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Berufsbild des Controllers

Eine empirische Untersuchung zur Entwicklung des Controllings im Spiegel von Stellenanzeigen 2003 bis 2007

Berufsbild des Controllers
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Eugen Fenzlein
  • Abgabedatum: Mai 2008
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kaiserslautern Deutschland
  • Bibliografie: ca. 84
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1766-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fenzlein, Eugen Mai 2008: Berufsbild des Controllers, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Controlling, Berufsbild, Stellenanzeige, Controller, Untersuchung

Diplomarbeit von Eugen Fenzlein

Problemstellung:

Der Stellenwert des Controllings ist in der Unternehmenspraxis in den letzten Jahren enorm gewachsen. „Controlling ist eine vergleichsweise junge Teildisziplin der Betriebswirtschaftslehre, die sich mittlerweile in der Praxis und Wissenschaft etabliert hat.“ Controller gehören mittlerweile zu den am stärksten gesuchten Spezialisten. So gab ein Drittel der deutschen Personal- und Finanzmanager an, dass die Finanzabteilungen ihres Unternehmens dringend weitere Controller benötigen. Dennoch ist unser Wissen über die Entwicklung des Controllings in vielen Teilen noch sehr unscharf. „Dies erscheint bedauerlich, da ein besseres Verständnis der eigenen Geschichte dabei hilft, die aktuelle Situation und die zukünftige Entwicklung der Disziplin besser einzuschätzen“.

Das Controlling gehört heutzutage unter den kaufmännischen Bereichen eines Unternehmens zu den Expansivsten. So finden sich heute in vielen verschiedenen Zeitungen gerade für Controller zahlreiche Stellenangebote aus vielen unter-schiedlichen Branchen. Jedoch haben auch viele wachstumsstarke Branchen mit der Frage zu kämpfen, welchen Inhalt sie eigentlich haben. Durch Aufnahme neuer Aspekte in das Programm ändern sich die Inhalte der Stellenangebote.

Symptomatisch ist die immer noch anzutreffende Verwechslung des Controllings mit Bereichen wie beispielsweise Kostenrechnung oder gar Buchhaltung. Weder die Unternehmenspraxis noch Lehre und Wissenschaft haben es bis zum heutigen Zeitpunkt fertig gebracht, für ein eindeutiges Profil des Controllings zu sorgen. Viele Studierende und Bewerber stehen heute gewissermaßen vor der Frage, was von ihnen im Controlling verlangt wird.

Zum allgemeinen Bild des Controllers existieren bereits heute zahlreiche Untersuchungen, in denen anhand von Stellenanzeigen das Berufsbild des Controllers aufgeschlüsselt wird. Jedoch sind diese vorliegenden Untersuchungen insofern eingeschränkt, als dass die Auswertungen nach sehr allgemeinen statistischen Methoden erfolgen. In der Regel beschränken sie sich auf allgemeine Häufigkeitsverteilungen und die Ermittlung von Durchschnittswerten.

Was kann jedoch mit einer solchen Untersuchung des Berufsbildes des Controllers erreicht werden?

Als erstes soll dadurch zu einer Standortbestimmung des Controllers beigetragen werden. Zweitens sollen die Ergebnisse den inserierenden Unternehmen einige Anregungen vermitteln, beispielsweise in der Form von folgenden Überlegungen:

- entsprechen das Tätigkeitsfeld und die genannten Anforderungen des inserierenden Unternehmens den gegenwärtigen Anforderungen?

- sind die gewählten Formulierungen der Stellenanzeigen so präzise, dass sich die Bewerber ein exaktes Bild der Anforderungen machen können?

- Entsprechen die genannten Anforderungen der Entwicklung des üblichen Bewerbers (Berufsausbildung, Studium, Praxis) oder werden dadurch geeignete Kräfte ausgeschlossen?

Drittens ergeben sich jedoch auch für den Bewerber beziehungsweise für den Studenten Hinweise:

- Welche Vorstellungen existieren bei den Unternehmen eigentlich vom Controlling?

- Welche Fächerkombinationen sind für einen Controller sinnvoll, und welche Zusatzausbildung oder welche Schulungsmaßnahmen sollten noch gewählt werden?

