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Die Betreuung von an Demenz-erkrankten Menschen in der stationären Altenpflege

Die Betreuung von an Demenz-erkrankten Menschen in der stationären Altenpflege
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Skawran
  • Abgabedatum: November 2008
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 887,6 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 36
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2476-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Skawran, Michael November 2008: Die Betreuung von an Demenz-erkrankten Menschen in der stationären Altenpflege, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Demenz, Altenpflege, Pflegeheim, demenzielles Syndrom, stationäre Pflege

Diplomarbeit von Michael Skawran

Einleitung:

Die vorliegende Diplomarbeit, befasst sich mit dem Thema ‘Die Betreuung von an Demenz-Erkrankten Menschen in der stationären Altenpflege’. Inhaltlich beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit der pflegerischen und sozialen Betreuung von Demenzkranken in Pflegeheimen und wie die Pflegeheimarchitektur zu gestalten ist.

Die Zahl der Demenzkranken wird sich laut Bickel , falls keine entscheidenden Entwicklungen in Prävention und Therapie gelingen, bis zum Jahr 2050 verdoppelt haben. Es würden dann ca. 2.600.000 Demenzkranke in der Bundesrepublik Deutschland leben.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig Überlegungen anzustellen, wie und wo die Demenzkranken bedarfsgerecht untergebracht und versorgt werden können.

Zu Beginn ist es wichtig zu klären, was eine Demenz ist und wie viele verschiedene Arten von Demenzerkrankungen es gibt. Je nach Art der Demenzerkrankung setzen auch verschiedene Therapieverfahren an.

In diesem Zusammenhang ist die Diagnosestellung vom Arzt und mit Hilfe von psychologischen Testverfahren entscheidend, für alle weiteren Therapiemaßnahmen und Erfolge.

Neben den ‘normalen’ Pflegeheimen, gibt es zahlreiche andere ‘Wohnformen für Demenzkranke’, die auf die Betreuung von dementen Menschen ausgerichtet sind. Beispiele von demenzgerechten Versorgungskonzepten werden anhand von durchgeführten Projekten in Hamburg und Niedersachsen dargestellt.

Der pflegerische und soziale Mehraufwand für Demenzkranke in Pflegeheimen wird unzureichend berücksichtigt. Was genau zu tun ist, damit die Kostenträger (Pflegekassen) den pflegerischen und sozialen Mehraufwand nachvollziehen können und dies entsprechend vergütet wird, zeigt eine Studie aus dem Jahr 1999.

Seit der Einführung des Gesetzes zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, stellt die Pflegeversicherung mehr Geld in der Betreuung von Demenzkranken zur Verfügung. Insbesondere die aktuelle Diskussion um die Einstellung von sogenannten ‘Betreuungsassistenten’ in Pflegeheimen wird zurzeit kontrovers diskutiert. Welche Qualifikationen die ‘Betreuungsassistenten’ gemäß der Spitzenvereinigung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) beherrschen müssen, behandelt das letzte Kapitel.

Inhaltsverzeichnis:

