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Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf Mittelständler in Deutschland

Risiken, Handlungsbedarfe, Optionen

Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf Mittelständler in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Tobias Maday
  • Abgabedatum: April 2009
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: International School of Management (ISM) Dortmund Deutschland
  • Bibliografie: ca. 57
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3056-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Maday, Tobias April 2009: Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf Mittelständler in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzkrise, Mittelstand, Subprime Krise, Management, Finanzlage

Bachelorarbeit von Tobias Maday

Problemstellung:

Seit Beginn der internationalen Finanzkrise gibt es jeden Tag ein weiteres Unternehmen, das Liquiditätsprobleme hat, Insolvenz anmeldet oder seinen Kapitalbedarf nicht decken kann.

In der Vergangenheit haben Turbulenzen an den Finanzmärkten stets Auswirkungen in der Realwirtschaft gezeigt. Die Unternehmen weltweit waren aber bilanziell selten so gut aufgestellt wie in der Gegenwart. Wie aber steht es in dieser Krise um den Mittelstand, der als eigentlicher Antriebsmotor für die deutsche Wirtschaft bezeichnet wird? Welche Auswirkungen hat die aktuelle Kapitalmarktkrise auf Mittelständler in Deutschland? Hierzu herrscht noch große Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft.

Diese beiden Kernfragen sollen nun mit einer empirischen Umfrage bei Mittelständlern in Deutschland, die den Hauptteil dieser Arbeit bilden, erörtert und analysiert werden. Es wird auf die derzeitige Finanzierungssituation im deutschen Mittelstand eingegangen, und Kennzahlen, die für ein mittelständisches Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland im tagtäglichen operativen Geschäft von Bedeutung sind, werden analysiert.

Auch zeigt die Arbeit, wie Mittelständler über verschiedene alternative Finanzierungsformen für ihr Unternehmen informiert sind und was sie von diesen halten.

Von großer Bedeutung ist für diese Arbeit zudem die Frage, für welche Anlässe die Unternehmen in der Vergangenheit und in der Zukunft Kapital gebraucht haben und brauchen werden sowie die Einstellung bezüglich der Notwendigkeit einer Umstellung der Finanzierung im Unternehmen in Zeiten der Krise.

Im Anschluss daran erörtert die Arbeit, ob die vorhandenen Finanzierungsstrukturen länger bestehen können, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass eine veränderte Kreditvergabepolitik der Banken besonders mittelständische Unternehmen trifft.

Im Rahmen dieser Entwicklung sind mittelständische Unternehmen insbesondere in Krisenzeiten gezwungen, ihren Finanzierungsbedarf mit anderen Finanzierungsformen als den bisher vorherrschenden zu stillen, um möglichen Risiken zu entgehen.

Als Optionen entwickelten sich in den letzten Jahren einige Finanzierungsformen heraus, die sich als geeignete Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit erwiesen. Einige dieser Finanzierungsformen werden im Rahmen dieser Arbeit vorgestellt.

Der letzte Teil dieser Ausführungen stellt Handlungsempfehlungen für mittelständische Unternehmen vor, damit diese ihren Kapitalbedarf decken können und ihre Finanzlage sowie die Ertragslage während der aktuell herrschenden Kapitalmarktkrise stärken können.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit unterteilt sich in sieben Kapitel, von denen die ersten vier Kapitel die theoretischen Grundlagen darstellen. Die anderen drei Kapitel widmen sich der eigentlichen Auswertung und Befunddarstellung. Im Fokus der Bearbeitung der Thematik und Zielsetzung dieser Arbeit befindet sich, wie in Abschnitt 1.1 angedeutet, die empirische Erhebung bei deutschen mittelständischen Unternehmen.

Kapitel 2 – nach der in Kapitel 1 erfolgenden Einleitung von Thematik, Zielsetzung und Arbeitsansatz – erläutert die Vorgehensweise bei der empirischen Umfrage, gibt Aufschluss darüber, welche Mittelständler in der Stichprobe befragt wurden und wie der Fragebogen aufgebaut ist. Mitunter gibt es verschiedene Auffassungen darüber, welche Unternehmen dem deutschen Mittelstand angehören. Aus diesem Grund werden der Begriff Mittelstand und der Begriff des produzierenden Gewerbes, das den Fokus in der Untersuchung bildet, in Kapitel 3 definiert und das Problem der Unternehmensfinanzierung dargestellt. Einen Exkurs zum Thema Basel II leistet dieses Kapitel ebenfalls.

