Der Effekt von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus
Das Fallbeispiel Ryanair in Bremen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Krumrey
- Abgabedatum: November 2007
- Umfang: 138 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
- Bibliografie: ca. 160
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1025-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krumrey, Nicole November 2007: Der Effekt von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Low Cost Airline, Billigflieger, Städtetourismus, Ryanair, Bremen
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Diplomarbeit von Nicole Krumrey
Einleitung:
Der Low Cost Airline-Markt und der Städtetourismus sind Trendmärkte des Tourismus, bei denen die Passagier- bzw. Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stetig anstiegen.
Der Effekt von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus ist bislang erst vereinzelt untersucht worden und Veröffentlichungen zu diesem Thema liegen momentan kaum vor. In Bremen selbst gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine detaillierten Studien zu neuen, durch die Low Cost Airline Ryanair generierten, Kundengruppen und ihrer Wahrnehmung von Bremen als touristischer Stadt. Ein Vergleich zwischen dem durch Ryanair generierten Incoming-Tourismus in Bremen, dem Reiseverhalten und der Kundenstruktur mit den bisherigen Touristen liegt im Falle Bremen noch nicht vor.
Im Rahmen der Diplomarbeit soll diese spannende Thematik näher beleuchtet werden und durch Untersuchung des Effekts von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus eine Verknüpfung der zwei aktuellen Märkte Low Cost Airlines und Städtetourismus geleistet werden.
Problemstellung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor dem Hintergrund der Ansiedlung der Low Cost Airline Ryanair in Bremen mit dem Effekt von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus. Anhand von vier ausgewählten Low Cost-Incoming-Märkten – Großbritannien, Schweden, Italien und Spanien – sowie einem Vergleich mit bisherigen „normalen“ Städtetouristen Bremens werden diese am konkreten Beispiel der Low Cost Airline Ryanair in Bremen näher betrachtet. Es soll untersucht werden, inwieweit die Low Cost Airline-Kunden eine eigene differenzierte Zielgruppe darstellen, die länderspezifische Unterschiede aufweist.
Da die generierten Auswirkungen sehr vielfältig sein können und den ökonomischen, ökologischen und sozialen Bereich betreffen, beschränkt sich diese Arbeit primär auf die ökonomischen Folgen.
Das Untersuchungsziel ist es herauszufinden, welche Effekte Low Cost Airlines derzeit auf den Städtetourismus in Bremen haben.
Hierbei soll betrachtet werden, ob und wenn ja, inwieweit sich die Kundenstruktur der Bremen-Besucher durch die Ryanair-Ansiedlung ändert und neue differenzierte Zielgruppen entstehen, die ein anderes Reiseverhalten, veränderte Bedürfnisse sowie ein anderes wahrgenommenes Image von Bremen aufweisen als die bisherigen „normalen“ Städtereisenden.
Darüber hinaus soll dargestellt werden, inwieweit eine Veränderung der Zahlen der Incoming- und Outgoing-Passagiere am Airport Bremen eintritt.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die grundsätzlichen Auswirkungen der Ansiedlung von Ryanair als Low Cost Airline in Bremen sowie die Veränderungen in Bremens Städtetourismus aufzuzeigen, um darauf aufbauend spezifische Chancen, Marketing- und Handlungsempfehlungen für die Vermarktung von Bremen speziell in diesen ausländischen Quellmärkten zu geben.
Zu Beginn dieser Arbeit werden fünf Hypothesen aufgestellt, die im Laufe der Arbeit anhand der durchgeführten Fluggastbefragung der Ryanair-Passagiere am Airport Bremen und des Vergleichs der Fluggastbefragung mit der Gästebefragung der BTZ beantwortet werden sollen.
Hypothese 1: Low Cost Airline-Passagiere weisen ein anderes Reiseverhalten sowie eine andere Kundenstruktur auf als ‘normale’ Städtereisende und stellen somit eine neue Kundengruppe dar.
Hypothese 2: Low Cost Airline-Passagiere sind auch vom Ausgabeverhalten her betrachtet Low Budget-Kunden, die geringe Tagesausgaben aufweisen und privat bei Freunden/Verwandten oder in Hostels übernachten.
