Web 2.0
Auswirkungen auf internetbasierte Geschäftsmodelle
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Kuhn
- Abgabedatum: Februar 2007
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 500,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- Bibliografie: ca. 110
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1731-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kuhn, Christian Februar 2007: Web 2.0, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kollektive Intelligenz, Soziale Netzwerke, Mash up, Netzwerkeffekte, internetbasierte Geschäftsmodelle
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Diplomarbeit von Christian Kuhn
Einleitung:
Die ökonomische Bedeutung des Internets hat sich seit seiner Verbreitung stetig gewandelt, aktuell ist der Begriff Web 2.0 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt.
Die Bedeutung dieses Begriffes wird allerdings unterschiedlich wahrgenommen, einige halten es für ein Modewort aus dem Marketingbereich, andere für eine neue Einstellung gegenüber dem Internet bzw. eine Evolution desselben, aus der sich neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle ergeben sowie bestehende Geschäftsmodelle nachhaltig beeinflusst werden.
Web 2.0 weckt folglich große Erwartungen, einige Autoren sprechen von einer kommenden Veränderung der Natur des Internets. Für Unternehmen mit internetbasierten Geschäftsmodellen ist es somit von hoher Bedeutung, welche Chancen, Möglichkeiten und Gefahren sich für ihr Geschäftsmodell durch die Entwicklungen des Web 2.0 ergeben.
Daher lautet die konkrete Fragestellung dieser Arbeit: Auf welche Weise und in welcher Intensität werden internetbasierte Geschäftsmodelle durch ausgewählte Entwicklungen des Web 2.0 beeinflusst?
Um diese Fragestellung adäquat zu beantworten, wird zuerst ausführlich auf das Phänomen Web 2.0 eingegangen. Da Web 2.0 als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Entwicklungen steht, ist oft nicht bekannt, was genau dieser Begriff aussagt bzw. beinhaltet.
Ausgehend von der Annahme, dass verschiedene Geschäftsmodelltypen in unterschiedlicher Art und Weise von den Entwicklungen des Web 2.0 beeinflusst werden können, werden im weiteren Verlauf verschiedene Klassifizierungsmöglichkeiten internetbasierter Geschäftsmodelle dargestellt. Aus dieser Übersicht wird bzgl. der Fragestellung dieser Arbeit die als am besten geeignete Klassifizierung ausgewählt.
Diese Ergebnisse bilden die Basis für ein theoretisches Modell, das beschreibt, ob und auf welche Weise sich die zuvor unterschiedenen Entwicklungen des Web 2.0 auf die in klassifizierten Typen von Geschäftsmodellen auswirken. Dieses Modell wird anschließend mit Praxisbeispielen erfolgreicher Web 2.0-Unternehmen verglichen. Hier wird untersucht, in wie weit deren Geschäftsmodelle von Web 2.0 beeinflusst werden, und wie sehr dies mit dem entwickelten theoretischen Modell übereinstimmt.