Auf dieser Definition aufbauend beschreibt Kapitel 4 die internationale Finanzkrise. Hierzu analysiert die Arbeit den Auslöser der Finanzkrise, stellt den Verlauf der Subprime- Krise zur aktuellen Kapitalmarktkrise dar und beschreibt die Krise in Deutschland.

Anschließend befassen sich diese Ausführungen mit der Auswertung der empirischen Erhebung. Es sollen die Eigenschaften der befragten Unternehmen dargestellt und die Finanzlage sowie sämtliche Kennzahlen analysiert werden.

Nach der umfassenden Auswertung und Analyse im Hauptteil werden dann für die entstandenen Risiken Handlungsbedarf und Optionen hinsichtlich einer Verbesserung der Kennzahlen und Finanzierung für die analysierten Unternehmen herausgearbeitet.

Aufbauend auf den Kapiteln 1-6 werden am Ende von Kapitel sechs entsprechende Handlungsempfehlungen getroffen.

Im Rahmen eines Fazits und eines Ausblicks werden die Ergebnisse der Arbeit abschließend zusammengefasst, und es soll ein Blick auf die mögliche weitere Entwicklung der dargestellten Thematik geworfen werden.

Inhaltsverzeichnis:

I Inhaltsverzeichnis III
II Abbildungsverzeichnis V
III Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Thematische Zielsetzung und Problemstellung 2
1.2 Arbeitsansatz 3
2. Empirische Erhebung bei Mittelständlern 5
2.1 Die Befragung als Erhebungsinstrument 5
2.2 Die Online-Umfrage 6
2.3 Grundgesamtheit und Stichprobe 7
2.4 Vorgehensweise 8
2.5 Aufbau des Fragebogens 8
3. Mittelstand 10
3.1 Definition Mittelstand 10
3.2 Bedeutung für die deutsche Wirtschaft 13
3.3 Produzierendes Gewerbe 14
3.4 Probleme der Unternehmensfinanzierung im Mittelstand 15
3.4.1 Gründe 15
3.4.2 Exkurs: Basel II 17
3.4.3 Auswirkungen auf mittelständische Firmen 19
4. Die internationale Finanzkrise 21
4.1 Zur Begrifflichkeit 21
4.2 Auslöser der Finanzkrise 21
4.3 Von der Subprime- Krise zur internationalen Finanzkrise 23
4.4 Die Krise in Deutschland 26
5. Auswertung der empirischen Erhebung 28
5.1 Rücklaufquote 29
5.2 Eigenschaften der teilnehmenden Unternehmen 29
5.3 Informationsstand zu alternativen Finanzierungsformen 33
5.4 Welche Finanzierungsformen werden von Mittelständlern genutzt? 36
5.5 Managementkennzahlen 39
5.5.1 Eigenkapitalquote und Finanzlage 39
5.5.2 Liquidität, Ertragslage und Working Capital 41
5.6 Finanzierungsanlässe und Kapitalbedarf 43
5.7 Finanzierung in der Krise 45
5.8 Geschäftslage der mittelständischen Unternehmen in Deutschland 48
5.9 Zusammenfassung der Umfrageergebnisse 50
6. Risiken, Handlungsbedarfe und Optionen für Mittelständler in Deutschland während der Krise 52
6.1 Liquiditätsmanagement 52
6.2 Alternative Finanzierungsformen und Kapitalbeschaffung 53
6.2.1 Factoring 54
6.2.2 Leasing 55
6.2.3 Mezzanine- Finanzierung 56
6.3 Eigenkapitalquote und Eigenkapitalausstattung 57
6.4 Working Capital Management 58
6.5 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen 59
7. Fazit und Ausblick 62
IV Literaturverzeichnis 64
V Anhang 68

Textprobe:

Kapitel 5, Auswertung der empirischen Erhebung:

Nach dem theoretischen Teil dieser Arbeit, der sich nach einer Einleitung mit den Grundlagen einer empirischen Umfrage auseinandergesetzt und den Mittelstand in Deutschland definiert hat sowie auf die internationale Finanzkrise eingegangen ist, wenden sich die Ausführungen als nächstes dem Hauptteil, der Auswertung der empirischen Erhebung, zu.

