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Bedingungsvariablen schöpferischen Denkens

Bedeutung und Funktion spezieller kognitiver Prozesse, Persönlichkeitsvariablen und sozialer Einflüsse für die Entstehung kreativer Leistungen

Bedingungsvariablen schöpferischen Denkens
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Urbschat
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 147 Seiten
  • Dateigröße: 801,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 60
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0028-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0028-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0028-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Urbschat, Frank Juni 2006: Bedingungsvariablen schöpferischen Denkens, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kognition, Kreativität, Persönlichkeit, kognitives Denken, Soziologie

Diplomarbeit von Frank Urbschat

Einleitung:

Kreativität zählt zu den wundersamsten Fähigkeiten des Menschen. Alle bedeutenden wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen können als Produkte kreativen Denkens betrachtet werden. Aufgrund der Bedeutung kreativen Denkens für die Lösung von Problemen wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Untersuchungen der Voraussetzungen der kreativen Produktivität durchgeführt.

Die Forschung wurde dabei von der Annahme geleitet, dass bestimmte soziale Einflüsse zur Entwicklung von Persönlichkeitseigenschaften beitragen, die das Auftreten spezifischer kognitiver Prozesse begünstigen, die sich in Form kreativen Denkens manifestieren.

Vor diesem Hintergrund wird auf Grundlage der Ergebnisse der Kreativitätsforschung im Rahmen dieser Arbeit versucht, eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Faktoren an der Entstehung kreativer Leistungen beteiligt sind.

Zu diesem Zweck werden die Bedeutung und Funktion spezifischer kognitiver Prozesse, Persönlichkeitsvariablen und sozialer Einflüsse für die Entstehung kreativer Ideen und Handlungen einer genauen Betrachtung unterzogen.

Gang der Untersuchung:

Beginnend mit einer Definition des Konstrukts Kreativität (Punkt 1.) wird ein Überblick über die Geschichte der Kreativitätsforschung gegeben (Punkt 2.) um im Text angeführte Theorien in ihrer Entwicklungslogik historisch einordnen zu können.

Punkt 3. beinhaltet die Beschreibung der wichtigsten Methoden und Messverfahren für die Datensammlung im Feld der Kreativitätsforschung.

Die Bedeutung externer Beurteilung einer neuen Idee auf ihre Kreativität und die damit verbundene Problematik, für diesen Zweck geeignete Kriterien zu finden, stehen im Zentrum von Punkt 4. Hier soll aufgezeigt werden, dass Kreativität keine immanente Eigenschaft eines Produktes ist, sondern als Prädikat zu betrachten ist, das diesem von mehr oder weniger kompetenten Personen verliehen wird.

Verfahren zur Beurteilung der Kreativität auf Grundlage der unter Punkt 4. beschriebenen Kriterien werden in Punkt 5. angeführt.

In der nachfolgenden Diskussion (Punkt 6.) werden die unter Punkt 5. vorgestellten Messverfahren einer kritischen Wertung unterzogen.

Im nächsten Abschnitt (Punkte 7. bis 7.6) werden Charakteristiken des kreativen Prozesses und des Problemlösungsprozesses vorgestellt und auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Ziel ist es hier, eine mögliche Konvergenz oder Divergenz beider intellektueller Prozesse aufzuzeigen, die im Hinblick auf die Identifizierung kreativitätsspezifischer kognitiver Prozesse von Bedeutung ist.

Im folgenden Abschnitt (Punkt 8. bis 8.8) wird ein Überblick über Persönlichkeitsfaktoren gegeben, von denen angenommen wird, dass sie in Zusammenhang mit kreativen Leistungen stehen. Diese umfassen Variablen, die die kognitive Leistungsfähigkeit betreffen (Intelligenz) und solche, die an der Steuerung kognitiver Inhalte beteiligt sind (Heurismen, kognitiver Stil).