Abgerundet wird die Arbeit durch einen sehr umfangreichen Anhang, in dem u. a. detailreichere Informationen zu dem Web 2.0 und weitere tabellarische Aufbereitungen der erzielten Forschungsergebnisse zu finden sind.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Motivation | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Vorgehen | 2 |
| 2. | Charakterisierung des Web 2.0 | 5 |
| 2.1 | Begriffsabgrenzung Web 2.0 | 5 |
| 2.2 | Grundlagen des Web 2.0 | 7 |
| 2.3 | Wesentliche Merkmale des Web 2.0 | 8 |
| 2.3.1 | Generierung von Inhalt durch den Nutzer | 8 |
| 2.3.2 | Engagement in sozialen Netzwerken | 11 |
| 2.3.3 | Kollektive Intelligenz | 13 |
| 2.3.4 | Online-Anwendung von Programmen | 15 |
| 2.3.5 | Erhöhung der Reichweite von Software | 16 |
| 3. | Internetbasierte Geschäftsmodelle | 19 |
| 3.1 | Begriffsabgrenzung Geschäftsmodell | 19 |
| 3.1.1 | Ziel eines Geschäftsmodells | 19 |
| 3.1.2 | Definition Geschäftsmodell | 20 |
| 3.1.3 | Anforderungen an eine geeignete Typologie internetbasierter Geschäftsmodelle | 21 |
| 3.2 | Übersicht über Typologien internetbasierter Geschäftsmodelle | 22 |
| 3.2.1 | Mehrdimensionaler Ansatz | 22 |
| 3.2.2 | Typologisierung nach Integrations- und Innovationsgrad | 23 |
| 3.2.3 | Typologisierung nach Erlösmodellen | 26 |
| 3.2.4 | Typologisierung nach strategischer Bedeutung | 27 |
| 3.3 | Typologisierung nach Leistungsangebot | 28 |
| 3.3.1 | 4C-Net-Business-Modell | 28 |
| 3.3.2 | Diskussion der 4C-Net-Business-Model Typologie zur Bewertung der Web 2.0- Entwicklungen | 32 |
| 4. | Theoretisches Modell der Auswirkungen von Web 2.0-Merkmalen auf internetbasierte Geschäftsmodelle | 34 |
| 4.1 | Systematik des Modells | 34 |
| 4.2 | Aufstellen des Modells | 35 |
| 4.2.1 | Auswirkungen auf den Geschäftsmodelltyp Content | 35 |
| 4.2.1.1 | Auswirkungen der Generierung von Inhalt durch den Nutzer | 35 |
| 4.2.1.2 | Auswirkungen des Engagements in sozialen Netzwerken | 36 |
| 4.2.1.3 | Auswirkungen der kollektiven Intelligenz | 37 |
| 4.2.1.4 | Auswirkungen der Online-Anwendung von Programmen | 38 |
| 4.2.1.5 | Auswirkungen der Erhöhung der Reichweite von Software | 39 |
| 4.2.2 | Auswirkungen auf den Geschäftsmodelltyp Commerce | 40 |
| 4.2.2.1 | Auswirkungen Generierung von Inhalt durch den Nutzer | 40 |
| 4.2.2.2 | Auswirkungen des Engagements in sozialen Netzwerken | 41 |
| 4.2.2.3 | Auswirkungen der kollektiven Intelligenz | 42 |
| 4.2.2.4 | Auswirkungen der Online-Anwendung von Programmen | 43 |
| 4.2.2.5 | Auswirkungen der Erhöhung der Reichweite von Software | 44 |
| 4.2.3 | Auswirkungen auf den Geschäftsmodelltyp Context | 46 |
| 4.2.3.1 | Auswirkungen des Generierens von Inhalt durch den Nutzer | 46 |
| 4.2.3.2 | Auswirkungen des Engagements in sozialen Netzwerken | 46 |
| 4.2.3.3 | Auswirkungen der kollektiven Intelligenz | 47 |
| 4.2.3.4 | Auswirkungen der Online-Anwendung von Programmen | 48 |
| 4.2.3.5 | Auswirkungen der Erhöhung der Reichweite von Software | 49 |
| 4.2.4 | Auswirkungen auf den Geschäftsmodelltyp Connection | 50 |
| 4.2.4.1 | Auswirkungen des Generierens von Inhalt durch den Nutzer | 50 |
| 4.2.4.2 | Auswirkungen des Engagements in sozialen Netzwerken | 51 |
| 4.2.4.3 | Auswirkungen der kollektiven Intelligenz | 52 |
| 4.2.4.4 | Auswirkungen der Online-Anwendung von Programmen | 53 |
| 4.2.4.5 | Auswirkungen der Erhöhung der Reichweite von Software | 54 |
| 4.3 | Aggregation der Auswirkungen | 55 |
| 5. | Vergleich des theoretischen Modells mit Praxisbeispielen des Einsatzes von Web 2.0-Merkmalen | 58 |
| 5.1 | Einsatz von Web 2.0-Merkmalen bei dem Geschäftsmodelltyp Content | 58 |
| 5.1.1 | Praxisbeispiel Flickr | 58 |
