Analyse und Integration des Panasonic P2-Systems am Beispiel der Filmproduktionsfirma Aquinofilm
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Isabel Huber
- Abgabedatum: Juli 2007
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 3,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
- Bibliografie: ca. 35
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0562-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0562-5 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0562-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Huber, Isabel Juli 2007: Analyse und Integration des Panasonic P2-Systems am Beispiel der Filmproduktionsfirma Aquinofilm, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: HDTV, Dokumentarfilm, Filmproduktion, Workflow, Panasonic
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Diplomarbeit von Isabel Huber
Einleitung:
Während sich die Ausstrahlung von HDTV bei den meisten Sendern noch in der Testphase befindet, hat sich die Herstellung von HD-Sendungen hingegen schon weitreichender etabliert. Insbesondere Dokumentationen und Sportereignisse, aber auch Serien und TV-Spielfilme werden zunehmend in HD produziert. Dies liegt zum großen Teil daran, dass eine internationale Verwertung von Produktionen fast nur noch in HD-Auflösung möglich ist. Länder wie Japan, USA, China, Brasilien und Australien sind fortgeschrittener in der Distribution von hochauflösenden Inhalten, weshalb diese kaum noch Produktionen in Standardauflösung ankaufen.
Abgesehen davon wollen hiesige Sender und Produktionsfirmen HD-Archive aufbauen, aus denen sie sich für kommende Ausstrahlungen bedienen können. Des Weiteren ist die Bildqualität eines hochauflösenden Videosignals, das auf SD konvertiert wurde, hochwertiger als die einer Aufnahme in niedrigerer Auflösung.
Neben der Migration nach HD geht die Tendenz bei Herstellern, Rundfunkanstalten und Produktionsfirmen mehr und mehr zur IT-gestützten, bandlosen Videoaufzeichnung und Weiterverarbeitung. So gibt es im Consumer-Bereich von allen namhaften Herstellern HD-Camcorder, die mit bandloser Aufnahme arbeiten. Entweder wird hier auf interne Festplatten, SD-Speicherkarten oder auf DVD aufgezeichnet. Im professionellen Broadcast-Bereich müssen größere Datenmengen in möglichst geringer Kompression aufgenommen werden. Für diesen Bereich stehen andere Speichermedien zur Verfügung. Bekannt sind - neben der Ausspielung auf externe Festplatten - das P2-System von Panasonic und die so genannte Professional Disk des Sony XDCAM HD Systems.
Als Vorteile einer bandlosen digitalen Produktion gelten die schnellere, effizientere Produktion und den Zugriff auf Daten über vernetzte Computer. Letzteres ist gerade in der aktuellen Berichterstattung von großer Bedeutung.
Mit dem Camcorder AG-HVX200 kam von Panasonic 2006 die erste Kamera des P2-Systems auf den Markt, die HD-Signale in Form von digitalen Daten auf eine Speicherkarte schreibt. Mit DVCPRO HD-Komprimierung und vielseitigen Aufnahmemöglichkeiten positioniert sie sich als Alternative zu HDV-Kameras in ihrer Preisklasse. Doch trotz ihrer Flexibilität ist die Kamera nicht für alle Produktionsweisen in gleichem Maße geeignet. Auch die Art der Aufzeichnung bringt eine Reihe verschiedener Arbeitsweisen und Fragestellungen hinsichtlich Datenübertragung und Nachbearbeitung mit sich, die individuell ausgearbeitet werden müssen.
Im Zuge der Umstellung nach HD zieht die Kölner Produktionsfirma Aquinofilm in Betracht, in die AG-HVX200 und zusätzliche P2-Systemkomponenten zu investieren. Ziel dieser Arbeit ist es, das P2-System, insbesondere die Kamera, hinsichtlich der Anforderungen der Produktionsfirma zu untersuchen und einen geeigneten P2-Workflow zu erarbeiten.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 2 werden zunächst HD-Formatstandards und relevante Videoformate erörtert.
Darauf folgt in Kapitel 3 die Vorstellung des Panasonic P2-Systems mit besonderem Augenmerk auf technische Grundlagen des Panasonic AG-HVX200 Camcorders.
Im darauf folgenden Kapitel wird auf die Firma Aquinofilm und deren Produktionsumfeld eingegangen.
Kapitel 5 beinhaltet die Analyse der Kamera hinsichtlich der Anforderungen von Aquinofilm. Hierbei werden technische und finanzielle Kriterien sowie Aspekte der Dokumentarfilmproduktion betrachtet. Zusätzlich wurde ein Vergleich mit dem HDV-Camcorder HVR-Z1 von Sony durchgeführt, um Unterschiede in Funktionalität, Handhabung und Bildqualität der beiden Kameras herauszustellen.
In Kapitel 6 folgen Untersuchungen zum Workflow und zur Integration des P2-Systems bei Aquinofilm. Sämtliche Möglichkeiten zur Aufnahme und Datenübertragung werden analysiert. Außerdem wird auf den Import der Daten in das Schnittsystem Final Cut Pro eingegangen.
