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Analyse des Einsatzpotenzials von RFID im Rahmen des Supply Chain Event Management

Analysis of the potential uses of RFID in SCEM

Analyse des Einsatzpotenzials von RFID im Rahmen des Supply Chain Event Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Sell
  • Abgabedatum: Juli 2008
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • Bibliografie: ca. 113
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2051-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sell, Florian Juli 2008: Analyse des Einsatzpotenzials von RFID im Rahmen des Supply Chain Event Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Radio Frequency Identification, Supply Chain Event Management, RFID, Logistik, SCEM

Diplomarbeit von Florian Sell

Einleitung:

Nach einer kurz gehaltenen Einleitung, in welcher eine Einführung in die Thematik dieser Arbeit erfolgt, werden im zweiten Kapitel die zum Verständnis notwendigen technischen Grundlagen der RFID-Technologie erörtert. Hierbei findet zunächst eine Abgrenzung verschiedener automatischer Identifikationssysteme statt. Anschließend werden Eigenschaften und Komponenten von RFID-Systemen betrachtet, bevor detailliert in branchenübergreifende Problemfelder und Hemmnisse der RFID-Technik eingegangen wird. Abschließend werden in diesem Kapitel überblicksartig grundsätzliche Anwendungsfelder von RFID-Systemen dargestellt.

Um im Weiteren eine sinnvolle Einbettung des Supply Chain Event Management (SCEM) zu gewährleisten, werden im dritten Kapitel die Grundlagen des Supply Chain Management (SCM) diskutiert. Im Mittelpunkt stehen hier neben einer Definition, die historische Entwicklung, wesentliche Ziele, Motive und Problemfelder, wie auch grundlegende Planungsaufgaben. Am Ende dieses Kapitels wird das Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR-Modell) als zentrales Analyseinstrument des SCM vorgestellt.

Im vierten Kapitel werden zunächst Entwicklungen skizziert, welche die Entwicklung des SCEM vorantreiben. Es schließt sich eine Definition des SCEM und der Versuch einer Einordnung der Konzeption in das SCM an. Nachdem die nötigen konzeptionellen Grundlagen des SCEM aufgezeigt wurden, wird das Tracking & Tracing (T&T) ausführlich beschrieben. Anschließend erfolgt eine Abgrenzung von Statusinformationen und Events und es werden verschiedene Wirkungsrichtungen des SCEM unterschieden. Nachdem die typische SCEM-Architektur anhand ihrer Komponenten und Funktionen dargestellt wurde, werden potenzielle Anwendungsgebiete des SCEM aufgezeigt. Eine kritische Würdigung des SCEM bildet das Ende dieses Kapitels.

Im fünften Kapitel werden zunächst grundsätzliche Vorteile einer RFID-Integration in das SCEM diskutiert. Nachfolgend werden Voraussetzungen für eine sinnvolle Implementierung von RFID und SCEM skizziert. Hierbei wird ein dreistufiger Ansatz vorgestellt. Anschließend werden mögliche Anwendungsgebiete der RFID-Technologie in den Bereichen Beschaffung, Herstellung und Auslieferung diskutiert. Im Folgenden werden fördernde Faktoren des Einsatzes der RFID-Technik präsentiert, bevor zwei grundlegende Ansätze zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFID-Systemen vorgestellt werden, ehe ein Überblick über die aktuelle Verbreitung dieses Kapitel abschließt.

