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Zur heutigen Referenz traditioneller Theorien des internationalen Handels für die Suche nach internationalen Standorten von Handelsunternehmen

Zur heutigen Referenz traditioneller Theorien des internationalen Handels für die Suche nach internationalen Standorten von Handelsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Bläs
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 54 Seiten
  • Dateigröße: 634,0 KB
  • Note: 3,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5509-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5509-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5509-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bläs, Jochen Februar 2001: Zur heutigen Referenz traditioneller Theorien des internationalen Handels für die Suche nach internationalen Standorten von Handelsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: internationale Standortsuche, traditionelle Theorien, Handelsunternehmen

Diplomarbeit von Jochen Bläs

Einleitung:

Die Standortwahl ist für jedes Unternehmen eine der bedeutendsten unternehmenspolitischen Entscheidungen. Sie erfordert einerseits einen großen Einsatz von Ressourcen in Form von Investitionen an Geldkapital und an Humankapital, was v.a. durch die Qualifikation der Arbeitnehmer bestimmt wird. Andererseits sind bereits getroffene Entscheidungen nur schwer und unter hohen Kosten revidierbar.

Auf diese herausragende Bedeutung von Standortentscheidungen im Handel, die sowohl in der Theorie als auch der Praxis deutlich wird, weisen mehrere Autoren hin. Als Gründe können angeführt werden:

Standortentscheidungen haben strategischen Charakter, da einerseits die Marktbedingungen (Wettbewerbsstruktur, Verkehrsanbindung, usw.) fixiert werden und andererseits langfristige Festlegungen bzgl. interner Faktoren wie z.B. Personal, Vertrags- und Verkaufsraumgestaltung damit verbunden sind.

Die erzielbaren Umsätze von Handelsunternehmen werden maßgeblich von den externen Standortfaktoren bestimmt; Standortnachteile werden schnell unmittelbare und anhaltende erlösmindernde Konsequenzen haben.

Gute Standorte sind generell ein Engpass, was eine sorgfältige Analyse noch wichtiger werden lässt.

Die Standortwahl kann im Gegensatz zu anderen Marketinginstrumenten (z.B. Preis, Werbung,..) nur schwer von der Konkurrenz imitiert werden.

Standortneugründungen sind das wirkungsvollste Mittel zur Erzielung von Wachstum.

Diese Gründe und die stärkere Internationalisierung, die durch den Abbau von Handelshemmnissen und die Globalisierung forciert wird, erfordern eine nähere Betrachtung der Standortentscheidung. Gerade im Handel haben die Unternehmen mit zunehmender Sättigung der Märkte und wachsender Konkurrenz im Inland zu kämpfen. Um weiterhin Absatz zu haben und Gewinne zu erzielen wird eine Erweiterung des Absatzgebiets ins Ausland erforderlich.

Diese Tendenz lässt sich in der seit den 80´er Jahren steigenden Zahl von Direktinvestitionen feststellen.

Direktinvestitionen sollen hier gekennzeichnet sein, durch die dauerhafte Absicht durch Gründung oder Kauf von Unternehmen im Ausland aktiv zu werden.

Als weitere wesentliche Einflüsse der internationalen Standortwahl sind die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der neuen Informationstechnologien zu nennen, die auch nicht vernachlässigt werden dürfen.

Theoretische Grundlagen und praktische Umsetzungsvorschläge zur internationalen Standortsuche bieten verschiedene Autoren, die Theorien zur internationalen Standortwahl entwickelten.

Umfassende Werke über den internationalen Handel beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit den Entstehungsbedingungen, wobei auch Aspekte der Standortwahl in Ansätzen berücksichtigt sind.

Grundlage dieser Arbeit sind die folgenden Fragestellungen:

1. Welche Kriterien und welche Vorgehensweise von Theorien der internationalen Standortwahl treffen für die Auswahl internationaler Standorte von Handelsunternehmen zu?