Weitere Variablen beziehen sich auf energetisierende (Motivation) und affektive Aspekte (Emotion) kreativer Prozesse. Außerdem soll gezeigt werden, dass sich kreative Menschen auch durch Wissen, spezifische Interessen und Einstellungen auszeichnen.

Im letzten Abschnitt (Punkt 9. bis 9.5) wird die Bedeutung und Funktion sozialer Einflüsse für die kreative Leistung analysiert. Hierzu wird auf den Ebenen der Familie, Schule, Organisation und Gesellschaft spezifiziert, welche Arten von Umwelteinflüssen welche Aspekte des kreativen Verhaltens fördern oder hemmen können.

Abschließend folgt eine Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse auf Grundlage der Fragestellung dieser Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 6
1. Definition des Konstrukts Kreativität 8
2. Geschichte der Kreativitätsforschung 10
3. Methoden der Kreativitätsforschung 14
3.1 Psychometrische Methoden 15
3.2 Experimentelle Methoden 16
3.3 Biografische Methoden 17
3.4 Kontextuelle Methoden 17
3.5 Methodenkritik 18
4. Identifizierung der kreativen Person 19
4.1 Das Produkt als Urteilsgegenstand 20
4.2 Die Persönlichkeit als Urteilsgegenstand 22
4.3 Der Prozess als Urteilsgegenstand 22
4.4 Systemischer Ansatz 23
5. Verfahren zur Erfassung kreativer Fähigkeiten 23
5.1 Tests zur Ermittlung des Grades divergenten Denkens 24
5.2 Einstellungs- und Interesseninventare 24
5.3 Persönlichkeitsinventare 24
5.4 Biografische Inventare 25
5.5 Einschätzungen von Lehrern, gleichgestellten Gruppenmitgliedern (Peers) und Supervisoren 25
5.5.1 Beurteilung durch Lehrer 25
5.5.2 Beurteilung durch Peers 26
5.5.3 Beurteilung durch Supervisoren 26
5.6 Beurteilung von Produkten 27
5.7 Selbstberichtete kreative Aktivitäten und Erfolge 27
5.8 Andere Verfahren der Messung der Kreativität 27
6. Diskussion 28
7. Analyse der Beziehung des kreativen Prozesses zum Problemlösungsprozess 31
7.1 Phasen des kreativen Prozesses 31
7.1.1 Kritik der Phasenmodelle des kreativen Prozesses 33
7.2 Phasen des Problemlösungsprozesses 35
7.2.1 Kritik der Phasenmodelle des Problemlösungsprozesses 38
7.3 Vergleich der Phasenmodelle 39
7.4 Charakteristika des kreativen Prozesses 40
7.4.1 Theorien des kreativen Prozesses 40
7.4.1.1 Psychodynamische Ansätze 40
7.4.1.2 Kognitive Ansätze 42
7.4.1.2.1 Ausdehnung von Konzepten 44
7.4.1.2.2 Konzeptuelle Kombination 45
7.4.1.2.3 Kreative Imagination 45
7.4.1.3 Assoziationistische Ansätze 46
7.4.2 Funktion wichtiger Phasen des kreativen Prozesses 47
7.4.2.1 Inkubation 47
7.4.2.2 Einsicht 50
7.4.2.3 Problemfindung 52
7.4.3 Diskussion 52
7.5 Charakteristika des Problemlösungsprozesses 55
7.5.1 Problemdefinition 56
7.5.2 Klassifikation von Problemen 57
7.5.3 Determinanten der Problemschwierigkeit 58
7.5.3.1 Merkmale des Problems 58
7.5.3.2 Merkmale der Person 58
7.5.4 Theorien des Problemlösens 59