Die gesamte, folgende Auswertung der durchgeführten Umfrage bei mittelständischen Unternehmen in Deutschland zu den Auswirkungen der Kapitalmarktkrise beruht auf den in Anhang 3 hinterlegten Daten. Mithilfe dieser Daten werden zuallererst die Unternehmen, die teilnahmen, nach Hauptsitz, Umsatzhöhe, Rechtsform und Mitarbeiterzahl charakterisiert. Danach wird auf den Informationsstand der abgefragten, alternativen Finanzierungsformen eingegangen, und dies wird nach den verschiedenen Rechtsformen, Bundesländern und Größen (sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch der Beschäftigten) der Unternehmen aufgegliedert.

Nach diesem Teil wird dann ausgewertet, auf welche Finanzierungsformen mittelständische Unternehmen in welchem Maß zurückgreifen.

Nachdem die Eigenkapitalquote ausgewertet worden ist, analysiert dieses Kapitel die Einschätzung der befragten Unternehmen zu Liquidität, Finanzlage und Ertragslage. Zudem wird auf das Working Capital Management und dessen Behandlung in den Firmen eingegangen.

Als nächstes befasst sich die Auswertung mit den verschiedenen Finanzierungsanlässen in den Unternehmen, für die einerseits in der Vergangenheit Kapital benötigt wurde und andererseits in der Zukunft Kapital benötigt wird. Ebenfalls erörtert das Kapitel, wer für welche Art von Unternehmen der erste Ansprechpartner bei Kapitalbedarf ist.

Abschließend werden verschiedene Aspekte und Einschätzungen bezüglich der aktuellen Finanzkrise ausgewertet. So wird für die Unternehmen, die an der Studie teilgenommen haben, dargestellt, ob es im letzten Geschäftsjahr einfacher oder schwieriger geworden ist, an neues Kapital zu gelangen. Eine Auswertung der Einschätzung hinsichtlich Neufinanzierungsmaßnahmen als Folge der Finanzkrise leistet das Kapital genauso wie eine Analyse der eingeschätzten Geschäftslage der Firmen.

Wie viele Unternehmen haben insgesamt an der Studie teilgenommen? Diese Frage wird nun im Folgenden als erstes beantwortet.

Rücklaufquote:

Von den insgesamt 1103 befragten Unternehmen haben von Beginn bis zum Ende des Erhebungszeitraumes 146 mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland an der Umfrage teilgenommen. Das entspricht einer Rücklaufquote von 13,24 Prozent.

Auffällig bei dem Rücklauf der Antworten war, dass nach der ersten E-Mail an die Unternehmen lediglich 30 Firmen an der Umfrage teilgenommen haben. Erst nach weiteren Erinnerungen nahmen je Erinnerung weitere 30 Unternehmen an der Umfrage teil. Während des gesamten Erhebungszeitraumes wurden deshalb drei Erinnerungen an die Verteilerliste verschickt.

Aufgrund des durchaus sehr hohen Rücklaufes ist die Umfrage mit der Rücklaufquote 13,24 Prozent (146 Teilnehmer) als repräsentativ einzustufen. Aus diesem Grunde können die Ergebnisse auch für andere mittelständische Unternehmen von Bedeutung sein. Die Risiken, Optionen und Handlungsbedarfe gelten also nicht nur für die Unternehmen, die aktiv an der Umfrage teilgenommen haben, sondern auch für Mittelständler, die mit den Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise zu kämpfen haben.

Eigenschaften der teilnehmenden Unternehmen:

Um im weiteren Verlauf dieser Ausführungen die befragten Unternehmen vergleichen zu können, wird nun auf die Eigenschaften dieser Firmen eingegangen, die als Basis für diese Umfrage in den Fragen eins bis vier abgefragt wurden.

Von den insgesamt 146 Firmen, die an der Erhebung teilgenommen haben, ist der größte Anteil, nämlich 46 Firmen, den Mittelständlern zuzuordnen, die einen bis zwanzig Mitarbeiter beschäftigen. Dies entspricht einem Prozentsatz von 31,5 Prozent.

17,8 Prozent der mittelständischen Firmen haben angegeben, 21-50 Beschäftigte zu haben. 51-100 Beschäftigte haben 23, also 15,8 Prozent der befragten Unternehmen. Eine Anzahl von 101-150, 151-200 und 201-250 beschäftigt zu haben, gaben jeweils neun Unternehmen, also jeweils 6,2 Prozent, an.

Zu guter Letzt antworteten 24 Firmen, dass sie 251 und mehr Mitarbeiter beschäftigten. Das sind immerhin 16,4 Prozent.

Werden jetzt die Bundesländer beobachtet, in denen die teilnehmenden Unternehmen angegeben haben, ihren Hauptsitz zu haben, so fällt als erstes Nordrhein-Westfalen ins Auge, da hier immerhin 51 Firmen, also 35,7 Prozent, ihren Hauptsitz haben.

