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Textprobe:
Kapitel 6.1, Wahl der Zielgruppe:
Die Zielgruppe, die sich bereits aus meiner These erschließt, sind Schüler der 5. und 6. Klassen an Berliner Grundschulen. Eine derartige Beschränkung ist auf Grund der zeitlichen und quantitativen Vorgaben dieser Bachelor-Arbeit sowie für die Vergleichbarkeit der Testergebnisse (siehe Punkt 6.6 „Ergebnisse und Analyse“) notwendig.
Für die Wahl dieser Klassenstufen spricht meine Annahme, dass Kinder der 5. und 6. Klassen bereits Interesse an Popmusik haben, jedoch noch nicht so fest auf einen Stil oder Interpreten festgelegt sind, wie es bei älteren der Fall ist. Bei Kindern und Jugendlichen höherer Klassenstufen erscheint die Gefahr größer, dass die Rapucation-CD als Lernmittel wahrgenommen und dementsprechend nicht in das Freizeitverhalten integriert wird. Die Wahl auf eine Doppelklassenstufe fiel auf Grund der Struktur der Rahmenlehrpläne für Berliner Grundschulen. Diese fassen die Unterrichtsvorgaben jeweils für zwei Klassenstufen zusammen.
Während der Recherche und Produktion reduzierte ich die anfänglich in meinem Learning Agreement genannte Anzahl von sechs auf vier Songs. Dies musste einerseits wegen des unterschätzten Arbeitsaufwands bei der Produktion geschehen. Andererseits zeigte sich in der Vorbereitung der Tests, dass die Anzahl der Fragen (und damit die der Themen) reduziert werden musste, um die spätere Analyse realisieren zu können.
Themenrecherche:
Folgende Rahmenlehrpläne, die den unterrichteten Fächern in 5. und 6. Klassen an Berliner Grundschulen entsprechen, wurden zur Themenfindung untersucht: Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Französisch, Geografie, Geschichte, Kunst, Mathematik, Musik, Naturwissenschaften, Politische Bildung und Sport.
Um die größtmögliche Akzeptanz der Songs bei den Schülern zu erzielen, wurde bereits bei der Themenwahl darauf geachtet, die daraus entstehenden Tracks nicht belehrend wirken zu lassen. Daraus ergibt sich, dass Inhalte gewählt wurden, die eine atmosphärische Umsetzung ermöglichen. Die Fakten sollten nicht im Vordergrund stehen, sie sollten vielmehr in einem scheinbar regulären Rapsong eingebettet sein.
Wie schon in meinem Learning Agreement vermutet, fanden sich passende Themen im Rahmenlehrplan des Fachs Geografie. Aber auch Themen des zuvor nicht berücksichtigten Fachs Naturwissenschaften wurden ausgewählt um ein größeres Spektrum zu erhalten.
Die in meinem Konzept geäußerte Überlegung zum inhaltlichen Umfang der einzelnen Songs, nämlich ob diese jeweils die wichtigsten Informationen eines ganzen Schuljahres, die Zusammenfassung einer Unterrichtseinheit oder gar nur den Inhalt einer einzelnen Schulstunde wiedergeben sollen, war hinfällig, da die Rahmenlehrpläne keine derart genauen Vorgaben treffen. Sie nennen lediglich die zu bearbeitenden Inhalte. Aus diesem Grund gestaltete ich die inhaltliche Dimension des jeweiligen Themas frei nach verschiedenen Quellen, die in Punkt 8.2 („Quellen der Materialien der Text- und Rap-Klassen“) zu finden sind.
Es erschien sinnvoll, für die verschiedenen Themen verschiedene Ansätze zu wählen, um bei der späteren Analyse auch die einzelnen Songs miteinander auf ihren Lerneffekt hin zu vergleichen. Das erste gewählte Thema, das in Rapform den Titel „Mutter Erde“ trägt, handelt vom Sonnensystem, von der Erdgestalt und von der Umweltverschmutzung am Beispiel des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts. Es ist eine Verbindung des im Geografie-Lehrplan vorgegebenen Unterrichtsgegenstands „Unsere Erde – ein geografischer Überblick“ sowie der Thematik „Tages-, Monats- und Jahresabläufe im Horizontsystem“ im Lehrplan Naturwissenschaften. Im späteren Song sollten die entsprechenden Fakten und zusätzlich nach dem Vorbild der „Wassermusik“ der „Fetzige[n] Raps für den Sachunterricht“ Werte im Sinne eines bewussten Umgangs mit der Natur vermittelt werden. Gerade in der aktuellen Klimaschutz-Debatte erscheint das Wissen darum besonders wichtig.
Das zweite Thema erschloss sich ebenfalls aus dem Rahmenlehrplan Geografie. Die Themenüberschrift lautet hier „Europäische Union – die Grenzen öffnen sich“. Es sollte ein Song entstehen, in welchem sämtliche Europäischen Hauptstädte genannt werden.
Das Thema Fotosynthese, das von sich aus eher einen trockenen, formelbasierenden Charakter mitbringt, sollte im Song durch die kindgerechte Aufbereitung seiner Entdeckungsgeschichte auf ungewöhnliche Weise praxisorientiert vermittelt werden. Die Umsetzung im Sinne einer bloßen Nennung von Formeln, die mit der Vertonung des „[k]leine[n] Ein-mal-Eins [!]“ der „Junge[n] Dichter und Denker“ (siehe Punkt 5.2.4) vergleichbar wäre, sollte nicht stattfinden. Das Thema Fotosynthese findet sich im Rahmenplan Naturwissenschaften unter „Wechselwirkungen von Lebewesen“.
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