Hypothese 3: Die verschiedenen Ländermärkte der Low Cost Airlines erfordern ein differenziertes, zielgruppenorientiertes Angebot – es gibt starke Unterschiede zwischen nordischen und südlichen Quellländern.
Hypothese 4: Ryanair-Gäste aus den Ländern Großbritannien, Schweden, Italien und Spanien weisen generell einen geringen Informationsstand zu Bremen als Stadt und seinen Attraktionen auf.
Hypothese 5: In Bremen wird stärker ein negativer ‘Ryanair-Effekt’ generiert als ein positiver ‘Ryanair-Effekt’.
Gang der Untersuchung:
In der Einleitung wird die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit beschrieben, die zu untersuchenden Hypothesen der Arbeit aufgeführt, der Aufbau dargelegt und die Vorgehensweise kurz erläutert.
Im zweiten Teil der Arbeit wird auf die theoretischen Grundlagen eingegangen und in zwei Kapiteln die Themenbereiche Städtetourismus und Low Cost Airlines behandelt. Zuerst wird der Städtetourismus als aktueller Trend des Tourismus für Deutschland und spezifischer für Bremen sowie die für diese Arbeit interessanten Quellmärkte Großbritannien, Schweden, Italien und Spanien dargelegt. Hierbei wird besonders die ökonomische Bedeutung des Städtetourismus erläutert. Danach werden neben Definitionen, die aktuellen Veränderungen des Airline- Marktes aufgezeigt. Daraufhin wird ein Blick auf das Geschäftsmodell der Low Cost Airlines und ihre Auswirkungen auf den Tourismus geworfen, bevor das Fallbeispiel Ryanair, der „Ryanair-Effekt“ und die Ansiedlung Ryanairs in Bremen genauer beleuchtet wird.
Im empirischen Teil der Arbeit wird zuerst die eigenständig durchgeführte Fluggastbefragung der Ryanair-Passagiere am Airport Bremen analysiert. Hierbei wird die Methodik und Vorgehensweise der Erhebung dargestellt sowie Rahmenbedingungen und Besonderheiten der Befragung erläutert. Im Anschluss daran folgt die Auswertung der Fluggastbefragung der Ryanair Gäste am Airport Bremen. Abschließend wird ein Zwischenfazit gezogen.
Kapitel 5 beinhaltet den Vergleich der zuvor ausgewerteten Fluggastbefragung der Ryanair-Passagiere mit der Gästebefragung der Bremer Touristik-Zentrale. Hier werden sowohl das Reiseverhalten als auch die Kundenstruktur und das Image von Bremen thematisiert. Ein Zwischenfazit leitet zu den in Kapitel 6 der Arbeit dargestellten Ergebnissen über. In diesem Kapitel der Arbeit werden die Ergebnisse aus der Fluggastbefragung sowie aus der Vergleichsanalyse anhand von zusammenfassenden Typologien und übersichtlichen Steckbriefen veranschaulicht. Nach einem kurzen Zwischenfazit werden im letzten Teil der Arbeit Marketingansätze und Handlungsempfehlungen zur Ansprache der neuen Zielgruppe der Low Cost Airline-Kunden sowie der einzelnen Quellmärkte für die Zukunft aufgezeigt. Die anfangs aufgestellten Hypothesen werden abschließend beantwortet. Zuletzt wird ein Resümee für die Entwicklung des Städtetourismus durch die Low Cost Airline Ryanair in Bremen gezogen und Marketingempfehlungen dargelegt. Abschließend wird eine Zusammenfassung der vorliegenden Arbeit geliefert, ein Ausblick auf die Zukunft von Low Cost Airlines und Städtetourismus gegeben sowie ein Fazit gezogen.
Um die Fragestellung zu beantworten, werden im theoretischen Teil der Arbeit zuerst die Grundlagen des Städtetourismus und des Segmentes der Low Cost Airlines erörtert.