Im letzten Abschnitt dieser Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung der Betrachtungen. So werden die zentralen Problemfelder der RFID-Technologie und des SCEM nochmals skizziert, das Hauptpotenzial von RFID im SCEM wiederholt und eine Bewertung vorgenommen, ob die RFID-Technik und das SCEM derzeit schon so ausgereift sind, dass sie im Stande sind das zu leisten, was von der Wirtschaft verlangt wird.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Einführung und Problemstellung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen der RFID-Technologie 4
2.1 Automatische Identifikationssysteme 4
2.1.1 Optical Character Recognition 5
2.1.2 Chipkarten 5
2.1.3 Biometrische Verfahren 5
2.1.4 Barcode-System 6
2.2 Funktionsweise und Komponenten eines RFID-Systems 8
2.2.1 Transponder 10
2.2.2 Schreib- und Lesegeräte 11
2.2.3 Kommunikation 11
2.2.4 Datenmanagement 13
2.3 Zentrale Problemfelder und Hemmnisse der RFID-Technologie 15
2.3.1 Kostenaspekte 16
2.3.2 Probleme der Standardisierung 16
2.3.3 Datenschutz 17
2.3.4 Fehlendes Erfahrungswissen und technische Probleme 18
2.3.5 Mangelnde Zusammenarbeit in der Supply Chain 19
2.4 Übersicht grundsätzlicher Anwendungsfelder von RFID-Systemen 19
2.4.1 Electronic Ticketing im öffentlichen Personennahverkehr 19
2.4.2 Elektronischer Reisepass 20
2.4.3 Tieridentifikation 20
2.4.4 Einsatz in der pharmazeutischen Industrie 21
2.4.5 Einsatzmöglichkeiten der Diebstahlsicherung 21
3. Grundlagen des Supply Chain Management 22
3.1 Historische Entwicklung 22
3.2 Begriffsdefinition 24
3.3 Ziele, Motive und Problemfelder 25
3.4 Grundlegende Planungsaufgaben 28
3.4.1 Supply Chain Configuration 28
3.4.2 Supply Chain Planning 29
3.4.3 Supply Chain Execution 29
3.5 Das Supply Chain Operations-Modell als Analyseinstrument 30
4. Das Supply Chain Event Management 32
4.1 Veränderungen in der Logistik als Entwicklungstreiber 32
4.2 Begriffsdefinition 33
4.3 Einordnung in das Supply Chain Management 34
4.4 Konzeptionelle Grundlagen 36
4.4.1 Management by Exception 36
4.4.2 Ereignisorientierte Planung 38
4.5 Das Tracking & Tracing 40
4.5.1 Begriffsdefinition 40
4.5.2 Klassifikation von Tracking & Tracing-Systemen 41
4.5.2.1 Identifikationstechnologien 41
4.5.2.2 Registrierungsort und -zeit 42
4.5.2.3 Registrierte Attribute 42
4.5.2.4 Hierarchielevel 42
4.5.2.5 Aktivitätsgrad 42
4.5.2.6 Konzeptreichweite 43
4.5.2.7 Datenzugänglichkeit 43
4.5.2.8 Organisation des Informationssystems 43
4.5.3 Prozesse 44
4.5.3.1 Datenidentifikation und -erfassung 44
4.5.3.2 Datenübertragung 45
4.5.3.3 Datenverarbeitung und -aufbereitung 45
4.5.4 Anwendungsbereiche und Nutzeneffekte 46
4.5.5 Defizite und Schwachstellen 48
4.6 Von Statusmeldungen zu Ereignissen 49
4.7 Wirkungsrichtungen 50
4.8 Supply Chain Event Management Architektur 51
4.8.1 Grundkomponenten 52
4.8.2 Funktionen 52
4.8.3 Kernaufgaben der Implementierung 55
4.9 Anwendungsgebiete und Nutzenpotenziale 57
5. Einsatzpotenziale von RFID im Supply Chain Event Management 59
5.1 Vorteile der RFID-Integration in das Supply Chain Event Management 59
5.2 Voraussetzungen für eine Implementierung von RFID und SCEM 60
5.2.1 Integration von Prozessen 62
5.2.2 Stabilisierung von Prozessen 63
5.2.3 Automatisierung von Prozessen 63
5.3 Anwendungsgebiete von RFID 65
5.3.1 Beschaffung 66
5.3.1.1 Warenannahme 66
5.3.1.2 Warenkontrolle 66
5.3.1.3 Wareneinlagerung 67
5.3.2 Herstellung 67
5.3.2.1 Materialbereitstellung 67
5.3.2.2 Produktion und Kontrolle 68
5.3.2.3 Verpackungsprozess 69
5.3.3 Auslieferung 70
5.3.3.1 Kommissionierung 70
5.3.3.2 Verpackungsprozess 70
5.3.3.3 Verladen und Erzeugung von Versanddokumenten 71
5.3.3.4 Transport 71
5.4 Hauptpotenzial des Einsatzes der RFID-Technologie 74
5.5 Ansatz einer Wirtschaftlichkeitsanalyse von RFID-Systemen 76
5.6 Aktuelle Verbreitung 78
6. Zusammenfassung der Betrachtungen und Ausblick 80
Literaturverzeichnis 83

Textprobe:

Kapitel 4.9, Anwendungsgebiete und Nutzenpotenziale: Im operativen Bereich bietet das SCEM eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten. So kann eine Statusverfolgung für Kunden auf Basis von Informationen des SCEM verwirklicht werden. Im Bereich des Bestands-Management verbessert SCEM die Visibilität der In-Transit-Bestände, was bei Umplanungen zu einem erhöhten Handlungsspielraum des Entscheidungsträgers beiträgt. Auch im Asset-Management kann SCEM durch das Verfolgen von Paletten oder Containern einen Beitrag leisten ein-gesetzte Ressourcen auszulasten und Schwund zu reduzieren.