I Inhaltsverzeichnis 1
II Abbildungsverzeichnis 4
1. Einleitung 6
2. Begriffserklärung Demenz 7
3. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen in Deutschland 10
3.1 Prävalenz von Demenz in Deutschland 10
3.1.1 Graphische Darstellung der alterspezifischen Prävalenz von Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland für 2002 10
3.2 Inzidenz von Demenz in Deutschland 12
3.2.1 Graphische Darstellung der alterspezifischen Inzidenz von Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland für 2002 12
3.3 Prognosen der Demenzentwicklung bis zum Jahr 2050 13
3.3.1 Graphische Darstellung der Prognose von Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050 13
3.4 Resümee 13
4. Forschung auf dem Gebiet der Demenz 15
4.1 Kosten der Demenz 16
5. Die Finanzierung der stationären Pflege 17
5.1 Aufstellung einer Pflegeklasse zur Finanzierung der Betreuung von Demenzkranken in der stationären Altenpflege 18
5.1.1 Studie zur Erstellung eines Leistungskataloges in der Betreuung von Demenzkranken 1999 20
5.1.2 Ergebnisse der Studie 21
5.1.3 Resümee 22
5.2 Kritische Betrachtungen der Finanzierungssituation in der stationären Altenpflege 23
6. Die Diagnose Demenz 25
6.1 Die Schwierigkeit der Diagnosestellung Demenz am Beispiel Depression 28
6.2 Psychologische Testverfahren zur Früherkennung von Demenz 20
7. Krankheitsformen der Demenz 31
7.1 Alzheimer-Krankheit 33
7.1.1 Die Genetik der Alzheimer-Krankheit 34
7.2 Die vaskuläre Demenz oder Mulitinfarkt-Demenz 35
7.3 Alzheimer vom gemischten Typus 36
7.4 Demenz mit Lewy-Körperchen 37
7.5 Frontotemporale Demenz einschließlich Pick-Krankheit 37
7.6 Binswanger-Demenz 38
7.7 AIDS 38
8. Die nichtmedikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit 38
8.1 Psychologische Interventionen 39
8.2 Ökologische und soziale Interventionen 39
8.2.1 Validation als Therapieform in der Betreuung von Demenzkranken 42
8.2.1.1 Validation nach Naomi Feil 42
8.2.1.2 Die integrative Validation (IVA) nach Nicole Richards 44
9. Die subjektive Welt des Demenzkranken 45
9.1 Die verschiedenen Persönlichkeitstypen eines Demenzkranken 45
10. Bedürfnisse von Demenzkranken 47
11. Die Bedeutung von Interaktionen in der Betreuung von Demenzkranken 49
11.1 Die triadische Einheit einer Interaktion 50
11.2 Positive Interaktionen 51
12. Die Betreuung von Demenzkranken in Einrichtungen der stationären Altenpflege 56
12.1 Rechtliche Aspekte in der Betreuung von Demenzkranken in stationären Einrichtungen 58
12.2 Die soziale und pflegerische Betreuung von Demenzkranken 59
12.3 Pflegeheimarchitektur und Milieugestaltung 71
12.4 Implementierung eines Pflegekonzeptes für Demenzkranke in Pflegeheimen 73
12.4.1 Umsetzung von speziellen Demenzkonzepten am Beispiel Hamburg und das Pflegeheim Polle in Niedersachsen 75
12.4.1.1 Das Hamburger Modellprogramm 75
12.4.1.2 Das Seniorenpflegeheim Polle 78
12.5 Neue Versorgungskonzepte für Menschen mit Demenz 84
12.5.1 Hausgemeinschaften 83
12.5.2 Wohngruppen für Menschen mit Demenz 84
12.5.3 Pflegeoasen für Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium 85
12.6 Resümee 85
13. Gegenwärtige Entwicklungen im stationären Bereich 87
13.1 Der Einsatz von „Betreuungsassistenten“ in der Betreuung von Demenzkranken 88
13.1.1 Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche der Betreuungsassistenten nach der Spitzenvereinigung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) 2008 89
14. Fazit 91
15. Literaturverzeichnis 93
16. Anhang 96
16.1 Tabellarische Auswertungen der alterspezifischen Prävalenz und Inzidenz von Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland 2002 96
16.1.1 Tabelle: Alterspezifische Prävalenz von Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland 2002 96
16.1.2 Tabelle: Alterspezifische Inzidenz von Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland 2002 96
16.1.3 Tabelle: Prognose der Demenzentwicklung in Deutschland 97
16.1.4 Tabelle: Anteil der 60-Jährigen und älteren an der ausländischen und deutschen Bevölkerung 97
16.2 Tabelle: Die Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick 98
16.3 Skizze zur Verursachung der Alzheimer-Krankheit durch Amyloidplaques (Eisweis-Spalt-Produkte) 99

Textprobe:

Kapitel 8, Die nicht medikamentöse Behandlung der Alzheimer- Krankheit:

Weyerer führte aus, dass es heute genügend nichtmedikamentöse Behandlungsformen und neue Arzneimittel gibt, die das Fortschreiten kognitiver Störungen verzögern. Es ist jedoch nicht möglich den degenerativen Prozess aufzuhalten.