Im anschließenden empirischen Teil wird eine Fluggastbefragung von 200 Ryanair-Gästen am Airport Bremen ausgewertet. Diese untersucht die gezielt ausgewählten Quellmärkte Bremens: Großbritannien, Schweden, Spanien und Italien. Nach Auswertung der Fluggastbefragung findet im folgenden Teil der Arbeit eine Vergleichsanalyse des Low Cost-Touristen mit dem so genannten „normalen“ Städtetouristen der Gästebefragung der Bremer Touristik Zentrale (BTZ) statt. Aus der Fluggastbefragung sowie der Vergleichsanalyse werden die Hypothesen beantwortet und die Ergebnisse der Arbeit hergeleitet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Diagrammverzeichnis | VIII | |
| Theoretischer Teil | 1 | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.1.1 | Aufstellung der Hypothesen | 3 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 4 |
| 2. | Städtetourismus | 5 |
| 2.1 | Begriffsabgrenzung des „Städtetourismus“ | 5 |
| 2.2 | Ursprünge des „Städtetourismus“ | 7 |
| 2.3 | Ökonomische Bedeutung des Städtetourismus | 8 |
| 2.3.1 | Entwicklung des Städtetourismus in Deutschland | 9 |
| 2.3.2 | Incoming-Tourismus in Deutschland | 10 |
| 2.3.3 | Transportmittel im Städtetourismus | 11 |
| 2.4 | Reisemotive und Zielgruppe für Städtetourismus | 12 |
| 2.5 | Städtetourismus in Bremen | 13 |
| 2.5.1 | Betrachtung der ausgewählten Quellmärkte Großbritannien, Schweden, Spanien und Italien | 14 |
| 2.6 | Potentiale, Trends und Zukunft des Städtetourismus | 17 |
| 3. | Low Cost Airlines | 19 |
| 3.1 | Definitionen „Low Cost Airline“, „Charterfluggesellschaft“, „Linienfluggesellschaft“ | 19 |
| 3.2 | Veränderungen des Airline Marktes – Liberalisierung des Luftverkehrs in Europa | 20 |
| 3.3 | Das Geschäftsmodell der Low Cost Airlines | 21 |
| 3.4 | Auswirkungen der Low Cost Airlines auf den Tourismus | 22 |
| 3.4.1 | Die Bedeutung von Low Cost Airlines für den Tourismus | 22 |
| 3.4.2 | Der „Ryanair-Effekt“ | 23 |
| 3.5 | Ryanair als Beispiel einer Low Cost Airline | 25 |
| 3.5.1 | Historische Entwicklung | 25 |
| 3.5.2 | Die Ansiedlung von Ryanair in Bremen | 25 |
| 3.5.3 | Erste Veränderungen durch die Ansiedlung von Ryanair in Bremen | 27 |
| 3.6 | Zukunftsaussichten der Low Cost Airlines | 30 |
| 3.7 | Zwischenfazit | 31 |
| Empirischer Teil: Low Cost Airlines im Städtetourismus | 32 | |
| 4. | Fluggastbefragung der Ryanair-Passagiere am Airport Bremen | 32 |
| 4.1 | Methodik | 32 |
| 4.1.1 | Erhebungsmethodik | 32 |
| 4.1.2 | Gestaltung des Fragebogens | 33 |
| 4.1.3 | Auswertungsmethodik für die Gästebefragungen | 34 |
| 4.1.4 | Methodik für den Vergleich der zwei Gästebefragungen | 34 |
| 4.2 | Analyse/Auswertung der Fluggastbefragung der Ryanair Gäste am Airport Bremen | 35 |
| 4.2.1 | Rahmenbedingungen der Befragung | 35 |
| 4.2.2 | Auffälligkeiten und Besonderheiten der Fluggastbefragung | 36 |
| 4.2.3 | Ergebnisse der Häufigkeitsauszählung | 37 |
| 4.2.3.1 | Reiseverhalten | 37 |
| 4.2.3.2 | Kundenstruktur | 48 |
| 4.2.3.3 | Bremens Image | 53 |
| 4.2.4 | Zusammenhänge und Abhängigkeiten einzelner Aspekte | 59 |