Verglichen mit den anderen Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen überproportional hoch vertreten. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Hochschule International School of Management, an der diese Arbeit geschrieben wurde, in Dortmund ansässig ist und sich deshalb gerade Unternehmen aus dieser Umgebung angesprochen gefühlt haben, an der Erhebung teilzunehmen.

Neben Nordrhein-Westfalen haben 21 Unternehmen Bayern (14,7 Prozent) und 18 Unternehmen Baden-Württemberg (12,6 Prozent) als Bundesland für ihren Hauptsitz angegeben. Weitere zwölf Unternehmen (8,4 Prozent) gaben in diesem Zusammenhang Niedersachsen als Bundesland an. In Hessen haben zehn mittelständische Unternehmen bei dieser Erhebung ihren Hauptsitz. Das entspricht einem Prozentsatz von sieben Prozent. Des Weiteren ist Rheinland-Pfalz mit sechs Antworten (4,2 Prozent) vertreten. Weitere fünf Firmen gaben Schleswig-Holstein als Bundesland an (3,5 Prozent).

In Hamburg haben immerhin vier Unternehmen ihren Hauptsitz (2,8 Prozent).

Auch im Saarland und in Thüringen befinden sich jeweils drei Hauptsitze von befragten Mittelständlern (jeweils 2,1 Prozent).

Berlin, Brandenburg, Bremen und Sachsen haben jeweils zwei der befragten Unternehmen als Bundesland, in dem sich ihr Hauptsitz befindet, angegeben (jeweils 1,4 Prozent).

Die beiden noch fehlenden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurden jeweils nur einmal genannt, was relativ jeweils 0,7 Prozent ausmacht.

Drei Unternehmen haben die Lage ihrer Hauptsitze nicht angegeben.

Wird Deutschland geografisch in Süd-, West-, Nord- und Ostdeutschland aufgeteilt, so befinden sich 70 Hauptsitze aller 146 Unternehmen in Westdeutschland, das aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland besteht. In Süddeutschland, also Baden-Württemberg und Bayern, gaben 39 Firmen an, ihren Hauptsitz zu haben. Neben diesen beiden geografischen Teilen Deutschlands befinden sich 24 Hauptsitze der befragten Unternehmen in Norddeutschland, das aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein besteht.

In Ostdeutschland, also in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, haben zehn Unternehmen ihren Hauptsitz.

Relativ betrachtet befinden sich folglich 49 Prozent der Hauptsitze aller befragten Unternehmen in Westdeutschland, 27 Prozent in Süddeutschland, 17 Prozent in Norddeutschland und sieben Prozent in Ostdeutschland.

Bei einer Aufteilung der Bundesrepublik in neue Bundesländer, inklusive Berlin, und alte Bundesländer befinden sich elf Unternehmenssitze in den neuen Bundesländern (7,7 Prozent). Die restlichen 132 mittelständischen Unternehmen gaben nach dieser Unterteilung an, dass sich ihr Firmensitz in den alten Bundesländern befinde.

Als Rechtsform hat die Mehrheit der Unternehmen die GmbH genannt. Insgesamt haben diese Rechtsform 82 der 146 Befragten, also 56,2 Prozent, angegeben. Als zweithäufigste Rechtsform unter den teilnehmenden Firmen ist die GmbH & Co. KG mit 37 Stimmen zu nennen (25,3 Prozent). Mit elf Antworten ist das Einzelunternehmen dritthäufigste Rechtsform (7,5 Prozent), dicht gefolgt von der Aktiengesellschaft oder der KGaA mit zehn Stimmen (6,8 Prozent). Die Rechtsform der Personengesellschaft haben lediglich sechs der befragten Unternehmen angekreuzt. Relativ gesehen sind dies 4,1 Prozent. Eine andere Rechtsform für das Unternehmen hat kein Mittelständler angegeben.

Hinsichtlich der Höhe des Umsatzes im Jahr 2008 sind die meisten Unternehmen der Umsatzspanne 5-20 Mio. Euro zuzuordnen. Dies ist bei 34,5 Prozent, nämlich 50 Unternehmen, der Fall. Einen Umsatz von unter fünf Millionen Euro erzielten 44 der 146 Unternehmen (30,3 Prozent). Dritthäufigste Angabe bei der Höhe des Umsatzes war mit 19 Antworten ein Umsatz zwischen 50 und 100 Mio. Euro, gefolgt von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 20 und 50 Mio. Euro. Diese Spanne kreuzten 18 Firmen an (12,4 Prozent). Weitere 14 der befragten mittelständischen Firmen gaben an, einen Umsatz jenseits der 100 Mio. Euro- Marke erwirtschaftet zu haben (9,7 Prozent).

