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Analyse des Konzepts für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Hansestadt Stralsund

Ein Leitfaden zur Erstellung eines ganzheitlichen Wirtschaftsentwicklungskonzeptes mit Handlungsempfehlungen

Analyse des Konzepts für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Hansestadt Stralsund
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Romek Vogel
  • Abgabedatum: Januar 2009
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 7,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
  • Bibliografie: ca. 100
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3040-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vogel, Romek Januar 2009: Analyse des Konzepts für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Hansestadt Stralsund, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Stadtmarketing, Standortmarketing, Wirtschaftskonzept, Stralsund, Regionalmarketing

Diplomarbeit von Romek Vogel

Einleitung:

Vor allem wirtschaftsstrukturschwache, von Abwanderung gekennzeichnete Städte und Regionen sind gezwungen, durch koordiniertes Standortmarketing die wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Besonders bedingt durch äußere Einflüsse wie der Globalisierung, werden Standortentscheidungen immer komplexer. Viele Standorte vernachlässigen eine konsequente strategische Planung und verlieren den Anschluss im globalen Wettbewerb, da Sie Bedrohungen oft erst zu spät erkennen, um entsprechend gegensteuern zu können. Zudem führt Konzeptlosigkeit zu Einzelaktionen. Deshalb ist es notwendig, mit einer ganzheitlichen Planung diese Entwicklungen gezielt zu nutzen. Chancen müssen erkannt und Stärken konsequent ausgebaut werden. Was erfolgreiche Unternehmen schon lange anwenden, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, erkennen nun auch zunehmend Regionen und Städte als entscheidenden Wettbewerbsfaktor und entwickeln Leitbilder, Marketingpläne oder ganzheitliche Wirtschaftskonzepte.

Der Hauptnutzen dieser strategischen Konzepte liegt somit in der besseren Behauptung im Standortwettbewerb, der stärkeren Zielgruppenorientierung, dem effizienten Mitteleinsatz und der stärkeren Zielorientierung.

Problemstellung:

Da die letzte Fortschreibung der Wirtschaftskonzeption Stralsund aus dem Jahr 2005 stammt und Schlussfolgerungen teilweise auf Basis von noch älterem Datenmaterial gezogen wurden, bedarf das Konzept dringend einer Weiterentwicklung. Ferner ist es wichtig, auch die zuvor erwähnten äußeren Einflüsse in der strategischen Planung entsprechend zu berücksichtigen. Wie ich nachfolgend aufzeigen werde, müssen die wirtschafts- und strukturpolitischen Leitziele -und Strategien vereinbar sein mit der Zukunftsvision der Stadt und deren grundsätzlichen Entwicklungszielen, welche im Leitbild verbindlich fixiert sind. Da das Leitbild erst nach der letzten Fortschreibung des Wirtschaftskonzeptes erstellt wurde, besteht auch auf dieser Ebene Optimierungsbedarf.

Ein allgemeingültiges „Patentrezept“ für ein Wirtschaftskonzept gibt es leider nicht. Auch das schlichte Kopieren von Konzepten anderer Städte funktioniert nicht, da jeder Standort andere Gegebenheiten aufweist und unterschiedliche Mittel zur Verfügung hat. Dennoch soll mit dieser Arbeit eine Art Leitfaden zur Erstellung eines ganzheitlich integrativen Wirtschaftskonzeptes speziell für die Hansestadt Stralsund entwickelt werden.

Gang der Untersuchung:

Zunächst werden wesentliche relevante Faktoren identifiziert, die Auswirkungen auf die Entwicklung Stralsunds haben und somit einer besonderen Berücksichtigung in der Konzeption bedürfen. Zudem bestimmt der Verfasser die wichtigsten lokalen Standortfaktoren. Anschließend erfolgt die Erläuterung von Zielen und Inhalten von Strategiekonzepten, wobei unter anderem die besondere Funktion und Einordnung des Stadtleitbildes aufgezeigt wird. Dabei hält der Autor stets einen engen Bezug zur Stadtkonzeption Stralsunds und zieht kritische Vergleiche über die Art und Weise der bisherigen Umsetzung.

