Ein Behandlungskonzept zur Deponierung von Filteraschen und Rauchgasreinigungsrückständen aus Müllverbrennungsanlagen
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Thomas Hundesrügge
- Abgabedatum: Februar 1991
- Umfang: 126 Seiten
- Dateigröße: 5,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1069-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1069-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1069-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hundesrügge, Thomas Februar 1991: Ein Behandlungskonzept zur Deponierung von Filteraschen und Rauchgasreinigungsrückständen aus Müllverbrennungsanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Müllverbrennung, Filteraschen, Phasenbestimmung, Rauchgasreinigungsrückstände, chemische Analyse
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Dissertation / Doktorarbeit von Thomas Hundesrügge
Zusammenfassung:
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden die reststoffspezifischen Eigenschaften von rund vierzig Filteraschen und Rückständen der Rauchgasreinigung ermittelt, die den hessischen Sonder- und Hausmüllverbrennungsanlagen Biebesheim, Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Offenbach 1988/89 entnommen worden sind.
Die ermittelten Ergebnisse zeigen, daß die Verbrennung von heterogen zusammengesetzten Hausmüll- und/oder Industriemüllabfällen doch weitestgehend gleichartig zusammengesetzte Verbrennungsrückstände in Form von Filteraschen und Stäuben liefert. Die Ergebnisse der chemischen Vollanalysen und Phasenbestimmungen erlauben die Darstellung der Filteraschenzusammensetzungen in dem Vierkomponentensystem [SiO2], [CaO+MgO+SO3], [Al2O3+Fe2O3] und [KCl+NaCl].
Die Filteraschen weisen in ihren Phasenbeständen neben kristallinen Verbindungen röntgenamorphe Schmelzanteile auf. Die kristallinen Anteile bestehen im wesentlichen aus leichtlöslichen Alkalichloriden, Calciumsulfat-, Calciumkarbonat-, Calciumchlorid- und Calciumhydroxidverbindungen, Quarz und diversen Akzessorien.
Die Calciumaluminat- und -silikatbetonten Schmelzphasen verleihen den Filteraschen latent hydraulische Bindeeigenschaften. Als Anreger für die hydraulischen Abbindereaktionen eignen sich Calciumoxid- und Calciumhydroxidverbindungen, die u.a. in erwünschten Gehalten in den Filteraschen der Müllverbrennungsanlage Frankfurt vorkommen. Bei den ablaufenden Hydratationsreaktionen bilden sich aus den amorphen bzw. glasig erstarrten Anteilen und den Anregerverbindungen neue kristalline Phasen, wie Ettringit, Calciumsilikathydrate und Calciumaluminathydrate, die zudem toxische Schwermetalle kristallchemisch fixieren. Durch die Ausnutzung der abfallspezifischen Eigenschaften lassen sich die pulverförmigen Filteraschen in hydratisierte Festkörper überführen, die Im Hinblick auf eine geordnete Deponierung bessere Eigenschaften als die losen und unbehandelten Aschen besitzen.
Zusätzlich können weitere Abfallstoffe wie sulfatbelastetes Wasser, Calciumsulfatverbindungen oder weitere Verbrennungsrückstände in Form von Schlacken und Aschen mit in den Behandlungsprozeß eingebunden werden, so daß sich die Zugaben von reaktionsunterstützenden Additiven auf ein Minimum reduzieren lassen.
In dem vorliegenden Behandlungskonzept für Filteraschen aus Müllverbrennungsanlagen werden die spezifischen Ascheneigenschaften bestimmt, die optimalen Mischungsverhältnisse zwischen den jeweiligen Aschentypen und die optimalen Wasser zu Feststoffverhältnissen ermittelt, reaktionsunterstützende Additive getestet, die Phasenneubildungen und die Hydratationsverläufe charakterisiert, die physikalisch-chemischen Eigenschaften der Reaktionsprodukte im Hinblick auf eine Deponierung bestimmt und der Schwermetalleinbau in den Reaktionsphasen qualitativ erfaßt. Bei dem entwickelten Behandlungskonzept kann bereits der zu deponierende Abfall selbst als erste Barriere Im Multibarrierensystem einer Deponie angesehen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| I | Zusammenfassung | 1 |
| Ia | Abstract | 3 |
| II | Vorwort | 5 |
| III | Inhaltsverzeichnis | 7 |
| 1. | Einleitung und Zielsetzung | 8 |
| 2. | Abfallproblematik | 10 |
| 3. | Müllverbrennung | 17 |
| 4. | Untersuchungsergebnisse | 28 |
| 4.1 | Filteraschen aus Müllverbrennungsanlagen | 28 |
| 4.1.1 | Probennahme | 28 |
| 4.1.2 | Kenndaten der Verbrennungsanlagen | 29 |
| 4.1.3 | Analytik | 31 |
| 4.1.4 | Phasenanalyse | 37 |
| 4.1.5 | Stoffsysteme | 40 |
| 4.1.6 | Weitere chemisch-physikaiische Parameter | 45 |
| 4.1.7 | Eluationsverhalten | 47 |
| 4.2 | Verfestigung von Filteraschen aus Müllverbrennungsanlagen | 55 |
| 4.2.1 | Grundlagen und Versuchsdurchführung | 55 |
| 4.2.2 | Reaktionsmechanismen | 56 |
| 4.2.3 | Quantitative Ettringitbestimmung | 61 |
| 4.2.4 | Ettringitbildung in Abhängigkeit vom Wasser- zu Feststoffverhältnis | 63 |
| 4.2.5 | Gefügespezifische Untersuchungen an den Stabilisaten | 64 |
| 4.2.6 | Chemisch-physikalische Parameter der Stabilisate | 66 |
| 4.3 | Schwermetallfixierung in Hydratphasen | 75 |
| 4.3.1 | Bildungsbedingungen von Hydratphasen | 75 |
| 4.3.2 | Schwermetalleinbau in Hydratphasen | 79 |
| 5. | Abschließende Bemerkungen | 87 |
| IV | Literaturverzeichnis | 90 |
| V | Anhang | 104 |
| Danksagung | 120 | |
| Lebenslauf | 121 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832410698
Arbeit zitieren:
Hundesrügge, Thomas Februar 1991: Ein Behandlungskonzept zur Deponierung von Filteraschen und Rauchgasreinigungsrückständen aus Müllverbrennungsanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Müllverbrennung, Filteraschen, Phasenbestimmung, Rauchgasreinigungsrückstände, chemische Analyse