Neben Medikamenten gibt es viele Interventionsstrategien bei Demenz, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern.

Psychologische Interventionen:

Vor allem bei einer beginnenden Demenz sind kognitive, verhaltensnahe und realitätsbewältigende Interventionen möglich. Darunter gehört das von Plattner und Erhard entwickelte verhaltenstherapeutische Kompetenztraining (VKT). Andere Therapieformen wären, die Selbsterhaltungstherapie (SET) nach Romero und Eder, die biographieorientierte Erinnerungstherapie oder verschiedene Musik-, Tanz- und Maltherapien zur Anwendung im fortgeschrittenen Stadium.

Validation dient dazu, um mit Demenzkranken Menschen zu kommunizieren. Insbesondere die integrative Validation und z. B. die basale Stimmulation wurden als Therapieansätze zur Behandlung von Demenz im fortgeschrittenem Stadium entwickelt. Bei der Validation handelt es sich um eine weitverbreitete Interaktionsform zwischen Pflegenden und dementen Menschen. Obwohl die Wirksamkeit der genannten Methoden nicht ausreichend belegt sind, gelten sie in der Praxis als hilfreich und für die Betroffenen zugänglich.

Ökologische und soziale Interventionen:

Demenzkranke sind auf eine materielle Umwelt angewiesen, die sich dem Krankheitsverlauf anpasst. Eine optimale Umgebung für demente Menschen sollte nach Lawton et al folgende Funktionen erfüllen:

- übersichtlich sein sowie Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen.

- Kompetenzerhaltung unterstützen und maximale Bewegungsfreiheit gewährleisten sowie stimulierend wirken. Dies wird unter anderem erreicht durch eine Abgrenzung der Tages- und Therapieräume von den Fluren durch Glaswände bzw. breite Türen oder über angenehme Düfte, anregende ‘Geräuschskulisse’ und unterschiedliche Beschaffenheit der Tastflächen.

- Kontinuität und Bezug zum bisherigen Lebenszusammenhang herstellen z. B. durch eigene Möbel eine häusliche Atmosphäre schaffen.

- Physikalische Umweltfaktoren den Kranken anpassen z. B. durch diffuses schattenfreies Licht von mindestens 500 Lux in Augenhöhe und möglichst gleichmäßige Lichtstärke in allen Räumen, zeitweise ausgesuchte Hintergrundmusik, jedoch keine schwer lokalisierbare Geräusche.

- Unterstützung der Orientierung, das heißt Armaturen und Spiegel sollen dort angebracht werden, wo man sie erwartet.

- Erfahrungen und Kontakt mit Tieren zu lassen.

- Rückzugsgebiete mit gesonderten Ruheräumen bieten.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Probleme in der stationären Versorgung dementer Personen, wurden neue Betreuungsansätze unter Berücksichtigung der Empfehlungen von Lawton eingeführt.

Bei der Umsetzung neuer Konzepte zur Versorgung demenzkranker Bewohner bezog sich Weyerer auf ein von 1991 bis 1994 entwickeltes Modellprojekt in Hamburg Laut Gutzmann ist eine stabile und verlässliche Umwelt für Demenzkranke Personen unerlässlich. Eine nicht medikamentöse Therapie kann einen leistungs- oder stimmungsmäßigen Fortschritt bedeuten, wenn sie aus der Unterforderung in den Bereich positiv erlebter Leistungsfähigkeit führt. Auf der anderen Seite kann sie sich negativ auswirken, wenn die dementen Personen überfordert werden. Respekt gegenüber Demenzkranken und die Berücksichtigung begrenzter Bewältigungsmöglichkeiten sind für die nicht medikamentöse Therapie sehr wichtig.