Die gesammelten Erkenntnisse aus diesen Kapiteln werden schließlich in der Diskussion in Kapitel 7 besprochen. Darauf basierend wird die Eignung der HVX200 für Aquinofilm diskutiert und eine Empfehlung ausgesprochen, wie die Kamera mit optimalem P2-Workflow in die Produktionsumgebung integriert werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| 1. | Einführung | 8 |
| 1.1 | Zielsetzung und Verlauf der Arbeit | 9 |
| 2. | Grundlagen | 11 |
| 2.1 | HDTV | 11 |
| 2.1.1 | Definition und Status Quo | 11 |
| 2.1.2 | Standardisierungsinstitute | 13 |
| 2.1.3 | HDTV-Formate | 14 |
| 2.2 | Datenkompression und Videoformate | 17 |
| 2.2.1 | Diskrete Cosinus Transformation | 17 |
| 2.2.2 | Pulse Code Modulation | 18 |
| 2.2.3 | DVCPRO HD | 19 |
| 2.2.4 | High Definition Video | 21 |
| 2.2.5 | MPEG | 22 |
| 2.2.6 | Material Exchange Format | 23 |
| 3. | Das Panasonic P2-System | 25 |
| 3.1 | Die P2-Speicherkarte | 25 |
| 3.2 | Die P2-Produktfamilie | 26 |
| 3.3 | Der AG-HVX200 Camcorder | 27 |
| 3.3.1 | Abbildungssystem | 28 |
| 3.3.2 | Signalverarbeitung | 31 |
| 3.3.3 | Datenaufzeichnung | 32 |
| 3.3.4 | Schnittstellen | 34 |
| 3.3.5 | Audiosignalverarbeitung und Aufzeichnung | 34 |
| 3.3.6 | Sucher und Display | 35 |
| 4. | Die Filmproduktionsfirma Aquinofilm | 36 |
| 4.1 | Profil der Firma | 36 |
| 4.2 | Gründe für die Migration nach HD | 38 |
| 4.3 | Herkömmliche Arbeitsweise von Aquinofilm | 39 |
| 5. | Analyse der HVX200 hinsichtlich Anforderungen der Firma Aquinofilm | 40 |
| 5.1 | Technische und qualitative Anforderungen | 41 |
| 5.1.1 | Prüfung der HVX200 auf technische und qualitative Anforderungen | 42 |
| 5.2 | Wirtschaftliche Aspekte | 46 |
| 5.2.1 | Evaluierung der mit dem P2-System verbundenen Kosten | 47 |
| 5.3 | Alternativen zur HVX200 | 49 |
| 5.3.1 | Vergleichstest: HVX200 und Z1 | 50 |
| 5.3.2 | Weiterverarbeitung des aufgenommenen Materials | 60 |
| 5.4 | Visuelle Beurteilung verschiedener HD-Aufnahmemodi der HVX200 | 60 |
| 6. | Workflow und Integration des P2-Systems | 63 |
| 6.1 | Aufnahme | 63 |
| 6.1.1 | Aufnahme auf P2-Karte | 65 |
| 6.1.2 | Arbeit mit dem FireStore | 65 |
| 6.2 | P2-Datenübertragung | 69 |
| 6.2.1 | P2-Karte in Laptop | 70 |
| 6.2.2 | P2-Karte in P2-Store | 71 |
| 6.2.3 | Kamera an Laptop | 74 |
| 6.2.4 | Kamera an mobile Festplatte | 75 |
| 6.2.5 | FireStore an Rechner | 76 |
| 6.2.6 | Übersicht über die Übertragungszeiten | 76 |
| 6.3 | P2-Software | 77 |
| 6.3.1 | P2-Viewer | 77 |
| 6.3.2 | P2-Log | 78 |
| 6.3.3 | P2-Genie | 78 |
| 6.4 | Nachbearbeitung mit Final Cut Pro | 79 |
| 6.4.1 | Kompatibilität | 79 |
| 6.4.2 | Datenimport | 80 |
| 6.4.3 | Ausspielung | 82 |
| 6.5 | Archivierung | 82 |
| 7. | Diskussion und Empfehlungen an Aquinofilm | 85 |
| 7.1 | Diskussion der Ergebnisse | 85 |
| 7.2 | Eignung der Kamera | 89 |
| 7.3 | Empfehlungen für den P2-Workflow | 91 |
| 8. | Zusammenfassung und Ausblick | 94 |
| Anhang A: Technische Daten der AG-HVX200 | 97 | |
| Anhang B: DVD mit Testaufnahmen | 99 | |
| Quellenangaben | 100 |
Textprobe:
Kapitel 4.1.2, Exposé und Rechteverteilung: In den letzten Jahren hat sich nachstehender Ablauf von Idee bis Abnahme sowie in der Rechteverteilung etabliert.
