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Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. Juni 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht

Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. Juni 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht
Über dieses Buch
  • Art: Projektarbeit
  • Autor: Andreas Leipold
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 54 Seiten
  • Dateigröße: 427,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • Bibliografie: ca. 87
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0561-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0561-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0561-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Leipold, Andreas September 2005: Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. Juni 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kaiserreich, Öffentliche Meinung, Presse, Medienpolitik, Kaiser Wilhelm II.

Projektarbeit von Andreas Leipold

Einleitung:

Am 15. Juni 1913 feierte Kaiser Wilhelm II. sein Silbernes Herrschaftsjubiläum. Dieses Ereignis gab den zeitgenössischen Autoren die Möglichkeit ein Resümee der letzten 25 Jahre der Regierungstätigkeit des deutschen Kaisers zu ziehen. Hiefür wurde eine große Zahl an Festartikeln und -schriften veröffentlicht.

Ziel der Arbeit ist es, die veröffentlichte Meinung über Kaiser Wilhelm II. ein Jahr vor Beginn des Ersten Weltkrieges darzustellen.

Um dieses zu erreichen sollen exemplarisch die unterschiedlichen Bewertungen durch die Presse innerhalb des Deutschen Reiches dargestellt, analysiert und interpretiert werden. Hierbei werden die Festartikel der bedeutenden Parteizeitungen vom rechten bis linken Spektrum ihrer politischen Ausrichtung untersucht. Die Aussagen werden in den historischen Kontext eingebettet und erklärt, so- dass eine Begründung für ihre Erwähnung durch den Autor versucht werden kann. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der Nichterwähnung von Fakten und die Frage, weshalb sie in einigen Artikeln verwendet werden, in anderen dagegen nicht.

Als Quellen dienen die konservative Kreuzzeitung, der nationalliberale Bayreuther Anzeiger, die links-liberale Vossische Zeitung, die katholische, dem Zentrum nahe stehende Germania und der sozialdemokratische Vorwärts. Weiterhin wird für die Stellung des Judentums zum Herrscher die Allgemeine Zeitung für das Judentum untersucht. Auch die Aussagen der Bundesfürsten sollen berücksichtigt werden. Hierbei werden die Festreden des Königs von Bayern und des Königs von Sachsen untersucht. Neben den deutschen Quellen soll auch kurz die amerikanische veröffentlichte und offizielle Beurteilung am Rande berücksichtigt werden.

Die gezeigten Fakten werden in einer Zusammenfassung gemeinsam dargestellt und die veröffentlichte Meinung über Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1913 herausgestellt.

Inhaltsverzeichnis:

A. Einleitung 2
B. Die konservative Bewertung Wilhelms II.- Der Artikel der Kreuzzeitung Fünfundzwanzig Jahre Kaiser und König 3
C. Liberale Bewertung Kaiser Wilhelms II. 7
1. Das Kaiserjubiläum- Artikel des nationalliberalen Bayreuther Anzeigers 7
2. Der Kaiser und die Stadt Berlin- Der Artikel der linksliberalen Vossischen Zeitung 13
D. Bewertung des Zentrums 16
1. Der Artikel der katholischen Germania 16
2. Das Verhältnis Wilhelms II. zur katholischen Konfession aus Sicht des Zentrums 21
E. Die Bewertung der Sozialdemokratie- der Artikel des Vorwärts 22
F. Bewertung der Regierungszeit des Kaisers durch das Judentum 25
G. Exemplarische Bewertung Wilhelms II. durch die Bundesfürsten 29
1. Die Rede des Bayrischen Prinzregenten Ludwig III. 29
2. Die Rede des Königs von Sachsen 31
H. Ausländische Bewertung Wilhelms II. an seinem Jubiläum 32
1. Theodore Roosevelt 32
2. Die offizielle amerikanische Darstellung des Kaisers durch den Staatssekretär Bryan 33
I. Zusammenfassung 35
J. Literatur und Quellen 37
1. Quellen 37
2. Literatur 39
a. Biographien 39
b. Literatur 39
c. Lexikonartikel 40

Textprobe:

Kapitel E, Die Bewertung der Sozialdemokratie- der Artikel des Vorwärts: Mit der Aussage nicht mitfeiern zu wollen, beginnt der Artikel des Vorwärts zum Regierungsjubiläum Wilhelms II.

Der Autor stellt dar, dass es aus Anlass der Feierlichkeiten sehr viele Festreden und Festartikel gäbe, denen aber allen der Vorwurf der Heuchelei zu machen sei, da nach dem Jubelfest die Kritik wieder einsetzen werde. Hiefür wird die Diskussion um den Wehrbeitrag, den die Konservativen ablehnen würden, im Rahmen des neuen Wehrgesetzes angeführt. Dieser Heuchelei will sich die Sozialdemokratie auf Grund ihres republikanischen Verständnisses nicht anschließen, auch wenn sie sich damit dem Spott der ostelbischen Hurraschreiern aussetzt.