Des Weiteren kann mit SCEM ein Prozess-Management verwirklicht werden, indem interne wie externe Prozesse vernetzt und durchgängig verfolgt werden, so dass sich die Möglichkeit einer durchgängigen Prozessoptimierung ergibt. Schließlich hilft SCEM auch bei der Erfüllung wichtiger gesetzlicher Vorschriften. Im strategischen Bereich wird SCEM meist in Verbindung mit einer DW-Lösung verwendet, wodurch das Supply Chain Controlling und das Qualitätsmanagement unterstützt werden können. Darüber hinaus ist es möglich durch eine systematische Anwendung von statistisch-mathematischen Methoden auf die SCEM-Daten Muster zu erkennen, welche zu vielversprechenden Handlungsstrategien führen können. Das SCEM umfasst vielfältige Nutzenpotenziale in der proaktiven Beherrschung und Antizipation von Problemsituationen. So kann SCEM eine bessere Liefertreue und höhere Kundenzufriedenheit durch realistische Zusagen auf Kundenanfragen gewährleisten.

Darüber hinaus werden geringere Pufferbestände durch eine unternehmensübergreifende Sicht auf das Inventar ermöglicht. Durch SCEM können außerdem durch eine Frühwarnung in Ausnahmesituationen Express-Sendungen eingeleitet werden. Neben einer verbesserten Messung der Prozessqualität und einem effektiveren Outsourcing durch bessere Monitoring-Fähigkeiten liegt der größte Nutzen von SCEM im proaktiven Handeln bei Problemsituationen ehe Geschäftsprozesse empfindlich gestört werden.

SCEM ist als ein Konzept zur proaktiven und kurzfristigen Planung, Steuerung und Kontrolle von Logistikprozessen entlang komplexer SC zu verstehen. Die Sichtbarmachung von Events erzeugt eine Transparenz in der Wertschöpfungskette. So können Medienbrüche verhindert und die Informationsflüsse in der SC effizient, strukturiert und zielorientiert gesteuert werden. Damit können die Unternehmen mit dem SCEM die Flut an Informationen beherrschbar machen. Das Konzept des MbE trägt entscheidend zur Reduzierung unnötiger Informationen bei, wodurch es Mitarbeitern ermöglicht wird, sich um nicht-alltägliche und kritische Probleme zu kümmern. Durch den proaktiven Charakter des SCEM findet die Umkehr einer Hol- in eine Bringschuld statt, indem Informationen bei Bedarf automatisch an Entscheider weitergeleitet werden. Dies verringert sowohl die Komplexität als auch die Kosten und bietet darüber hinaus einen Zeitgewinn, welcher in unserer heutigen dynamischen Umwelt einen großen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Ein weiterer Vorteil des SCEM liegt in der Schließung der Lücke zwischen SCP und SCE (vgl. Kapitel 4.3), womit ein kontinuierlicher Abgleich zwischen geplanten und tatsächlichen Werten stattfindet, so dass Reaktionen auf Events sofort durchgeführt werden können. Durch die engere Verknüpfung von SCP und SCE werden Entscheidungen auf einer gesicherten Datenbasis getroffen und haben somit eine höhere Qualität. Negativ muss vermerkt werden, dass eine Standardisierung im Bereich der T+T-Prozesse noch nicht ausreichend vollzogen wurde, um einen nahtlosen Einsatz von SCEM zu ermöglichen. Dem schließt sich die derzeitig im Handel verfügbare Standardsoftware an, welche noch nicht die vollständige Unterstützung im Bereich Decision Support bietet. Es bleibt festzustellen, dass Unternehmen in den nächsten Jahren gezwungen sein werden, sich auf erhöhte Anforderungen der Informationsverarbeitung und -bewältigung einzustellen. Wenn die Entscheidungsunterstützungsfunktion und automatisierte Reaktionen des Systems auf Ereignisse weiterentwickelt werden, wird SCEM für Unternehmen noch interessanter werden. Da RFID das SCEM mit Daten in Echtzeit versorgen kann und somit Voraussetzungen für die Umsetzung der Idee der zeitnahen Reaktion auf ein Ereignis schafft, kann diese Identifikationstechnologie SCEM zum Durchbruch verhelfen.

