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Die internet-gestützte Testung von sozialen Kompetenzen

Die internet-gestützte Testung von sozialen Kompetenzen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Vogel
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 710,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5421-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5421-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5421-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vogel, Markus Dezember 2001: Die internet-gestützte Testung von sozialen Kompetenzen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internet-Assessment-Center, Psychologische Tests, Testkonstruktion, Testverfahren

Diplomarbeit von Markus Vogel

Einleitung:

Ein anhaltender Engpass auf dem Bewerbermarkt und ein damit einhergehender Nachfrage-Boom nach sehr guten Absolventen aller Fachbereiche führt dazu, dass ein intensiver Wettbewerb im Kampf um den heiß begehrten Mitarbeiternachwuchs geführt wird. Das führt dazu, dass in jüngster Zeit das Internet als innovativer Anspracheweg genutzt wird. Auf diesem Wege erhalten die Recruiter allerdings eine sehr große Anzahl von Bewerbungen, die nicht immer von der geeigneten Zielgruppe stammen. Die Auswertung der Bewerbungsunterlagen ist mit hohen zeitlichen und monetären Kosten verbunden. Zudem kann über die Bewerbungsanalyse nicht herausgefunden werden, ob der zukünftige Mitarbeiter über soziale Kompetenzen verfügt, die zu einem in der Praxis zunehmend stärker betonten Anforderungsmerkmal geworden sind. In einem Zitat von Faix und Laier wird die Wichtigkeit von sozialen Kompetenzen herausgestellt: „Ohne soziale Kompetenz der Mitarbeiter hat heutzutage kein Unternehmen, das auf Dauer auf dem Weltmarkt bestehen will, eine Chance. Sie ist der Schlüssel zum Erfolg, das künftige Lebenselixier der Wirtschaft.

Es fehlen also zuverlässige und ökonomische Auswahlmethoden, die fähig sind, die soziale Kompetenz der Nachwuchsmitarbeiter zu erfassen.

Zu den zuverlässigen Auswahlmethoden zählen insbesondere psychologisch fundierte Tests. Doch diese Auswahlinstrumente, die es meist als „paper and pencil“ Verfahren gibt, sind nicht kostengünstig, da erfahrenes Personal die Durchführung dieser Tests begleiten muss. Hinzu kommt, dass die Bewerber in der Regel zu dem Unternehmen, das diese Auswahlverfahren vor Ort durchführt, reisen müssen, und dadurch weitere Kosten entstehen.

Als Alternative bietet sich ein global zugängliches Medium an, das innovativ ist und die Grundlage für eine ökonomische Personalauswahl bieten kann: das Internet.

Die Verbindung von psychologisch fundierten Testmethoden mit dem Internet können effiziente Testverfahren zur Erfassung von sozialen Kompetenzen ergeben. Mit diesem Thema beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel dieser Arbeit ist die Konstruktion von internet-gestützten Tests, mit denen die Testung von sozialen Kompetenzen ermöglicht werden soll. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Entwicklung von Testskalen zur Messung von Konfliktfreude, Kooperationsorientierung und Begeisterungsfähigkeit gelegt, die allesamt zum Globalkonstrukt soziale Kompetenz zählen.

Das hieran anschließende Kapitel stellt die Grundlagen zum Thema Internet dar. Dort wird insbesondere auf die Technik des Internets, die Nutzer dieses Mediums und die Entwicklungstendenzen eingegangen.

Das dritte Kapitel setzt sich mit psychologischen Testverfahren auseinander. Zuerst wird ein allgemeiner Überblick gegeben, bevor die Chancen und Grenzen von neueren Entwicklungen in der psychologischen Eignungsdiagnostikdiagnostik – computer- und internetgestützte Testsysteme - dargestellt werden. Zudem wird in diesem Abschnitt auf kommunikationspsychologische Aspekte bei Internet-Assessment-Center eingegangen.

Was sich hinter dem geheimnisvollem Erfolgsfaktor soziale Kompetenz verbirgt, warum sie für Organisationen so wichtig ist und wie man sie im Rahmen von Personalauswahlentscheidungen erfassen könnte, wird im vierten Kapitel erörtert.

Im fünften Abschnitt wird die Konstruktion der Testskalen Konfliktfreude, Kooperationsorientierung und Begeisterungsfähigkeit und ihre erste Erprobung im Feld beschrieben. Das Kapitel schließt mit der Ergebnisdarstellung und der Diskussion der Ergebnisse.

