Industrialisierung eines neuen Produktionsstandortes in China
Ein Leitfaden
- Art: Fachstudie
- Autor: Thomas Zimmermann
- Abgabedatum: Januar 2007
- Umfang: 62 Seiten
- Dateigröße: 651,6 KB
- Institution / Hochschule: REFA Bundesverband e.V. Deutschland
- Bibliografie: ca. 13
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0798-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: Die Studie wurde 2007 REFA Award für Industrial Engineering ausgezeichnet
- Arbeit zitieren: Zimmermann, Thomas Januar 2007: Industrialisierung eines neuen Produktionsstandortes in China, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: China, Industrialisierung, Produktionsstandort, Projektmanagement, chinesische Kultur
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Fachstudie von Thomas Zimmermann
Einleitung:
Zahlreiche Unternehmen in Deutschland und Westeuropa planen, in China eine Tochtergesellschaft zu gründen, um Marktanteile in Asien zu halten bzw. bestehende Geschäftskontakte weiter auszubauen. Zu diesem Schritt können die unterschiedlichsten unternehmenspolitischen Gründe führen; sie alle haben jedoch gemeinsam, dass zur Erhaltung der Kostenvorteile und dem damit verbundenen Wettbewerbsvorteil eine schrittweise Lokalisierung der Produktion notwendig ist.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit befasst sich nun mit der Konzeption, Planung und Realisierung der stufenweißen Industrialisierung an einem Standort in China.
Schwerpunkte der Arbeit sind: Prozessmanagement und Prozessplanungsmethoden, Methoden des Projektmanagements, Übertragung von Methoden auf chinesische Gegebenheiten, Erfahrungen und besonderes Wissen über China.
Diese Arbeit setzt sich im Einzelnen mit allen Bereichen, die im Zusammenhang mit der Industrialisierung stehen auseinander, so zum Beispiel Standortauswahl und Personal, aber auch mit „weichen“ Faktoren wie Kultur und Sprache.
Mein persönliches Bestreben ist es, für den angesprochenen Leser eine mögliche Vorgehensweise bei Lokalisierungsprojekten in China aufzuzeigen und auf die wichtigsten Werkzeuge und Ansätze, die zum Gelingen eines solchen Projektes notwendig sind, hinzuweisen.
Gleichzeitig versucht die Arbeit, den kulturellen Aspekt in China zu berücksichtigen und den erforderlichen Maßnahmen und Entscheidungen zugrunde zu legen.
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Einleitung | 4 |
| 1. | China - allgemeine Informationen | 5 |
| 1.1 | Land und Leute | 5 |
| 2. | Aufgabenstellung | 6 |
| 2.1 | China - Die Wirtschaft | 6 |
| 2.1.1 | Historie | 6 |
| 2.1.2 | aktuelle Situation | 6 |
| 2.1.3 | Die Rechtskultur | 7 |
| 2.2 | Gründe für ein Engagement in China | 8 |
| 2.3 | Abgrenzung | 9 |
| 3. | Industrialisierung | 10 |
| 3.1 | Standortauswahl | 12 |
| 3.1.1 | Allgemeine Vorbemerkungen | 12 |
| 3.1.2 | Nutzwertanalyse zur Standortauswahl | 13 |
| 3.1.2.1 | Methodik | 13 |
| 3.1.2.2 | Die Vorgehensweise | 13 |
| 3.1.3 | Das chinesische Immobilienrecht | 16 |
| 3.2 | Die Machbarkeitsstudie | 17 |
| 3.2.1 | Die Maschinenlisten | 19 |
| 3.2.2 | Kostenableitung | 21 |
| 3.3 | Das Projektmanagement | 22 |
| 3.3.1 | Allgemeine Vorbemerkungen | 22 |
| 3.3.2 | Die Begriffe | 22 |
| 3.3.3 | interkulturelle Aspekte des Projektmanagements | 23 |
| 3.3.3.1 | Entscheidungsstrukturen | 23 |
| 3.3.3.2 | Das Management - Denken | 24 |
| 3.3.3.3 | Führen in Projekten | 24 |
| 3.3.3.4 | Die Betreuung | 25 |
| 3.3.4 | Die Terminplanung | 25 |
| 3.3.5 | Controlling | 27 |
| 3.4 | Das Lokalisierungskonzept | 28 |
| 3.4.1 | Know-How-Schutz | 28 |
| 3.4.2 | Chinesische Lieferanten | 29 |
| 3.4.2.1 | Die Lieferantenqualifizierung | 30 |
| 3.4.2.2 | Die Vorgehensweise | 31 |
| 3.4.3 | Technologie und Produktion | 32 |
