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Dreiecksgeschichten

Oder außereheliche Affären

Dreiecksgeschichten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Corinne Föllmi
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 3,1 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Gesundheitsfachschule DIOTIMA Schweiz
  • Bibliografie: ca. 9
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2687-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Föllmi, Corinne Dezember 2003: Dreiecksgeschichten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Affäre, Ehe, Partnerschaft, Fremdgehen, Scheidung

Diplomarbeit von Corinne Föllmi

Einleitung:

Schweizerinnen und Schweizer haben Lust auf Sex und Romantik ausserhalb der festen Beziehung. Vierzig Prozent leben sie auch aus. Affären sind heute die Regel.

Sex neben der festen Beziehung stört die Idylle langjähriger Partnerschaften. Zwar schwört eine Mehrheit noch immer auf lebenslange Treue, aber die Realität will es oft anders. 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind schon mal ihrer festen Beziehung ausgebrochen. Vor zehn Jahren waren es bloss 32 Prozent.

Unser Gesellschaftswandel scheint den ausserehelichen Affären Nährboden zu liefern: Finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, verstärkte sexuelle Freiheiten, Egozentrismus, Abwertung der Familienwerte usw. In einer Umbruchsituation, wo die Tendenz auf eine Auflösung der Familienstrukturen deutet, scheinen die ausserehelichen Affären zu blühen. Anderseits, während noch bis vor 50 Jahren die Affären der Ehemänner still geduldet wurden, sind diese einschneidenden Eheerfahrungen nicht mehr so stark tabuisiert.

Diese Arbeit bezieht sich auf aussereheliche Affären, wie sie von Frauen als Geliebte und Betrogene erlebt werden können. Ein Versuch, die Situation zu analysieren und eine Vorbereitung, den Frauen in solchen Situationen Beratung und Hilfe anzubieten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Abbildungsverzeichnis 3
2. Glossar 4
3. Widmung 6
4. Einführung 7
5. Partnerschaften im Wandel der Zeit 9
6. Zeus, Hera und Semele oder schon die Götter taten es 12
7. Was ist Untreue 13
8. Untreue-Entscheidungen 14
9. Muster der Untreue 15
9.1 Zufällige Untreue 15
9.2 Notorische Untreue 16
9.3 Der romantische Unfall 18
9.4 Eheliche Arrangements 21
10. Hinweise darauf, dass ein Mann fremdgeht 23
10.1 Intuition 23
10.2 Offensichtliche Hinweise 24
10.3 Rationalisierung 26
11. Die Lügen der betrügenden Männer 29
12. Unmögliche, Heimliche Liebe 32
12.1 Tabus: Angst und Zittern 33
13. Die Beichte - Die Stunde der Wahrheit 36
13.1 Der Kummer, Bescheid zu wissen 36
13.2 Das Drama der betrogenen Frau 36
13.3 Das Drama des betrügenden Mannes 37
13.4 Die Bedeutung der Geliebten 38
14. Bleiben und verzeihen? 40
14.1 Sünderin oder Heilige 40
14.2 Gründe, warum Frauen bleiben 40
15. Der Abschied von der Ehe 41
15.1 Der Verrat 42
15.2 Der Kampf 43
15.3 Schuldzuweisungen 43
15.4 Emotionale Inkongruenz 44
15.5 Das Erwachen 44
15.6 Menschenopfer 45
15.7 Die Rückkehr des Untreuen 45
15.8 Trauern 46
16. Happy End in der Affäre? 47
16.1 Auswirkungen für die Geliebte 47
16.2 Auswirkungen für den Lover 48
17. Die Schwächen romantischer Zweitehen 49
17.1 Das Verhältnis zur Realität 49
17.2 Schuldgefühle 50
17.3 Disparität der Opfer 50
17.4 Erwartungen 51
17.5 Die Persönlichkeitsstruktur der Untreuen 51
17.6 Die Persönlichkeitsstruktur der Affärenpartnerinnenn 52
18. Ein Fallbeispiel: Die Geschichte der Semele des 20.Jahrhundert 54
19. Schlussbetrachtung 72
20. Literaturverzeichnis 76

