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Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigung der Interdependenzproblematik

Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigung der Interdependenzproblematik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ralf Bürkle
  • Abgabedatum: Mai 1998
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 599,9 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0972-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0972-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0972-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bürkle, Ralf Mai 1998: Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigung der Interdependenzproblematik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Koordination, Schnittstellen-Management, Hierarchieabbau, Teamarbeit, Gruppenarbeit, Lean Management

Diplomarbeit von Ralf Bürkle

Problemstellung:

Im Zuge der Diskussion um Schlagworte wie "Lean Management" "flache Hierarchien" "Dezentralisierung", "Gruppen- und Teamarbeit" oder "Schnittstellen-Management" ist die Koordinationsproblematik in der betriebswirtschaftlichen Forschung und in der unterneh-merischen Praxis zu einem zentralen Thema geworden. Immer häufiger werden vertikale, streng hierarchische Abstimmungsmechanismen, in denen Instanzen ihnen nachgeordneten Organisationsmitgliedern Verhaltensnormen bei bestimmten Handlungen und Entscheidungen vorgeben und gegebenenfalls regulierend in Konflikte eingreifen, in Frage gestellt und ihre völlige Ablösung oder teilweise Ergänzung durch horizontale, nicht-hierarchische Koordinationssysteme gefordert.

Auffallend ist, daß trotz der Aktualität des Themas in der wissenschaftlichen wie in der praxisbezogenen Literatur eine umfassende und einheitliche Definition von dem, was unter nicht-hierarchischen Koordinationsformen zu verstehen ist, fehlt. Die existierenden Publikationen sind uneinheitlich und mitunter sogar widersprüchlich.

Die Arbeit versucht, diese Lücke zumindest ansatzweise zu schließen. Nach einer ausführlichen theoretischen Betrachtung der zentralen Begriffe der Fragestellung werden intensiv die Möglichkeiten und Grenzen hierarchischer Koordinationsmechanismen diskutiert und anschließend alternative, ganz oder teilweise nicht nicht-hierarchische Abstimmungsformen kategorisiert und dargestellt. Eine detaillierte Vorstellung und Beurteilung von verschie-denen Möglichkeiten der Gruppen- und Teamarbeit, von Gremien, Netzwerken sowie internen Märkten als organisatorische Ansätze nicht-hierarchischer Koordination bilden einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit.

Die 95 Seiten umfassende Diplomarbeit entstand im Frühjahr 1998 am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation (Univ.-Prof. Dr. Rolf Bronner) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wurde mit der Prädikatsnote "sehr gut" (1,5) bewertet.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen 5
Verzeichnis der Abkürzungen 6
1. Einleitung 7
1.1. Problemstellung 7
1.2. Aufbau der Arbeit 8
2. Gruppen als Erkenntnisobjekt verhaltenswissenschaftlicher Forschung 10
2.1. Definition des Gruppenbegriffs 10
2.2. Formen von Gruppen 12
2.3. Gruppenbildung in Organisationen 14
2.4. Die Gruppe als Erkenntnisobjekt empirischer Sozialforschung 15
2.4.1. Die Hawthorne-Studie 16
2.4.2. Leistungsvorteile von Gruppen 17
2.4.2.1. Typen des Leistungsvorteils nach Hofstätter 17
2.4.2.2. Die Kategorisierung nach Franke 18
2.4.3. Dysfunktionale Gruppenprozesse 19
2.4.3.1. Groupthink 19
2.4.3.2. Risikoschübe (Risky Shift) 20
2.4.3.3. Abschieben der Verantwortung (Diffusion of Responsibility) 21
3. Interdependenzen von Gruppen in Organisationen 22
3.1. Gründe für das Entstehen von Interdependenzen 22
3.2. Formen von Interdependenzen 23
3.3. Wirkungen von Interdependenzen 27
3.4.1. Kooperation 29
3.4.2. Konkurrenz 30
3.4.3. Konflikt 30
3.4.4. Zum Verhältnis von Kooperation, Konkurrenz und Konflikt 32
4. Koordination in Organisationen 34
4.1. Notwendigkeit von Koordination 34
4.2. Ursachen des Koordinationsproblems 36
4.3. Dimensionen des Koordinationsbegriffs 37
4.4. Die Koordinationsproblematik in der betriebswirtschaftlichen Forschung 38
4.4.1. Traditioneller entscheidungsorientierter Forschungsansatz 38
4.4.2. Verhaltenswissenschaftlicher Forschungsansatz 40
4.4.3. Kontingenztheoretischer Forschungsansatz 41
4.4.4. Vergleich der Forschungsansätze 41
5. Hierarchie als Koordinationsform 43
5.1. Begriff der Hierarchie 43
5.2. Entstehung von Hierarchie 44
5.3. Kennzeichen und Ausprägungen von Hierarchie 45
5.4. Kritik an hierarchischen Strukturen und Grenzen der Hierarchie 48
6. Nicht-hierarchische Koordination - Abgrenzungs- und Kategorisierungsansätze 53
6.1. Wesen und Entstehung des Begriffs der nicht-hierarchischen Koordination 53
6.2. Ausgewählte Definitions- und Kategorisierungsansätze 55
6.2.1. Varianten nicht-hierarchischer Koordination nach Brockhoff und Hauschildt 55
6.2.2. Nicht-hierarchische Koordinationsprinzipien nach Laßmann 56
6.2.3. Formen nicht-hierarchischer Koordination nach Schäffer 58
7. Organisatorische Ansätze zur Gestaltung nicht-hierarchischer Koordination 60
7.1. Selbstabstimmung 60
7.1.1. Gruppen- und Teamarbeit 62
7.1.1.1. Teilautonome Arbeitsgruppen 62
7.1.1.2. Projektgruppen 65
7.1.1.3. Qualitätszirkel 66
7.1.2. Gremien 69
7.1.2.1. Gremienformen 70
7.1.2.2. Vermutungen zur Effizienz von Gremien 72
7.1.3. Netzwerke 73
7.2. Interne Märkte 75
7.3. Beurteilung organisatorischer Ansätze zur Gestaltung nicht-hierarchischer Koordination 78
8. Ausblick 81
9. Literaturverzeichnis 82
Eidesstattliche Erklärung 95