Trotz der Ablehnung des monarchischen Systems könne die Partei eine differenzierte Stellung zu den verschiedenen Monarchen haben. So wird anerkannt, dass es liberale Herrscher oder nach Absolutismus strebende Kaiser und Könige gäbe. Der Autor zählt Wilhelm II. zur gegenüberliegenden Gruppe. Er meint aber, dass es nicht allein die Schuld der Person sei, sondern die seiner Umgebung, die ihm den Blick für die Wirklichkeit verstelle.

Hierfür wird ein nach Meinung des Verfassers ein geeignetes Beispiel beim Besuch Wilhelms II. bei der Firma Krupp angeführt. Aber auch persönliche Eigenschaften würden dem Kaiser zum Negativen gereichen. So seien diese zum ersten durch Vererbung übertragen worden. So habe der Herrscher das Gottesgnadentum übernommen, aber die Sparsamkeit abgelegt und eine prächtige Hofhaltung eingeführt. Dieses Verhalten habe aber in Kombination mit dem Auftreten des Kaisers die Junker verärgert, da Wilhelm II. für sie zu modern gewesen sei. Diesen Punkt erklärt sich der Autor wie die Abweichung von der Sparsamkeit durch den Einfluss der Gegenwart.

Nun wird ausgeführt, dass unter der Regierung des dritten Hohenzollern Kaisers Munckertum, Bürgertum und Arbeiterklasse im Kampfe gegenüberbestehen würden. Die Notwendigkeit zwischen diesen drei Klassen zu lavieren habe Wilhelm II. in seiner Selbsteinschätzung erkannt. So erklärt sich der Autor den Zickzackkurs der Politik, der durch die Persönlichkeit des Herrschers einen besonderen Anstrich erhalte.

Im Folgenden wird dargestellt, dass der Kaiser in ständiger Opposition zur Sozialdemokratie gestanden habe. Seine Reden gegen diese hätten aber nicht die Zerstörung der Partei, sondern ihre Stärkung bewirkt. Damit habe der Kaiser das Gegenteil seiner erreicht. Auf der selben Ebene liegt für den Autor auch die Freundschaftsbekundung zu den türkischen Führern der Moslems. Trotz der Zusage auf Unterstützung seien sie gestürzt und getötet worden. So kann der Verfasser des Vorwärts sehen, dass die Reden Wilhelms II. positiv auf die Bewegung gewirkt haben, da so immer neue Mitglieder gewonnen haben können. Daher hält es der Schriftsteller am Ende seiner Ausführungen doch für gerechtfertigt mitzufeiern. Mit dem Satz es lebe die Republik endet der Festartikel des Vorwärts.

Als ersten Punkt stellt der Verfasser die Festreden und Festartikel der bürgerlichen Parteien als Heuchelei, da diese nur die schönsten Seiten Wilhelms II. zeigen würden. Eindeutig kritisiert der Autor hiermit die Unterwürfigkeit und Falschheit des Bürgertums, da im folgenden Satz die wahre Stellung zum Monarchen aufgezeigt wird. So würde nach dem Jubiläum die Verstimmung über die Wehrvorlage des Kaisers so weit verbreitet sein, dass man von Majestätsbeleidigung sprechen müsse. Dieser Fakt ist den Sozialdemokraten wichtig, da sie besondere Erfahrung mit der Aburteilung wegen dieses Verbrechens haben.

Das angeführte Beispiel wird vom Verfasser bewusst gewählt, da es durch seine Aktualität bei den Lesern bekannt ist. So muss die Reichstagsdebatte vom 3. Juni 1913, über die auch der Vorwärts berichtete, vertraut sein. Hier kommt es weniger zum Streit um die Wehrvorlage, als um deren Finanzierung. Sie wird als Beweis angeführt, dass das Bürgertum und der Adel doch nicht so uneingeschränkt hinter dem Herrscher steht, wie es in den Artikeln zum Jubiläum ausgedrückt wird. Um den Vorwurf dieser Heuchelei nicht auf sich beziehen zu lassen, verweigert der Autor eine Laudatio auf den Kaiser. Die Kritik geht dabei weniger an Wilhelm II. als an das Bürgertum. Dennoch wird durch die Ablehnung der Huldigungen des Bürgertums auch die Leistung des Monarchen negiert.

Im nächsten Abschnitt wird das Verhältnis der Sozialdemokratie zur Monarchie, insbesondere zu Wilhelm II., aufgezeigt. Aus den Ausführungen lässt sich erschließen, dass er als Machthaber mit absolutistischen Neigungen erscheinen muss. Sicher denkt der Autor an den Ausspruch voluntas regis suprema lex. Für einen Republikaner, aber auch für viele Bürgerliche muss gerade diese Aussage als absolutistisch erscheinen. Verbunden mit der deutlich sichtbaren aufwendigen Hofhaltung, der Bevorzugung des Heeres und dem Auftreten des Monarchen, kann sich der Autor und mit Sicherheit auch der sozialdemokratische Leser mit dieser Aussage vollständig identifizieren.