Kapitel 5, Einsatzpotenziale von RFID im Supply Chain Event Management: Nachdem im zweiten Kapitel die RFID-Technologie und im vierten Kapitel das SCEM ausführlich erörtert wurden, gilt es nun diese beiden Bereiche zu synthetisieren und Einsatzpotenziale von RFID im Rahmen des SCEM zu identifizieren.

Kapitel 5.1, Vorteile der RFID-Integration in das Supply Chain Event Management: Die Schaffung von Visibilität und Transparenz in SC stellt eine essentielle Grundlage für das Management von Events dar. Die spezifischen Vorteile von RFID gegenüber dem Barcode lassen sich in diesem Bereich damit erklären, dass nun nicht nur reine Statusinformationen abgefragt werden können, sondern dass es nun darüber hinaus auch möglich ist detaillierte Informationen einer logistischen Einheit zuzuschreiben. Werden diese Daten auf einem aktiven Transponder hinterlegt, so können die Informationen - entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt - sogar eigen-ständig an einen Entscheidungsträger gesendet werden. Handelt es sich um einen beschreibbaren Transponder, so ergibt sich die Möglichkeit, dass die Attribute der logistischen Einheit situationsspezifisch aktualisiert werden können, was innerhalb einer SC Komplexität reduzieren kann. In derzeit existenten T+T-Systemen werden Statusinformationen zumeist nur an diskreten Stellen in der SC abgefragt. Durch die Anwendung von RFID können diese festen Meilensteine entfernt werden und ein Entscheidungsträger kann in Echtzeit und kontinuierlich Statusinformationen erlangen. Begünstigt wird dies durch moderne Telematiksysteme, welche beispielsweise mit Hilfe der UMTS-Technologie Daten übertragen können. Aufgrund des Defizits der Barcode-Technologie, nicht eine Menge von mehreren Objekten gleichzeitig erfassen zu können, werden meist nur Behälter einem T+T unterzogen, jedoch nicht die in diesen enthaltenen Waren. Durch die Pulkerfassung der RFID-Technik ist demgegenüber eine genaue Abbildung der Bewegungen des Behälters und darüber hinaus dessen Inhalts möglich. Damit kann die operative Steuerung von Behälterkreisläufen enorm verbessert werden. Wie an obigen Beispielen verdeutlicht, kann die RFID-Technologie dazu beitragen die SC besser wahrzunehmen und transparenter zu machen. Die Technik kann darüber hinaus dem Entscheidungsträger Statusinformationen von hoher Aktualität und Datenqualität liefern. Das proaktive Verhalten der auf RFID-Technologie basierenden T+T-Systeme kommt somit dem Anspruch der ereignisorientierten Steuerung des SCEM deutlich näher als das des Barcodes. So ergibt sich für einen Entscheidungsträger unter Verwendung der RFID-Technik im SCEM die Möglichkeit kontinuierlich und bestenfalls in Echtzeit Abweichungen zwischen Ist- und Plan-Werten zu identifizieren und unverzügliche Anpassungsmaßnahmen einzuleiten.

Kapitel 5.2, Voraussetzungen für eine Implementierung von RFID und SCEM: Um Einsatzpotenziale von RFID im SCEM nutzbar zu machen, müssen einige organisatorische Voraussetzungen im Unternehmen und in dessen Umfeld erfüllt werden. Der Implementierung von SCEM-Systemen steht nicht nur die hohe Komplexität in der SC, sondern auch die fehlende Interoperabilität zu anderen Systemen entgegen. Daher muss dafür gesorgt werden, dass ein bestmöglicher Informations- und Datenaustausch zwischen den Unternehmen einer SC gewährleistet wird, denn Informationstransparenz ist eine notwendige Voraussetzung für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen SC-Partnern. Eine informatorische Vernetzung aller Beteiligten stellt den Rückgriff auf gleichartige Informationen sicher und vermindert darüber hinaus Informationsasymmetrien. Leistungsfähige Informationssysteme, welche zentral die Daten von SC-Teilnehmern speichern, können dies leisten. Dabei haben die partizipierenden Unternehmen selbst dafür zu sorgen, dass die eingespeisten Informationen aktuell, im besten Fall Echtzeitdaten sind.

Arbeit zitieren:
Sell, Florian Juli 2008: Analyse des Einsatzpotenzials von RFID im Rahmen des Supply Chain Event Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Radio Frequency Identification, Supply Chain Event Management, RFID, Logistik, SCEM

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