| 5.1.2 | Praxisbeispiel Wikipedia | 60 |
| 5.1.3 | Vergleich der Content-Praxisbeispiele mit dem theoretischen Modell | 62 |
| 5.2 | Einsatz von Web 2.0-Merkmalen bei dem Geschäftsmodelltyp Commerce | 63 |
| 5.2.1 | Praxisbeispiel eBay | 63 |
| 5.2.2 | Praxisbeispiel Amazon.com | 64 |
| 5.2.3 | Vergleich der Commerce-Praxisbeispiele mit dem theoretischen Modell | 66 |
| 5.3 | Einsatz von Web 2.0-Merkmalen bei dem Geschäftsmodelltyp Context | 66 |
| 5.3.1 | Praxisbeispiel Google | 66 |
| 5.3.2 | Praxisbeispiel Yahoo! | 69 |
| 5.3.3 | Vergleich der Context-Praxisbeispiele mit dem theoretischen Modell | 71 |
| 5.4 | Einsatz von Web 2.0-Merkmalen bei dem Geschäftsmodelltyp Connection | 72 |
| 5.4.1 | Praxisbeispiel AOL | 72 |
| 5.4.2 | Praxisbeispiel Qype.com | 73 |
| 5.4.3 | Vergleich der Connection-Praxisbeispiele mit dem theoretischen Modell | 75 |
| 5.5 | Trend zu hybriden Geschäftsmodellen der Praxisbeispiele | 76 |
| 6. | Fazit | 77 |
| Literaturverzeichnis | 80 | |
| Anhang A: Definitionen des Web 2.0 | 92 | |
| Anhang B: Grundlagen des Web 2.0 | 94 | |
| Technologische Neuerungen | 94 | |
| Open Source Philosophie | 95 | |
| Allgemeine Grundlagen | 96 | |
| Ökonomische Umwelt | 97 | |
| Anhang C: Überblick Literatur | 99 | |
| Anhang D: Typologisierungsansatz nach Chen | 100 | |
| Anhang E: Weitere Typologisierungsansätze nach Erlösmodellen | 101 | |
| Anhang F: Typologisierung nach beteiligten Gruppen | 103 | |
| Anhang G: Übersichten Auswirkungen Web 2.0 | 104 |
Textprobe:
Kapitel 2.3.4, Online-Anwendung von Programmen: Bereits 1997 ist die Idee diskutiert worden, Software über schnelle Datenleitungen im Internet auszuführen, wahlweise als Java-Applet oder als Web-Applikation, damals über schwergewichtige und funktionsreiche Clients. Dieses Konzept wird im Rahmen des Web 2.0 mit sog Rich Internet Applications (RIAs) wiederaufgegriffen.
Als RIAs werden Programme bezeichnet, die online im Browser ausgeführt werden können und dem Nutzer die gleichen Bequemlichkeiten bieten wie Programme, die auf dem heimischen PC installiert sind. Das Unternehmen Macromedia prägte diesen Begriff, um hervorzuheben, dass ihr Programm Flash nicht nur die Auslieferung von multimedialen Inhalten, sondern auch die Benutzerführung über anwenderfreundliche Oberflächen ermöglicht. Durch die Etablierung von AJAX als neuen Standard und bessere Zugangstechnologien für das effiziente Transferieren großer Datenmengen sind RIAs verstärkt in den Vordergrund gerückt. So existieren klassische Office-Programme als reine Internetanwendungen:
Writely ist ein Beispiel für die Textverarbeitung, Google Spreadsheets entspricht einer Tabellenkalkulation.
Da Software durch diesen Trend vermehrt nicht mehr installiert, sondern nur noch ihre Funktion online aufgerufen werden muss, besteht die Möglichkeit, sie nicht nur etappenweise, sondern ständig inkrementell weiterzuentwickeln. Dieses Konzept des perpetual beta bietet eine große Flexibilität: Neue Funktionen können einfach getestet werden und bei fehlender Wirtschaftlichkeit, Nicht-Inanspruchnahme oder Ablehnung durch den Nutzer schnell wieder entfernt werden. Die Beteiligung des Nutzers ist also wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung von Anwendungen.
Dazu bietet RSS neue Möglichkeiten, Internetseiten außerhalb des Browsers darzustellen. Bekannt ist dies vor allem in sog. Newstickern, die ähnlich einem E-Mail-Newsletter eine einfache Distribution von Informationen ermöglichen. Es dient auch als Basis für komplexe Marketinginstrumente, etwa als Bildschirmschoner mit aktuellen Nachrichten oder als Informationskanal bei der Mitarbeiterkommunikation.