Nun versucht der Autor für die absolutistischen Neigungen eine Begründung zu finden. Hierfür werden zwei Begründungsstränge angeführt: Die inneren und äußeren Einflüsse. Dabei kommt den äußeren Faktoren eine größere Bedeutung zu, als den inneren, da sie um letztere einen Rahmen bilden und damit ausführlicher beschrieben werden. Bei den inneren Einflüssen wird ein Widerspruch zwischen alten monarchischen Elementen, die vererbt seien und modernen Zügen der Persönlichkeit des Kaisers herausgehoben. So fördere Wilhelm II. die Wiedererrichtung alter Bauten, wie sein Vorfahre Friedrich Wilhelm IV. und halte am Gotteskönigtum fest. Auf der modernen Seite steht aber das Interesse für die Technik, insbesondere für den Automobilbau und die Luftschifffahrt. Hierdurch verärgere er die Junker, die lieber die vererbten altmodischen Eigenschaften als dominierend sehen würden.

Damit sieht der Verfasser einen zwiespältigen Menschen, der weder in der Gegenwart, noch in der Vergangenheit aktionsfähig ist. Diese Faktoren alleine können aber für den Autor die absolutistischen Neigungen und die Persönlichkeit nicht erklären. So verwendet er die äußeren Einflüsse. Wilhelm II könne die Realität nicht sehen, da sie vom schönen Schein verdeckt werde. Das angeführte Beispiel des Besuches bei der Firma Krupp wird in diesem Kontext als passen erscheinen, auch wenn es nicht nachprüfbar ist, ob es sich wirklich so, wie der Verfasser es darstellt, zugetragen hat.

Dennoch hat er recht, wenn er meint, dass man bewusst die Realität von Wilhelm II. fernhalte. Die Schuld und Kritik trifft hierbei weniger den Monarchen, als seine Berater und im ersten Fall das Bürgertum. Er ist dabei das Produkt seiner Verhältnisse. So geht der Autor von der Annahme aus, dass das bürgerliche Volk seinen Kaiser so will, wie er ist und er ist, wie das Volk ihn will. Diese Auffassung verwendet noch im Jahre 1921 der Demokrat Walter Rathenau, so dass es scheinbar eine gängige Erklärung für die Wilhelminische Epoche aus sozialistisch- demokratischer Sicht ist. Es ist nicht anzunehmen, dass durch die Aufteilung der Schuld Wilhelm II. entgegengekommen werden soll, da er für die Sozialisten das Negative in Person darstellt, das auch das kleinste Lob nicht verdienen kann.

Ein weiterer äußerer Fakt sind die zeitlichen Gegebenheiten. So stünden die Klassen des Muckertums, des Bürgertums und der Arbeiterklasse im Wettstreit, so dass der Monarch zwischen diesem Klassen lavieren müsse. So erkläre sich auch der Zickzack- Kurs der Politik. Hierbei legt der Autor sein kommunistisches Bild des Klassenkampfes zu Grunde. Dieses Bild legt der Verfasser seiner gesamte Argumentation zu Grunde. Damit beendet der Autor seine Erklärung der Persönlichkeit des Kaisers. Sie ist für ihn widerspruchsvoll. Die Schuld für diese charakterliche Schwäche teilen sich aber der Monarch und die ihn umgebenen Schichten des Hofes und des Bürgertums.

Der Charakter des Klassenkampfes äußert sich für den Schriftsteller auch auf der politischen Ebene. So sei es die Aufgabe des Monarchen als überparteiliche Institution zwischen den Klassen zu lavieren. In der Selbsteinschätzung sei es ihm auch gelungen. Aus den Folgenden Äußerungen ist aber zu erkennen, dass der Autor anderer Ansicht ist. So führt er die Sozialpolitik als Beispiel für die Bemühungen Wilhelms II. um die Arbeiterklasse an.

Für die Sozialdemokratie ist diese Politik als Fehlschlag zu betrachten. Die Februarerlasse, die eigentlich als Besserung hätten bejaht werden müssen, da sie eine Forderung der Sozialdemokraten sind, zählen für den Autor auch in die fehlgeschlagenen sozialpolitischen Aktivitäten, da sie nicht explizit ausgeklammert werden. Obwohl die Forderungen, wenn auch nicht vollständig, erfüllt und umgesetzt werden, kritisiert der Verfasser die Beschlüsse indirekt. Damit steht er fest auf sozialdemokratischem Boden, da er die Besserung der Lage der Arbeiter durch staatliche Reformen ablehnt. Für ihn sind die Februarerlasse rein konservativer Staatssozialismus, der nur auf die Bewahrung des alten Systems auf Kosten der Arbeiter hin abzielt. Sie müssen daher für den Autor als negativ erscheinen.

