Entwicklung und Prüfung einer Online-Version der multicenter study Person-Belastung-Gesundheit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ralf Zeuge
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 2,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- Bibliografie: ca. 43
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2037-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zeuge, Ralf Mai 2004: Entwicklung und Prüfung einer Online-Version der multicenter study Person-Belastung-Gesundheit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Usability, Benutzerfreundlichkeit, Online-Befragung, Online-Fragebogen, Umfragengestaltung
38,00 €
PDF-eBook Download: 38,00 €
Diplomarbeit von Ralf Zeuge
Einleitung:
Nach einer Pilotstudie des deutschen Statistischen Bundesamtes verfügten im ersten Quartal 2002 43% bzw. 16 Millionen Haushalte in Deutschland über einen Rechner mit Internetzugang. Dies berechtigt zu der Frage, inwiefern dieses Medium aufgrund seines Verbreitungsgrades im Rahmen der Forschung instrumentalisiert werden kann.
Schriftliche und mündliche Befragungen haben in der psychologischen Forschung eine lange Tradition. Durch die informationstechnologische Durchdringung weiter Teile der Gesellschaft (s.o.) treten seit geraumer Zeit auch Varianten dieser Erhebungstechniken in den Fokus empirischer Forschungstätigkeit. Interviews können am Telefon geführt werden und so die herkömmlichen Face-to-face-Erhebungen ergänzen. Befragungen über das Internet erweitern inzwischen die Möglichkeiten klassischer Paper-Pencil-Verfahren. Fragebögen können so entweder via E-Mail an Untersuchungsteilnehmer online gesandt und offline ausgefüllt werden oder gänzlich online als Internetseite dargestellt und bearbeitet werden. Dass Psychologen in der ‘Anwendung von WWW-Befragungen in der Wissenschaft’ nicht nur federführend waren, sondern eine ‚Erweiterung ihres Methodenspektrums’ sahen, darauf weist Theobald hin.
Batinic, Puhle und Moser betonen die Schwierigkeiten bei der ‘erfolgreiche[n] Umsetzung einer WWW-Fragebogenuntersuchung’ , die einerseits methodischer, andererseits technischer Natur sind. Dass die Entwicklung eines internetbasierten Fragebogens eine besondere Herausforderung für Psychologen an der Schnittstelle zwischen Informatik und Sozialforschung sein kann, können wir aus Batinic schlussfolgern:
Vereinfacht ausgedrückt beherrschen in der Regel Informatiker die Programmierung von WWW-Fragebögen, jedoch besitzen sie nur selten die Kenntnisse, die zur Erstellung eines methodisch akzeptablen Fragebogens nötig sind. Hingegen besitzen Sozialforscher durch ihre Ausbildung das methodische Wissen, haben aber häufig nur geringe Kenntnisse über die technische Erstellung einer WWW-Befragung.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 6 |
| 2. | THEORETISCHE EINFÜHRUNG | 8 |
| 2.1 | Besonderheiten von Befragungen im Internet | 8 |
| 2.1.1 | Allgemeine Charakteristika | 9 |
| 2.1.2 | Vorteile von Online-Befragungen | 14 |
| 2.1.3 | Nachteile von Online-Befragungen | 19 |
| 2.2 | Design von Online-Befragungen | 22 |
| 2.2.1 | Aufklärung und Information | 22 |
| 2.2.2 | Kommunikative Spezifika | 23 |
| 2.2.3 | Benutzerführung | 24 |
| 3. | FRAGESTELLUNGEN | 30 |
| 4. | METHODIK | 31 |
| 4.1 | Erhebungsinstrumentarium ‚Person - Belastung – Gesundheit’ | 31 |
| 4.1.1 | Basisverfahren | 31 |
| 4.1.2 | Paper-Pencil-Fragebogen | 33 |
| 4.1.3 | Online-Fragebogen | 34 |
| 4.2 | Voruntersuchung (Pretest) | 41 |
| 4.2.1 | Teilnehmerkreis | 41 |
| 4.2.2 | Erhebungsverfahren | 41 |
| 4.2.3 | Ergebnisse | 42 |
| 4.3 | Hauptuntersuchung | 44 |
| 4.3.1 | Stichprobenrekrutierung | 44 |
| 4.3.2 | Untersuchungsablauf und -dauer | 45 |
| 4.3.3 | Stichprobencharakteristik | 45 |
| 4.4 | Vergleich mit Paper-Pencil-Verfahren | 48 |
| 4.5 | Auswertungsmethoden | 51 |