| 4.2.5 | Zwischenfazit | 59 |
| 5. | Vergleich der Fluggastbefragung mit der Gästebefragung BTZ | 60 |
| 5.1 | Ergebnisse des Vergleichs | 60 |
| 5.1.1 | Kategorie „identisch“ | 60 |
| 5.1.2 | Kategorie „ähnlich“ | 60 |
| 5.1.3 | Kategorie „unterschiedlich“ | 61 |
| 5.1.4 | Kategorie „nicht bzw. schwer vergleichbar“ | 63 |
| 5.2 | Untersuchung der aufgestellten Hypothesen | 63 |
| 5.2.1 | Hypothese 1: Low Cost-Passagiere vs. „normale“ Städtereisende | 63 |
| 5.2.2 | Hypothese 2: Low Cost-Passagiere = Low Budget-Kunden? | 63 |
| 5.2.3 | Zwischenfazit | 64 |
| 6. | Ergebnisse der Fluggastbefragung und Vergleichsanalyse | 65 |
| 6.1 | Zusammenfassende Darstellung der Typologien | 65 |
| 6.1.1 | Steckbrief Low Cost-Passagiere | 65 |
| 6.1.2 | Steckbrief „normaler“ Städtetourist | 67 |
| 6.1.3 | Differenzierung der vier untersuchten Quellmärkte | 68 |
| 6.1.3.1 | Großbritannien | 68 |
| 6.1.3.2 | Schweden | 69 |
| 6.1.3.3 | Spanien | 70 |
| 6.1.3.4 | Italien | 72 |
| 6.4 | Zwischenfazit Steckbriefe | 73 |
| 7. | Marketingansätze und Handlungsempfehlungen | 73 |
| 7.1 | Betrachtung der Ryanair-Gäste als neue Kundengruppen | 74 |
| 7.1.1 | Low Cost Airline-Kunden | 74 |
| 7.1.2 | Großbritannien | 75 |
| 7.1.3 | Schweden | 76 |
| 7.1.4 | Spanien | 77 |
| 7.1.5 | Italien | 78 |
| 7.1.6 | Neu entdeckte Zielgruppe: Niederländer | 78 |
| 7.2 | Schlussbetrachtung und Zukunftsausblick | 79 |
| 7.2.1 | Betrachtung der Anfangshypothesen | 79 |
| 7.2.1.1 | Hypothese 3: Nord-Süd-Unterschiede: Differenzierung des Angebotes? | 79 |
| 7.2.1.2 | Hypothese 4: Geringer Informationsstand der ausländischen Gäste | 79 |
| 7.2.1.3 | Hypothese 5: Negativer vs. positiver „Ryanair-Effekt“ | 79 |
| 7.2.2 | Marketingansätze und Resümee für Bremen | 80 |
| 7.2.3 | Zusammenfassung und Zukunftsausblick | 82 |
| Anhang | 85 | |
| Literaturverzeichnis | 123 | |
| Verzeichnis zitierter Zeitschriftenquellen | 130 | |
| Verzeichnis zitierter Internetquellen | 131 |
Textprobe:
Kapitel 3.1.1, Die Bedeutung von Low Cost Airlines für den Tourismus:
Low Cost Airlines beeinflussen das Reiseverhalten sowie das Reisevolumen der Touristen und tragen zur Dynamik des Tourismus und im Speziellen des in dieser Arbeit näher untersuchten Städtetourismus bei.
Mit der Entstehung von Low Cost Airlines wurde der Zeit-Raum-Widerstand eliminiert und die Kosten als Reisedeterminante wurden zu einem Motiv an sich. „Häufig ist nicht die Destination buchungsentscheidend, sondern der Preis“ und der Trend zum „Weg-von-Reisen“ nimmt zu. Entscheidend ist, irgendwohin zu fliegen. Wo genau hin, ist nicht so wichtig, d.h. die Destinationen erscheinen austauschbar. Der Trend zu Low Cost Airlines resultiert aus den folgenden aktuellen Trends: Smart-Shopping, Online-Buchungen, Auslandsreisen, Kurzurlaubsreisen, Städtetrips. Durch die Low Cost Airlines entsteht ein hoher Verbrauchernutzen und durch die Demokratisierung des Luftverkehrs („aviation for the masses“) wird die Mobilität gefördert und ein Beitrag zur europäischen Integration geleistet.
