Die Implementierung des Qualitätsmanagementsystems QEP® in den Arztpraxen der Sana Gesundheitszentrum GmbH
Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susann Engelmann
- Abgabedatum: Mai 2008
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 4,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 38
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2586-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Engelmann, Susann Mai 2008: Die Implementierung des Qualitätsmanagementsystems QEP® in den Arztpraxen der Sana Gesundheitszentrum GmbH, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualitätsmanagement, QEP, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Medizinisches Versorgungszentrum, Implementierung
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Diplomarbeit von Susann Engelmann
Einleitung:
Aus dem stationären Bereich ist das Thema Qualitätsmanagement schon seit einigen Jahren nicht mehr wegzudenken. Viele Einrichtungen sind bereits zertifiziert und kommen der Pflicht nach, einen Qualitätsbericht zu veröffentlichen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und die Forderung, Qualitätsmanagement zu implementieren, waren lange Zeit dem stationären Bereich vorbehalten. Seit dem 01. Januar 2004 sind durch das Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) auch die ambulanten Bereiche wie niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungszentren verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement einzuführen.
Die vorliegende Arbeit soll die gesetzlichen Forderungen für Qualitätsmanagement im ambulanten Bereich aufzeigen und anhand eines praktischen Beispiels den Ablauf der Implementierung von QEP beschreiben. Im Zusammenhang mit dem Sana Gesundheitszentrum, welches im Juni 2006 mit der Implementierung von QEP begonnen hat, soll die Managementstrategie beschrieben werden, die es braucht, um ein solches System mit Leben zu füllen. Das Sana Gesundheitszentrum ist eine Einrichtung nach SGB V § 311, welche 70 Arztpraxen mit ca. 118 angestellten Ärzten und Psychotherapeuten an 23 Standorten in Berlin führt. Die verschiedenen Standorte sowie die unterschiedlichen Fachrichtungen in einem gemeinsamen Handbuch zu vereinen, stellt eine besondere Herausforderung für die Praxisleitungen sowie für die Geschäftsführung dar.
Ziel der Diplomarbeit ist es, die Implementierung des QM-Systems QEP im Sana Gesundheitszentrum zu evaluieren und insbesondere die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen im Sana Gesundheitszentrum mit den Qualitätsmanagementaktivitäten der Geschäftsführung, dem erstellten Handbuch und den damit verbundenen neuen Anforderungen in den Praxen zu messen.
Des Weiteren sollen aus den Analysen, als Unterziel der Arbeit, neue Projektvorschläge und Verbesserungspotentiale abgeleitet werden, um die Implementierung von QEP bis zur Zertifizierungsreife des Sana Gesundheitszentrums zu unterstützen und zu optimieren.
Die Arbeit setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem theoretischen und dem empirischen Teil. Beginnend mit dem Theorieteil werden relevante Begriffe, die für den thematischen Zusammenhang eine Rolle spielen, erörtert und definiert. Der theoretische Teil beschreibt zum einen die gesetzlichen Grundlagen im ambulanten Sektor, beruhend auf dem SGB V und der G-BA Richtlinie. Des Weiteren werden die in Deutschland vorherrschenden Qualitätsmodelle, wie zum Beispiel DIN EN ISO und KTQ, in kurzer Form dargestellt. Der Theorieteil schließt mit der ausführlichen Beschreibung des Systems QEP, dem Modell der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), ab. Dabei wird auf die Entwicklung des Systems, die Inhalte, den Aufbau sowie auf die Zertifizierungsmöglichkeit eingegangen.
Im empirischen Teil der Arbeit wird die Implementierung des QM-Systems QEP im Sana Gesundheitszentrum beschrieben und evaluiert. Dabei wird die Vorgehensweise bei der Einführung eines solchen Systems strukturiert dargestellt, beginnend mit der Entscheidung der Geschäftsführung für QEP, der Erstellung des geforderten Qualitätshandbuches und die Information und Compliance der MitarbeiterInnen des Unternehmens. Abschließend wird die durchgeführte Evaluation mittels einer standardisierten Befragung vorgestellt und ausgewertet sowie Handlungsableitungen und Empfehlungen für die Geschäftsführung formuliert.
