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Bildung und Erziehung in der DDR

Bildung und Erziehung in der DDR
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jana Schröter
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 826,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1013-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1013-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1013-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröter, Jana Januar 1998: Bildung und Erziehung in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Herausbildung der sozialistischen Persönlichkeit, sozialistisches Bildungssystem

Diplomarbeit von Jana Schröter

Einleitung:

Der Mensch wird durch Bildung und Erziehung geprägt und vorbereitet, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) beeinflußte mit Bildung und Erziehung die Heranwachsenden, für die Ziele des Sozialismus zu kämpfen und sich an seinem Aufbau zu beteiligen. Das im Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem festgeschriebene Erziehungsziel verlangte die Herausbildung sozialistischer Persönlichkeiten im Geiste des Marxismus-Leninismus. Dieses Ziel spiegelte sich im gesamten Bildungssystem wieder.

Die Idee zur Beschäftigung mit dem Thema "Bildung und Erziehung in der DDR" entstand aufgrund der Erlebnisse und der Erfahrungen in meiner Vergangenheit. Ich lebte in der DDR und wurde durch das sozialistische Bildungssystem geprägt. Seit der politischen Wende im Herbst 1989 gehört die DDR mit ihrem Bildungs- und Erziehungskonzept zur Geschichte. Im Rahmen dieser Diplomarbeit möchte ich DDR-Geschichte in Bezug auf Bildung und Erziehung vermitteln. Mir ist es wichtig zu verdeutlichen, wie auf der einen Seite der Anspruch des Staates auf Bildung und totale Erziehung des Menschen zur sozialistischen Persönlichkeit stand und auf der anderen Seite das Streben des Menschen nach Individualität und Selbstbestimmung.

Bei den Ausführungen handelt es sich in erster Linie um eine möglichst objektive Darlegung der sozialistischen Bildung und Erziehung in der DDR unter Verwendung von Materialien aus Dokumenten der DDR und Betrachtungen aus der Bundesrepublik von sowohl vor 1989/ 90 als auch danach. Auf Kritik kann jedoch nicht verzichtetet werden. Diese wird durch das Aufzeigen von eigenen Erfahrungen und der Realität in den Anmerkungen zu den Kapiteln sowie im Kapitel vier geübt.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel dieser Arbeit erfolgt neben der Betrachtung des Bildungs- und Erziehungsbegriffes mittels der erziehungswissenschaftlichen Literatur eine Definition der beiden Termini in ihrer Verwendung in der DDR-Pädagogik. Dabei wird in die Abhandlung die in der DDR vorhandene Einheit von Bildung und Erziehung eingeschlossen.

Das zweite Kapitel behandelt ideologische Voraussetzungen der Entwicklung des Bildungssystems. Die wichtigsten Grundlagen dafür finden sich in den Werken von Marx und Engels. Aufgrund der Vorbildfunktion der Sowjetunion wird der Einfluß der Sowjetpädagogik auf das Bildungssystem der DDR dargestellt.

Im dritten Kapitel werden anknüpfend an die verschiedenen Entwicklungsetappen des DDR-Bildungssystems dessen Struktur und Merkmale aufgezeigt. Diese Arbeit beschränkt sich auf die Darstellung des Kindergartens und der allgemeinbildenden Schule und läßt die Betrachtung anderer Bildungsinstitutionen, wie z. B. Fachschulen, Universitäten und Erwachsenenqualifizierung außer Acht. Dieser Konzentration liegen die eigenen bewußten Erlebnisse aus der Schulzeit und der in der Erzieherinnenausbildung erhaltene Einblick in den Vorschulbereich zugrunde. Außerdem besteht die Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen und das Bekanntmachen mit dem gesellschaftlichen Leben im Kindergarten sowie die Polytechnische Bildung und Wehrerziehung in der Schule, als typische Kennzeichen des DDR-Bildungssystems zu betrachten. Abschließend fließen in dieses Kapitel die Betrachtungen der Kinder- und Jugendorganisation der Pioniere und der Freien Deutschen Jugend ein.

Das vierte Kapitel der Diplomarbeit zeigt ausgewählte Konflikte zwischen dem Staat und den nichtstaatlichen Erziehungsinstitutionen auf. Den Spannungen lag oft die religiöse Weltanschauung christlich orientierter Menschen als Ursache zugrunde. Die Konflikte gehörten zur Realität im Bereich Bildung und Erziehung in der DDR. Sie fanden aber keine Erwähnung in den DDR-Dokumenten, sondern nur in veröffentlichten oder unveröffentlichten Schriftstücken von engagierten Bürgern, von Oppositionsgruppen oder von Vetretern der Kirche.

