Sportausgaben und Preiselastizität der Nachfrage in Sportvereinen
Eine empirische Studie von Mitgliedern des Deutschen Skiverband e.V.
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peter Volk
- Abgabedatum: April 2008
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 3,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
- Bibliografie: ca. 134
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2537-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Volk, Peter April 2008: Sportausgaben und Preiselastizität der Nachfrage in Sportvereinen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sportausgaben, Preiselastizität, Sportverein, Finanzierung, Mitgliedsbeitrag
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Diplomarbeit von Peter Volk
Einleitung:
Aktuelle Bestandserhebungen des Deutschen Olympischen Sportbundes aus dem Jahr 2007 verdeutlichen, dass der organisierte Sport in Deutschland mit einer Gesamtmitgliederzahl von rund 27.300.000 Aktiven und Passiven einen immer noch bedeutenden Stellenwert einnimmt. Zukunftsprognosen sagen dem Sport bis ins Jahr 2010 eindeutig ein dynamischeres Wachstum als der Volkswirtschaft voraus. Zudem wartet der gemeinnützige Sport mit seinen weit über 90.000 Sportvereinen in ganz Deutschland mit einem attraktiven Angebot auf (DOSB Bestandserhebung, 2007), das nicht nur in wirtschaftlicher, sondern vielmehr auch in sozialer und sozialintegrativer Hinsicht sehr bedeutsam erscheint.
Die aktuelle Situation von Sportvereinen in Deutschland wird geprägt von einem strukturellen Wandel, der sich unter anderem in einer aufkeimenden Konkurrenzsituation mit rein kommerziellen Sportanbietern niederschlägt. Die angespannte Haushaltssituation und die mit ihr einhergehende Gefahr einer erheblichen Einschränkung der Subventionierung durch die öffentliche Hand verschärft diese Konkurrenz. So sind Sportvereine mit einer abnehmenden Förderleistung durch den Staat konfrontiert und stehen vor der Problematik, die auftretenden Finanzlücken schließen zu müssen.
Die praktische Relevanz der vorliegenden Arbeit ergibt sich aus der Möglichkeit von Sportvereinen, Einnahmeausfälle durch Subventionskürzungen zu kompensieren, indem eine Erhöhung der Eigenfinanzierung in Betracht gezogen wird. Vorherrschende wissenschaftliche Erkenntnisse fördern zutage, dass Mitgliedsbeiträge vergleichsweise zwar nur einen Bruchteil der gesamten Sportausgaben von Mitgliedern ausmachen, jedoch, neben dem Ehrenamt, zur wichtigsten finanziellen Ressource von Sportvereinen zählen. Hieraus ergibt sich möglicherweise ein wirksamer und Erfolg versprechender Gesichtspunkt, an dem zur Lösung des Problems angesetzt werden könnte. Die Kernfrage lautet: Stellt die Anhebung von Mitgliedsbeiträgen ein probates Mittel dar, finanzielle Einbußen zu kompensieren?
Eine Studie zu Perspektiven von Sportvereinen und Kommunen schreibt diesem Segment ein Potential zum Ausbau der Eigenfinanzierung zu, da bisher keine Preisschwelle von Mitgliedsbeiträgen erkennbar ist. Um eine solche Form der Finanzierung realisieren zu können, ist es von essentieller Bedeutung, Nachforschungen darüber anzustellen, inwieweit aus einer Anhebung von Mitgliedsbeiträgen elastische oder unelastische Reaktionen der Nachfrage resultieren.
Dem Nachweis der theoretischen Relevanz vorliegender Arbeit liegt ein in Kapitel 3 eingehend dargelegtes Forschungsdesiderat hinsichtlich der sportbezogenen Nachfrage in Sportvereinen zu Grunde. Nach eingehenden Recherchen lässt sich zusammenfassend feststellen, dass bezüglich der Sportausgaben bisher noch keine aussagekräftigen Studien vorliegen, die sich speziell der Problematik der Finanzierung von Sportvereinen zur Gewährleistung eines attraktiven Vereinsangebotes in Konkurrenz mit kommerziellen Sportanbietern widmen. Auf dem Gebiet der Preiselastizität in der Sportnachfrage wurde in erster Linie im Bereich des Zuschauersports und kommerzieller Sporteinrichtungen geforscht. Sportartspezifische Analysen, die explizit Preiselastizitäten der Nachfrage in Sportvereinen fokussieren, liegen bisher ausschließlich im Rahmen von Diplomarbeiten vor.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zunächst, basierend auf der zuvor angesprochenen Problematik, ein Profil der Mitglieder des Deutschen Skiverbandes zu erstellen. Besonderes Augenmerk soll auf die Sportausgaben und die Zahlungsbereitschaft von Vereinsmitgliedern gelegt werden. Darüber hinaus steht die Preiselastizität der Sportnachfrage bezüglich der Mitgliedsbeiträge im Mittelpunkt der empirischen Studie. Im Laufe der vorliegenden Arbeit wird explizit auf die im Folgenden dargelegten Fragestellungen eingegangen:
Wie setzt sich das soziodemografische Profil von Wintersportlern des Deutschen Skiverbandes zusammen?