Inhaltsverzeichnis:
| TABELLENVERZEICHNIS | 3 | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 3 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 4 | |
| I. | THEORETISCHER TEIL | 5 |
| 1. | EINLEITUNG | 5 |
| 1.1 | ZIELSTELLUNG | 5 |
| 1.2 | VORGEHENSWEISE | 6 |
| 2. | GRUNDLEGENDE BEGRIFFE UND SYSTEME | 7 |
| 2.1 | BEGRIFFSDEFINITIONEN | 8 |
| 2.2 | ZUM BEGRIFF QUALITÄTSMANAGEMENT | 9 |
| 2.3 | DIN EN ISO | 16 |
| 2.4 | EUROPEAN FOUNDATION FOR QUALITY MANAGEMENT (EFQM) | 21 |
| 2.5 | KOOPERATION, TRANSPARENZ UND QUALITÄT (KTQ(r)) | 23 |
| 2.5.1 | DIE ZIELSETZUNG VON KTQ(r) | 23 |
| 2.5.2 | KTQ(r) IM NIEDERGELASSENEN BEREICH FÜR PRAXEN UND MVZ | 26 |
| 2.6 | EUROPÄISCHES PRAXISASSESSMENT (EPA) | 28 |
| 2.7 | QUALITÄT UND ENTWICKLUNG IN PRAXEN (QEP(r)) | 30 |
| 2.8 | DARSTELLUNG DER VORGESTELLTEN QM MODELLE IM VERGLEICH | 33 |
| 3. | GESETZL. RAHMENBEDINGUNGEN DES QM IN DER VERTRAGSÄRZTLICHEN VERSORGUNG | 36 |
| II. | EMPIRISCHER TEIL | 38 |
| 4. | DAS UNTERNEHMEN - PORTRAIT DER SANA GESUNDHEITSZENTRUM GMBH | 38 |
| 5. | IMPLEMENTIERUNG VON QEP(r) IN DER SANA GESUNDHEITSZENTRUM GMBH | 41 |
| 5.1 | ENTSCHEIDUNG FÜR QEP(r)- DIE BEFÄHIGUNGSPHASE | 42 |
| 5.1.1 | QUALITÄTSMANAGEMENTBEAUFTRAGTE/R (QMB) | 43 |
| 5.1.2 | BERUFUNG DER QUALITÄTSMANAGEMENTKOMMISSION (QMK) | 44 |
| 5.1.3 | HANDBUCHVERANTWORTLICHE/R | 44 |
| 5.2 | DIE IMPLEMENTIERUNG EINES INTERNEN QM ALS PROJEKT | 45 |
| 5.3 | „KICK-OFF“ (EINFÜHRUNGS-)-VERANSTALTUNG | 48 |
| 5.4 | QM-WORKSHOPS IM UNTERNEHMEN | 50 |
| 6. | ERSTELLUNG DES QUALITÄTSHANDBUCHES - DIE UMSETZUNGSPHASE | 53 |
| 6.1 | GLIEDERUNGEN DES HANDBUCHS | 53 |
| 6.2 | DOKUMENTENLAYOUTS | 54 |
| 6.3 | DOKUMENTENARTEN IM SGZ PRAXISHANDBUCH | 56 |
| 6.4 | DOKUMENTENLENKUNG | 58 |
| 6.5 | AUSGABE DER QUALITÄTSHANDBÜCHER | 59 |
| 7. | EVALUATION DER IMPLEMENTIERUNG | 60 |
| 7.1 | VORSTELLUNG DER METHODE | 60 |
| 7.2 | ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG | 62 |
| 7.2.1 | SOZIODEMOGRAFISCHE ANGABEN | 62 |
| 7.2.2 | ERGEBNISSE IN BEZUG AUF QM-ERFAHRUNGEN | 62 |
| 7.2.3 | ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DAS PRAXISHANDBUCH | 64 |
| 7.2.4 | ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DAS INTERNE FORTBILDUNGSWESEN | 68 |
| 8. | DISKUSSION | 70 |
| 9. | ABLEITUNG VON EMPFEHLUNGEN | 72 |
| 9.1 | SCHULUNG UND QUALIFIKATION DER PRAXISLEITUNGEN | 72 |
| 9.2 | SCHULUNGEN UND QUALIFIKATION DER MITARBEITERINNEN | 73 |
| 9.3 | DIE ROLLE DER MOTIVATION IM QM | 74 |
| 9.4 | INNOVATIONSMANAGEMENT | 75 |
| 9.5 | TRANSPARENZ DER INFORMATIONEN IM UNTERNEHMEN | 76 |
| 9.6 | INTERNE AUDITS | 76 |
| 9.8 | MANAGEMENTBEWERTUNG | 77 |
| 10. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 79 |
| ANLAGEN | 82 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 95 |
Textprobe:
Kapitel 3, Gesetzliche Rahmenbedingungen des QM in der vertragsärztlichen Versorgung: Die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und die Forderung, Qualitätsmanagement zu implementieren, waren lange Zeit dem stationären Bereich vorbehalten. Seit dem 01. Januar 2004 sind durch das in Kraft treten des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) auch die ambulanten Bereiche, wie niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungszentren verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement einzuführen.
SGB V § 136 a Qualitätssicherung in der vertragsärztlichen Versorgung: Der Gemeinsame Bundesausschuss bestimmt für die vertragsärztliche Versorgung durch Richtlinien nach § 92.
1. die verpflichtenden Maßnahmen der Qualitätssicherung nach § 135 a Abs. 2 sowie die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement und 2. Kriterien für die indikationsbezogene Notwendigkeit und Qualität der durchgeführten diagnostischen und therapeutischen Leistungen, insbesondere aufwendiger medizintechnischer Leistungen.
Vor der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Richtlinien ist der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Die inhaltliche Ausgestaltung obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). In der „Qualitätsmanagement-Richtlinie für die vertragsärztliche Versorgung“ hat der G-BA die Anforderungen und den Zeitablauf definiert. Die Praxis soll laut § 6 der Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung mit der Planungsphase für ihr internes Qualitätsmanagement im Zeitraum 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2007 oder bis zwei Jahre nach der Niederlassung begonnen haben. Mit der zweiten Phase vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2009 beginnt dann die gezielte Umsetzung in der Praxis. Ab dem Jahr 2010 sollte die Zielerreichung überprüft werden und zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements führen. Die Grundelemente eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagement legt § 3 fest, die wie folgt lauten:
„1. im Bereich „Patientenversorgung“ a) Ausrichtung der Versorgung an fachlichen Standards und Leitlinien entsprechend dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, b)Patientenorientierung, Patientensicherheit, Patientenmitwirkung, Patienteninformation und –beratung, c) Strukturierung von Behandlungsabläufen.
2. im Bereich „Praxisführung / Mitarbeiter / Organisation“ a) Regelung von Verantwortlichkeiten, b) Mitarbeiterorientierung (z.B. Arbeitsschutz, Fort- und Weiterbildung), c) Praxismanagement (z.B. Terminplanung, Datenschutz, Hygiene, Fluchtplan), d) Gestaltung von Kommunikationsprozessen (intern / extern) und Informationsmanagement, e) Kooperation und Management der Nahtstellen der Versorgung, f) Integration bestehender Qualitätssicherungmaßnahmen in das interne Qualitätsmanagement.“.