In der Literatur, welche dieser Abhandlung zugrunde liegt, wurde die männliche Wortendung verwendet. Deshalb wird diese Form in der Diplomarbeit beibehalten. Die männliche Bezeichnung schließt beide Geschlechter ein.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 5
1. Begriffsdefinitionen 7
1.1. Bildung 7
1.2. Erziehung 8
1.3. Einheit von Bildung und Erziehung 10
2. Theoretische Grundlagen der Entwicklung des Bildungssystems der DDR 13
2.1. Vorbemerkungen 13
2.2. Grundlagen nach Marx und Engels 13
2.3. Einfluß der Sowjetpädagogik 16
2.3.1. Lenin 16
2.3.2. Makarenko 18
2.4. Marxismus-Leninismus 20
3. Realisierung der Entwicklung des Bildungssystems 21
3.1. Etappen der Entwicklung des Bildungssystems 21
3.1.1. Antifaschistisch-demokratische Schulreform (1945-1949) 21
3.1.2. Aufbau der sozialistischen Schule (1949-1961/ 62) 23
3.1.3. Gestaltung des entwickelten sozialistischen Bildungssystems seit 1961/ 62 24
3.1.4. Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem (Bildungsgesetz) 25
3.2. Allseitig gebildete sozialistische Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung 27
3.3. Zentrale Leitung des Bildungssystems 31
3.4. Struktur des Bildungssystems 32
3.5. Merkmale des Bildungssystems 34
3.5.1. Einheitlichkeit 34
3.5.2. Staatlichkeit und Weltlichkeit 35
3.5.3. Unentgeltlichkeit 35
3.5.4. Planmäßige und proportionale Entwicklung 36
3.5.5. Wissenschaftlichkeit, Parteilichkeit, Lebensverbundenheit 36
3.6. Kindergarten 37
3.6.1. Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten 38
3.6.2. Bekanntmachen mit dem gesellschaftlichen Leben 42
3.6.3. Schulvorbereitung 44
3.7. Zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule 45
3.7.1. Polytechnische Bildung 51
3.7.2. Wehrerziehung 56
3.7.2.1. Wehrunterricht 58
3.7.2.2. Curriculare Grundlagen der sozialistischen Wehrerziehung in der Schule 59
3.8. Pionierorganisation "Ernst Thälmann" 61
3.9. Freie Deutsche Jugend 64
3.10. Jugendweihe 66
4. Exemplarische Konflikte mit der sozialistischen Bildung und Erziehung 68
4.1. Vorbemerkungen 68
4.1.1. Kirche im Sozialismus 69
4.1.2. Rechtliche Grundlagen der Kirche in der DDR 70
4.2. Kirchliche Erziehung in der DDR 71
4.3. Konfessionelle Kindergärten und Schule 72
4.4. Jugendweihe und Konfirmation 73
4.5. Schule und christliches Zeugnis 75
4.6. Familienerziehung und Schule 76
5. Schlußbemerkung 80
Zeittafel 81
Anmerkungen 84
Anmerkungen zu Kapitel 1 84
Anmerkungen zu Kapitel 2 84
Anmerkungen zu Kapitel 3 86
Anmerkungen zu Kapitel 4 96
Abkürzungsverzeichnis 99
Literaturverzeichnis 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bildung und Erziehung darstellte. Sie war in allen Stufen des Bildungssystems sowie in den Tätigkeiten der Pionierorganisation, der FDJ und der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) zu finden. Die sozialistische Wehrerziehung fand an keiner Stelle im Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem Erwähnung. Nur in den Erziehungszielen gab es Äußerungen zur wehrerzieherischen Tätigkeit: "Die Schüler, Lehrlinge und Studenten sind zur Liebe zur Deutschen Demokratischen Republik und zum Stolz auf die Errungenschaften des Sozialismus zu erziehen, um bereit zu sein, alle Kräfte der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, den sozialistischen Staat zu stärken und zu verteidigen. ... Sie sind im Geiste des Friedens und der Völkerfreundschaft, des sozialistischen Patriotismus und Internationalismus zu erziehen." (Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR § 5 (2) 1995, S. 31). [...]

schen Ausdruck fand sie in den Fächern Einführung in die sozialistische Produktion (ESP), Technisches Zeichnen (TZ) und Produktive Arbeit (PA). Wehrerziehung (siehe 3.7.2.) war ebenfalls in die Oberstufe eingebunden. "Der Wehrunterricht in den Klassen 9 und 10 soll die Bereitschaft der Schuljugend wecken und ihre Fähigkeiten entwickeln, den Sozialismus zu verteidigen und die Errungenschaften ihres Vaterlandes zu schützen." (Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der Deutschen Demokratischen Republik 1979, S. 60). In der Oberstufe bestanden Differenzierungen des Unterrichtes. Dazu gehörte ab der 7. Klasse neben Russisch der fakultative Unterricht einer zweiten Fremdsprache (Englisch oder Französisch). Eine weitere Form der Differenzierung stellte die Teilnahme an fakultativen Kursen (AGs) auf mathematischem, technischem, natur- und gesellschaftswissenschaftlichem, künstlerisch-kulturellem oder sportlichem Gebiet dar. Ziel war es, die Allgemeinbildung zu erweitern, die Interessen und Neigungen der Schüler zu berücksichtigen sowie Unterstützung [...]

in der Matematik und erhielten Einblick in Erscheinungen der Natur, die Arbeit und die Gesellschaft. Es existierte eine Verbindung von Unterricht und gesellschaftlich nützlicher Tätigkeit. Der Werk- sowie Schulgartenunterricht vermittelte den Schülern elementare technische, technologische und ökonomische Kenntnisse sowie einfache technisch-konstruktive Fähigkeiten und Arbeitsfertigkeiten. Der Unterricht fand am Vormittag statt. Mehr als zwei Drittel der Schüler besuchten am Nachmittag den Schulhort , eine Einrichtung der Schule. Im Schulhort schaften teil. Der natur- und gesellschaftswissenschaftliche sowie fremdsprachliche Fachunterricht setzte in der Mittelstufe ein. Das Vertrautmachen der Schüler mit dem gesellschaftlichen Leben, der Arbeit, der Wissenschaft, der Technik und der Kultur sowie das Einbeziehen in die gesellschaftlich nützliche Arbeit erfolgte intensiver. "Der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht in den Fächern Geschichte und Geographie vermittelt den Schülern sicheres und anwendungsbereites historisches, geographisches und politisches Wissen, auf dessen Grundlage sie an die Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung herangeführt und zum selbständigen Denken befähigt werden." (Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der Deutschen Demokratischen Republik 1979, S. 58). und lebenspraktische Zielsetzungen. [...]

Arbeit zitieren:
Schröter, Jana Januar 1998: Bildung und Erziehung in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Herausbildung der sozialistischen Persönlichkeit, sozialistisches Bildungssystem

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