7.5.4.1 Assoziationstheorie 59
7.5.4.2 Gestaltpsychologie 60
7.5.4.3 Funktionalismus 62
7.5.4.3.1 Theorie des Problemlösens von Newell und Simon 62
7.5.4.3.2 Theorie des Problemlösens als Informationsverarbeitung von Dörner 65
7.5.4.3.3 Allgemeine Merkmale des Problemlösungsprozesses nach dem Informationsverarbeitungsansatz 66
7.5.4.3.4 Merkmale einfachen und komplexen Problemlösens 69
7.5.5 Diskussion 70
7.6 Diskussion der Beziehung zwischen beiden Prozessen 73
7.6.1 Gemeinsamkeiten zwischen Kreativität und Problemlösen 73
7.6.2 Unterschiede zwischen Kreativität und Problemlösen 75
7.6.3 Zum Verhältnis von Kreativität und Problemlösen 77
8. Persönlichkeitsvariablen 79
8.1 Zur Methodik der Persönlichkeitsforschung 80
8.2 Intelligenz 81
8.2.1 Theoretisch-definitorische Aspekte der Beziehung Kreativität – Intelligenz 81
8.2.1.1 Kreativität als ein Aspekt der Intelligenz 83
8.2.1.2 Intelligenz als Aspekt der Kreativität 85
8.2.1.3 Kreativität und Intelligenz als sich überlappende Prozesse 86
8.2.1.4 Intelligenz und Kreativität als essentiell dasselbe Phänomen 88
8.2.1.5 Kreativität und Intelligenz ohne Beziehung zueinander 88
8.2.2 Diskussion 89
8.3 Kognitiver Stil 91
8.3.1 Theorien über kognitive Stile und ihre Beziehungen zur Kreativität 92
8.3.2 Diskussion 94
8.4 Motivation 95
8.4.1 Motivationsformen 96
8.4.1.1 Intrinsische Motivation 96
8.4.1.2 Selbstaktualisierung 97
8.4.1.3 Verstärkung 97
8.4.1.4 Psychische Konflikte 98
8.4.2 Diskussion 98
8.5 Affekt 100
8.5.1 Theorien des Affekts und seiner Verbindung zur Kreativität 100
8.5.1.1 Psychoanalytische Theorie 100
8.5.1.2 Kognitive Affektmodelle 101
8.5.1.3 Intrinsische Motivation 101
8.5.1.4 Spannung und Kreativität 101
8.5.1.5 Neugier 102
8.5.1.6 Integratives Modell des Affekts und der Kreativität 102
8.5.2 Diskussion 102
8.6 Wissen 104
8.6.1 Kreativitätstheorien und Wissen 105
8.6.2 Kreativitätsrelevante Aspekte des Wissens 106
8.6.2.1 Wissensumfang 107
8.6.2.2 Wissensstruktur 108
8.6.3 Diskussion 109
8.7 Heurismen 109
8.7.1 Heurismen beim kreativen Problemlösen 110
8.7.2 Metakognition 111
8.7.3 Diskussion 112
8.8 Traits 113
8.8.1 Integrative Theorien der Persönlichkeit und Kreativität 115
8.8.2 Diskussion 116
9. Die Bedeutung sozialer Einflüsse für die kreative Leistung 118
9.1 Familie 119
9.1.1 Familiäre Charakteristika kreativer Personen 119
9.2 Schule 123
9.2.1 Kritik des Schulsystems 123
9.2.2 Möglichkeiten der Kreativitätsförderung in der Schule 125
9.2.2.1 Verhalten des Lehrers 126
9.2.2.2 Lerntechniken 128
9.2.2.3 Unterrichtsformen 128
9.3 Organisation 129
9.3.1 Kreativitätsfördernde Faktoren in Organisationen 130
9.4 Gesellschaft 133
9.4.1 Kreativitätsfördernde Einflüsse der Gesellschaft 134
9.5 Diskussion 138
Schlusswort 142
Abbildungsverzeichnis 146
Literaturverzeichnis 147
Eidesstattliche Erklärung 151