Welche sportspezifischen, vereinsspezifischen und mikroökonomischen Besonderheiten charakterisieren die Mitglieder des Deutschen Skiverbandes?
Welche Ausgaben tätigen die Mitglieder des Deutschen Skiverbandes bezüglich ihrer Wintersportart?
Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Sportausgaben von Mitgliedern des Deutschen Skiverbandes?
Wie hoch ist die jeweilige Zahlungsbereitschaft für den Posten der Mitgliedsbeiträge?
Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der jeweiligen Zahlungsbereitschaft?
Wie gestalten sich die Reaktionen von Mitgliedern des Deutschen Skiverbandes auf eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge?
Die vorliegende Arbeit wird sich der gestellten Fragen annehmen und auf der Basis einer empirischen Untersuchung Antworten vorlegen und begründen. Damit ist das zweite wichtige Ziel dieser Diplomarbeit gekennzeichnet: Sie möchte einen Beitrag zum angeführten Forschungsbedarf hinsichtlich des Vereinssports leisten und Entscheidungsträgern in Vereinen empirisch fundierte management- und finanzierungsrelevante Leitgedanken als Orientierungshilfen anbieten.
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1 | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Relevanz des Themas | 1 |
| 1.2 | Fragestellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2 | Der Sportverein | 5 |
| 2.1 | Konstitutive Merkmale des Sportvereins | 5 |
| 2.2 | Die Ressourcenstruktur eines Sportvereins | 7 |
| 2.3 | Struktur und Bedeutung des Mitgliedschaftsbeitrages | 10 |
| 2.4 | Die öffentliche Subventionierung des Sports | 14 |
| 2.5 | Das Sportsystem im Wandel | 19 |
| 2.6 | Der Deutsche Skiverband e.V. | 22 |
| 2.6.1 | Historische Entwicklung des Deutschen Skiverbandes | 22 |
| 2.6.2 | Gefährdungsfaktoren des organisierten Schneesports | 24 |
| 3 | Die sportbezogene Nachfrage | 26 |
| 3.1 | Sportinduzierte Ausgaben | 27 |
| 3.1.1 | Einordnung in den gesamtwirtschaftlichen Kontext | 28 |
| 3.1.2 | Einordnung in den mikroökonomischen Kontext | 33 |
| 3.2 | Determinanten und Einflussfaktoren der sportbezogenen Nachfrage | 37 |
| 3.2.1 | Sportausgaben und soziale Variablen | 38 |
| 3.2.2 | Sportausgaben und sportspezifische Variablen | 41 |
| 3.3 | Die Preiselastizität der Nachfrage | 45 |
| 3.3.1 | Marketingorientierte Preiskalkulation in Sportvereinen | 46 |
| 3.3.2 | Grundlagen zur Preiselastizität der Nachfrage | 50 |
| 3.3.3 | Messmethoden zur Erfassung von Zahlungsbereitschaften | 53 |
| 3.3.4 | Forschungsstand zur Preiselastizität der Nachfrage | 59 |
| 4 | Konzeption themenspezifischer Modelle | 72 |
| 5 | Methodische Vorgehensweise der Studie | 78 |
| 5.1 | Auswahl und Darstellung des Erhebungsinstrumentes | 78 |
| 5.2 | Organisation und Durchführung der Studie | 81 |
| 5.3 | Aufbereitung der Daten | 83 |
| 6 | Statistische Darstellung und Auswertung der Ergebnisse | 87 |
| 6.1 | Illustration der Stichprobe | 87 |
| 6.1.1 | Soziodemografische Faktoren | 87 |
| 6.1.2 | Sportspezifische Faktoren | 88 |
| 6.1.3 | Vereinsspezifische Faktoren | 90 |
| 6.1.4 | Mikroökonomische Faktoren | 92 |
| 6.2 | Sportausgaben der befragten DSV-Mitglieder | 93 |
| 6.3 | Zahlungsbereitschaften der befragten DSV-Mitglieder | 97 |
| 6.4 | Preiselastizitäten der befragten DSV-Mitglieder | 100 |
| 7 | Interpretation und Diskussion der Ergebnisse | 101 |
| 8 | Fazit und Ausblick | 116 |
| 9 | Literaturverzeichnis | 119 |
| 10 | Anhang | 129 |
Textprobe:
Kapitel 2, Der Sportverein:
Annähernd ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist heutzutage unter zahlreichen Dachverbänden, mit rund 27 Mio. Mitgliedern in mehr als 90000 Sportvereinen organisiert (DOSB Bestandserhebung 2007).
