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Der barrierefreie Naturerlebnispfad

Eine Studie am Beispiel des ehemaligen Campingplatzes "Zur Wackenmühle" in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg

Der barrierefreie Naturerlebnispfad
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexandra Feilen
  • Abgabedatum: September 2006
  • Umfang: 164 Seiten
  • Dateigröße: 13,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Trier Deutschland
  • Bibliografie: ca. 60
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1739-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Feilen, Alexandra September 2006: Der barrierefreie Naturerlebnispfad, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Barrierefreiheit, Naherholung, Ökokonto, Umwelt, Tourismus

Diplomarbeit von Alexandra Feilen

Einleitung:

Im Zuge einer Ökokontomaßnahme werden der ehemalige Campingplatz "Zur Wackenmühle" sowie ein Wochenendgrundstück am nahegelegenen Kretschberg in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg renaturiert.

Aufgabe dieser Diplomarbeit ist es, ein touristisches Nutzungskonzept für die wieder naturnah gestalteten Flächen auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes zu entwerfen. Hierbei ist vor allem auch auf Konflikte zwischen Nutzung der Flächen und Naturschutz zu achten.

Das Projektgebiet „Zur Wackenmühle“ liegt direkt an der Nied und befindet sich im südwestlichen Teil des Naturparks Saar-Hunsrück im Saarland. Eine interaktive Projektskizze befindet sich im Anhang.

Die Nied ist ein kleiner Mäandertalfluss im deutsch-französischen Grenzbereich. Sie ist im Gewässertypenatlas des Saarlandes als Referenzgewässer aufgeführt und zählt zu den saubersten Flüssen in ganz Deutschland. Sie erfüllt somit auch die Qualität eines Angelgewässers und gehört neben Prims, Blies und Saar zu den fischreichsten Gewässern des Saarlandes. Sie mündet als zweitgrößter Zufluss bei Fremersdorf in die Saar. Das gesamte Einzugsgebiet der Nied beträgt rund 1388 km2.

Durch die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist es notwendig geworden, die Nied als Gewässer stärker zu schützen.

Da die Nied aber gleichzeitig ein Vorranggebiet für den Erholungsnutzen im Naturpark Saar-Hunsrück darstellt, muss ein Konzept entworfen werden, das sowohl den Belangen des Naturschutzes als auch den Belangen der Erholungsnutzung gerecht wird.

Gang der Untersuchung:

Im einführenden Teil der Arbeit (Kapitel 2 bis 5) wird in Kapitel 2 auf Naturparks eingegangen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Geschichte und Entstehung des Naturparks Saar-Hunsrück gerichtet ist.

Kapitel 3 widmet sich der Eingriffsregelung, der Refinanzierung durch das Ökokonto sowie dem Konzept NATURA 2000, da der ehemalige Campingplatz „Zur Wackenmühle“ als Teil des FFH-Gebietes Nr. 14 „Nied“ in das europäische Netz NATURA 2000 integriert werden soll.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit den Grundlagen der Renaturierung von Fließgewässern und in Kapitel 5 wird auf Freizeit, Tourismus und Naherholung speziell an der Nied eingegangen.

Kapitel 6 befasst sich mit der Besucherlenkung. Darunter ist das aktive Beeinflussen des Besucherverhaltens zu verstehen, um im Interesse des Naturschutzes Besucher aus besonders sensiblen Naturräumen fernzuhalten und dabei gleichzeitig dem Besucher ein qualitativ hochwertiges Erholungserlebnis zu garantieren.