Abschließend wird im sechsten Kapitel eine allgemeine Diskussion und ein Ausblick gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
2. DAS INTERNET 6
2.1 Technik 6
2.1.1 World Wide Web (WWW) 6
2.2 Nutzer des Internet 7
2.3 Entwicklungstendenzen des Internet 7
3. PSYCHOLOGISCHE TESTVERFAHREN 8
3.1 Allgemeiner Überblick 8
3.1.1 Intelligenztests 8
3.1.2 Leistungstests 9
3.1.3 Persönlichkeitstests 10
3.2 Neuere Entwicklungen in der psychologischen Eignungsdiagnostik 12
3.2.1 Computer-gestützte Testverfahren 12
3.2.1.1 Vorteile computer-gestützter Testverfahren 13
3.2.1.2 Nachteile computer-gestützter Testverfahren 13
3.2.2 Internet-gestützte Testverfahren 14
3.2.2.1 Chancen von Internet-gestützten Testverfahren 14
3.2.2.2 Nachteile und Grenzen von Internet-gestützten Testverfahren 16
3.2.2.3 Online-Assessment-Center 17
3.2.3 Kommunikationspsychologische Aspekte bei Online-Assessment-Center 19
3.2.3.1 Computervermittelte Kommunikation (CMC) 19
3.2.3.1.1 Social Presence Theory 20
3.2.3.1.2 Social cues filtered out hypotheses 21
3.2.3.1.3 Imaginationstheorie 22
3.2.3.2 Implikationen für Online AC's 22
4. SOZIALE KOMPETENZ 24
4.1 Die Bedeutung der sozialen Kompetenz von Mitarbeitern für Organisationen 24
4.2 Begriffliche Einordnung 25
4.3 Die verschiedenen Facetten von sozialer Kompetenz 26
4.4 Psychologische Messverfahren zur Erfassung der sozialen Kompetenz 28
4.4.1 Leistungstests 28
4.4.2 Fragebogenverfahren 30
4.4.3 Situationsfragebögen 31
4.4.4 Situative Interviews 31
4.4.5 Gruppendiskussionen 32
4.4.6 Rollenspiele 32
4.4.7 Filmszenen 32
4.4.8 Implikationen für die Entwicklung von internet-gestützten Tests zur Erfassung von sozialen Kompetenzen 33
5. KONSTRUKTION DER TESTSKALEN KONFLIKTFREUDE, KOOPERATIONSORIENTIERUNG UND BEGEISTERUNGSFÄHIGKEIT 35
5.1 Einleitung 35
5.2 Testentwicklungsstrategien 36
5.2.1 Die induktive Strategie 36
5.2.2 Die kriteriumsorientierte Strategie 36
5.2.3 Die deduktive Strategie 36
5.3 Statistische Verfahren und Testkennwerte 37
5.3.1 Faktorenanalyse 37
5.3.2 Schwierigkeitsindices 37
5.3.3 Trennschärfe 38
5.3.4 Reliabilität 38
5.3.5 Validität 39
5.4 Konstruktion der Skala Konfliktfreude 41
5.4.1 Theoretische Grundlage 41
5.4.2 Konkrete Vorgehensweise bei der Konstruktion und Operationalisierung 42
5.4.3 Testbeschreibung 44
5.4.4 Ergebnisse für die Skala Konfliktfreude 46
5.4.4.1 Stichprobe 46
5.4.4.2 Deskriptive Test- und Itemkennwerte 47
5.4.4.2.1 Häufigkeiten 47
5.4.4.2.2 Testkennwerte 48
5.4.4.3 Diskussion 51
5.5 Konstruktion der Skala Kooperationsorientierung 53
5.5.1 Theoretische Grundlage 53
5.5.2 Konkrete Vorgehensweise bei der Konstruktion und Operationalisierung 54
5.5.3 Testbeschreibung 55
5.5.4 Ergebnisse für die Skala Kooperationsorientierung 55
5.5.4.1 Stichprobe 55
5.5.4.2 Deskriptive Test- und Itemkennwerte 56
5.5.4.2.1 Häufigkeiten 56
5.5.4.2.2 Ergebnisse der Faktorenanalyse 57
5.5.4.2.3 Testkennwerte 59
5.5.5 Diskussion 61
5.6 Konstruktion der Skala Begeisterungsfähigkeit 62
5.6.1 Theoretische Grundlage 62
5.6.2 Konkrete Vorgehensweise bei der Konstruktion und Operationalisierung 62
5.6.3 Testbeschreibung 63
5.6.4 Ergebnisse für die Skala Begeisterungsfähigkeit 63
5.6.4.1 Stichprobe 63
5.6.4.2 Deskriptive Test- und Itemkennwerte 64
5.6.4.2.1 Häufigkeiten 64
5.6.4.2.2 Ergebnisse der Faktorenanalyse 65
5.6.4.2.3 Testkennwerte 67
5.6.5 Diskussion 68
5.6.6 Klassifizierungsanalyse mit CART (Classification and regression trees) 69
5.6.6.1 Ergebnisse der CART Analyse 70
5.6.6.2 Diskussion der CART Analyse 73
6. DISKUSSION UND AUSBLICK 75
6.1 Allgemeine Diskussion 75
6.2 Ausblick 76
7. LITERATUR 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Es gibt eine große Anzahl von standardisierten Fragebögen, in denen Personen entscheiden müssen, ob vorgegebene Selbstbeschreibungen zum Verhalten und Erleben zutreffen oder nicht (Schmidt, 1995). Ein Beispiel für einen Fragebögen zur Erfassung von sozialen Kompetenzen ist der Interpersonal Competence Questionnaire (ICQ) von Buhrmester et al. (1988), der von Riemann und Allgöwer (1993) auch in einer deutschsprachigen Fassung vorgelegt wurde. Im ICQ werden fünf Aufgabenbereiche unterschieden, die jeweils eine aus acht Fragen umfassende Messskala abbilden: • • • • • Preisgabe persönlicher Informationen, Emotionale Unterstützung anderer, Initiierung von Interaktionen und Beziehungen, effektive Handhabung interpersoneller Konflikte, Behauptung persönlicher Fähigkeiten und Rechte, andere zu kritisieren. [...]