Der G-BA hat neben dem Zeitrahmen für die Einführung eines internen Qualitätsmanagements und den Grundelementen auch die Instrumente eines einrichtungsinternen QM festgelegt. In § 4 fordert die Richtlinie zum Beispiel regelmäßige, strukturierte Teambesprechungen, ein Notfallmanagement, die Dokumentation der Behandlungsabläufe sowie Prozess- und Ablaufbeschreibungen als festgeschriebene Instrumente in der Praxis. Die KVen fordern jährlich bei einer Stichprobe von ca. 2,5 % zufällig ausgewählte Arztpraxen eine schriftliche Darlegung des erreichten Einführungs- und Entwicklungsstandes des QM in der Praxis.
Damit ist auch im niedergelassenen Bereich die Verpflichtung zu QM gesetzlich verbindlich geregelt und fordert jeden Praxisinhaber auf, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und erste Schritte zu unternehmen.
Kapitel II, Empirischer Teil: Kapitel 4, Das Unternehmen - Portrait der Sana Gesundheitszentrum GmbH: Die Sana Gesundheitszentrum Berlin GmbH (SGZ) betreibt an 23 Standorten 70 Einzel- und Gemeinschaftspraxen mit ungefähr 270 MitarbeiterInnen. Pro Quartal werden von den angestellten Ärzten etwa 70.000 Patienten behandelt.
Die 118 Arztsitze sind etwa zur Hälfte hausärztlich mit Allgemeinmedizinern, Internisten sowie Kinderärzten und zur anderen Hälfte fachärztlich mit Augen-, Haut-, HNO-, Frauenärzten, Neurologen, Orthopäden u. a. besetzt. Einen Schwerpunkt der Gesellschaft bilden die acht großen diabetologischen und die drei rheumatologischen Praxen. Des Weiteren sind zwei gastroenterologische Fachpraxen an die SGZ angeschlossen. Die größten Standorte der SGZ sind die Polikliniken“ Haus der Gesundheit“ in Mitte, „Frédéric-Joliot-Curie“ in Friedrichshain, „Ernst-Ludwig-Heim“ in Marzahn, „Dr. Karl-Kollwitz“ in Prenzlauer Berg und „Am Tierpark“ in Friedrichsfelde. Aber auch viele der kleineren Standorte, das „Ambulatorium Schillingstraße“, die Gesundheitszentren in Pankow und am Springpfuhl oder die Diabetes-Ambulanzen in Köpenick und Treptow, haben sich bei Patienten und frei niedergelassenen Kollegen seit vielen Jahren als Adressen der ambulanten medizinischen Versorgung etabliert.
Das Angebot hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung wird durch Apotheken, medizinische Fachgeschäfte und psychosoziale Beratungs- und Hilfsangebote ergänzt. Die Ärzte haben den Status von „leitenden Angestellten“. Sie betreiben Ihre Praxen eigenverantwortlich und sind im ärztlichen Kernbereich nicht an Weisungen gebunden. Die Geschäftsleitung fördert die Zusammenarbeit der Einrichtungen und steuert die fachliche und organisatorische Entwicklung der Gesellschaft. Ein leistungsbezogenes, eigenes Tarifsystem sorgt für Anreize zur wirtschaftlichen Führung der Praxen. Die ärztliche Leitung koordiniert das medizinische Angebot. Dabei stehen die Weiterentwicklung medizinischer Dienstleistungen, die Kooperation mit anderen Leistungserbringern sowie die Modernisierung der Arztpraxen im Mittelpunkt. Das Management des Sana Gesundheitszentrums besteht aus der Geschäftsführung und ärztlichen Leitung und wird von einem Team aus MitarbeiterInnen des Praxis- und Qualitätsmanagements, Kosten- und Leistungscontrollings, der EDV, Beschaffung und dem Einkauf unterstützt. Die zentralen Verwaltungsbereiche Finanzbuchhaltung und Personalabteilung werden von der SBB (Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH), die Haus- und Immobilienverwaltung von der SBI (Sana Berlin-Brandenburg Immobilienmanagement GmbH) verantwortet. Ein eigenes betriebswirtschaftliches Informationssystem garantiert, dass die Ärzte weitgehend