| 5. | ERGEBNISSE | 53 |
| 5.1 | Allgemein | 53 |
| 5.1.1 | Rücklaufquote | 53 |
| 5.1.2 | Rücklaufcharakteristik | 54 |
| 5.2 | Methodenspezifische Resultate | 55 |
| 5.2.1 | Abbruchverhalten | 55 |
| 5.2.2 | Bearbeitungszeit und -dauer | 56 |
| 5.2.3 | Quelle des Aufrufs der WWW-Befragung | 59 |
| 5.2.4 | Datenqualität | 59 |
| 5.3 | Online-Erhebung | 62 |
| 5.3.1 | Allgemeine Ergebnisdarstellung | 63 |
| 5.3.2 | Kontextuelle Betrachtung von Anforderungscharakteristika und Stressbelastetheit | 63 |
| 5.4 | Vergleich von On- und Offline-Erhebungen | 67 |
| 6. | DISKUSSION | 72 |
| 7. | AUSBLICK | 76 |
| 8. | LITERATURVERZEICHNIS | 77 |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Voruntersuchung (Pretest):
Der entwickelte Online-Fragebogen sollte vor seinem Einsatz getestet werden, um Schwächen und Fehler aufzudecken. Hierzu eignen sich insbesondere an der Entwicklung nicht beteiligte Probanden, deren Daten nicht in den Datensatz der Hauptuntersuchung einfließen. Schonlau et al. erachten darüber hinaus die Überprüfung einer Online-Adaptation nicht nur im Hinblick auf die Schnelligkeit des Webseitenaufbaus mit verschiedenen Übertragungsgeschwindigkeiten, sondern auch bzgl. einer vergleichbaren Darstellung mit verschiedenen Browsertypen und -versionen sowie unter unterschiedlicher Konfiguration der Hardware als notwendig.
Teilnehmerkreis:
Bei den Teilnehmern der Voruntersuchung handelte es sich um 12 Psychologiestudenten, die sich freiwillig aufgrund eines Aufrufs am schwarzen Brett der Institute für Psychologie der Universität Leipzig zur Verfügung gestellt hatten. Auf die Erhebung personenbezogener Daten wurde aufgrund mangelnder Relevanz für den Pretest verzichtet. Die im Rahmen der Voruntersuchung gemachten (soziodemographischen) Angaben dienten nur der Aufgabenstellung, die hiermit verknüpft war. Eine authentische Bearbeitung des Fragebogens Person – Belastung – Gesundheit war nicht gefordert.
Erhebungsverfahren:
Die Probanden wurden aufgefordert, den Online-Fragebogen insgesamt zweimal auszufüllen.
Der erste Durchgang sollte das Antwortverhalten eines Untersuchungsteilnehmers der Hauptuntersuchung simulieren und der Eindrucksbildung dienen. Darüber hinaus wurde die durchschnittliche Bearbeitungszeit ermittelt. Hierbei sollte die registrierte Bearbeitungsdauer in einem Zeitrahmen von acht bis zwölf Minuten liegen.
Im zweiten Durchgang sollten die im Online-Fragebogen abgegebenen Antworten auf einer hierfür angefertigten Paper-Pencil-Version der Online-Version (vgl. Anhang B) protokolliert werden. Hierbei sollten Erkenntnisse gewonnen werden hinsichtlich der technischen Funktionalität der Online-Version. Abschließend wurden die Probanden gebeten, einen kurzen Pretest-Fragebogen (vgl. Anhang B, S. 3) zu beantworten. Dieser sollte zum einen die Empfindungen der Probanden bei der Beantwortung des Online-Fragebogens, auf einige Parameter begrenzt, wiedergeben. Zum anderen wurden die technischen Umgebungsvariablen (z.B. eingesetzte Bildschirmgröße, Browserversion etc.) abgefragt. Außerdem sollte geklärt werden, ob die Probanden für die Beantwortung der Online-Version explizite Instruktionen wünschten.
Ergebnisse:
An der Untersuchung der Online-Version im Rahmen des Pretests nahmen insgesamt 12 Probanden teil. Der Datenabgleich zwischen protokollierten und tatsächlich abgespeicherten Daten lies den Schluss einer korrekten Datenspeicherung zu. Andere Hinweise auf Mängel im Ablauf gab es nicht. Die technische Funktionalität war somit gewährleistet. Den Pretest-Fragebogen hatten 11 der 12 Teilnehmer ausgefüllt. Ebenso folgten 11 der Teilnehmer instruktionsgemäß der Aufforderung, den Online-Fragebogen zweimal auszufüllen. Berücksichtigt man alle Durchgänge, so belief sich der Zeitaufwand für die Bearbeitung des Fragebogens im Mittel auf 9.7 Minuten.