Wie in Abschnitt 3.1 erwähnt, legt diese Studie einen besonderen Schwerpunkt auf Unternehmen mit einem Umsatz oberhalb der fünf Millionen Euro- Marke. Speziell für diese werden in Kapitel 7 Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die 44 Unternehmen mit einem Umsatz von unter fünf Millionen Euro werden aber dennoch weitestgehend im weiteren Verlauf der Auswertung berücksichtigt.

Bei der näheren Betrachtung der beiden am häufigsten vertretenen Rechtsformen der mittelständischen Unternehmen, die an dieser Umfrage teilgenommen haben, nämlich der GmbH und der GmbH & Co. KG sowie der AG, die zwar nur zehn Mal vertreten ist, aber ebenfalls einen essenziellen Teil zu dieser Auswertung beitragen wird, können mithilfe einer Filterfunktion des Umfragetools „Survey Monkey“ verschiedene interessante Zusammenhänge analysiert werden.

So hat die Mehrzahl der teilnehmenden GmbH & Co. KGs 251 Beschäftigte oder mehr (zwölf Unternehmen, 32,4 Prozent). Daneben haben je sechs Unternehmen mit dieser Rechtsform einen bis 20, 21-50 bzw. 51-100 Mitarbeiter (jeweils 16,2 Prozent). Fünf Unternehmen beschäftigen 201-250 Arbeiter, und nur eine Firma weist eine Mitarbeiterzahl von 151-200 auf.

Bei den insgesamt 82 GmbHs hingegen beschäftigt die größte Anzahl an Unternehmen 1-20 Arbeiter (35,4 Prozent). Hierbei ist auffällig: Je größer die angegebene Anzahl an Mitarbeitern, desto weniger Unternehmen in Form einer GmbH sind vorzufinden.

Neun der zehn Aktiengesellschaften, die an der Umfrage teilgenommen haben, beschäftigen 251 Mitarbeiter oder mehr. Nur ein Unternehmen mit dieser Rechtsform weist 1-20 Beschäftigte auf.

In Hinblick auf das Bundesland, aus dem die meisten Unternehmen mit einem dieser drei Rechtsformen kommen, ist eindeutig Nordrhein-Westfalen zu identifizieren. Immerhin 54,3 Prozent (19 Unternehmen) der GmbH & Co. KGs haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen. Bei den GmbHs kommen ebenfalls die meisten der 82 Unternehmen mit dieser Rechtsform aus NRW (23), gefolgt Bayern (14) und Baden-Württemberg (13).

Vier der insgesamt zehn Aktiengesellschaften haben ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen, zwei in Bremen und jeweils ein Unternehmen als AG sitzt in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Werden die AGs, GmbHs und GmbH & Co. KGs mit den verschiedenen Umsatzgrößen ins Verhältnis gesetzt, so erzielen neun AGs einen Umsatz, der mindestens 50 Mio. Euro beträgt. Lediglich die AG, die wie zuvor erläutert, 1-20 Mitarbeiter beschäftigt erzielt einen Umsatz, der kleiner als fünf Millionen Euro ist. Anders ist dies bei den GmbHs: Hier erzielen 60 Unternehmen einen Umsatz bis 20 Mio. Euro.

Bei den Unternehmen, die eine GmbH & Co. KG sind, setzen 13 der 37 Firmen 50-100 Mio. Euro um, dicht gefolgt von zwölf Mittelständlern, die eine Umsatzgröße zwischen fünf und 20 Mio. Euro angegeben haben.

Die vorangegangene genauere Betrachtung der drei genannten Rechtsformen soll lediglich eine erhöhte Transparenz bei der weiteren Auswertung bieten. Sie soll keine Rückschlüsse darauf erlauben, welche Rechtsform aufgrund von beispielsweise rechtlichen Rahmenbedingungen in dem jeweiligen Bundesland mehr vertreten ist als die anderen.

Im folgenden Unterkapitel wird nun die fünfte Frage des Fragebogens ausgewertet, die dem Probanden verschiedene alternative Finanzierungsformen vorstellte.

Arbeit zitieren:
Maday, Tobias April 2009: Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf Mittelständler in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzkrise, Mittelstand, Subprime Krise, Management, Finanzlage

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