Möchte man heute eine exakte und verlässliche Aussage über die Controllingentwicklung treffen, darf man deshalb Stellenanzeigen mit potentiell enger Affinität zu Controllerstellen in der Untersuchung nicht vernachlässigen.

Demnach ist das Ziel dieser Arbeit, zum Verständnis der Entwicklung des Controllings als betriebswirtschaftliche Teildisziplin beizutragen.

Weiterhin sollen die wahrgenommenen Aufgaben vom Controller und die an ihn gestellten Anforderungsprofile auf der Grundlage neuerer Daten erhoben werden, um somit ein aktuelles Bild der Lage zu zeichnen und Veränderungen im Zeitablauf bestimmen zu können. Beim Vergleich mit älteren Arbeiten muss jedoch immer berücksichtigt werden, dass diese möglicherweise zu dieser Arbeit nicht deckungsgleiche Typisierung der Aufgabengebiete und Anforderungsprofile vorgenommen haben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 5
Tabellenverzeichnis 6
1. Einleitung 8
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 8
1.2 Aufbau der Arbeit und Methodik 11
2. Entwicklung und Definitionen des Berufsbildes Controller 16
2.1 Geschichtliche Entwicklung des Controllings 16
2.2 Begriffsabgrenzungen 18
2.2.1 Controlling 18
2.2.2 Controller 20
2.2.3 Controllership 22
3. Allgemeine Analyse der Aufgabengebiete des Controllers 24
3.1 Typisierung der Aufgabengebiete des Controllers 27
3.1.1 Steuerungs- und Führungsaufgaben 28
3.1.2 Koordination 29
3.1.3 Beratung, Betreuung und Unterstützung 30
3.1.4 Informationsversorgung 32
3.1.5 Kontrolle und Überwachung 33
3.1.6 Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung 35
3.1.7 Kostenrechnung 35
3.1.8 Kennzahlen- und Berichtsanalyse 37
3.1.9 Budgetierung, Forecasting und Planung 38
3.1.10 Externes Rechnungswesen 40
3.1.11 Projektarbeit 42
3.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse 44
3.2.1 Mittelwertanalyse der Aufgabengebiete des Controllers 44
3.2.2 Zeitverlaufsanalyse der Aufgabengebiete des Controllers 45
4. Allgemeine Analyse des fachlichen und persönlichen Anforderungsprofils des Controllers 47
4.1 Typisierung des fachlichen Anforderungsprofils des Controllers 48
4.1.1 Berufsausbildung 50
4.1.2 Berufserfahrung 50
4.1.3 Geforderte Kenntnisse 51
4.2 Typisierung des persönlichen Anforderungsprofils des Controllers 52
4.2.1 Soziale Kompetenzen 53
4.2.2 Problemlösungskompetenzen 53
4.2.3 Individuelle Eigenschaften 54
4.3 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse 55
4.3.1 Mittelwertanalysen des fachlichen Anforderungsprofils des Controllers 55
4.3.2 Mittelwertanalysen des persönlichen Anforderungsprofils des Controllers 64
4.3.3 Zeitverlaufsanalyse des fachlichen Anforderungsprofils des Controllers 68
4.3.4 Zeitverlaufsanalyse des persönlichen Anforderungsprofils des Controllers 69
5. Fach-, branchen- und unternehmensspezifische Analysen der Stellenanzeigen 70
5.1 Anzeigenhäufigkeit nach gesuchten Fachgebieten 70
5.2 Anzeigenhäufigkeit nach gesuchten Branchen 72
5.3 Unternehmensspezifische Auswertungen 74
6. Weitere statistische Trendanalysen der Stellenanzeigen 78
6.1 Datenverwaltung 78
6.2 Korrelationsanalyse der Aufgabengebiete und Anforderungsprofile des Controllers 79
6.3 Auswertung und Interpretation der Korrelationsanalyse 84
6.4 Faktorenanalyse der Aufgabengebiete und Anforderungsprofile des Controllers 87
6.5 Auswertung und Interpretation der Faktorenanalyse 89
7. Schlussbetrachtung 101
7.1 Fazit 101
7.2 Erstellung eines Idealprofils 103
7.3 Empfehlungen und Ausblick 104
Literaturverzeichnis 106
Anhang 113
Eidesstattliche Versicherung 158

Textprobe:

Kapitel 6.3, Auswertung und Interpretation der Korrelationsanalyse :

Stark positive Korrelationskoeffizienten, die darauf hindeuten würden - dass ein bestimmtes Aufgabengebiet immer dann auch mit einem anderen Aufgabengebiet in den Stellenanzeigen gestellt wird -sind nicht zu ersehen. Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung fällt leicht verstärkt in den Stellenanzeigen zusammen mit Kostenrechnung. Insgesamt sind die Korrelationen der Aufgabengebiete zueinander sehr gering. Der größte errechnete Korrelationskoeffizient bei den Aufgabengebieten untereinander war 0,207.