Die Non-Profit-Organisationen des Dritten Sektors, positioniert zwischen Markt und Staat, bieten ein breit gefächertes Spektrum an Sportangeboten und darüber hinaus einen gesellschaftspolitischen Mehrwert. Nach wie vor werden Vereine mit Handlungsorientierungen wie sozialer und emotionaler Verbundenheit, freundschaftlicher Atmosphäre und gemeinschaftlichem Interesse in Verbindung gebracht.
Die Strukturen deutscher Vereine erstrecken sich vom kleinen Einspartenverein bis hin zum vielspartigen Großverein. Die Bandbreite der Leistungs- und Aufgabenbereiche reicht dabei von der Unterstützung des deutschen Spitzensports, bis hin zur unentbehrlichen Basisförderung des Breitensports. Allerdings wird die Sportvereinslandschaft zunehmend vielfältiger und erfährt eine wachsende Ausdifferenzierung, basierend auf einem erweiterten Sportverständnis.
Kapitel 2.1, Konstitutive Merkmale des Sportvereins:
Für die Vielfalt an freiwilligen Vereinigungen in der deutschen Sportlandschaft existieren bis heute keine einheitlichen Definitionsrahmen. Nichts desto trotz lassen sich eine Reihe von Eigenschaften finden, die in diesem Zusammenhang gleichsam als Grundgerüst fungieren. Heinemann hat eine weitgehend anerkannte Charakterisierung der freiwilligen Vereinigung auf der Basis von fünf sozialen, konstitutiven Merkmalen erarbeitet.
Die Mitgliedschaft in einem Verein ist freiwillig und bietet somit die Möglichkeit der individuellen Entscheidung für oder gegen das Leistungsangebot des Vereins. Mitglieder können Entscheidungen je nach Attraktivität des gebotenen Programms treffen. Folglich besteht eine Hauptaufgabe der Vereinsführung darin, sensibel auf die Bedürfnisse und Interessen von Sportlern einzugehen. Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Entwicklungen und Trends im Sportsegment spielen im Wettbewerb mit kommerziellen Anbietern eine nicht zu unterschätzende Rolle. Unabhängigkeit von Dritten wird dadurch gewährleistet, das der Verein sich hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge und ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder trägt. Mit der Zufriedenheit seiner Mitglieder steht und fällt folglich die Existenzgrundlage des Sportvereins. Engagement und Zahlungsbereitschaft, die einhergehen mit der Zufriedenheit der Mitglieder gilt es seitens des Vereins zu sichern. Der Sportverein ist in der Erfüllung seiner Aufgaben an die Interessen seiner Mitglieder gebunden. Nur mit der Verwirklichung der Interessen der Mitglieder sichert sich der Verein seine finanzielle Basis und die Engagementbereitschaft seiner Mitglieder. Die demokratische Entscheidungsstruktur nach dem Prinzip one man one vote beteiligt die Mitglieder gemeinsam an den Entscheidungen über Ziele und Strategien des Vereins. Das Ergebnis einer Abstimmung ist folglich stets ein kollektives Gut. Es ist gewährleistet, dass über die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel im Interesse aller Mitglieder entschieden werden kann (Heinemann & Schubert, 1994, S.15). Das Mitglied hat somit die Möglichkeit durch Nutzung seines Stimmrechtes das Gebilde des Vereins zu beeinflussen oder bei möglicher Nichtwahrung seiner Interessen Widerspruch einzulegen. Die Ehrenamtliche Tätigkeit ist ein grundlegendes Merkmal des Vereins und als wichtige Ressource anzusehen. Im ursprünglichen Sinn ist die ehrenamtliche Arbeit ein ehrenvolles und freiwilliges Amt, das nicht auf Entlohnung ausgerichtet ist. Durch die Charakteristik des ideellen Engagements fungiert ehrenamtliche Mitarbeit als ein Instrument gemeinsame Interessen innerhalb eines Vereins zu wahren und gleichzeitig durch Selbstinitiative gemeinschaftliche Ziele verwirklichen zu können. Die Leistung der Ehrenamtlichen im organisierten Sport sichert die Existenz und die Autonomie der Sportvereine gegenüber Dritten.
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836625371
Arbeit zitieren:
Volk, Peter April 2008: Sportausgaben und Preiselastizität der Nachfrage in Sportvereinen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Sportausgaben, Preiselastizität, Sportverein, Finanzierung, Mitgliedsbeitrag