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 6
1. Definition des Konstrukts Kreativität 8
2. Geschichte der Kreativitätsforschung 10
3. Methoden der Kreativitätsforschung 14
3.1 Psychometrische Methoden 15
3.2 Experimentelle Methoden 16
3.3 Biografische Methoden 17
3.4 Kontextuelle Methoden 17
3.5 Methodenkritik 18
4. Identifizierung der kreativen Person 19
4.1 Das Produkt als Urteilsgegenstand 20
4.2 Die Persönlichkeit als Urteilsgegenstand 22
4.3 Der Prozess als Urteilsgegenstand 22
4.4 Systemischer Ansatz 23
5. Verfahren zur Erfassung kreativer Fähigkeiten 23
5.1 Tests zur Ermittlung des Grades divergenten Denkens 24
5.2 Einstellungs- und Interesseninventare 24
5.3 Persönlichkeitsinventare 24
5.4 Biografische Inventare 25
5.5 Einschätzungen von Lehrern, gleichgestellten Gruppenmitgliedern (Peers) und Supervisoren 25
5.5.1 Beurteilung durch Lehrer 25
5.5.2 Beurteilung durch Peers 26
5.5.3 Beurteilung durch Supervisoren 26
5.6 Beurteilung von Produkten 27
5.7 Selbstberichtete kreative Aktivitäten und Erfolge 27
5.8 Andere Verfahren der Messung der Kreativität 27
6. Diskussion 28
7. Analyse der Beziehung des kreativen Prozesses zum Problemlösungsprozess 31
7.1 Phasen des kreativen Prozesses 31
7.1.1 Kritik der Phasenmodelle des kreativen Prozesses 33
7.2 Phasen des Problemlösungsprozesses 35
7.2.1 Kritik der Phasenmodelle des Problemlösungsprozesses 38
7.3 Vergleich der Phasenmodelle 39
7.4 Charakteristika des kreativen Prozesses 40
7.4.1 Theorien des kreativen Prozesses 40
7.4.1.1 Psychodynamische Ansätze 40
7.4.1.2 Kognitive Ansätze 42
7.4.1.2.1 Ausdehnung von Konzepten 44
7.4.1.2.2 Konzeptuelle Kombination 45
7.4.1.2.3 Kreative Imagination 45
7.4.1.3 Assoziationistische Ansätze 46
7.4.2 Funktion wichtiger Phasen des kreativen Prozesses 47
7.4.2.1 Inkubation 47
7.4.2.2 Einsicht 50
7.4.2.3 Problemfindung 52
7.4.3 Diskussion 52
7.5 Charakteristika des Problemlösungsprozesses 55
7.5.1 Problemdefinition 56
7.5.2 Klassifikation von Problemen 57
7.5.3 Determinanten der Problemschwierigkeit 58
7.5.3.1 Merkmale des Problems 58
7.5.3.2 Merkmale der Person 58
7.5.4 Theorien des Problemlösens 59
7.5.4.1 Assoziationstheorie 59
7.5.4.2 Gestaltpsychologie 60
7.5.4.3 Funktionalismus 62
7.5.4.3.1 Theorie des Problemlösens von Newell und Simon 62
7.5.4.3.2 Theorie des Problemlösens als Informationsverarbeitung von Dörner 65
7.5.4.3.3 Allgemeine Merkmale des Problemlösungsprozesses nach dem Informationsverarbeitungsansatz 66
