Wissensmanagement | 23 |
| 2.7.2.1 | Definition Wissensmanagement | 23 |
| 2.7.2.2 | Implizites Wissen und explizites Wissen | 23 |
| 2.7.2.3 | Verbindung zwischen Wissens- und Geschäftsprozessmanagement | 25 |
| 2.7.2.4 | Die Rolle des Informationsmanagements für das Wissensmanagement | 27 |
| 2.8 | Informationssysteme | 27 |
| 2.8.1 | Die Rolle von Informationssystemen im Geschäftsprozessmanagement | 27 |
| 2.8.2 | Software-Architekturen | 28 |
| 2.8.2.1 | Begriff der Software-Architektur | 28 |
| 2.8.2.2 | Monolithische Architektur | 28 |
| 2.8.2.3 | Service-orientierte Architektur | 29 |
| 2.8.3 | Business Process Management-Systeme | 33 |
| 2.8.4 | Gegenüberstellung SOA versus Web 2.0 | 34 |
| 3 | Grundlagen des Web 2.0 | 35 |
| 3.1 | Grundlegende Begriffserklärungen | 35 |
| 3.1.1 | Web 2.0 | 35 |
| 3.1.2 | Social Software | 38 |
| 3.1.3 | Enterprise 2.0 | 40 |
| 3.2 | Web 2.0-Anwendungen und -Technologien | 42 |
| 3.2.1 | Basistechnologien | 42 |
| 3.2.1.1 | Ajax | 42 |
| 3.2.1.2 | RSS und Atom | 44 |
| 3.2.2 | Webservices, Mashups und Enterprise Mashups | 46 |
| 3.2.2.1 | Webservices und Mashups | 46 |
| 3.2.2.2 | Enterprise Mashups | 48 |
| 3.2.3 | Social Software-Anwendungen | 50 |
| 3.2.3.1 | Instant Communication | 50 |
| 3.2.3.2 | Social Networking Services | 51 |
| 3.2.3.3 | Podcasts | 56 |
| 3.2.3.4 | Weblogs | 58 |
| 3.2.3.5 | Wikis | 61 |
| 3.2.3.6 | Social Tagging und Social Bookmarking Services | 63 |
| 4. | Potenziale von Web 2.0-Anwendungen für die Ausführung von Geschäftsprozessen | 68 |
| 4.1 | Ziele von Enterprise 2.0 | 68 |
| 4.2 | Potenziale von Social Software-Anwendungen | 69 |
| 4.2.1 | Potenziale von Social Networking Services | 69 |
| 4.2.1.1 | Potenziale von geschlossenen Social Networking Services | 70 |
| 4.2.1.2 | Potenziale von offenen Social Networking Services | 71 |
| 4.2.2 | Potenziale von Podcasts | 73 |
| 4.2.3 | Potenziale von Weblogs | 74 |
| 4.2.4 | Potenziale von Wikis | 76 |
| 4.2.5 | Potenziale von Social Bookmarking Services | 78 |
| 4.3 | Potenziale von Enterprise Mashups | 80 |
| 4.4 | Herausforderungen an Unternehmen | 83 |
| 5. | Fazit | 87 |
| Literaturverzeichnis | 90 |
Textprobe:
Kapitel 3.2.2, Webservices, Mashups und Enterprise Mashups:
Webservices und Mashups:
Web 2.0-Anwendungen zeichnen sich neben der einfachen Benutzbarkeit und der Datenzentriertheit auch dadurch aus, dass sie beliebig und einfach kombiniert und weiter entwickelt werden können. Dies erfolgt dadurch, dass ihre Funktionalitäten über offene Programmierschnittstellen, Application Programming Interfaces (APIs) zur Verfügung gestellt werden sowie über eine dienstorientierte Gestaltung. Die APIs werden heute zumeist mit verschiedenen Formen von Web Services realisiert, die die Basis für Ajax-Anwendungen liefern. Representational State Transfer (REST) ist dabei für Web 2.0-Anwendungen das am weitesten verbreitete Web Service Protokoll. APIs und die dazugehörigen Web Services werden heute von einer Vielzahl von Web-Diensten zur Verfügung gestellt und bilden die Grundlage für Mashups.
Unter Mashups versteht man Applikationen, die aus Informationen anderer Web-Dienste zusammengesetzt werden. Mashups beziehen die Daten der Quelldienste über deren offene APIs. Web Services fungieren bei diesem Vorgang als Übertragungsformat. Die Art der Verknüpfung und die neuartige Darstellung der Information führen zu dem innovativen Charakter von Mashups. Beispielsweise können Anbieter über den derzeit beliebtesten Mashup-API von GoogleMaps Landkarten und Satellitenfotos auf der eigenen Web-Seite einbinden und individuell markieren. Die folgende Mashup-Matrix zeigt, die am häufigsten genutzten Mashup-APIs (siehe Abb. 20: Top Ten der Mashup-APIs).