Angesichts der immer stärkeren Zersiedlung der Landschaft durch den Menschen ist es gerade im dicht besiedelten Deutschland von besonderer Bedeutung, die Schutzgebiete besonders vor menschlichen Eingriffen zu schützen. Dies ist mit Einsatz eines Besucherlenkungssystems möglich, da ein gut funktionierendes Besucherlenkungssystem das Ziel hat, die Natur zu erhalten sowie die Ansprüche der Besucher zu berücksichtigen. Dieser Aspekt ist von besonderer Bedeutung, denn die Besucher eines Naturparks sollten neben einer qualitativ hochwertigen Erholung den Wert der Natur durch den Kontakt mit ihr erfahren. Denn nur indem der Besucher die Natur unmittelbar kennen und schätzen lernt, wird er bereit sein sie zu schützen.

Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde ein Besucherlenkungskonzept in Form eines Naturerlebnispfades entworfen, welches unter Punkt 6.5 zu finden ist.

Da in der unmittelbaren Umgebung der Wackenmühle weitere Lehrpfade und Naherholungseinrichtungen, wie u. a. ein Kalklehrpfad (auf dem Gelände eines nahe zur Wackenmühle gelegenen stillgelegten Kalksteinbruchs), eine Kletterwand und ein geologischer Lehrpfad geplant sind, soll der Niedlehrpfad in das touristische Gesamtkonzept der Gemeinde Rehlingen-Siersburg eingebunden werden.

Ein besonderes Augenmerk bei der Planung des Erlebnispfades wurde auf die Barrierefreiheit gelegt, d. h. der Pfad soll vor allem eine behinderten- und kindgerechte Wegeführung und Benutzbarkeit aufweisen. Im Anhang befinden sich hierzu weitere Erläuterungen insbesondere zum Bau barrierefreier Lehrpfade.

In Kapitel 7 wird der Untersuchungsraum kurz vorgestellt. Hierbei wird auf den ehemaligen Campingplatz „Zur Wackenmühle“, die Nied und die Wackenmühle eingegangen.

Abschließend werden in Kapitel 8 die Ergebnisse der Auswertung einer Besucherumfrage vorgestellt. Die Umfrage fand im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit statt und wurde im Sommer 2005 durchgeführt. Hierfür wurde eigens ein 14 Fragen umfassender Fragebogen entworfen, der im Anhang der Arbeit zu finden ist.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Der Naturpark Saar-Hunsrück 3
2.1 Gesetzliche Grundlagen 3
2.2 Geschichte der Naturparks 5
2.3 Entstehung und Entwicklung des Naturparks Saar-Hunsrück 5
2.4 Naturräumliche Gliederung des Naturparks Saar-Hunsrück 8
2.5 Kulturhistorische Entwicklung des Naturparks Saar-Hunsrück 9
2.6 Maßnahmen im saarländischen Teilbereich des Naturparks Saar-Hunsrück und Landespflege- und Entwicklungsplan Saarland 11
2.7 Landespolitische Stellungnahmen und Schwierigkeiten bei der Handhabung europäischer Fördermittel 13
3. Eingriffs-Ausgleichs-Regelung, gemeindliches Ökokonto und NATURA 2000 15
3.1 Eingriffs-Ausgleichs-Regelung 15
3.2 Das gemeindliche Ökokonto des Saarlandes 17
3.3 Die Ökokonto-Regelung und ihre Anwendung in der Bauleitplanung 21
3.4 Maßnahmen des Ökokontos in Bezug auf die Nied 22
3.5 FFH-Verträglichkeitsprüfung und NATURA 2000 25
3.5.1 Grundlagen 25
3.5.2 Natura 2000 25
4. Renaturierung von Fließgewässern 28
4.1 Grundlagen 28
4.2 Gegenstand und Ziele der Bachrenaturierung 29
4.3 Wiederherstellung des natürlichen Entwicklungsvermögens 33
4.4 Konkrete Maßnahmen im Projektgebiet 38
5. Freizeit – Naherholung – Tourismus 39
5.1 Definition Freizeit – Naherholung – Tourismus 40
5.2 Freizeit und Tourismus im Wandel der Zeit 41
5.3 EU-Charta für nachhaltigen Tourismus 46
5.4 Freizeit und Tourismus an Fließgewässern 47
5.5 Formen des Tourismus an der Wackenmühle 49
5.5.1 Camping, Zelten und Lagern 49
5.5.2 Angeln 50
5.5.3 Kanusport 50
5.5.4 Schwimmen und Baden 51
5.5.5 Wandern, Radfahren und Spazierengehen 52
6. Besucherlenkung auf dem ehemaligen Gebiet des Campingplatzes „Zur Wackenmühle“ 53
6.1 Grundlagen 53
6.2 Lehrpfade, Naturerlebnispfade und deren historische Entwicklung 56
6.3 Naturerlebnispfade und ihre Funktion als Medium für die Umweltbildung.60
6.4 Behindertengerechte Konzipierung des Lehrpfades 63
6.5 Konzeption des (Nied-) Erlebnispfades an der Wackenmühle in Hemmersdorf 67
6.5.1 Einige Worte vorweg 67
6.5.2 Konkrete Planung 69
6.5.3 Gestaltung des Niedlehrpfades – Vorschläge 72
7. Vorstellung des Untersuchungsraumes 76
7.1 Der Campingplatz „Zur Wackenmühle“ 76
7.2 Die Nied 79
7.3 Die Wackenmühl 79
8. Besucherbefragung an der Wackenmühle 84
8.1 Der Fragebogen 84
8.1.1 Entwurf und Aufbau 84
8.1.2 Der Pretest 85
8.1.3 Die Umfrage 85
8.2 Vorbereitung für die Auswertung 86
8.2.1 Fragebogenkodierung 86
8.2.2 Erstellung der Datenmaske und Dateneingabe 86
8.3 Die Auswertung 87
9. Fazit 103
Literaturverzeichnis 104
Anhang 111