Automatisiert erstellter Textauszug:

tion und Konfliktlösung durch die in der Hierarchie übergeordnete Einheit (Instanz) herbeigeführt. • Befehlsgewalt, Gehorsamspflicht und Rollen- und Statusverteilung: Auf der Statusverteilung Grundlage des Definitionskriteriums der Über- und Unterordnung ergibt sich in hierarchischen Organisationen ein vertikales Positionengefüge mit einer Befehlskette von der Spitze bis zur Basis der Hierarchiepyramide. Hierarchie schafft also Ungleichheit bei der Verteilung von Macht, Status und Privilegien. Die Rolle von Vorgesetzten in der Hierarchie ist primär über Rechte, die der untergeordneten Einheiten über Pflichten definiert. Der Status gibt Auskunft über den Rang innerhalb des Rollengefüges und äußert sich durch Anerkennung oder Privilegien. • Monokratische Struktur: Das Machtzentrum befindet sich an der Spitze der HierStruktur archiepyramide. Entscheidungen und Befehle werden von oben nach unten durchgesetzt (Top-Down-Willensbildungsprozeß). • Entscheidungsmonopole: Informations- und Entscheidungsmonopole Vorgesetzte erhalten durch die Vorgabe, daß in Hierarchien lediglich vertikale, nicht aber horizontale Verbindungslinien und damit Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den organisatorischen Einheiten zulässig sind, ein Informations- und Entscheidungsmonopol. Als Folge haben die in der Hierarchie ganz unten angesiedelten Einheiten nur einen recht geringen Einblick in das Geschehen der Gesamtorganisation. • Konformitätszwang und Anreizsystem: Formen der Hierarchie sind schon in FaAnreizsystem milie oder Schule gängig. Dieser Sozialisationsprozeß wird in hierarchischen Organisationen fortgesetzt. In Einklang mit den von der Organisation vorgegebenen Strukturen wird konformes Handeln belohnt, nicht-konforme Aktivitäten werden hingegen sanktioniert. Die hierarchische Organisation schafft somit positive und negative Stimuli. Durch solche verbindliche Regelungen wird beispielsweise die Integration neuer Mitarbeiter beschleunigt. Laske und Weiskopf106 betonen in ihren Ausführungen, daß die Identifizierung von Hierarchiemerkmalen nicht einfach ist. Dies führen sie auf drei Gründe zurück. [...]

Teileinheiten in komplexen Organisationen. Zur Senkung des Koordinationsaufwands werden einheitsübergreifende Koordinationsaufgaben in Leitungsstellen, die auch Instanzen genannt werden, gebündelt. • Machttheoretischer Ansatz: Er geht davon aus, daß soziale Systeme mit einer Ansatz Tendenz zur Oligarchisierung ausgestattet sind. Dies liegt daran, daß in solchen Systemen bei wachsender Größe der unmittelbare Kontakt aller Mitglieder zunehmend schwerer fällt, als Folge einer zunehmenden Spezialisierung die Notwendigkeit einer geschäftsmäßigen Leitung erwächst und außerdem die Motivation zu umfassendem und nachhaltigem Engagement bei der breiten Mitgliedschaft zwar begrenzt ist, eine Minorität aber Ehrgeiz und Machtstreben aufweist. Krüger beschränkt sich lediglich auf eine Darstellung der unterschiedlichen Erklärungsmöglichkeiten. Eine Wertung oder gar eine Entscheidung für einen Ansatz nimmt er hingegen nicht vor. Dies erscheint auch schwierig, denn nach Auffassung des Autors sind es wohl Elemente aller vier Erklärungsversuche, die letztlich die Herausbildung hierarchischer Strukturen bewirken. [...]

5.2. Entstehung von Hierarchie Einige Autoren sehen die Hierarchie nur als eine von mehreren Möglichkeiten der Koordination arbeitsteiliger Prozesse an.101 Die große Mehrheit102 vertritt jedoch den Standpunkt, daß sich Hierarchien in Organisationen unabhängig von der Zwecksetzung als Ordnungsprinzip im Sinne eines natürlichen Ordnungsmusters herausbilden.103 In diesem Zusammenhang unterscheidet Krüger104 mehrere Begründungsmöglichkeiten der Hierarchie: • Systemtheoretischer Ansatz: Er trägt dem Gedanken Rechnung, daß UnterAnsatz nehmen eine Fülle von Umweltinformationen wahrnehmen und verarbeiten müssen, um sich so an die Umwelt anzupassen oder sie sogar zu beeinflussen. Hierzu sind hierarchische Strukturen am besten geeignet. • Ansatz: Entscheidungslogischer Ansatz Er wird damit begründet, daß arbeitsteilige Entscheidungsprozesse eine Koordination notwendig machen. Deren Lösung vollzieht sich stufenweise in einer Abfolge hierarchischer Entscheidungssequenzen. • Ansatz: Koordinationstypologischer Ansatz Ausgangspunkt für Hierarchie ist hier die Koordination arbeitsteilig zu erfüllender Aufgaben sowie der damit betrauten [...]

Arbeit zitieren:
Bürkle, Ralf Mai 1998: Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigung der Interdependenzproblematik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Koordination, Schnittstellen-Management, Hierarchieabbau, Teamarbeit, Gruppenarbeit, Lean Management

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