von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Das interne Medizinmanagement und -controlling unterstützt die Ärzte bei der Praxisorganisation. Das Medizincontrolling ist mit einem fachlichen Beratungsangebot zum Leistungsprofil und Leistungsumfang verbunden, in das auch Praxismanagement, Marketing und Personalführung einfließen. Die Entwicklung des Unternehmens von den DDR-Polikliniken zum Sana Gesundheitszentrum wird im Folgenden näher beschrieben. Polikliniken waren in der ehemaligen DDR eine der tragenden Säulen der ambulanten Versorgung. Nach der Wiedervereinigung gab es von den ehemaligen 2.500 in der ambulanten Versorgung beschäftigten Ärzten Ostberlins noch etwa 350 Arztsitze in der poliklinischen Versorgungsform. Für den Erhalt dieser Versorgungsform gab es Demonstrationen von Patienten, Patientenpetitionen und eine langjährige politische Auseinandersetzung im Berliner Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen des Ostteils der Stadt. Der Einigungsvertrag schuf ein Übergangsrecht (§ 311 SGB V), das für die bestehenden Einrichtungen einen Bestandsschutz gewährte. Die vom Land Berlin gegründete Trägergesellschaft wurde 1996 vom Paritätischen Wohlfahrtsverband übernommen. Die Praxen wurden modernisiert, der Ärzte-Generationswechsel eingeleitet und schrittweise eine wettbewerbsfähige Organisation aufgebaut. Infolgedessen stabilisierte sich die Gesellschaft mit einer in etwa gleich bleibenden Anzahl an Standorten, Praxen, Fallzahlen und mitarbeitenden Ärztinnen und Ärzten. Der entscheidende Durchbruch der mittlerweile in Paritätische Gesundheitszentrum umbenannten Gesellschaft kam 2004 mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz, das den Einrichtungen nach §311 SGB V einen dauerhaften Bestandsschutz und die rechtliche Gleichstellung mit den neu geschaffenen Medizinischen Versorgungszentren (§ 95 SGB V) gewährte.
Im Jahre 2006 übernahm die Sana Kliniken GmbH & Co. KgaA die Mehrheitsanteile des Paritätischen Unternehmensverbundes zu dem die Einrichtungen gehörten. Eine weitere organisatorische Veränderung erfolgte durch die Zusammenlegung mit dem zum Konzern gehörenden Medizinzentrum am Sana Klinikum Lichtenberg, welches ein großes OP-Zentrum, eine Leitstelle für die integrierte Versorgung und eine PrivatClasse-Station mit 1- und 2-Bettzimmern im Hotelstandard führt.
In dem modernen Sprechstundenzentrum des Krankenhauses im 4. Stock halten Klinikärzte Spezialsprechstunden in den Bereichen Anästhesie, Handchirurgie, Strumachirurgie und Gynäkologie/Kindergynäkologie. Eine Vielzahl spezialisierter niedergelassener Ärzte bietet innerhalb des Medizinzentrums verschiedene integrierte medizinische Versorgungsformen in eigenen Praxen an. Die SGZ betreibt vor Ort eine große hausärztliche-, radiologische-, chirurgische-, onkologische-, HNO- sowie eine Augenarztpraxis.
Eine weitere enge Kooperation innerhalb der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH bilden die Spezialsprechstunden Endoprothetik, Schmerz, Musiker- und Manuelle Medizin im „Haus der Gesundheit“ am Alexanderplatz. Dort bieten Orthopädische Fachärzte, Physikalische und Rehabilitative Medizin der Sommerfelder Sana-Kliniken an.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836625869
Arbeit zitieren:
Engelmann, Susann Mai 2008: Die Implementierung des Qualitätsmanagementsystems QEP® in den Arztpraxen der Sana Gesundheitszentrum GmbH, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Qualitätsmanagement, QEP, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Medizinisches Versorgungszentrum, Implementierung