Textprobe:

Kapitel 7.2, Die Nied:

Die Nied wird im Gewässertypenatlas des Saarlandes von KINSINGER und LÖFFLER als ein kleiner Mäandertalfluss bezeichnet, der regelmäßig die Talflanken wechselnd von Prallhang zu Prallhang fließt. Mäandertalgewässer, wie die Nied, weisen eine Mindestbreite von 5 m bei Mittelwasserabfluss auf, wobei sie in der Regel jedoch deutlich breiter (> 10 m) sind und bereits als Flüsse bezeichnet werden. Die Nied befindet sich im deutsch-französischen Grenzbereich. Die deutsche Nied (Nied allemande) entspringt bei Genviller/Marienthal (Lothringen) und die französische Nied (Nied française) entspringt bei Marthille (Lothringen). Nach ca. 50 km vereinen sich die beiden Flüsse zur Nied réunie in Condé-Northen (GREIN 2003). Sie mündet als zweitgrößter Zufluss bei Fremersdorf in die Saar. Das gesamte Einzugsgebiet der Nied beträgt rund 1388 km2 (GREIN 2003). Die Nied zählt zu den saubersten Flüssen in ganz Deutschland und erfüllt somit auch die Qualität eines Angelgewässers [22]. Sie gehört neben Prims, Blies und Saar zu den fischreichsten Gewässern des Saarlandes.

Kapitel 7.3, Die Wackenmühle:

„Das Wandern ist des Müllers Lust“, diese Eigenart wurde den Müllern angedichtet, da sie ihr Domizil immer wieder verließen, um ihr Glück an einem anderen Ort zu suchen. Dies beruht zu einem großen Teil auf Wahrheit, findet seine Ursache aber nicht in der Lust, sondern war eine bittere Notwendigkeit, da nicht alle Söhne eines Müllers an der Heimatmühle bleiben konnten und sich an anderen Mühlen Arbeit suchen mussten. Die Wackenmühle wurde erstmals im Jahre 1563 erwähnt, als sie sich noch im Besitz der Grafen von Sayn befand. Im Jahre 1563 wurde die Mühle dem Untertanen Adam von Flastroff auf neun Jahre gegen 4 Taler jährlich von Graf Sebastian, Herr zu Homburg-Munkler und Meinsberg, verpachtet. 1570 gingen die Mühle und die übrigen Saynischen Güter durch Verkauf an die Familie von Bockenheim von Siersberg über. Johann von Bockenheim, Gouverneur von Wallerfangen und Burghauptmann von Siersberg, kaufte am 27. Juni 1570 die Siersburg und Teile von Kerprich-Hemmersdorf und Itzbach.