Enterprise Mashups:
Eine Spezialform von Web 2.0-Mashups sind im Unternehmenskontext sogenannte Enterprise Mashups. Die Idee des Enterprise Mashups stellt ein konkretes Beispiel für eine kombinierte Anwendung aus den Bereichen SOA und Web 2.0 dar. Enterprise Mashups sind als eine Teilmenge und gleichzeitig eine Erweiterung von SOA zu verstehen, da sie den auf die Integration im Backend fokussierten SOA-Ansatz auf den Desktop bringen und dort einfache grafische Anwendungen ermöglichen.
Das Mashup selbst tritt als Service Consumer auf und die Quelldienste stellen als Service Provider ihren Service per API bereit. Bei der Suche nach bereitgestellten Diensten besteht dagegen noch Verbesserungsbedarf, da für die Rolle des Service Brokers kein standardisierter Verzeichnisdienst wie, z.B. UDDI verfügbar ist.
Der Unterschied zu existierenden Ausprägungen einer SOA besteht darin, dass sich Enterprise Mashups durch leichtgewichtige Programmiermodelle charakterisieren lassen. Das Ziel von Enterprise Mashups ist es, in kürzester Zeit neue individuelle Applikationen zu erstellen, die zur Lösung eines Nutzerproblems Inhalte und Daten aus verschiedenen Webressourcen kombinieren.
Anhand des folgenden Enterprise Mashups-Stacks lassen sich die Grundprinzipien und Begriffe eines Enterprise Mashups einordnen (siehe Abb. 21: Enterprise-Mashup-Stack).
Auf der untersten Ebene repräsentieren die Ressourcen die Inhalte, Daten und Applikationsfunktionalitäten. Die APIs ermöglichen die lose Kopplung von Ressourcen, indem sie die funktionalen und nicht funktionalen Eigenschaften der Ressourcen beschreiben.
Die nächste Ebene wird von sogenannten Widgets gebildet, die den Zugriff auf die Ressourcen kapseln. Diese kleinen Software-Komponenten können durch die Anwender entsprechend der individuellen Anforderungen beliebig kombiniert und konfiguriert werden. Das Ergebnis der Komposition verschiedener Widgets ist ein Enterprise Mashup.
REST gilt als optimales Protokoll für die Organisation eines verteilten Systems nach Ressourcen. Zur Kommunikation bietet REST lediglich die vom HTTP-Protokoll bekannten Operationen GET, POST, PUT und DELETE an. Diese Leichtgewichtigkeit ist ein Grund dafür, dass REST vielfach als Architektur-Stil für APIs gegenüber Standards wie SOAP und WSDL bevorzugt wird.
Social Software-Anwendungen:
Instant Communication:
Unter dem Begriff Instant Communication lassen sich verschiedene Dienste wie Instant Messaging und Voice over Internet Protocol (VoiP) zusammenfassen, die es ermöglichen in Echtzeit miteinander zu kommunizieren. VoiP-Dienste sind Anwendungen für Internettelefonie, die nachhaltig die Kommunikationsmöglichkeiten im Web erweitern. Unter Instant Messaging versteht man einen Dienst, bei dem die synchrone Kommunikation in Textform erfolgt. Die textuelle Kommunikation in Echtzeit wird auch als „Chatten“ bezeichnet.
Neben der Möglichkeit zur Versendung von Text-Sofortnachrichten an einzelne Benutzer, bieten viele Instant Messaging-Systeme die Möglichkeit an, Echtzeit-Text-, Audio- oder Video-Konferenzen mit mehreren Nutzern gleichzeitig zu starten. Des Weiteren lassen sich Dateien austauschen, Offline-Nachrichten versenden, Kontaktlisten (Buddy-Lists) anlegen und der eigene Verfügbarkeitsstatus kann angepasst werden.
Da mittlerweile viele Instant Messaging-Lösungen die Möglichkeit zu Video- oder Telefonkonferenzen anbieten und andererseits VoiP-Dienste, wie z.B. Skype nahezu alle Funktionalitäten von Instant Messaging-Clients integriert haben, verschwimmen die Grenzen zwischen Instant Messaging und VoiP zunehmend. Skype stellt eine proprietäre VoiP-Software dar, die das kostenlose Telefonieren im Internet sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz und auf Mobiltelefone erlaubt.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836631518
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