Der höchste errechnete Wert ergab sich bei dem Aufgabengebiet Kostenrechnung gegen das fachliche Anforderungsprofil Fremdsprachenkenntnisse bei 0,122. Eine sinnvolle Erklärung, warum gerade diese beiden Merkmale korreliert sein sollen, ist nicht ersichtlich. Hätte man doch viel mehr erwartet, dass beispielsweise Aufgabengebiet Kontrolle/Überwachung stark mit den fachlichen Anforderungen mit dem Ausbildungsschwerpunkt Controlling korreliert. Es stellt sich hierbei die Frage, ob der Verfasser der jeweiligen Stellenanzeige sich ausreichend Gedanken bei der Formulierung der Stellenanzeigen bezüglich gestellter Aufgabengebiete und der dazu passenden fachlichen Anforderungen gemacht hat.

Ähnlich sieht es bei der Analyse der Aufgabengebiete gegen persönliche Anforderungen des Controllers sowie der persönlichen Anforderungen gegen die fachlichen Anforderungen des Controllers aus. Auch hier sind keine errechneten Korrelationen kaum vorhanden und kaum interpretierbar.

Tabelle 42 gibt die Korrelationskoeffizienten der fachlichen Anforderungen des Controllers zueinander wieder, wobei hier wieder interpretierbarere Ergebnisse insbesondere bei den Ausbildungsschwerpunkten sowie bei den EDV-Kenntnissen vorliegen.

Bei den Ausbildungsschwerpunkten Controlling und Rechnungswesen betrug der Korrelationskoeffizient 0,463 (der höchste errechnete Wert bei der Korrelationsanalyse insgesamt). Somit wurde der Ausbildungsschwerpunkt Controlling verstärkt mit dem Ausbildungsschwerpunkt Rechnungswesen beziehungsweise der Ausbildungsschwerpunkt Controlling mit dem Ausbildungsschwerpunkt Finanzen (Wert des Korrelationskoeffizienten 0,323) gefordert. Daraus ergibt ich die optimale Studienausrichtung Controlling in Verbindung mit Rechnungswesen und Finanzen.

Bei den geforderten EDV-Kenntnissen ergab sich eine starke Korrelation bei MS-Office und SAP mit einem Wert von 0,330. Dies resultiert vermutlich aus Phrasenverwendung bei der Formulierung der Stellenanzeigen. Der entsprechende Satz („Sie verfügen über Fähigkeiten MS-Office als auch SAP“, „Sie besitzen gute Kenntnisse im Umgang mit SAP und MS-Office“, „Sie bringen sehr gute Anwenderkenntnisse in SAP und MS-Office mit“) wurde oft so genannt und führt zur leichzeitigen Bejahung der fachlichen Anforderungen MS-Office und SAP, was bei der Berechnung der Korrelation fast automatisch zu einem positiven Wert zwischen diesen beiden Merkmalen führt.

Tabelle 43 gibt die Korrelationskoeffizienten der persönlichen Anforderungen des Controllers zueinander wieder. Hier sieht man sehr viele signifikante jedoch nur leichte Korrelationen. Der höchste errechnete Wert ist hier selbstbewusstes Auftreten in Verbindung mit Führungs- und Motivationsfähigkeiten von 0,323.

Insgesamt ergab die Korrelationsanalyse bei der Gegenüberstellung der Aufgabengebiete und Anforderungsprofilen über Kreuz (Anhang 27, 28, 29) wenig Aussagekraft. Die These, dass ein bestimmtes Aufgabengebiet zwingend mit entsprechenden dazugehörigen fachlichen (oder persönlichen) Anforderungsprofilen zusammenfällt, konnte nicht bestätigt werden.