Textprobe:

Kapitel 9.4, Eheliche Arrangements:

Eheliche Arrangements sind der Versuch, ein bestimmtes Mass an Distanz in der Paarbeziehung zu schaffen, das einer der Partner verlangt. Diese Arrangements können die unterschiedlichsten Formen annehmen, von sexuellen Ergänzungen zur Ehe bis hin zu flammenden Racheaffären, die eine von Langeweile bedrohte Paarbeziehung in einen Zustand intensiver Leidenschaft und Eifersucht versetzen. Die Sexualität wird aus der Ehe hinausverlagert, aber die emotionale Energie ist noch in ihr gebunden.

Diese Energie bleibt innerhalb der Paarbeziehung, und die Gefühle, die die Partner füreinander hegen, sind zuweilen sehr komplex, wenn auch oft durch die Verzweiflung über die Zerrissenheit der Beziehungssituation überschattet. Es gibt die unterschiedlichsten Muster ehelicher Arrangements, und bei vielen handelt es sich nicht um Untreue im eigentlichen Sinn, da die Partner offen und mit der Einwilligung des anderen handeln und keine Geheimnisse voreinander haben.

Die grössten Schwierigkeiten treten auf, wenn ein Partner intensive Nähe wünscht und der andere nach Distanz strebt. Ein solches Paar lebt in einem permanenten Konflikt. Einer der beiden versucht, Auseinandersetzungen in Gang zu bringen, die Gesprächsbereitschaft, Aufmerksamkeit und intensive Interaktion verlangen, während der andere den Konflikt zur Rechtfertigung des Rückzugs benutzt; er oder sie verlässt das Haus oder geht in ein anderes Zimmer und schlägt die Tür hinter sich zu, hüllt sich in beharrliches Schweigen oder greift zu irgendwelchen anderen Mitteln, um die Interaktion auf ein Minimum einzuschränken. Ein Partner wird zum Flüchtenden, der andere zum Verfolger. Je heftiger die eine Person nach Nähe drängt, desto stärker zieht die andere sich zurück. Jeder glaubt, dass sein Ehemodell das „richtige“ sei.

Oft versucht entweder die nach Nähe strebende oder die auf Distanz bedachte Person, den Konflikt durch eine andere, aussereheliche Beziehung zu lösen. Das eheliche Arrangement erfordert eine dritte, vielleicht auch noch eine vierte Person, um eine Beziehung zu stabilisieren, die stets für den einen zu intensiv und für den anderen zu oberflächlich ist.

In vielen Arrangements, die der Stabilisierung einer unausgewogenen Ehe dienen, spielt eine „Ehehelferin“ die zentrale Rolle, eine Person, die bereit ist, ihr eigenes Beziehungsleben zu opfern oder zu komplizieren, um dem ungleichen Paar die Scheidung zu ersparen. Ehehelferinnen sind bereit, die Rolle der erotischen Freundin einzunehmen, oder sie spielen die Retter, wenn die ehelichen Streitigkeiten zu heftig werden und eine/r der Kämpfenden von zu Haus wegläuft. Ehehelferinnen sind in der Warteposition als zweite Ehefrauen; zunächst aber sind sie eine stets präsente Drohung, die dazu dient, den gegenwärtigen Ehepartner bei der Stange zu halten. Die Affäre mit der Ehehelferin gibt dem distanzierten Mann die Möglichkeit, genügend Abstand zu halten. Ehehelferinnen festigen das eheliche Arrangement; das Paar bedient sich ihrer, um Veränderungen in der Beziehung zu vermeiden. Ein Dreieck ist erstaunlich stabil, es wackelt und kippt nicht so leicht wie die Gerade, die zwei Punkte verbindet.

Damit ein Dreieck seine Form verändert, muss eine seiner drei Seiten durchbrochen werden.

Arbeit zitieren:
Föllmi, Corinne Dezember 2003: Dreiecksgeschichten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Affäre, Ehe, Partnerschaft, Fremdgehen, Scheidung

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