Bedeutsam für den Tourismus sind die Low Cost Airlines insofern, als dass sie einen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten, da sie starke regionalökonomische Effekte verursachen, die aus direkten, indirekten, induzierten und katalytischen Effekten bestehen. Die Ansiedlung von Low Cost Airlines führt nachweislich zu „...increases in tourism, employment and influx on businesses to the region...“. Nach Schröders Untersuchungen in vier Ryanair Destinationen kommt es in diesen betrachteten Zielen zu einem immensen Anstieg der Fluggastankünfte durch die Ansiedlung von Ryanair, die sich sowohl auf die Metropolen direkt als auch auf die gesamte Region auswirken. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor der Low Cost Airlines auf den Tourismus ist eine gleichmäßigere saisonale und tagesmäßige Streuung des Touristenaufkommens.
Eine negative Auswirkung der Low Cost Airlines auf den Tourismus ist, dass der Wettbewerb der Low Cost-Städtedestinationen untereinander härter wird. Darüber hinaus bewirken die Low Cost Airlines eine weit reichende Veränderung des Marktes, da sich nun auch die traditionellen Airlines und andere Non-Aviation Transportbetriebe gezwungen sehen, auf die veränderte Marktsituation mit Angebotsanpassung zu reagieren. Zusätzlich beschweren sich Umweltschützer über die durch den zusätzlichen Flugverkehr bewirkten negativen Umweltauswirkungen, und Reisebüros fürchten durch Ryanair’s Direktvertriebsstrategie um ihre Existenz.
In einer Studie von Schröder gaben zwei von drei Passagieren an, dass Low Cost Airlines ihr Reiseverhalten beeinflussen. Sie verreisen nun häufiger, nutzen öfter das Flugzeug anstelle alternativer Transportmittel als zuvor und machen Vergnügungs- und Tagestrips. Fliegen ist zu einer Freizeitaktivität geworden: „Flying across Europe for pleasure and just for one day; this is the new, the post-modern jet set”. Die Passagiere sind somit die Gewinner der Low Cost-Entwicklung, da Sie von verstärktem Wettbewerb, mehr Destinationen, häufigeren Flügen und geringeren Flugpreisen profitieren.
Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass die Low Cost Airlines einen bedeutenden Einfluss auf den Tourismus und vor allem auf den Städtetourismus haben, da sie die Anzahl der per Luft erreichbaren neuen touristischen Destinationen erheblich erhöhen, das Reiseverhalten der Touristen beeinflussen sowie weit reichende Auswirkungen auf die Reiseindustrie haben. Low Cost Airlines ermöglichen den Touristen neue Freiheiten, „…change the way people live their lives“ und verstärken den Trend zu Kurz- und Städtereisen durch ihre Angebote. Somit forcieren sie die selbstständige Buchung einzelner Reisebausteine der Reisenden.
Zusätzlich ist es wichtig, den im Vergleich zum Outgoing-Anteil relativ geringen Incoming-Anteil der Passagiere vor Augen zu haben, zu differenzieren und keine Überschätzungen vorzunehmen. Dieser beträgt am Flughafen Frankfurt Hahn 22 % und am Flughafen Bremen schätzungsweise 20 - 40 %. Beim Incoming-Tourismus sowie bei den Auslandsstädtereisen kann der Anteil der mit Low Cost Airlines durchgeführten Reisen durchaus bis zu 50 % betragen.
Auffallend ist, dass die Konkurrenz durch die Verringerung des Zeit-Raum-Widerstandes immer näher rückt und somit alle europäischen Destinationen im Wettbewerb zueinander stehen. Dadurch ist erkennbar, dass vor allem in Großstädten mit zentral gelegenen Flughäfen der Städtetourismus von den entstandenen Low Cost-Verbindungen profitiert, wohingegen nicht angebundene Destinationen ins Abseits geraten.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836610254
Arbeit zitieren:
Krumrey, Nicole November 2007: Der Effekt von Low Cost Airlines auf den Städtetourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Low Cost Airline, Billigflieger, Städtetourismus, Ryanair, Bremen