Anders sieht es bei der Analyse der Aufgabengebiete zueinander, der fachlichen Anforderungen zueinander und der persönlichen Anforderungen des Controllers zueinander aus. Hier errechneten sich doch zahlreiche signifikante in der Regel schwach positive Korrelationskoeffizienten, was die Ermittlung gewisser Profile ermöglicht wie zum Beispiel die Zusammenlegung der Ausbildungsschwerpunkte Controlling mit den Ausbildungsschwerpunkten Finanzen und Rechnungswesen.

Kritisch hierbei muss man allerdings betrachten, dass diese verstärkt auftretenden signifikanten und leicht positiven Korrelationen aus „Phrasenverwendung“ des Verfassers der Stellenanzeigen resultieren können (zum Beispiel: „Bei ihrer eigenverantwortlichen Arbeit zeigen Sie unternehmerisches Denken, Ergebnisorientierung und Flexibilität. „Sie sind belastbar, kommunikationsstark und besitzen hohe soziale Kompetenz“).

Weiterhin resultieren sie teilweise auch aus der Zuordnung im Rahmen dieser Analyse. So führte die Verwendung des Wortes Projektarbeit zur Bejahung des Aufgabengebietes „Projektarbeit“, die Verwendung des Wortes „Planung“ die Bejahung des Aufgabengebietes Budgetierung/Forecasting/Planung; die Verwendung des Wortes „Projektplanung“ führte dann automatisch zur Bejahung beider Aufgabengebiete.

Faktorenanalyse der Aufgabengebiete und Anforderungsprofile des Controllers:

Die Faktorenanalyse ist ein Verfahren, das eine größere Anzahl von Variablen anhand der vorgegebenen Fälle auf eine kleinere Anzahl unabhängiger Einflussgrößen, so genannte Faktoren, zurückführt. Dabei werden diejenigen Variablen, die untereinander stark korrelieren, zu einem Faktor zusammengefasst. Variablen aus verschiedenen Faktoren korrelieren gering untereinander. Ziel der Faktorenanalyse ist somit, solche Faktoren zu ermitteln, welche die beobachteten Zusammenhänge zwischen den gegebenen Variablen möglichst vollständig erklären.

Einmal wurde die Faktorenanalyse für die Aufgabengebiete, fachliche und persönliche Anforderungen des Controllers jeweils getrennt und einmal über sämtliche Merkmale (ohne Trennung zwischen Aufgabengebieten und Anforderungsprofilen) durchgeführt.

Die Grundlage der Berechnungen ist die Korrelationsmatrix zwischen den Variablen. Im ersten Schritt der Faktorenanalyse wurden aus den Korrelationen die Eigenwerte in absteigender Form sortiert, worauf so viele Faktoren „extrahiert“ wurden, wie Eigenwerte mit einem Wert größer als „1“ vorliegen (zur vollständigen Übersicht der Bestimmung der Eigenwerte von den Aufgabengebieten, Anforderungsprofilen und sämtlichen Merkmalen des Controllers. Hieraus wurden die entsprechenden Faktoren mit den höchsten Eigenwertenbestimmt.

Die zu diesen Eigenwerten gehörenden Eigenvektoren bilden die Faktoren. Die Elemente solcher Eigenvektoren nennt man Faktorladungen. Die Faktorladungen sind als Korrelationskoeffizienten zwischen den betreffenden Variablen und den Faktoren zu verstehen. Ferner wurde die Faktorenanalyse hier so vorgenommen, dass unter jeden Faktor mindestens immer mindestens zwei Variablen fallen.

Als nächster Schritt wurde die wichtigste Aufgabe der Faktorenanalyse durchgeführt und zwar die Zuordnung der Variablen zu den Faktoren. Dazu wurde in jeder Zeile (also für jede Variable) in der rotierten Faktormatrix diejenige Faktorladung markiert, die den größten Wert (also die stärkste positive Korrelation) aufweist. Diese Ergebnisse der rotierten Faktorenmatrix werden nun in der darauf folgenden Tabellen 8, 10, 12, 14 aufgezeigt und die anschließenden subjektiven Benennungen der Faktoren in den Tabellen 9, 11, 13, 15 vorgenommen.

Arbeit zitieren:
Fenzlein, Eugen Mai 2008: Berufsbild des Controllers, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Controlling, Berufsbild, Stellenanzeige, Controller, Untersuchung

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