7.5.4.3.4 Merkmale einfachen und komplexen Problemlösens 69
7.5.5 Diskussion 70
7.6 Diskussion der Beziehung zwischen beiden Prozessen 73
7.6.1 Gemeinsamkeiten zwischen Kreativität und Problemlösen 73
7.6.2 Unterschiede zwischen Kreativität und Problemlösen 75
7.6.3 Zum Verhältnis von Kreativität und Problemlösen 77
8. Persönlichkeitsvariablen 79
8.1 Zur Methodik der Persönlichkeitsforschung 80
8.2 Intelligenz 81
8.2.1 Theoretisch-definitorische Aspekte der Beziehung Kreativität – Intelligenz 81
8.2.1.1 Kreativität als ein Aspekt der Intelligenz 83
8.2.1.2 Intelligenz als Aspekt der Kreativität 85
8.2.1.3 Kreativität und Intelligenz als sich überlappende Prozesse 86
8.2.1.4 Intelligenz und Kreativität als essentiell dasselbe Phänomen 88
8.2.1.5 Kreativität und Intelligenz ohne Beziehung zueinander 88
8.2.2 Diskussion 89
8.3 Kognitiver Stil 91
8.3.1 Theorien über kognitive Stile und ihre Beziehungen zur Kreativität 92
8.3.2 Diskussion 94
8.4 Motivation 95
8.4.1 Motivationsformen 96
8.4.1.1 Intrinsische Motivation 96
8.4.1.2 Selbstaktualisierung 97
8.4.1.3 Verstärkung 97
8.4.1.4 Psychische Konflikte 98
8.4.2 Diskussion 98
8.5 Affekt 100
8.5.1 Theorien des Affekts und seiner Verbindung zur Kreativität 100
8.5.1.1 Psychoanalytische Theorie 100
8.5.1.2 Kognitive Affektmodelle 101
8.5.1.3 Intrinsische Motivation 101
8.5.1.4 Spannung und Kreativität 101
8.5.1.5 Neugier 102
8.5.1.6 Integratives Modell des Affekts und der Kreativität 102
8.5.2 Diskussion 102
8.6 Wissen 104
8.6.1 Kreativitätstheorien und Wissen 105
8.6.2 Kreativitätsrelevante Aspekte des Wissens 106
8.6.2.1 Wissensumfang 107
8.6.2.2 Wissensstruktur 108
8.6.3 Diskussion 109
8.7 Heurismen 109
8.7.1 Heurismen beim kreativen Problemlösen 110
8.7.2 Metakognition 111
8.7.3 Diskussion 112
8.8 Traits 113
8.8.1 Integrative Theorien der Persönlichkeit und Kreativität 115
8.8.2 Diskussion 116
9. Die Bedeutung sozialer Einflüsse für die kreative Leistung 118
9.1 Familie 119
9.1.1 Familiäre Charakteristika kreativer Personen 119
9.2 Schule 123
9.2.1 Kritik des Schulsystems 123
9.2.2 Möglichkeiten der Kreativitätsförderung in der Schule 125
9.2.2.1 Verhalten des Lehrers 126
9.2.2.2 Lerntechniken 128
9.2.2.3 Unterrichtsformen 128
9.3 Organisation 129
9.3.1 Kreativitätsfördernde Faktoren in Organisationen 130
9.4 Gesellschaft 133
9.4.1 Kreativitätsfördernde Einflüsse der Gesellschaft 134
9.5 Diskussion 138
Schlusswort 142
Abbildungsverzeichnis 146
Literaturverzeichnis 147
Eidesstattliche Erklärung 151