| 3.4.4 | Die Fertigungstechnik | 33 |
| 3.5 | Die Industrialisierungsplanung | 34 |
| 3.5.1 | Die Kennzahlen | 35 |
| 3.5.1.1 | Der TEEP - Total effective equipment productivity | 35 |
| 3.5.1.2 | Die OEE - Overall equipment effectiveness | 35 |
| 3.5.1.3 | Der "China - Faktor" | 36 |
| 3.5.2 | Die Industrialisierungsstrategie | 37 |
| 3.5.3 | Die Hochlaufstrategie | 38 |
| 3.5.4 | Aufbau von Entwicklungstätigkeiten | 39 |
| 3.5.5 | Der globale Fertigungsverbund | 40 |
| 3.5.5.1 | Logistik | 41 |
| 3.6 | Die Personalplanung | 42 |
| 3.6.1 | Personalsituation | 42 |
| 3.6.2 | Das Arbeitsrecht | 42 |
| 3.6.3 | Vermeidung der Mitarbeiterfluktuation | 43 |
| 3.6.4 | Die Personalbeschaffung | 44 |
| 3.6.4.1 | Einstellung ausländischer Mitarbeiter in China | 45 |
| 3.6.5 | Die Personalentwicklung | 45 |
| 3.6.6 | Strategien | 46 |
| 4. | China - Spezial | 47 |
| 4.1 | Warum es wichtig ist, die Verhaltensweisen zu kennen | 47 |
| 4.1.1 | Guanxi | 47 |
| 4.1.2 | Yin und Yang | 48 |
| 4.1.3 | Das Land des Lächelns | 48 |
| 4.2 | Sitten und Gebräuche | 49 |
| 4.2.1 | Die Begrüßung | 49 |
| 4.2.2 | Small Talk | 50 |
| 4.2.3 | Essen und Trinken | 50 |
| 4.2.4 | Die Geschenke | 51 |
| 4.2.4.1 | "erlaubte" Geschenke | 51 |
| 4.2.4.2 | "nicht erlaubte" Geschenke | 51 |
| 4.2.5 | Symbolik | 52 |
| 4.3 | Verhandlungen mit chinesischen Partnern | 52 |
| 4.3.1 | Handlungsempfehlungen - eine Auflistung | 52 |
| 4.4 | Die Sprache | 54 |
| 4.4.1 | Die Zahlen | 55 |
| 4.4.1.1 | Die Handzeichen | 55 |
| 5. | Fazit | 56 |
| 6. | Informationsquellen und Kontaktadressen | 57 |
| 6.1 | allgemeine Informationsquellen über China | 57 |
| 6.2 | Anlaufstellen in Deutschland | 57 |
| 7. | Schlusswort | 58 |
| Bildverzeichnis | 59 | |
| Formel - und Abkürzungsverzeichnis | 60 | |
| Literaturverzeichnis | 61 |
Textprobe:
Kapitel 2.1, China – Die Wirtschaft:
Angestoßen durch Deng Xiaoping, mit seiner in den 80er Jahren begonnenen Modernisierungspolitik einer schrittweisen Integration marktwirtschaftlicher Prinzipien, öffnet sich die Volksrepublik China (VR China) seither immer mehr in ihren außenwirtschaftlichen Beziehungen. Vorläufiger Höhepunkt dieser Öffnung war der Beitritt Chinas zur World Trade Organisation (WTO) im November 2001.
Innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern der anstehenden Reformen und konservativen Kräften, die einen Machtverlust der KPCh befürchteten.
Trotzdem wurde im Oktober 1992 im Zuge des 14. Nationalkongresses das Modell einer sozialistischen Marktwirtschaft verabschiedet. So mussten einzelne marktwirtschaftliche Entscheidungen nicht mehr über die politischen Prozesse entschieden werden, was nicht zuletzt zum aktuellen, rasanten Wirtschaftswachstum führte.
Aktuelle Situation: Aufgrund der anhaltenden marktwirtschaftlichen Öffnung der VR China bietet China speziell für ausländische Investoren einen der größten Wachstumsmärkte der Welt. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche ausländische Unternehmen in China angesiedelt und haben damit sehr gute Chancen, ihre Marktanteile auszubauen.
Momentan gibt es keine Anzeichen für eine Abweichung der aktuellen Politik und einer drohenden Rückkehr zur Planwirtschaft. Die Herausforderung für die VR China ist es indes, die Reformen sozialverträglich zu gestalten. Dazu zählt zum einen die wachsende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, zum anderen aber auch die Einkommensunterschiede zwischen der armen Landbevölkerung und des reichen Küstengebietes zu schließen und nicht zuletzt die Korruption einzudämmen.
Trotz einer aktuellen Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China liegen die Wachstumsraten bei 8% und damit deutlich höher als im Rest der Welt.