Die Online-Anwendung von Programmen hat auch weit reichende Auswirkungen auf die Organisation von Arbeit innerhalb von Unternehmen. Da Computerprogramme im Browser ausführbar und damit ortsunabhängig anwendbar sind, wird auch die Arbeit im Unternehmen zunehmend ortsunabhängig. So kann Arbeit in Zukunft flexibler organisiert werden.
Kapitel 2.3.5, Erhöhung der Reichweite von Software: Dieses Merkmal bezeichnet die Übertragung des Konzeptes der serviceorientierten Architektur (SOA) auf internetbasierte Programme. SOA ist der Name eines Software-Architekturmusters, das den Aufbau einer Anwendungslandschaft aus einzelnen fachlichen, d.h. geschäftsbezogenen Komponenten beinhaltet. Diese Komponenten sind lose miteinander gekoppelt, indem sie einander ihre Funktionalität in Form von Services anbieten.
Ebenso wie die Komponenten einer lokalen Anwendungslandschaft können auf diese Weise vollständige Anwendungen ihre Funktionalität über offen definierte Schnittstellen (APIs) als Web-Applikation im Internet zur Verfügung stellen, so dass andere Programme auf sie zugreifen können.
So können Unternehmen, die über besondere Datenbestände verfügen, diese Datenbestände an Dritte kostenlos oder gegen Gebühr weitergeben und auf diese Art weiterverwerten. Zumeist geht der Nutzung eine namentliche Registrierung voraus. Dadurch können die Anbieter derartiger Schnittstellen genau wissen, welche Nutzer zu welcher Zeit welche Funktionen aufrufen.
So ist es möglich zu ermitteln, welche Funktionen oft genutzt werden, und wie die eigene Benutzerführung weiter verbessert werden kann. Des Weiteren ist es den Unternehmen auf diese Art möglich, dass ihre Daten als „de facto Standard“ zu einem bestimmten Thema etabliert werden. Damit können die Unternehmen Anerkennung als Marke und dauerhafte Wettbewerbsvorteile erlangen. Bspw. bietet Google Maps geografische Informationen und Amazon.com Informationen zu Produkten an, die von jedem frei genutzt werden können.
Da Programme über APIs auf die Funktionalitäten einer Web-Applikation zugreifen können, lassen sich aufbauend auf den Funktionen verschiedener bestehender Dienste neue Web-Applikationen als sog. Mash-Ups erstellen. Damit erweitert sich die Reichweite der Anwendung von Programmen, denn nicht nur der Endnutzer, für den der Dienst eigentlich konzipiert war, auch andere Programme können Teile oder eine Web-Applikation als Ganzes für sich nutzen. Die Menge an bestehenden Anwendungen bildet demnach eine Plattform für neue Anwendungen, die auf den bereits existierenden aufbauen.
Der Aspekt der Erhöhung der Reichweite von Software hat noch weitere Auswirkungen auf die Eigenschaft des Internets als Distributionskanal. Es kann die Anwendung der Software vertrieben werden, und nicht nur die Software selber. Weil sich das Internet zu einer Plattform für die Anwendung von Programmen entwickelt, sind Programme in zunehmendem Maße geräteunabhängig und nicht mehr länger auf die Ausführung auf leistungsfähigen Heimrechnern angewiesen. Folglich werden in verstärktem Maße auch internetbasierte Anwendungen für weniger leistungsstarke Endgeräte, bspw. das Mobiltelefon, diskutiert. In diesem Zusammenhang werden die Möglichkeiten lokaler Dienste angeführt. Da ca. 80 Prozent der rechnergestützten Informationen mit Orten assoziiert sind, erschließt sich durch Web 2.0 viel Potential für neue Anwendungen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836617314
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Kuhn, Christian Februar 2007: Web 2.0, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kollektive Intelligenz, Soziale Netzwerke, Mash up, Netzwerkeffekte, internetbasierte Geschäftsmodelle