Am 15. März 1631 erhielt sein Sohn Ladwein von Bockenheim durch Verfügung des Herzogs Karl von Lothringen die Hälfte des Zehnten von den Einwohnern Rehlingens, Bürens, Siersdorfs, Itzbachs, Hymmersdorfs, Guisingens und Rammelfangens sowie der am Fuße des Siersbergs gelegenen Heßmühle und der Wackenmühle von Kerprich-Hemmersdorf.

1618 wird die Wackenmühle von Ladwein von Bockenheim auf sechs Jahre an den Müller Gaspard für 80 Quarten Getreide im ersten Jahr, in den folgenden Jahren für 50 Quarten und ein fettes Schwein im Wert von 30 Francs verpachtet. 1624 wird sie wiederum für neun Jahre verpachtet.

1696 wird Paulus Müller als Pächter auf der Wackenmühle erwähnt. Durch Nachforschungen des Jean Henry Forget, der am 17.02.1689 in Barst geboren wurde, erreichte dieser, dass durch Vermittlung des Prinzen von Commercy laut Dekret vom 13. Mai 1712 vom Herzog Leopold die früheren Güter seiner Familie zurück gegeben wurden. Hierunter waren auch die Wackenmühle, die Heßmühle und die Mühle zu Rehlingen mit zwei Teichen, die jedoch die Hälfte ihres Ertrages an die herzogliche Domäne abzuführen hatte. Am 11. Februar 1713 wurde der Besitz öffentlich an die Forgets de Barst durch einen Gerichtsvollzieher der Rechnungskammer zu Nancy auf Schloss Siersberg übergeben. Am 11. März wurden dem Sohn vom Vater alle Rechte und Nutznießungen an den Gütern übertragen. Jean Henry Forget de Barst erhielt durch Patent vom 12. Februar 1715 vom Herzog Leopold drei Viertel der hohen, mittleren und niederen Gerichtsbarkeit zu Kerprichhemmersdorf und Itzbach und die Hälfte des Ertrages der Wackenmühle und der Rehlinger Mühle mit der Verpflichtung, alle Reparaturen auszuführen und einen jährlichen Zins von 300 Livres zu zahlen.

Jean Forget de Barst heiratete am 27. April 1715 Charlotte de Cailleux de Velmont, mit der er 11 Kinder hatte. Sein Sohn Franz Wilhelm Henry Forget, der am 06. September 1722 geboren wurde, heiratete Franziska de Wolkring bei Diedenhofen. Er verstarb am 14. Oktober 1778 im Alter von 65 Jahren und hinterließ drei Kinder. Franz Wilhelm Henry Forget folgte seinem Vater in die Herrschaft als Herr von Kerprichhemmersdorf und war Ritter des Ordens vom hl. Ludwig und Hauptmann im Regiment Royal-Nassau. Am 25. April 1784 kam dieser auf tragische Weise ums Leben und ertrank, als er mit seinem Pferd unterhalb des Wehres an der Wackenmühle den Fluss durchqueren wollte. Seine Witwe Franziska von Wolkring wird die Bewirtschaftung der Güter zunächst fortgesetzt haben. Um 1788 bewohnte die Familie Speiser die Wackenmühle.

Arbeit zitieren:
Feilen, Alexandra September 2006: Der barrierefreie Naturerlebnispfad, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Barrierefreiheit, Naherholung, Ökokonto, Umwelt, Tourismus

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