Schmidt (1995) kritisiert an diesen Tests, dass sie sehr hohe Korrelationen zu Testmaßen der akademischen Intelligenz (erfasst durch herkömmliche Intelligenztests) aufweisen. Das führt Schmidt (ebd.) auf den reinen verbalen Inhalt der Testaufgaben zurück. Daraus schließt er, dass der Test vorwiegend sprachliche Fähigkeiten messe, wie Aussagen über andere Personen verstehen und nicht die Fähigkeit andere zu verstehen. Ein weiterer SI -Test basiert auf dem Intelligenzstrukturmodell von Guilford (1967), der 30 verhaltensbezogene Fähigkeiten unterscheidet. In empirischen Studien zeichneten sich sechs Subtests heraus, die als Six Factor Test of Social Intelligence (O´Sullivan und Guilford, 1966) große Verbreitung gefunden haben. Mit diesem Test soll einerseits die Fähigkeit gemessen werden, andere zu verstehen, andererseits soll damit erfasst werden, ob der Testbearbeiter über eine gewisse soziale Reife verfügt. Der Test besteht aus fünf nonverbalen und einer verbalen Aufgabe, von denen nachfolgend eine nonverbale Aufgabe exemplarisch vorgestellt wird. Eine vollständige Darstellung der sechs Subtests findet sich in Schmidt (1995). Cartoon Prediction: Es wird eine Cartoon Zeichnung vorgegeben, auf der eine soziale Situation dargestellt ist. Nun soll der Proband aus den drei Cartoon Zeichnungen diejenige auswählen, welche die dargestellte Situation am besten fortsetzt. Dieser Subtest soll die Fähigkeit erfassen, ob jemand dazu in der Lage ist die Weiterentwicklung einer sozialen Situation vorherzusagen. Schmidt (1995) kritisiert die unzureichende Validität dieses Verfahrens. Dabei stützt er sich auf Resultate aus dem Workshop von Orlik (1974), in denen erarbeitet wurde, dass die prognostische Validität für reale Situationen gering und nicht höher als die prognostische Validität von Tests zur Messung der akademischen Intelligenz ist. Zudem seien die korrelativen Zusammenhänge mit anderen Methoden zur Erfassung sozialer Fertigkeiten nicht höher, als mit Maßen der akademischen Intelligenz. Schmidt (1995) zieht das Resümee, dass sich die Erfassung sozialer Fertigkeiten mit Intelligenztest-ähnlichen Verfahren nicht durchgesetzt hat. Dies macht er daran fest, [...]

Wie in Kapitel 4.2 beschrieben, geht das Konstrukt soziale Kompetenz auf den Begriff soziale Intelligenz zurück. Deshalb werden hier Leistungstests aufgeführt, mit denen das Konstrukt soziale Intelligenz (SI) zu messen versucht wird. Schmidt (1995) spricht von einem Leistungstest, „wenn Aufgaben vorgegeben sind, bei denen die Lösung nach richtig und falsch bewertet wird und ein Gesamtwert für die Leistungsfähigkeit im Umgang mit sozialen Problemen oder in sozialen Situationen ermittelt wird“ (S.118). Der erste Leistungstest zur sozialen Intelligenz wurde 1927 von Moss et al. entwickelt. Der Test enthält Subtests wie: • Beurteilung sozialer Situationen: bei der Beschreibung von sozialen Problemsituationen soll die richtige von vier vorgegebenen Möglichkeiten ausgewählt werden; • • Gedächtnis für Namen und Gesichter erfassen: Reproduktion von zuvor eingeprägten Zuordnungen von Namen und Gesichtern; Beobachtung von menschlichem Verhalten: verbal geschilderte Verhaltensweisen sind mit richtig oder falsch zu werten; [...]

Arbeit zitieren:
Vogel, Markus Dezember 2001: Die internet-gestützte Testung von sozialen Kompetenzen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internet-Assessment-Center, Psychologische Tests, Testkonstruktion, Testverfahren

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