Textprobe:

Kapitel 7.4.2, Funktion wichtiger Phasen des kreativen Prozesses:

Im Folgenden sollen Theorien zur Erklärung der Funktion einzelner Phasen des kreativen Prozesses vorgestellt werden.

Inkubation bezieht sich auf eine Stufe des kreativen Problemlösens, in der ein Problem nach einer Periode intensiver Beschäftigung zur Seite gelegt wird. Inkubation tritt gewöhnlich ein, nachdem eine Sackgasse erreicht wird, die das Erkennen der Lösung verhindert, eine Situation, die als Fixation bezeichnet wird. Ein Inkubationseffekt resultiert in Illumination, der plötzlichen Erkenntnis der Lösung oder einer Lösungsrichtung. Illumination kann erfolgen, wenn das Problem nicht bewusst bearbeitet wird, oder wenn man sich nach einer Inkubationsphase wieder dem Problem zuwendet.

Verschiedene Theorien wurden offeriert, um Inkubation zu erklären. Metakognitive Theoretiker vermuten, dass während der Inkubationsphase das Netzwerk flexibel organisierten Wissens zu neuen Schemata umstrukturiert wird, und dass kreative Personen eine besondere metakognitive Fähigkeit der Selektion des Brauchbaren vom Unbrauchbaren aufweisen.

Dörner nimmt an, dass die Inkubationszeit dadurch fördernd wirkt, dass sie den Mechanismen des Vergessens Gelegenheit zur Wirkung gibt, wodurch unwichtigere Merkmale der Problemsituation aufgelöst werden und die wesentlichen deutlicher hervortreten. Geringe Disziplin des Gedankengangs wird von Dörner als weiterer Faktor angeführt, der das Entstehen neuer Einfälle begünstigt. Hemmungsprozesse scheinen in dieser Phase eine relativ geringe Rolle zu spielen. Die Selektion der unwesentlichen Merkmale beim Vergessen wird von Dörner durch zwei mögliche Mechanismen erklärt:

1. Der Prozess des Vergessens betrifft alle neuen Verbindungen in gleichem Maße, wobei die Tatsache, dass manchmal die lösungsrelevanten Aspekte erhalten bleiben, auf den Faktor „Zufall“ zurückzuführen ist.

2. Lösungsrelevante Aspekte sind aufgrund ihrer Verknüpfungen, welche eine kohärente, harmonische Struktur bilden, schwerer auflösbar als isolierte irrelevante Verknüpfungen.

Die kognitionswissenschaftliche Erklärung von Csikszentmihalyi über das Geschehen in der Inkubationsphase geht wie der psychoanalytische Ansatz davon aus, dass irgendeine Form von unbewusster geistiger Informationsverarbeitung abläuft, wobei allerdings die kognitive Theorie dem unbewussten Denken keine bestimmte Richtung unterstellt. Aus der Sicht Csikszentmihalyis folgen Ideen, wenn sie nicht mehr bewusst gesteuert werden, einfach den Gesetzen der Assoziation. Sie verknüpfen sich mehr oder weniger willkürlich. Ähnlich Dörner nimmt Csikszentmihalyi an, dass sich die irrelevanten Assoziationen auflösen, während die nützlichen Verbindungen lange genug überdauern, um schließlich ins Bewusstsein zu dringen.

Die „Conscious Work Theory“ der Inkubation beinhaltet die Annahme, dass die Arbeit an einem Problem intermittierend erledigt wird. Während einfacher automatisierter Aufgaben ist die Aufmerksamkeit oftmals geteilt und nur ein Teil mit der Bearbeitung ungelöster Probleme beschäftigt, so dass man die vielen kurzen Episoden, in denen Arbeit am Problem geleistet wurde, vergisst und sich nur an die letzte Stufe, die zur Lösung führt, erinnert. Eine Variante dieser Theorie nimmt an, dass Arbeit auf einer unbewussten Ebene erfolgt.

Zwei weitere Theorien beinhalten die Konstruktion von Assoziationen. Gemäß der „Opportunistic Assimilations Theory“ gibt einem die Inkubationsperiode die Gelegenheit, hilfreiche Stimuli in der Umwelt zu erfahren und diese Erfahrungen in den Problemlösungsprozess zu assimilieren. Dieser Theorie zufolge können Assoziationen zufällig zustandekommen, wenn bestimmte Elemente zusammen in der Umwelt erscheinen, oder Situationen eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Es wird angenommen, dass sich während der Inkubationsphase im Gedächnis gespeicherte, aus Assoziationen gebildete Ideen unbewusst zu Lösungen kombinieren.

Arbeit zitieren:
Urbschat, Frank Juni 2006: Bedingungsvariablen schöpferischen Denkens, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kognition, Kreativität, Persönlichkeit, kognitives Denken, Soziologie

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