Am Beispiel der Automobilindustrie zeigt sich, dass bereits eine beginnende Sättigung des Binnenmarktes abzusehen ist und der Wandel hin zum Nachfragemarkt in vielen Bereichen vollzogen ist.
Die Zahl der neu gegründeten Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung nahm im laufenden Jahr 2006 um rund 7,5 % ab. Das effektiv genutzte ausländische Kapital sank um ca. 2%.
Dies deutet darauf hin, dass sich die Investitionen ausländischer Unternehmen weg von der Produktionsindustrie und hin zur Dienstleistungsindustrie bewegen könnten.
Die Rechtskultur: Rechtliche Rahmenbedingungen sollen den Unternehmen die notwendige Sicherheit für ein Engagement in China bieten. Eine entsprechende Rechtskultur wurde jedoch nicht einheitlich, sondern vielmehr fallweise errichtet, was schließlich zu einer Vielzahl von Bestimmungen und Gesetzen führte, die zudem noch ständig weiterentwickelt werden.
Auch die Veröffentlichung von Vorschriften geschieht nur verzögert; die Bestimmungen entsprechen häufig nicht den aktuellen Anforderungen der Geschehnisse.
In der Vergangenheit wurde vermehrt von Vertragsbrüchen berichtet. Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen sich Unternehmen und Behörden nicht mehr an bestehende Verträge gebunden fühlten oder einzelne Bedingungen des Vertrages eigenmächtig änderten. Auch die Eintreibung von Forderungen wird durch die intransparente und unsichere Rechtslage erschwert.
In letzter Zeit allerdings hat sich die Situation wesentlich verbessert, hat der Staat erkannt, dass eine Umkehr der Rechtssituation hin zu Transparenz und Kommunikation notwendig geworden ist. Noch ist ein langer Weg für die Volksrepublik zu gehen, um die Anforderungen der WTO zu erfüllen. Nach wie vor ist es schwer, rechtlich begründete Ansprüche durchzusetzen.
Durch das Fehlen einer Verwaltungsgerichtsbarkeit und der Abhängigkeit der Justiz von der Exekutive und Legislative sind Klagen gegen staatliche Organe meist aussichtslos.
Gründe für ein Engagement in China: Die Gründe für ein Engagement in China liegen hauptsächlich in der Chance, zunächst den lokalen chinesischen, später auch den gesamtasiatischen Markt zu erobern. Aufgrund des enormen Wirtschaftswachstums in China und der damit verbundenen steigenden Kaufkraft der Bevölkerung kann sich ein Markteintritt durchaus lohnen.
Als „Nebeneffekt“ vor allem europäischer Unternehmen wird immer über die Möglichkeit der Warenrücklieferung nachgedacht, um dem Kostendruck in gesättigten Märkten entgegenzutreten. Die Risiken sind hier natürlich durchaus bekannt, vor allem die fehlende Qualität der Produkte trägt zu diesem Risiko bei. Trotzdem ist und bleibt es erklärtes Ziel, durch ein Engagement in China, dem stärker werdenden Kostendruck im heimischen Markt entgegenzuwirken.
Die Nähe Chinas zu den Zukunftsmärkten Russland und Indien stellt einen weiteren wesentlichen Grund für ein Engagement in China dar.
Abgrenzung: Die vorliegende Arbeit soll als Leitfaden zur Industrialisierung eines Standortes in China dienen.
Ausgehend von einer bereits getroffenen strategischen Entscheidung für ein Engagement in China stellt sich nun die Aufgabe, dieses Vorhaben umzusetzen. Das Produkt ist definiert und steht als Rahmenbedingung fest.
Die Aufgabe ist nun, eine optimale Verbindung der Gegebenheiten zu finden, die eine wirtschaftliche, strategisch sinnvolle und zukunftssichere Lösung darstellt.
Beginnend mit der notwendigen Standortauswahl und der daraus resultierenden weiteren Rahmenbedingungen schließt sich die Industrialisierung an.
Hier geht die Arbeit auf die Problemstellungen des Projektmanagements ein und versucht, Hinweise zur optimalen Struktur zu geben. Eine anschließende intensive Bearbeitung der Industrialisierung erfolgt immer unter dem Gesichtspunkt der Anwendung in China und der besonderen Anforderungen.
Zielsetzung ist es, einen umfassenden Überblick über die Anforderungen eines Industrialisierungsprojektes in China zu geben und alle wesentlichen Einflussfaktoren zu berücksichtigen.
Gerade für mittelständische Unternehmen, die ein Engagement in China planen, soll die vorliegende Arbeit eine Hilfestellung sein und Anhaltspunkte zur erfolgreichen Durchführung der Industrialisierung liefern.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836607988
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China, Industrialisierung, Produktionsstandort, Projektmanagement, chinesische Kultur