Im dritten Teil soll im Rahmen einer Strategieprüfung geklärt werden, inwieweit übergeordnete globale Strategien mit den lokalen vereinbar sind.

Danach wird der Ist–Zustand des Konzeptes analysiert und mit dem Soll-Zustand einer „Musterkonzeption“ für Stralsund verglichen. Dafür werden vor allem die verwendeten Kennzahlen zur Bestimmung der Ausgangssituation hinsichtlich ihrer Bedeutung und Maßgeblichkeit für die Wirtschaftskonzeption Stralsunds untersucht und weitere aussagekräftige nützliche Indikatoren bestimmt.

Welche konkreten Handlungs- und Verbesserungsvorschläge angewendet werden können, wird in Kapitel fünf erarbeitet. Dabei sind die Maßnahmen vor allem erweiterte Handlungsempfehlungen des Analyseteils.

In einer abschließenden Zusammenfassung werden dem Leser die wesentlichen Ergebnisse präsentiert.

Es sei angemerkt, dass der Autor die Wirtschaftskonzeption aufgrund der hohen Komplexität in erster Linie aus Sicht der Investoren analysiert und hauptsächlich die dafür relevanten Aspekte beleuchtet. Des Weiteren setzt er in der Gliederung erkennbare verschiedene Schwerpunkte, so dass nicht jeder Gliederungspunkt der Arbeit mit der gleichen Tiefe und Detailliertheit behandelt wird.

Generell weist der Verfasser darauf hin, dass eine vollständige Abgrenzung der Schwerpunkte aus den oben genannten Gründen weder möglich noch zweckmäßig ist.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen 2
2. Grundlagen und Inhalte von Strategiekonzepten 4
2.1 Wesentliche Faktoren für die Erarbeitung von Strategiekonzepten 4
2.1.1 Die Bedeutung von Megatrends und Zukunftsmärkten 4
2.1.2 Bestimmung bedeutender Standortfaktoren 12
2.2 Das Leitbild als Maßstab wesentlicher Ziele und Strategien 14
2.3 Ziele, Aufbau und Inhalte eines Wirtschaftskonzeptes 19
3. Einbettung des Leitbildes und Wirtschaftskonzeptes in regionale und globale Strategien 26
4. Analyse der Zweiten Fortschreibung der Wirtschaftskonzeption Stralsunds hinsichtlich der verwendeten Kennzahlen und der Nutzung neuer Kennzahlen 33
4.1 Einleitende Bemerkungen 33
4.2 Geographische Lage 34
4.3 Bevölkerung, Arbeitsmarkt und Bildung 35
4.4 Verkehrsinfrastruktur und Logistik 37
4.5 Wirtschaft 38
4.5.1 Die Maritime Wirtschaft 42
4.5.2 Produzierendes Gewerbe 42
4.5.3 Handel und Dienstleistungen 43
4.5.4 Tourismus 44
4.5.5 Versorgung und Entsorgung 45
4.5.6 Gewerbegebiete, Gewerbeflächen 45
4.5.7 Steuern 47
4.5.8 Fördermöglichkeiten 47
4.5.9 Netzwerke 48
4.6 Weitere Standortfaktoren 48
4.7 Potenziale und Defizite 49
4.8 Maßnahmenkatalog 52
5. Maßnahmen und Handlungsempfehlungen 54
5.1 Maritimer Sektor 54
5.2 Produzierendes Gewerbe als wesentliches Potenzial für die Zukunft der Region 55
5.3 Investorensuche und -betreuung 57
5.4 Entwicklung und Förderung von Innovationen 59
5.5 Stärkung der Rolle des Tourismus in der Konzeption 62
5.5.1 Voraussetzungen 62
5.5.2 Auslastung und durchschnittliche Aufenthaltsdauer 64
5.5.3 Saisonverlängerung 66
5.5.4 Qualitative Verbesserungen 67
5.6 Marketingstrategien für den Standort Stralsund 68
5.6.1 Zielgruppen 70
5.6.2 Erhöhung der Attraktivität - „Stadt als Marke“ 70
5.6.3 Kooperationen 72
5.6.4 Nutzung und Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen 72
5.7 Wirtschaftsförderung 76
5.8 Benchmarking-Analyse der Stralsunder Wirtschaftskonzeption mit ausgewählten Referenzkonzepten 81
5.8.1 Kiel 81
5.8.2 Greifswald 83
5.9 Notwendigkeit der stetigen Fortschreibung, Anpassung und Erfolgskontrolle der Wirtschaftskonzeption 87
6. Schlussbetrachtung 89
Anhang 91
Quellen- und Literaturverzeichnis 96