2. Finden sich in traditionellen Handelstheorien Aussagen zur internationalen Standortwahl?

3. Sind diese Aussagen heute noch relevant bei der Auswahl internationaler Standorte im Handel?

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis i
Abkürzungsverzeichnis ii
1. Zusammenhang zwischen traditionellen Theorien des internationalen Handels und internationaler Suche nach Standorten 1
1.1 Einführung in die Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 3
2. Vorbemerkungen und Begriffsabgrenzung 4
3. Anwendungsmöglichkeit traditioneller Theorien des internationalen Handels für die internationale Standortsuche von Handelsunternehmen 6
3.1. ausgewählte Theorien der internationalen Standortsuche 6
3.1.1 Ansatz von Sabathil 7
3.1.1.1 Standortfaktoren 7
3.1.1.2 Prozess 8
3.1.2 Ansatz von Goette 11
3.1.2.1 Standortfaktoren 11
3.1.2.2 Prozess 12
3.1.3 Ansatz von Bienert 15
3.1.3.1 Standortfaktoren 15
3.1.3.2 Prozess 16
3.2 ausgewählte traditionelle Theorien des internationalen Handels und deren heutige Relevanz 17
3.2.1 Theorie der komparativen Kosten - Ricardo 18
3.2.1.1 Grundzüge 18
3.2.1.2 Relevanz 20
3.2.2 Theorie der Faktorproportionen - Heckscher/Ohlin 24
3.2.2.1 Grundzüge 24
3.2.2.2 Relevanz 26
3.2.3 Der nachfrageorientierte Ansatz - Linder 31
3.2.3.1 Grundzüge 31
3.2.3.2 Relevanz 32
4. Zusammenfassung und Ausblick 35
Anhang 41
Literaturverzeichnis 42

Automatisiert erstellter Textauszug:

Weitere wichtige Standortfaktoren die in allen Ansätzen zur internationalen Standortsuche genannt werden, sind die politisch/wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ricardo hat zumindest ansatzweise die Bedeutung dieser Faktoren erkannt. So könnten durch neue Steuern oder evtl. Kriegsfolgen bestehende komparative Vorteile eines Landes zunichte gemacht werden.53 An Aktualität kaum zu übertreffen, dürfte der Steueraspekt sein, der v.a. in Deutschland zu einer heftigen Debatte über evtl. Standortnachteile aufgrund hoher Steuerbelastungen (z.B. durch Gewerbesteuer, usw.) geführt hat. Der Aspekt Krieg und Kriegsfolgen dürfte für den Standort EU eher zu positiver Entscheidung führen, dagegen sind Standortneugründungen in Krisengebieten negativ zu bewerten. Einen ähnlich aktuellen und relevanten Faktor hat Ricardo durch die Einbeziehung der Wirkung des Wechselkurses in seine Theorie erreicht.54 Bei der internationalen Standortsuche kommt dem Wechselkurs in einem System flexibler Wechselkurse, also außerhalb der EU, eine große Bedeutung zu, da Wechselkursänderungen direkten Einfluss auf die Erlöse haben. Eine explizite Vorgehensweise bei der Standortsuche kann in Ricardos Theorie m.E. lediglich ansatzweise erkannt werden. In dem im Anhang zitierten Beispiel stellt Ricardo in einem ersten Schritt die aktuelle Situation bei Autarkie dar und ermittelt dann in einem zweiten Schritt die jeweiligen Arbeitsproduktivitäten der beteiligten Länder um so zu einer Entscheidung zu kommen. Dieses zweistufige Vorgehen kann nun analog zu Sabathil und Bienert auf den Standortentscheidungsprozess übertragen werden. Im Rahmen der „Makroanalyse“ wählt Ricardo die zu betrachtenden Länder aus. Als methodisches Hilfsmittel zur Bewertung wendet er die komparativen Vorteile an, die auch Goette in seinem Ansatz als [...]