Insgesamt betrachtet rief der Online-Fragebogen bei den Testteilnehmern offenbar keinerlei unangenehme Empfindungen hervor. Es überwogen deutlich neutrale bis eher angenehme Gefühle. Dies betraf auch die Empfindungen bzgl. der Länge des Fragebogens. Die Benutzerführung wurde darüber hinaus eher angenehm bis deutlich angenehm empfunden. Auch die gewählte Schriftgröße (vorgegeben: 14 Pkt., leichte browserspezifische Abweichungen jedoch möglich) wurde als angemessen betrachtet. Instruktionen bzw. Ausfüllhinweise wurden von den Teilnehmern nicht vermisst – zehn Probanden äußerten sich entsprechend. Eine Testperson hatte Verständnisprobleme, die weniger den Online-Fragebogen als vielmehr das Prozedere und den Ablauf des Pretests betrafen. – Im Ergebnis ließ sich dementsprechend eine gute Akzeptanz der nachfolgenden Online-Erhebung erwarten.
Gefragt wurden die Probanden noch nach ihren HTML-Kenntnissen und danach, ob sie bereits eigene Erfahrungen bzgl. der Erstellung von Webseiten sammeln konnten. Sieben Teilnehmer antworteten diesbezüglich negativ, vier Probanden bejahten entsprechende Kenntnisse. Die Angaben dienten der Einordnung und Berücksichtigung eventuell geäußerter Meinung/Kritik, wovon fünf Probanden Gebrauch gemacht hatten: Die Rückmeldungen waren meist positiv. So wurden die Übersichtlichkeit, die gute Orientierungsmöglichkeit, die schnelle Bearbeitungsmöglichkeit und die grafische/farbliche Gestaltung hervorgehoben. Die Anzeige des individuellen Bearbeitungsstandes nicht nur als Textinformation, sondern auch in Form eines sich von Item zu Item vervollständigenden Puzzles wurde als auflockernd und gut auskunftgebend betrachtet.
Negative Äußerungen bezogen sich v.a. auf Itemspezifika: Manche Fragen wurden als Doppelfrage interpretiert (z.B. Frage 30) oder als schlecht formuliert aufgefasst (z.B. Fragen 6, 10, 20 und 25). – Ein Proband berichtete davon, dass die Mitteilung des Bearbeitungsstandes in Form des Puzzles bei ihm ein Gefühl von Ungeduld erzeugt habe. Außerdem empfand er die prozentuale Rückmeldung als ‚vielleicht zu dominant’.
Die Abfrage der technischen Parameter machte deutlich, dass der Einsatz der Testversion der Onlinebefragung unter Berücksichtigung unterschiedlichster technischer Begebenheiten möglich war. Offenbar war eine erfolgreiche Teilnahme trotz unterschiedlich schneller Internetzugänge möglich. Der Fragebogen ließ sich darüber hinaus auch bei verschiedenen Bildschirmdiagonalen und Bildschirmauflösungen gut darstellen und bearbeiten. Ein erfolgreicher Einsatz im Rahmen der Hauptuntersuchung schien entsprechend möglich.
Hauptuntersuchung:
Nachdem in den vorigen Abschnitten dargestellt wurde, wie der Online-Fragebogen entwickelt und vor seinem Einsatz getestet wurde, widmet sich dieser Abschnitt der Vorstellung der Hauptuntersuchung.
Stichprobenrekrutierung:
Der Online-Fragebogen wurde auf verschiedene Weise beworben. Abgesehen von einer Eintragung in diverse Suchmaschinen (z.B. Altavista) wurde insbesondere die Eintragung in Mailinglisten angestrebt, die regelmäßig internetbasierte Untersuchungen veröffentlichen, da hier mit einem regelmäßigen Teilnahmeaufruf zu rechnen war. Außerdem wurde die Befragung in Online-Portalen, die sich explizit mit Online-Forschung beschäftigen, publiziert. Schließlich wurde in Newsgroups bzw. Foren auf die Umfrage verwiesen sowie ein Banner auf der Homepage des psychologischen Instituts geschaltet.
Annähernd 34% der Interessenten riefen den Online-Fragebogen direkt über seine Adresse auf. Woher die Internet-Nutzer Kenntnis von der direkten Zugriffsadresse erlangten, lässt sich nicht rekonstruieren. Denkbar wäre beispielsweise die Verbreitung im Sinne einer Mund-zu-Mund-Propaganda. Mehr als 45% der Interessenten folgten einem Link aus einer Mailingliste, 12% ließen sich über entsprechende Portalseiten rekrutieren. Über die verbleibenden Publikationsformen ließen sich 9% erreichen.
Im Übrigen soll darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen einer explorativen Studie die Art und Weise, wie die Untersuchungsteilnehmer ausgewählt wurden, eher unerheblich ist.
38,00 €
PDF-eBook Download: 38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836620376
Arbeit zitieren:
Zeuge, Ralf Mai 2004: Entwicklung und Prüfung einer Online-Version der multicenter study Person-Belastung-Gesundheit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Usability, Benutzerfreundlichkeit, Online-Befragung, Online-Fragebogen, Umfragengestaltung