Textprobe:

Kapitel 4.6, Weitere Standortfaktoren:

Wie zuvor erwähnt, kommt den weichen und sozialen Standortfaktoren eine immer größere Bedeutung zu. Innovative Unternehmen siedeln sich vor allem dort an, wo höher qualifizierte Arbeitskräfte leben wollen. Diese sind eher bereit, einen Standort aufgrund mangelnder Lebensqualität zu verlassen und verlangen insbesondere eine ordentliche medizinische Versorgung sowie ein vielfältiges kulturelles Angebot. Deshalb ist es vor allem zur Beurteilung des Gesundheitssektors unzureichend, eine reine Auflistung der sozialen Standortfaktoren, wie Ärzte, Krankenhäuser etc. vorzunehmen, sondern wichtig zu erörtern, ob die Situation der in anderen vergleichbaren Städten ähnlich ist.

Eine kurze Beschreibung der Freizeitmöglichkeiten, wie im Konzept vorgenommen, ist ausreichend.

Da jedoch die Umweltqualität, insbesondere hinsichtlich des Tourismus sehr bedeutend ist, muss sie im Konzept eine höhere Relevanz bekommen. Dies ist wichtig, um das grüne Image von MV aufrecht erhalten zu können. Als Indikatoren für die Umweltqualität bieten sich beispielsweise die Luft- und Wasserqualität an. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat eigens einen Nachhaltigkeitsbericht herausgegeben.

Ein weiterer Indikator für Lebensqualität und die Sicherheit der Stadt ist die Kriminalitätsrate im Vergleich zu anderen Städten. Hier sollte vor jedoch allem von politischer Seite gegengesteuert werden.

Mietspiegel und Grundstückswerte sind wichtig zur „Erschwinglichkeitsbestimmung“, jedoch auch hier nur aussagekräftig im Vergleich. Zusätzlich ist die Analyse der Lebenshaltungskosten von Vorteil, wird jedoch sehr schwierig und umständlich zu ermitteln sein. An diese Stelle könnte jedoch die Inflationsrate des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern treten.

Zur Zielsetzung, die weichen Standortfaktoren verbessern zu wollen, werden im Konzept kaum Verbesserungsvorschläge gemacht.

Auch die Schlussfolgerungen des Wirtschaftsteils insgesamt werden auf nur einer DIN A4-Seite lediglich angedeutet und die einzelnen Punkte zu unspezifisch behandelt.

Weiterhin erachtet es der Verfasser als wesentlich, die Finanzlage zu erörtern und darzustellen. Diese wird für die Hansestadt Stralsund als Schwäche angesehen, findet aber keine Behandlung in der Wirtschaftskonzeption mit entsprechenden Verbesserungsvorschlägen. Da ein hohes Haushaltsdefizit aber beispielsweise die Mittelfreigabe zur Förderung einschränkt, muss auch der finanzielle Standpunkt ausreichend betrachtet werden. Deshalb sollten das Haushaltsdefizit und die Pro-Kopf Verschuldung im Vergleich zu anderen Städten oder dem Bundesdurchschnitt in jedem Fall mit aufgenommen werden. Auch die Höhe der kommunalen Investitionen ist eine wichtige Kennziffer.