Am Anfang steht die Idee zu einem Film. Diese wird ausgebaut und ein Exposé wird verfasst. Mittlerweile hat es sich eingebürgert, dass für die verschiedenen Formate der Sendungen unterschiedliche Versionen geschrieben werden, zugeschnitten auf die jeweilige Redaktion eines Senders. Meistens bringt die Recherche, Ausformulierung und bebilderte Gestaltung eines Exposes eine zwei- bis dreimonatige Arbeit mit sich. Dies ist ein enormer finanzieller und zeitlicher Aufwand, der nicht entlohnt wird. Im schlechtesten Fall finden sich gar keine Geldgeber für das Projekt.
Sobald jedoch eine Zusage zur Realisierung besteht, geht es darum, welcher Sender prozentual wie viel der Produktion übernimmt (Ko-Produktion). Eine Kalkulation wird angefertigt und es wird über die Rechteverteilung der Produktion verhandelt. Je nach Beteiligung fallen dem Sender bzw. der Firma, Ausstrahlungs- und weitere Verwertungsrechte zu, was genauestens vertraglich geregelt wird. Ein festgelegter Termin bestimmt, wann und in welchem Format der fertige Film abgegeben werden muss.
Je nach Beteiligung und Vertrag variieren die Rechte von Produktion zu Produktion. Beim letzten Projekt von Aquinofilm `Bialystok und seine Juden`, erhielt beispielsweise der WDR das Erstausstrahlungsrecht und das Recht der Verbreitung auf Rundfunkseite innerhalb Deutschlands.
Aquinofilm erhielt das Recht der außerrundfunklichen Verwertung (Internet, Filmfestivals) und kann den Film international anbieten. Letzteres bedeutet allerdings erhebliche Mehrkosten für Übersetzung, Untertitel, Grafiken etc. und lohnt sich erfahrungsgemäß nur bei Presale, das heißt bei konkreten Zusagen der Abnahme durch einen Sender im Vorhinein. Ein Filmprojekt alternativ und senderunabhängig zu finanzieren, z.B. durch private Investoren oder mit Hilfe Filmförderungsfonds gestaltet sich eher schwierig. Die Bewerbung nimmt viel Zeit und zusätzliche Arbeit in Anspruch, der geplante Projektverlauf muss genau mit Vorgaben und Fristen der Gremien übereinstimmen.
Durch die schwierige rechtliche und senderpolitische Situation, sind kleine Firmen dazu angehalten, sich den von den Sendern vorgegebenen Sendeformaten anzupassen und ein erhebliches finanzielles und zeitliches Risiko auf sich zu nehmen.
Kapitel 4.2; Gründe für die Migration nach HD: Unabhängig vom Standard auf den sich die Fachwelt einigen wird, ist heute klar, dass HDTV Einzug in unser Fernsehen halten wird. Lediglich der Zeitpunkt der Umstellung liegt bei den meisten Sendern im Unklaren. Neueste Meldungen besagen jedoch, dass ARD und ZDF den Einstieg in die HD-Übertragung Ausstrahlung im Jahre 2010 beginnen wollen. Als ersten Schritt der Umstellung gibt der WDR seit diesem Jahr (2007) die Produktion von Sendematerial mit dem Seitenverhältnis 16:9 vor.
Ein Grund, schon jetzt in HD zu produzieren, ist die internationale Verwertung von Sendungen. Für Produzenten ergeben sich bessere Finanzierungs- und Vertriebschancen in HD-affinen Ländern. Produktionen in SD lassen sich schon heute nicht mehr so gut international vermarkten. Auch ohne festgelegten HDTV-Standard und einer Ausstrahlung in SD im deutschen Fernsehen ist wichtig, dass eine Produktionsfirma heute schon HD-Material anbieten kann, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Ebenso gilt der Blick in die Zukunft: HD Material wird angesammelt, sodass die Sender künftig in der Lage sind HDTV Programmplätze zu füllen. Hochwertiges Material wird archiviert, um sich später aus den Archiven bedienen zu können.
Auch wenn die Ausstrahlung nach wie vor in SD stattfindet, wird die Produktion im hochaufgelösten Format begrüßt. Denn wird ein hochwertiges HD-Signal auf ein PAL-Signal downkonvertiert, resultiert daraus eine bessere Qualität als bei einer Aufnahme in ursprünglich niedrigerer Auflösung.
Um international verwertbare Sendungen herzustellen, auf entsprechendes HD-Archivmaterial zurückgreifen zu können und den technischen und qualitativen Anforderungen der Fernsehsender auch in Zukunft entsprechen zu können, will Aquinofilm auf eine geeignete HD-Produktionstechnik umstellen. Erste Erfahrungen in der HD-Produktion machte Aquino-Film mit dem letzten Projekt, `Bialystok und seine Juden`, zunächst mit geliehenem Equipment. Dabei wurde auf dem Camcorder HVX200 von Panasonic gedreht.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836605625
Arbeit zitieren:
Huber, Isabel Juli 2007: Analyse und Integration des Panasonic P2-Systems am Beispiel der Filmproduktionsfirma Aquinofilm, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
HDTV, Dokumentarfilm, Filmproduktion, Workflow, Panasonic