Im nächsten Abschnitt werden Vorschläge aufgezeigt, die es laut Gutzmann zu den nicht medikamentösen Therapieformen gibt:

- Verhaltenstherapien: Verhaltenstherapeutische Techniken gelten als die erprobtesten Verfahren. Es werden vor allem positive Anreize (Belohnungen) gesetzt. Sie ermöglicht eine Verhaltensänderung ohne die aktive Mitarbeit des Demenzkranken. Mit Hilfe der Verhaltenstherapie werden störende Sozialverhalten abgebaut, eine größere Selbstständigkeit erreicht und verloren gegangene Kompetenzen (z. B. essen oder sich waschen) wieder gewonnen.

- Kognitives Training: Spielen und gleichzeitiges lernen ist in keiner Gruppe mehr wegzudenken. Je mehr die körperlichen Bewegungen mit einbezogen und geübt werden, desto eher ist ein Erfolg zu erwarten. Wenn aber nur das trainiert wird, was beeinträchtigt ist (z. B. das verbale Gedächtnis), dann droht Überforderung. Gegen einen demetiellen Prozess anzukämpfen ist somit wenig erfolgversprechend. Je ausgeprägter die Demenz, desto weniger ist ein kognitives Training sinnvoll Realitätsorientierung (ROT): Sie ist vor allem für Demenzpatienten mit fortgeschrittenem Stadium geeignet. Zwei Modelle werden eingesetzt. Beim ersten Modell werden Personen, Zeit und Ort wie in der Schule ständig wiederholt. Dieses Modell hatte sich jedoch als nicht nützlich festgestellt. Das zweite Modell bietet den PatientInnen ‘Realitätsanker’, in Form der direkten Ansprach oder als optische und akustische Orientierungshilfe. In der stationären Altenhilfe können eine Vielzahl realitätsorientierter Interventionsmöglichkeiten angewendet werden.

Erinnerungstherapie: Bei der Erinnerungstherapie geht es darum, die Lebenszufriedenheit von dementen Menschen anhand von positiven Erinnerungen aufzufrischen. Alte Photographien und Musikstücke aus bestimmten Lebensbereichen, dienen hierbei als ‘Erinnerungsanker’.

Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET): Die SET bezieht sich direkter auf die Alzheimer-Krankheit als die bisher genannten Therapieformen. Sie ist eine Art Trainingsverfahren, dass das längere Erhaltenbleiben der Persönlichkeit anstrebt, die durch vier Prozesse gefährdet sind: Verletzung der personalen Kontinuität, Erlebnisarmut, Veränderungen der Persönlichkeit und des Gefühlslebens sowie des Selbstwissensverlustes. Die Therapie knüpft gezielt an weniger beeinträchtigte Kompetenzen an und ermöglicht somit Erfolge.

Kunsttherapie: Die Kunst- und Musiktherapie richtet sich vor allem auf die Emotionalität und Kreativität Demenzkranker. Hiermit sollen sie Gelegenheit erhalten, mit der künstlicheren Gestaltung als Medium Gefühle zu erleben. Bis ins fortgeschrittene Demenzstadium lassen sich somit mit Hilfe von Musik und Bildern den kreativen Zugang zu den Betroffenen offen halten.

Validation: Bei der Validation handelt es sich mehr um ein Bündel von Umgangsprinzipien und nicht um ein eigentliches Therapieverfahren. Es geht darum, dem Kranken durch Validieren (das heißt für gültig Erklären) seiner Äußerungen oder Verhaltensweisen, durch Respektierung seiner Individualität und Entschlüsselung seiner Verhaltensauffälligkeiten mit Hilfe des biographischen Wissens zu helfen. Eine wissenschaftliche Überprüfung fand noch nicht statt.

Milieutherapie: Sie umfasst die gesamte Veränderung des Wohn- und Lebensbereiches. Es werden vermehrt nichtgenutzte Fähigkeiten angeregt. Die demente Person kann sich durch eine Anpassung der Umgebung an die Störungen von Gedächtnis und Orientierung in der Umgebung besser zu Recht finden. Dies würde ein höherer Grad an Autonomie bedeuten.

Arbeit zitieren:
Skawran, Michael November 2008: Die Betreuung von an Demenz-erkrankten Menschen in der stationären Altenpflege, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Demenz, Altenpflege, Pflegeheim, demenzielles Syndrom, stationäre Pflege

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