Potenziale und Defizite:

Bezüglich der Potenziale und Defizite der Hansestadt Stralsund wurden 200 lokale Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung befragt. Zur Erreichung einer möglichst hohen Objektivität und realitätsnaher Ergebnisse ist dies wichtig. Darüber hinaus ist es aber besonders für die Imagemessung Stralsunds von Vorteil, dieses Image auch bei Personen außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns zu ermitteln.

Die Vorteilhaftigkeit der Verwendung von Instrumenten aus der BWL zur Analyse und Darstellung von Image und Positionierung wird im Folgenden anhand zweier Beispiele veranschaulicht. Um das Profil sowie Stärken und Schwächen sofort sichtbar werden zu lassen, bietet sich die Darstellung der harten und weichen Kriterien aus der Situationsanalyse im Profildiagramm im Vergleich zu Konkurrenzstädten an. Auch denkbar ist die Verwendung eines Positionierungsmodells, bei dem durch Bündelung relevanter Kriterien Grundrichtungen bestimmt werden, wie z.B. Tourismus- oder Innovationsorientierung. Dies eignet sich vor allem dann, wenn viele Kriterien zutreffen und einfließen sollen (siehe Abbildung 9: Profildiagramm/ Abbildung 10: Positionierungsmodell).

Zum Schluss wurden aus einer tabellarischen Auflistung der Stärken und Schwächen (aus Befragung, Klausurtagung der FH) eher „vage“ Schlussfolgerungen und Ableitungen gezogen. Unzulänglich ist hier vor allem, dass sich die Umfrageergebnisse in den Maßnahmen nicht ausreichend widerspiegeln. Laut Mehrheit der Befragten weist Stralsund keine Alleinstellungsmerkmale auf. Es wurde zwar die Notwendigkeit der Erstellung eines Leitbildes zur Ausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen erkannt, jedoch ist dies nicht genug.

Maßnahmenkatalog:

Der Maßnahmenkatalog bildet den Schluss des Konzeptes. Er dient dazu, die jeweiligen Strategien umzusetzen. Es findet eine tabellarische Darstellung mit Maßnahmenbeschreibung, Handlungsfeld, Zeitrahmen, Kosten, Finanzierung und Status, mit einer zusätzlichen Unterteilung in kurz-, mittel- oder langfristige Umsetzung statt. Hier ist es aus Gründen der Ordnung und Überschaubarkeit empfehlenswert, jedes einzelne Handlungsfeld mit den entsprechenden Maßnahmen abzuschließen. Somit wird auch das Risiko verringert, dass einzelne Bereiche vernachlässigt oder gar nicht berücksichtigt werden. Aus welchen Komponenten eine Maßnahmenbeschreibung idealerweise bestehen sollte, veranschaulicht die folgende Grafik anhand eines Beispiels (siehe Abbildung 11: Musterbeschreibung einer Maßnahme).

Als zusätzliche Unterteilung empfiehlt es sich, die Maßnahmen in „Pflicht- und Kürmaßnahmen“ zu unterteilen, wie es die Stadt Rotenburg (Wümme) getan hat.

Wichtig ist vor allem im Rahmen eines Machbarkeitschecks die Wirksamkeit und Leitbildkonformität durch Experten überprüfen zu lassen. Zusätzlich sollten Ideen durch aktive Bürgerbeteiligung entwickelt werden.

Es ist von Vorteil, zum Schluss alle Maßnahmen noch einmal insgesamt aufzulisten, wobei eine Kategorisierung in Anlehnung an den klassischen Marketing Mix vorgenommen werden könnte. Auch dies dient der Überprüfung der Ausgewogenheit der Maßnahmen hinsichtlich der unterschiedlichen Instrumente.

Arbeit zitieren:
Vogel, Romek Januar 2009: Analyse des Konzepts für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Hansestadt Stralsund, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Stadtmarketing, Standortmarketing, Wirtschaftskonzept, Stralsund, Regionalmarketing

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