ungewöhnlich erfolgreiche Branchen an einem Standort konzentrieren. Diese Cluster umfassen meist Behörden, Universitäten, normsetzende Instanzen, Denkfabriken, Berufsausbildungsstätten und Unternehmensverbände, die für die Aus- und Fortbildung und die Informationsbeschaffung sorgen.51 Die Bedeutung der Produktionskosten, die als weiterer Standortfaktor in Ricardos Theorie zu erwähnen sind, ist heute aufgrund der immer stärker werdenden Absatzorientierung gesunken. Wie bereits in Kapitel 2 dargelegt, setzen sich die Produktionskosten im Handel aus den Faktor-, Einkaufs- und Lagerhaltungskosten zusammen. Obwohl auch heute noch der Anteil der Faktorkosten, die die Personalkosten einschließen, im Handel am größten ist, sind immer mehr Tendenzen zur Umsatzorientierung festzustellen. Diese Entwicklung hat zu einer wachsenden Bedeutung der Produktnachfrage als Standortfaktor geführt, was v.a. in den Ansätzen von Seidel und Bienert deutlich wird. Ricardo hat der Nachfrage seinerzeit nur einen teilweisen Einfluss auf die Preisbildung eingeräumt, während heute der Preis fast ausschließlich über Angebot und Nachfrage definiert wird. Auch die von Ricardo getroffene Annahme nationaler Mobilität und internationaler Immobilität von Kapital und Arbeitskräften muss in der heutigen Zeit relativiert werden. Während im nationalen Raum aufgrund persönlicher Präferenzen und unterschiedlicher Qualifikationsanforderungen eine beschränkte Mobilität der Arbeitskräfte festzustellen ist, sind auch international, allerdings stärker in der Industrie (z.B. Green Card-Diskussion), erste Arbeitskräftewanderung erkennbar. Noch stärker sind die internationalen Kapitalbewegungen, die die Voraussetzung für eine Dirketinvestition des Handels im Ausland schaffen und somit Ricardos Annahme immer unrealistischer werden lassen.52 [...]

Welche Relevanz hat heute noch die Ricardo´sche Theorie für die internationale Standortsuche ? Die Tatsache, dass alle Ansätze der internationalen Standortsuche auf einem mehr oder weniger umfangreichen Standortfaktorenkatalog beruhen, weist bereits auf eine erste mögliche Verbindung hin. Während Sabathil noch explizit auf den Standortfaktor Arbeit eingeht, lassen sich bei Goette und Bienert bereits erste Tendenzen über eine geringer werdende Bedeutung feststellen. Im Gegensatz zu der Ricardo´schen Theorie hat die Arbeit nicht mehr den dort postulierten entscheidenden Charakter. So sieht Goette beispielsweise die Arbeitskosten, die ja gerade im Handel einen Großteil der Faktorkosten darstellen, differenzierter. Sie setzen sich aus Lohnkosten und Lohnnebenkosten zusammen, wobei letztere entscheidend die Arbeitskostendifferenz im internationalen Vergleich bestimmen. Die Produktivität ist stark abhängig von der maschinellen Ausstattung der Betriebe und im Handel vorrangig von der Qualifikation der Mitarbeiter.48 Diese Faktoren spielten z. Zt. Ricardos noch keine entscheidende Rolle, da die Kapitalbestände noch recht gering waren und die Produktionskosten näherungsweise den Arbeitskosten entsprachen.49 Der Auslöser des internationalen Handels, die komparativen Vorteile der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital, sind zwar immer noch zu beachten, allerdings sinkt deren Bedeutung aufgrund der fortschreitenden Globalisierung und einer weiter zu fassenden Definition. Goette weist darauf hin, dass nicht nur komparative Kostenvorteile, sondern u.a. auch Fragen des Marktzutritts und des optimalen Zugangs zu wichtigen Ressourcen als komparative Standortvorteile anzusehen sind.50 Außerdem können durch „Global ausgeglichen Sourcing“ werden. evtl. Dabei auftretende ist es Verfügbarkeitsunterschiede [...]

Arbeit zitieren:
Bläs, Jochen Februar 2001: Zur heutigen Referenz traditioneller Theorien des internationalen Handels für die Suche nach internationalen Standorten von Handelsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
internationale Standortsuche, traditionelle Theorien, Handelsunternehmen

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