Damit gehört er zur Gruppe unter Liebknecht und Luxemburg, die die Revolution der Kooperation vorziehen. Die folgende Darstellung der Gegnerschaft Wilhelms II. zur Sozialdemokratie belegt der Autor mit Textstellen aus den Reden des Kaisers. Er kritisiert diese Äußerungen nicht, da sie sich selbst durch die Geschichte widerlegen würden. Besonders die Bemerkung, dass die Sozialdemokratie nur eine vor-übergehende Erscheinung sei nimmt der Verfasser genauer unter die Lupe. Hierfür wird die Stimmzahl der SPD bei den Wahlen von 1912 angeführt.

Tatsächlich stimmt die Zahl, die der Autor zeigt mit der Realität überein. Dem Leser muss ungefähr dieses Ergebnis bekannt sein, so dass es hier nur zur Verstärkung der Aussage verwendet wird. Der Schriftsteller zeigt auf diese Weise, dass trotz des Vorsatzes des Kaisers die Sozialdemokratie zu zerstören die Stimmenzahl von 1427200 auf 4250400 gestiegen ist, so dass sich die Aussage Wilhelms II. selbst widerlegt hat.

Damit wird die Ernsthaftigkeit Wilhelms II. angegriffen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Erwähnung der Beziehung des Herrschers zu den Mohammedanern. Ihnen habe er die Freundschaft geschworen, auf dass sie ewig an der Macht blieben. Das Ergebnis aber sei die Absetzung und Tötung des Anführers gewesen. Hier wird ein aktuelles Ereignis gezeigt, da der Großwesir Mahmud Schweket am 11. Juni 1913 ermordet worden ist. Die Freundschaft Wilhelms II. konnte auch nicht helfen, so dass auch hier die Geschichte die Aussagen des Herrschers widerlegt. Man erkennt, dass der Autor hier geschickt eine Kreuzstellung in seiner Argumentation verwendet. So zeigt er, dass der Wille zur Zerstörung die Stärkung, der Wunsch nach Schutz zur Vernichtung, geführt hat. So zeigt der Autor, wie wenig Anspruch die Reden und damit die Person des Kaisers auf Realitätsnähe haben. Seine Glaubwürdigkeit wird dadurch zumindestens angekratzt, für einen Sozialdemokraten vielleicht sogar völlig zerstört.

So wird eindeutig an dieser Realitätslosigkeit Kritik geübt, auch wenn der Autor offiziell beschließt, keine Beanstandung zu zeigen. Da diese negative Eigenschaft Wilhelms II. der SPD neue Anhänger beschert habe kann man erkennen, dass eine Kritik vorhanden ist. Sie trifft aber nicht den Monarchen alleine, sondern auch das Bürgertum, dass, wie in den vorhergehenden Ausführungen gezeigt, sich die Schuld mit Wilhelm II. teilt.

Als letzter Punkt soll nun die Aussage `Es lebe die Republik` gezeigt werden. Sicher meint der Verfasser diesen Ausspruch ernst, da diese Aufforderung von der Anlage des Textes her nicht speziell auf das Ereignis des Regierungsjubiläums zugeschnitten ist, sondern für den Autor eine allgemeine Forderung darstellt. Zu erkennen ist dieser Fakt dadurch, dass er außerhalb des Rahmens `Wir feinern nicht mit, wir feiern doch mit` steht. Man erkennt, dass der sozialdemokratische Artikel des Vorwärts keine positive Leistung der Regierungszeit des Kaisers hervorhebt. Es wird generell kein Lob geäußert. Die Kritik wird dabei aber zwischen Kaiser und Bürgertum geteilt, so dass Wilhelm II. nicht alleine an der negativen Bewertung schuld ist, sondern ein großer, vielleicht sogar der größere Teil der Schuld den Bürgerlichen zufällt. Allgemein ist im Text die kommunistische Doktrin stark vertreten. So ist der Klassenkampf zwischen Proletariat, Bürgertum, Adel und Monarch die Grundlage aller Argumentation. Auf diese Weise entsteht ein negatives Bild der Gegenwart, in der Wilhelm II. nur als Vertreter einer Klasse, nicht aber als Alleinschuldiger auftritt.

Arbeit zitieren:
Leipold, Andreas September 2005: Die Bewertung Kaiser Wilhelms II. im Jahre seines Silbernen Regierungsjubiläums am 15. Juni 1913 aus parteipolitischer und auswärtiger Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kaiserreich, Öffentliche Meinung, Presse, Medienpolitik, Kaiser Wilhelm II.

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